Gesamtwertung72 %/10 |
Grafik7 Sound8 |
LanzeitspaßMangelhaft Spieleinstieg7 |
Bedienung8 |
Kennt ihr 50 Cent. Nein, wie meinen jetzt nicht das 50 Cent-Stück, das als offizielles Zahlungsmittel im Jahr 2001 zusammen mit dem Euro eingeführt wurde, um die gute alte D-Mark abzulösen, sondern den Rapper 50 Cent. Der recht billig klingende Name gehört dem US-amerikanischen Gangsta Rapper Curtis James Jackson III, welcher am 06. Juli 1975 in New York geborenen wurde. Der recht erfolgreiche Künstler hat einen bislang sehr abwechslungsreichen Lebensweg zurückgelegt und hat sich vom einstigen Drogendealer bis hin zur Gangsta-Rap-Ikone hochgearbeitet.
Insgesamt hat er vier Soloalben veröffentlicht und mit dem Kinostreifen Get Rich Or Die Tryin', welcher den gleichen Namen wie eines seiner Alben trägt, einen autobiografischen Film abgeliefert, der sein bisheriges Leben und seinen Werdegang zeigen soll. Viel interessanter ist aber die Tatsache, dass er sich bei einer Schießerei insgesamt neuen Kugeln einfing und diesen Schusswechsel sogar überlebte. Jede Menge virtuelle Kugeln flogen ihm auch in seinem ersten Videospiel namens 50 Cent: Bulletproof um die Ohren, allerdings war der Titel wenig erfolgreich und mutierte zum PS2-Flop. Nun meldet sich der Rapper aber auf der PlayStation 3 zurück und will mit seinem zweiten Spiel - wie könnte es anders sein - alles besser machen.
Mal abgesehen von dem wirklich schlecht gewählten Titelnamen, hinterlässt das zweite Spiel des Gangsta-Rappers auf Anhieb einen deutlich besseren Eindruck als sein Vorgänger. Trotzdem solltet ihr, gerade in Bezug auf die Handlung, keine allzu großen Ansprüche stellen. Nach dem letzten großen Konzert seiner großen Tournee muss Fifty Cent feststellen, dass seine Gage einfach nicht ausgezahlt wurde. Stocksauer begibt er sich daraufhin sofort zum Veranstalter und bedroht diesen, schließlich geht es um die fette Summe von rund 10 Millionen Dollar. Allerdings weiß dieser nichts davon, bietet euch im Tausch aber einen unbezahlbaren, mit Diamanten besetzten Schädel an, welchen er kurzerhand aus seinem Wandsafe zaubert. Da das Teil nicht schlecht aussieht und Fifty Cent so ein schickes Artefakt schon immer sein Eigen nennen wollte, akzeptiert ihr den Deal - jedoch währt die Freude nicht lange. Kurz darauf wird euch bei einer Schießerei nämlich der wertvolle Diamantenschädel geklaut, was ein knallharter Gangsta-Rapper selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen kann.
Zusammen mit eurer G-Unit, die aus DJ Whoo Kid, Tony Yayo und Lloyd Banks besteht, begebt ihr euch daher in einen unbekannten Wüstenstaat und macht dort jagt auf Said Kamal, der angeblich hinter dem Diebstahl stecken soll. Ziel des Spiels ist es also, Said Kamal ausfindig zu machen und ihn zusammen mit seinen Schergen auszuschalten und euch den Schädel wieder unter den Nagel zu reißen.
Die Story klingt zwar austauschbar und sehr an den Haaren herbeigezogen, erfüllt aber grundsätzlich ihren Zweck. Schließlich besteht der Hauptbestandteil des Spiels daraus, durch die Häuser und Straßen zu ziehen und dabei zahlreiche Gegner abzuknallen. Zur Seite steht euch während eures Rachefeldszuges wie bereits erwähnt eure G-Unit, von der ihr aber nur eine Person als Begleitschutz auswählen könnt. Zusammen mit Tony Yayo, Lloyd Banks oder DJ Whoo Kid - je nachdem für welcher der drei ihr euch entscheidet - zieht ihr dann in bester Rambo-Manier durch die einzelnen Missionen und legt so ziemlich alles und jeden in Schutt und Asche, das euch in die Quere kommt.
