Final Fantasy XIII
Die Zeiten, in denen jeder neue Squaresoft/Square Enix-Titel Begeisterungsstürme hervorrief und Zockerträume wahr werden ließ sind (leider) lange vorbei. Aber ein Franchise sorgt nach wie vor für ordentlich Wirbel - Final Fantasy! Stets auf's Neue heißt das Zauberwort Geheimhaltung, wenn ein neuer Ableger am Horizont auftaucht. Satte drei Jahre nach dem ersten bewegten Hochglanztrailer darf endlich aufgeatmet werden - die Demo ist da und damit zumindest (ein kleiner Teil) nicht mehr im Unklaren.
Story-Puzzle
Angesichts der netten Dreingabe zum Blu-ray-Streifen Final Fantasy VII: Advent Children Complete sind dessen enorme Verkaufszahlen nicht weiter verwunderlich - nur so (und erstmal ausschließlich) gab es die Demo zu Final Fantasy XIII! Die Demo unterteilt sich in zwei spielbare Abschnitte. Teil eins stellt Lightning und Sazh in den Mittelpunkt, die sich in einem Gefangentransporter Richtung Pulse befinden, der auf dem Weg in einen Hinterhalt gerät und so den beiden Helden die Flucht ermöglicht. Lightning ist die aus den frühen Trailern bekannte hübsche Dame, die - gewollter Maßen - mit ihrer Haarpracht an Cloud Strife erinnert und mit einer Gunblade (ähnlich Squall aus Final Fantasy VIII) kämpft.
Sazh mimt den lustig tollpatschigen Sidekick, was neben seiner ganzen Art besonders durch die Afrofrisur kommt, die einem lebendem Chocobo-Kücken als Nestersatz dient. Part zwei lässt den Spieler in die Rolle des unrasierten Faustkämpfers Snow schlüpfen, der mit der Widerstandarmee Nora gegen die Unterdrückung durch die Armee (Psicom) der heiligen Regierung von Cocoon (Sanctum) kämpft.
Sanctum ist praktisch der verlängerte Arm der mysteriösen Rasse der fal'Cie, die mit Cocoon ein eigenes Paradies geschaffen haben. Cocoon ist in seiner Gesamtheit eine gigantische technisierte Stadt, die über Pulse schwebt, dem eigentlichen Planeten in der Welt von Final Fantasy XIII.
Durch die überragende Technik der so genannten "Kristalle", einer höheren Wesenheit, wurde ein perfekter Lebensraum inklusive Menschen und Maschinen geschaffen. Über die Zeit wuchs unter der Regierung die Furcht, dass Menschen, die in irgendeiner Form mit Pulse in Verbindung kommen, Cocoon zum Absturz bringen könnten. Zum Schutz des Paradieses werden diese Leute auf die Oberfläche verbannt.
Neben der Armee Sanctum haben die fal'Cie direkte Diener, die mit besonderen Kräften ausgestattet sind, die ihnen abseits übermenschlicher Fähigkeiten auch den Gebrauch von Magie erlauben. Dazu gehören unter anderem die beiden Abtrünnigen Lightning und Snow nebst Vanille, die als rothaariges Mädel mit Zöpfen schon aus den Trailern und Artworks bekannt ist. Zu erkennen sind die l'Cie an ihren Tätowierungen auf den Armen.
ATB ist zurück!
Nach dem umstrittenen Echtzeit-Kampfsystem in Final Fantasy XII mit MMORPG-Einfluss macht XIII einen Schritt zurück zu alten Wurzeln, ohne dabei altbacken zu wirken oder auf Neuerungen zu verzichten. Gegner sind wie in Teil XII in den Umgebungen sichtbar, gekämpft wird jedoch wieder auf einem separaten Kampfbildschirm, der ein Abbild der Umgebung mit etwas mehr Platz darstellt. Zum Encounter kommt es nur, wenn ihr einen Gegner berührt, sodass Ausweichen generell möglich ist, durch enge Wege in der Demo aber nur selten möglich war.
Anstelle der Quasi-Echtzeit herrschen wieder die guten alten Regeln des ATB (Active Time Battle), wenn auch in leicht modifizierter Form. Am linken unteren Bildschirmrand ist das Kampfmenü untergebracht, genau darüber befindet sich die ATB-Leiste, die dreigeteilt ist. In der finalen Version wird sich die Anzahl der Segmente durch Levelaufstiege oder ähnliches erhöhen lassen. Führt ihr gerade keine Aktion aus, füllen sich die einzelnen Segmente stetig, wobei jedes für einen Aktionspunkt steht, mit der die Angriffe "bezahlt" werden. Standardwaffen kosten einen, starke Magie bis zu drei Punkte und so weiter.
MP gibt es nicht mehr. Seid ihr mit der Wahl zufrieden, bestätigt ihr die Eingabe mit der Dreieckstaste und euer Protagonist legt los. Während ihr überlegt, läuft die Zeit für Gegner und Kameraden weiter, sodass die Echtzeitnote zumindest noch spürbar ist. Kontrollieren könnt ihr in der Demo nur den jeweiligen Hauptcharakter. Später wird es aber so sein, dass ihr bei Bedarf die anderen Charaktere mitkontrollieren könnt. Die KI arbeitet in der Demo ohne Mängel und passt sich eurem Spielstil an.
