Gesamtwertung64%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Rennspiele gibt es wie Sand am Meer und wer bestehen will, muss einiges bieten. Das ist auf der PlayStation 2 nicht anders. Mit World Racing 2 startet die deutsche Softwareschmiede Synetic, welche auch für die altbekannte Nice-Reihe verantwortlich ist, ein Überholmanöver. Größerer Umfang, eine bessere Optik sowie ein neues Bewertungssystem sollen für neuen Wind sorgen. Was daraus geworden ist, erfahrt ihr in unserem Review!
Der Schwierigkeitsgrad ist leider alles andere als moderat. Bereits zu Beginn wird euch die Härte eurer Gegner deutlich gemacht. Leider entpuppt sich der Titel zudem als sehr linear. Ihr qualifiziert euch durch Erfolge immer wieder für neue Aufgaben, bei denen dann in der Regel nur eine oder zwei Strecken zur Auswahl stehen. Glücklich schätzen kann man sich schon, wenn man mal zwischen mehreren Wagen wählen darf. Wer gerne an diesen herumbasteln würde, der wird hier leider enttäuscht. World Racing 2 ist ein Arcade Racer und auf Settings wie z.B. in Gran Turismo 4 muss man folglich verzichten.
Die Aufgaben im besagten Modus sind dafür aber recht abwechslungsreich. Mal müsst ihr in einer bestimmten Zeit ein Ziel erreichen, ein anderes Mal müsst ihr zusätzlich noch durch Tore fahren oder gar eine vorgegebene Durchschnittsgeschwindigkeit erzielen. Diese Ziele zu erfüllen, machen gerade den Reiz des Spiels aus. Bei den meisten Rennen stehen euch noch Konkurrenten gegenüber und unabhängig vom eigentlichen Ziel sollte hier ein Platz auf dem Treppchen geholt werden. Der Umfang ist auch nicht zu verachten 120 Rennen, die sich auf sechs verschiedene Gebiete verteilen. Dazu fast 100 lizensierte Vehikel, unter denen sich Marken wie Mercedes, VW, Alfa Romeo und Lotus befinden.
In der Praxis gestaltet sich das System leider als unzureichend. Zum einen wirkt das System ungenau und zum anderen kann es nicht feststellen, wer in einem Crash der Unfallschuldige ist. Dieses Defizit muss der Spieler tragen, denn wenn ein KI-Spieler euch berührt, bekommt ihr einen Fahrfehler notiert und folglich einen Punktabzug erteilt. So kann es am Ende sein, dass ihr bei einem Rempler, der euch vielleicht sogar um einen guten Platz gebracht hat, doppelt bestraft werdet.
Wer hohe Punktabzüge vermeiden will, der muss sich erstmal mit der Steuerung auseinandersetzen. Und da ist World Racing 2 sicherlich nicht jedermanns Sache. Wir haben es hierbei, wie auch beim Vorgänger, mit einem arcadelastigen Titel zu tun. Wer allerdings von der Strecke abkommt, der verliert ein wenig die Kontrolle über den Wagen. Wie bei so vielen Rennspielen sollte man sich im Klaren sein, dass bei anspruchsvollen Rennen ein Fehler bereits das Aus bedeuten kann. Die KI-Spieler scheinen in Bezug auf die Beschleunigung und Geschwindigkeit klare Vorteile zu haben. Viele Rennen werden nur gewonnen, weil die Gegner bei den Kurven sehr stark runterschalten. Denn mit Geschick und Glück können hier massig Sekunden gut gemacht werden. Und da die Computergegner auch gerne mal eine Laterne mitnehmen, sollte auch ein scheinbar aussichtsloses Rennen noch zuende gefahren werden.
Damit nicht der falsche Eindruck entsteht: Schlecht spielt sich das Rennspektakel nicht. Wer es simpel mag, wird sogar eine Menge Spaß haben. Außerdem entwickelt man recht schnell ein Gefühl für das Spiel. Zudem fällt der Einstieg vergleichsweise einfach und jede Strecke stellt euch vor eine neue Herausforderung. In einigen Rennen stehen Fahrzeuge auf der Fahrspur oder kommen euch entgegen. Da die Missionen im Karrieremodus nicht allzu lang sind, gibt man sich ständig eine neue Chance und spürt die Verbesserungen.Wer lieber mit Freunden spielt, muss sich bei World Racing 2 auf heimische Duelle beschränken.
Lediglich zwei Spieler dürfen gleichzeitig an den Start gehen einen Onlinemodus gibt es nicht.
Da wären z.B. die Umgebungen, die den Spieler durch mäßige Texturen und eine lächerlich kurze Sichtweite schocken. Da kommt es auch alles andere als gelegen, dass auch bei den Wagen wenig Funken von der PC Version abgesprungen sind. Denn die Vehikel unterscheiden sich nicht nur leistungsmäßig, sondern auch qualitativ. Während so mancher Sportwagen noch ganz gut aussieht, enttäuschen viele Modelle, wie z.B. der Golf I oder vor allem die entgegenkommenden Fahrzeuge. Da kommt es auch nicht wirklich gut, dass ständig Pop-up Fehler auftreten und das Ganze noch flimmert. Dabei wäre wesentlich mehr drin gewesen, denn die Strecken sind sehr abwechslungsreich und detailliert. Zudem ist es möglich, sich außerhalb der Strecke zu bewegen.
Und mal ehrlich: Gran Turismo 4 konnte vor einem Jahr bereits zeigen, dass die PlayStation 2 zu mehr im Stande ist.
Für angemessenes Racing-Flair sorgt eine trashige Untermalung, die ihren Zweck erfüllt, aber auch nicht mehr. Wer sich daran auch im Verlauf nicht gewöhnen kann, hat die Möglichkeit diese zu deaktivieren. Nichts zu meckern gibt es an den Motorensounds, die sich sehr realistisch anhören.