Virtua Fighter 4

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sega
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Virtua Fighter 4 [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

87%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Virtua Fighter 4

Virtua Fighter, dieser Name steht seit 1993 für Arcadespaß der etwas anspruchsvolleren Art. 3D-Prügelorgien sind zwar heute nichts mehr neues, doch schaffte es Yu Suzuki nach dem damals revolutionären Virtua Fighter-Automaten immer wieder aufs neue Genrefreunde jubeln zu lassen. Nachdem letztes Jahr der vierte Teil in die Spielhallen kam, folgt nun die erste Umsetzung für die PS2. Was man von dem Titel erwarten darf und was nicht, lest ihr hier im Test.

Die Features

Nach dem Einlegen des Silberlings steht man erstmal vor der Wahl sich im 50 oder 60 Hertz Modus der Keilerei anzunehmen. Die meisten gängigen TV-Modelle verfügen über einen 60 Hertz-Modus und so fällt die Wahl leicht. Nach einem kleinen Vorspann in dem ihr die Protagonisten in Aktion kurz vorgestellt bekommt, geht es zur Modi-Auswahl. Zur Wahl stehen der übliche Acarde-Modus in dem man sich, hat man sich erst mal für einen der 13 Kämpfer entschieden, gegen den Computer 12 Kämpfe lang beweisen muss.

In der anschließenden Finalstage tretet ihr gegen Akira, einer der 13 Anfangskämpfern, an. Habt ihr auch diesem gezeigt, wo der Hammer hängt, geht es ab in einen Bonusstage - in der euch, die schon aus allen Virtua Fighter Teilen bekannte eiserne Lady Dural, gegenüber steht.

Allerdings hat man hier nur eine Chance, um mit ihr den Boden zu wischen. Schafft man dies nicht – viel Glück beim nächsten mal. Hat man jedoch sein können bewiesen und verlässt siegreich den Ring, so ist Dural nun im VS.-Modus anwählbar. Weiterhin steht ein umfangreicher Trainingsmodus zur Verfügung, in dem ihr je nach Geschmack (Command / Free / Trail) die Moves der Kämpfer erklärt bekommt, auf gut Glück ausprobiert oder besondere Situationen trainieren könnt.

Als besonderes Highlight erwies sich der A.I.-Modus. Hier hat man die Möglichkeit einem der Spielfiguren einen eigenen Namen zu verpassen und dem noch unbeschriebenen Blatt mittels Sparring Tricks beizubringen, die dieser dann in seine Auswahl übernimmt. Ihr fragt euch was das soll?

Zum einen hat man hierdurch eine weitere Möglichkeit sich seine eigene Trickfertigkeit vor Augen zu führen und zum anderen kann man sein A.I.-Charakter im Kumite-Modus gegen vom Computer gesteuerte A.I.’s antreten lassen um zu sehen, wie gut der eigene Schützling aufgepasst hat. Klingt im ersten Moment nicht sonderlich aufregend, dem Computer dabei über die Schulter zu sehen, wie sie sich gegenseitig den Schädel einschlagen. Doch steigt euer Schützling mit der Anzahl der gewonnen Kämpfe in der Kumiteliste und bekommt Gegenstände wie Kleidungsstücke, nette Accessoires, Trinkflaschen und Waffen, mit denen man sein Liebling ausrüsten kann um sich so wohltuend von anderen abheben zu können. Im Laufe der Zeit kann es eine, zu einer Alternative gegenüber der eigenen Prügelei, werden. Im Übrigen hat man auch die Möglichkeit selbst ins Kumite einzusteigen um sich so sein Durchhaltevermögen zu beweisen. Positiv ist auch, dass man Replays auf seine Memory Card speichern kann, um sich so besonders gelungene Moves noch mal anschauen zu können oder seinen Freunden versuchen kann, damit zu beeindrucken.

Die eigentlichen Optionen sind Genre typisch angelegt. Wählbarer Schwierigkeitsgrad, Rundenanzahl, Rundenzeit sowie Energieanpassung für fairere Kämpfe. Auch an eine Flashfunktion wurde gedacht. Außerdem gibt es die Möglichkeit den Controller nach Geschmack zu konfigurieren.

Die Steuerung wurde recht zugänglich konzipiert. Eine Tasten für Schläge, eine für Tritte und eine für das Blocken. Die Shoulder-Buttons sind mit Kombinationen der einzelnen Moves z.B. Schlag und Tritt oder Schlag, Tritt und Block belegt. In Verbindung mit den Richtungstasten sind jedoch eine Menge an unterschiedlichen Kombinationen und Kombo-Attacken möglich. Man braucht allerdings ein wenig Zeit um herauszufinden, was besonders effektiv ist und was nicht. So sollte man den Trainingsmodus nicht unbedingt scheuen. Selbst erfahrene Beat’em Up-Fans werden wohl einige Zeit und Geschick benötigen, um komplette Repertoire an Moves zu beherrschen. Da es sich bei Virtua Fighter 4 um ein 3D-Beat’em Up handelt, ist es mittels Bewegungstasten möglich, in die Tiefe des Raumes auszuweichen und seinen Gegner zu umkreisen.