Durch die Dreiteilung der ATB-Leiste ergeben sich für den Kampf verschiedene Möglichkeiten. So könnt ihr drei Einzelangriffe zu stärkeren Kombos verknüpfen, mit einzelnen Angriffen schnell schwache Gegner ausschalten, euch zwischen den Angriffen heilen oder auf Flächenzauber setzen.
Zur gleichen Zeit könnt ihr nur ein Ziel auf einmal angreifen (abgesehen von Flächenzaubern), sodass auch die Dauer der Angriffskombo eine entscheidende Rolle spielen wird. Nach dem Kampf gibt es ein Ranking in Form von fünf Sternen, dass durch die benötigte Zeit, die längste Kombokette (Chain) und die Anzahl so genannter Breaks errechnet wird. Daneben findet sich noch der Punkt "TP Bonus", der in der Demo aber keine Bedeutung hatte und mit den Summons im Zusammenhang stehen.
Neben den Breaks bilden Chains den Mittelpunkt des neuen Kampfsystems. Trefft ihr einen Gegner ohne Unterbrechung in einer gewissen Zeitspanne, steigt die Bonusleiste - zu sehen in der oberen rechten Ecke. Erreicht sie einen Schwellenwert, wechselt der Gegner in den Breakmodus (er glüht rot), in dem er verstärkten Schaden erleidet.
Über das Launch-Kommando dürft ihr ihn nun hoch in die Luft schleudern und nett in Szene gesetzte Mid-air-Kombos abspulen, ohne dass er sich wehren kann. Durch geschicktes Timing der Angriffe lassen sich so Gegner fix eliminieren. Kontinuierlich sinkt der Wert der Breakleiste, bis er wieder Null erreicht und der Gegner in den normalen Modus wechselt.
Auf dem Weg zur Grafikreferenz?
Optisch ist Final Fantasy XIII wahrlich meisterhaft. Es beginnt bei den gigantisch inszenierten Cutscenes, die nicht nur perfekt gescriptet sind, sondern auch noch unglaublich gut aussehen. Ganz so opulent ist die Spielgrafik dann zwar nicht, aber im Vergleich mit aktuellen Titeln wird ein Detailgrad erreicht, der einmalig scheint.
Gerade bei den Charaktere ist viel Fleiß in die Arbeit geflossen und es hat sich gelohnt! In den Nahaufnahmen könnt ihr jede Emotion in den Gesichtern ablesen, der Wechsel zwischen Echtzeit und Cutscenes verläuft fließend und fällt kaum mehr auf. So wird in der Demo eine Dynamik erzeugt, die hoffentlich über das gesamte Spiel erhalten bleibt. Dynamik überhaupt ist ein allgegenwärtiges Zauberwort.
Fast schon zu viel des Guten ist die enorme Anzahl an Anzeigen. Der gesamte untere Bildschirmrand wird vom Kampfmenü und den HP-Leisten eingenommen. Über den Gegner schweben Energiebalken inklusive Namen und sobald ihr angreift, kommen noch die Schadenszahlen dazu, die in den ganzen - ohne Frage wundervollen - Lichteffekten gerne untergehen. Ein Problem? Für geübte Augen nicht, aber aufgeräumter waren frühere FF-Teile definitiv.
Personen sprechen selbstständig beim Nähern los, fließende Übergänge zwischen Oberwelt und Kampf sind selbstverständlich und die halbautomatische Kamera zoomt mitunter wie von Geisterhand in cineastische Positionen.
Zu guter Letzt...
Laut Aussagen der Produzenten handelt es sich bei der Demo und eine alte Version aus dem vergangenen Jahr, wodurch die gelegentlichen Slowdowns zu erklären wären. Die fertige Version soll nicht nur hübscher aussehen, sondern auch diese kleineren Fehler nicht mehr haben.
Japaner dürfen noch in diesem Jahr Hand an das fertige Spiel legen. In den USA ist ein Release im 4. Quartal 2009 wahrscheinlich, während wir Europäer ein weiteres halbes Jahr Wartezeit überbrücken müssen. Lohnen wird es sich auf jeden Fall. Eine erwachsene Story - es sterben viele Leute während der Demo - eine grandiose Technik und ein frisch-altes Kampfsystem scheinen Final Fantasy zu neuer Größe führen zu können.
Ersteindruck
Beeindruckend. Selbst Nicht-Fans müssen nach den ersten spielbaren Eindrücken zugeben, dass Square Enix ein richtig großen Titel in der Mache hat und auf ein wahres Rollenspiel-Highlight hinsteuert. Es scheint das Kunststück zu gelingen, woran Final Fantasy XII (beinahe) scheiterte. Eine anständige Story ohne kunterbunte Mädels in knappen Höschen, ein modernes Kampfsystem, ohne die Wurzeln zu leugnen, inklusive einer superben Technik, die für AAA-Titel einfach Pflicht ist. Nach der Demo wird es zwar (wahrscheinlich) wieder etwas ruhiger um Teil XIII werden, aber spätestens zum Jahresende fallen dann alle Hüllen. Wir sind gespannt, ob unsere Erwartungen erfüllt werden.









