Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das gigantische Mechspektakel Zone of the Enders von Metal Gear Solid Schöpfer Hideo Kojima feierte vor wenigen Wochen eine Rückkehr auf der PS2. Wir haben den zweiten Teil der Serie unter die Lupe genommen und verraten euch, ob die bereits guten Ansätze des Vorgängers zu einem exzellenten Spiel ausgebaut werden konnten.
Die Story des Spiels handelt im Jahre 2174, also zwei Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil. In dem futuristischen Szenario hat die Menschheit die Weiten des Alls bereits erschlossen, so gibt es große Populationen auf dem Mars und der Weltraum wird als Basis für kriegerische Auseinandersetzungen genutzt. Die Handlung beschreibt den Konflikt zwischen der United Space Force und der feindlich gesonnenen Truppe von Bahram, welche mit Hilfe der Kraft des gegenwärtigen Energiespeichers Metatron die gesamte Galaxie auslöschen will. Zentrale Bedeutung haben in dieser düsteren Zukunft überdimensionale Kampfroboter, so genannte Orbital Frames. Ihre zerstörerische Kraft und ihre Wendigkeit sind enorm und somit kann eine einzelne Mecheinheit über den Ausgang eines Kampfes entscheiden. Die in vielen Jahren ausgebildeten Führer der Orbital Frames werden Runner genannt und sind die Aushängeschilder jeder Einheit. Stellte im Vorgänger noch Leo Stenbuck den Protagonisten des Spiels dar, darf der Spieler in Zone of the Enders II mit einem neuen Hauptcharakter Vorlieb nehmen. Durch einige unglückliche Umstände kommt der frühere Minenarbeiter und gefühlskalte Runner Dingo Egret in den Besitz eines Mechroboters namens Jehuty, welcher im ersten Teil von Leo gesteuert wurde. Dingo war zuerst Sympathisant und Kämpfer von Bahram, kämpft durch einen Verrat seines früheren Vorgesetzten Aumann an seinen Kameraden nun aber auf der Seite der Space Force, um persönlich Rache an seinem neuen Erzfeind Aumann üben zu können.
Spielerischer Kernpunkt von Zone of the Enders II stellen die unzähligen Schlachten zwischen eurem Kampfroboter Jehuty und den meist unterlegenen Einheiten von Bahram dar. Diese stürzen sich in der Regel gleich zu dutzenden in Boden- und Luftgefechten auf euch und sorgen dafür, dass der Spieler nur selten Zeit zum Entspannen hat. Jehuty ist mit verschiedenen Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten ausgestattet und erfordert somit eine souveräne Kontrolle durch den Runner.
Für Nahkampfangriffe kann das Laserschwert effektiv zur Gegnervernichtung genutzt werden, während zu Beginn für Fernduelle Attacken wie eine Energiekugel oder ein multipler Laserstrahl, welche seine Gegner zudem verfolgt, zur Verfügung stehen. Eine Neuerung stellen die sekundären Waffensysteme dar, welche der Orbital Frame im Laufe des Spiels erlernt. Wird im Spielgeschehen ein sekundärer Waffenmodus genutzt, kann sich dieser je nach Situation durchaus als nützlich erweisen Hinweise von Bordcomputer ADA zur korrekten Benutzung sind ebenfalls hilfreich.
Leider gestalten sich die häufigen Kämpfe gegen die unterschiedlich starken Bahram-Einheiten trotz einiger Neuerungen immer noch etwas eintönig, so dass der Spielablauf nicht selten zu einem reinen Tastendrücken ohne größeres Nachdenken mutiert, da von den umherschwirrenden Gegnern ohnehin jemand getroffen wird. Leider krankt das Spiel zudem stellenweise an etwas Unübersichtlichkeit, da man trotz einer nützlichen automatischen Anvisierung der Gegner und eines Radars gelegentlich den Überblick über das Geschehen verliert, vor allem bei hohem Gegneraufkommen.
Etwas strategischer gestalten sich da schon die regelmäßigen Kampfsequenzen gegen feindliche Mechroboter der Bahram-Truppe. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad stehen die Chancen, ohne eine passende Strategie siegreich aus einem Duell hervorzugehen, sehr schlecht aus.
Da die meist überdimensionalen Gegner über mehrere Waffensysteme und eine hohe Feuerkraft verfügen, sollte man sich mittels gut gewählter Sekundärwaffe und geschickten Bewegungen den Gegner Stück für Stück vornehmen, will man den finalen Abspann zu Gesicht bekommen.
Zwischen einzelnen Missionen erzählen ausführliche Zwischensequenzen im Anime-Stil die Hintergrundgeschichte weiter. Dass Metal Gear Solid Schöpfer Hideo Kojima maßgeblich an der Entwicklung von ZOE 2 beteiligt war, merkt man spätestens in diesem Punkt. Lange Dialoge zwischen den Beteiligten per bekanntem Funksystem und eine verwobene Story sind Markenzeichen des Spiels und bringen einen etwas ruhigen Kontrast in den sonst so actionreichen Spielablauf.
So verwundert es nicht, dass man allzu häufig mehrere Minuten vor dem Fernseher verbringt und Gesprächen zwischen Dingo und seinen Helfern verfolgt und somit einen tieferen Einblick in die Geschehnisse des Spiels erhält wer jedoch nicht aufmerksam zuhört, hat schnell den Anschluss verloren. Insgesamt kann die Story trotz einiger Ungereimtheiten überzeugen und hält den Spieler bis zum finalen Showdown mit Anubis in Atem.
Was die Entwickler aus technischer Sicht auf die Beine gestellt haben, zählt in manchen Aspekten zum Besten, was die Playstation 2 momentan zu bieten hat. Jehuty und die anderen Kampfmaschinen sind fantasievoll designt und vermitteln im Spiel eine glaubhafte Atmosphäre. Sind die einzelnen Levelabschnitte zwar ordentlich präsentiert, aufgrund des meist düsteren Settings aber etwas trist und nicht allzu abwechslungsreich, stellen die zahlreichen Licht- und Explosionseffekte eine wahre Freude für das menschliche Auge dar.
Die vielfältigen Kämpfe wirken durch die futuristischen Waffen und bewusst übertriebene Explosionseffekte wie ein gigantisches Sylvesterfeuerwerk, an dem man sich kaum satt sehen kann. Einziges negatives grafisches Merkmal ist die Framerate, die bei hohem Gegneraufkommen merklich in die Knie geht auf den Spielablauf wirken sich die gelegentlichen Ruckler glücklicherweise kaum aus.
Ähnlich solide Arbeit hat die Soundabteilung von Konami geleistet, denn auch dort gibt es nur wenig zu bemängeln. Angetrieben wird die Handlung durch das unter Fans sehr beliebte Stück Beyond the Bounds, welches sich in diversen Variationen durch das gesamte Spiel zieht. In den einzelnen Levels hält sich der Sound bewusst im Hintergrund, zahlreiche qualitativ hochwertige Soundeffekte im Kampf bestimmen eindeutig das Geschehen. Auf eine deutsche Sprachausgabe hat man verzichtet, dafür entschädigt die englische Originalsprache durch ihr durchgehend hohes Niveau. Bei Interesse können zwecks besseren Verständnisses auch optional deutsche Untertitel zugeschaltet werden.
Zone of the Enders - The Second Runner im Test.
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