Jedoch sollte man dabei aufpassen nicht zu dicht an den Rand des Rings zu geraten, da man die Runde verliert, falls der Spieler den Ring verlässt bzw. aus ihm herausgedrängt wird. Auch sei darauf hingewiesen, dass man mit unkoordiniertem Tastengedrücke und dem Motto „Irgendwas wird schon treffen!“ nicht viel Land sieht. Vielmehr sollte man mit taktischem Kalkül und einem guten Timing vorgehen.

Die meisten der 13 dürften dem vertrauten Virtua Fighter Veteranen ein Schmunzeln auf das Gesicht treiben. Akira, Pai, Lau, Wolf, Jeffry, Kage, Sarah, Jacky, Shun, Lion und Aoi stammen aus den Vorgängerteilen. Bekamen allerdings ein neues Outfit und neue Bewegungen spendiert. Lediglich die Kickbox-Dame Vanessa Lewis und der Shaolin-Mönch Lei-Fei nehmen das erste Mal am großen Turnier teil. Was aber dem Spaß in keiner Weise schmälert, da ein Jeder über seine ganz eigene Technik verfügt.

So hat man es endlich geschafft die Fightumgebung an einen Ring anzupassen. Die Kampfplattformen sind eine echte Augenweide und besitzen nach Kämpfern zugeordnet ihren ganz individuellen Reiz. So steht man beispielsweise an einem verträumten Sandstrand, die Wellen im Blickfeld und die Sonnenstrahlen im Nacken. Ein anderes mal findet man sich auf einem schneegedeckten Dach in mitten einer mittelalterlichen Burg oder auf einem sonnenüberfluteten Balkon eines Shaolin-Klosters wieder. Was die Umgebungen lobenswert macht, sind die Kleinigkeiten. So wird am Strand bei Bewegungen der Sand aufgewirbelt, im Schnee sieht man seine eigenen Spuren oder Steinplatten zerplatzen unter der wucht eines Aufpralls. Die Liste der kleinen Grafikspielchen ist zu lang, um sie hier alle benennen zu können. Eine jede Stage trägt mit ihrem persönlichen Charme zur Atmosphäre bei.

Die Kämpfer sind flüssig animiert und bewegen sich ihrem Kampfstil entsprechend stilecht. Hierbei sei anzumerken, dass Virtua Fighter 4, wie auch seine Vorgänger, nicht von übertriebenen gestalteten Moves leben, sondern vielmehr nach annährend realistischen Bewegungen und Tricks des jeweiligen Kampfstils strebt.

Freunde von 6 Meter-Sprüngen mit dreifachem Salto sollten dies bedenken. Der Sound ist nicht nervig geraten, besteht jedoch ausschließlich aus elektronischen Beats, die je nach Stage mit einem passenden Sample unterlegt wurden. Ob Gitarren, Trommeln oder sanfte Frauenstimmen - auch nach dem x-mal zehrt es kaum an den Nerven. Bei all der Atmosphäre sind jedoch auch einige negativen Sachen aufgefallen. Die Kämpfer sind für meinen Geschmack ein wenig zu kantig geraten, hie und da ist ein Grafikflimmern zu erkennen und Besitzer von Surroundanlagen müssen auf digitale Unterstützung verzichten, da lediglich Mono- und Stereospur vertreten sind.

Fazit

Virtua Fighter 4 muss sich nicht verstecken. Zwar sind im Vergleich zur Arcade-Version einige grafische Mängel zu entdecken, doch hat sich das Game seinen Award verdient. Das Spielsystem bietet sowohl Einsteigern als auch Genrefans genug Motivation und Spieltiefe für langen Spielspaß. Besonders der Kumitemodus mit seinem A.I.-System verdient Anerkennung, da man hiermit zum inen Neuland im Spielkonzept betrat und es zum anderen ein großer Spaß ist, aus einem Nichts ein Kampfkunst-As zu formen. Des weiteren wird taktisches Vorgehen belohnt und stumpfsinniges Tastengehämmere führt zu einem schnellen Ende. Auch wenn dies ein wenig Übung verlangt, artet dies keineswegs in Frusterlebnissen aus. Mein Fazit: Ausprobieren – lieb gewinnen - Spaß haben.

Virtua Fighter 4 [PS2 , looki.de]

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