Was euch bereits nach wenigen Spielminuten auffallen wird, ist das sich das Gameplay irgendwie bekannt anfühlt und auch die Steuerung hinterlässt den gleichen Eindruck. Ähnlichkeiten zu Spielen wie beispielsweise Army of Two, das Bourne Komplott sowie einem indizierten Shooter aus dem Hause Epic sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Aber wie heißt es so schön, lieber gut geklaut als schlecht kopiert. Schon nach einer sehr kurzen Einspielzeit werdet ihr das Bedienkonzept einwandfrei beherrschen, locker von den Deckung zu Deckung rennen, feindlichem Kugelhagel mit Seitensprüngen ausweichen, Granaten werfen, Kisten öffnen, brüchige Wände einschlagen und gegnerische Einheiten mit Blei voll pumpen. Der Clou dabei ist, dass ihr nie alleine unterwegs seid und jederzeit unter die Arme gepackt bekommt. Die G-Unit-Jungs helfen euch nämlich nicht nur bei Feuergefechten tatkräftig aus, sondern erweisen sich auch an bestimmten Stellen im Spiel als äußerst nützlich.
Versperrt euch beispielsweise ein schweres Tor den Weg, packt euer Kumpel mit an und hilft euch es hochzuschieben. Oder wenn ihr auf eine höher gelegene Plattform gelangen wollt, wird euch mit einer stylischen Räuberleiter hinauf geholfen. Zum Ballern habt ihr auch ein reichhaltiges Waffenarsenal im Gepäck und könnt auf Pistole, Maschinengewehr, Schrotflinte, Uzi sowie Granaten zurückgreifen.
Weitere und härte Waffen wie beispielsweise Raketen- oder Granatwerfer erhaltet ihr im späteren Verlauf des Spiels vom Waffenhändler Raoul. Dazu müsst ihr lediglich die in den Levels verteilte Kohle einsammeln und anschließend eine Telefonzelle aufsuchen. In dem dortigen Telefongespräch könnt ihr dann mit Raoul alles klar machen und gegen bare Münze neben Waffen obendrein auch neue Nahkampfmoves und Beleidigungen erstehen. Hier sollte aber angemerkt werden, dass dies alles eigentlich nur nettes Beiwerk ist, für den Spielverlauf aber nicht wirklich tragend ist.
Zum einen findet ihr Waffen an fast jeder Ecke und auch umgelegte Feinde hinterlassen den einen oder anderen Schießprügel. Zum anderen sind die hinzugekauften Nahkampfmoves lediglich schöner anzusehen, da sie sich in ihrer Form etwas vom Standardangriff abheben.
Steht ihr nah genug an einem Gegner, könnt ihr ähnlich wie bei Das Bourne Komplott in den Nahkampfmodus wechseln, in dem es dann gilt, in einem Quicktime-Event mit bestimmtem Zeitfenster die eingeblendete Kreis-Taste rechtzeitig zu drücken. Gelingt dies dreimal hintereinander, ist der Gegner ausgeschaltet. Patzt ihr in dieser Situation, wird sofort wieder in den normalen Spielmodus gewechselt und der Widersacher steht mit geladener Kanone direkt vor euch. Vollkommen überflüssig indes sind die Beleidigungen. Hier gibt Fifty Cent mittels Druck auf die L3-Taste lediglich einen dummen Spruch von sich, was euch aber überhaupt nicht weiterbringt und folglich nur unnötiges Geld kostet.
Was man in der recht kurzen Spielzeit des Storymodes schnell bemerkt ist, dass sich das gesamte Gameplay viel zu oft wiederholt und demnach auch zu schnell eintönig wird. Zu oft kommt es vor, dass ihr gemeinsam mit eurem G-Unit-Mitglied schwere Tore anhebt oder Räuberleitern machen müsst. Etwas nervig ist mit der Zeit auch, dass euch ständig sperrige Holzwände den Weg versperren und ihr diese erst einschlagen müsst, um weiter vorwärts zu kommen. Wenigstens dürft ihr euch Missionsabhängig ab und zu mal hinter das Lenkrad eines Fahrzeugs oder den Steuerknüppel eines Helikopters setzen, während euer Teamkamerad dann kräftig aus allen Rohren ballert. Das bringt etwas frischen Wind ins sonst recht eintönige Spielgeschehen und spielt sich dank des integrierten Koop-Modus für zwei Spieler auch sehr ordentlich. Leider spielt sich 50 Cent: Blood on the Sand aber auch im Koop-Modus viel zu leicht, woran die kaum vorhandene künstliche Intelligenz der Gegner schuld ist.
Diese bleiben nämlich fast immer hinter der gleichen Deckung hocken und lassen kaum Kreativität erkennen. Man kann während den einzelnen Schusswechseln sogar schon fast die Sekunden abzählen, wann die Feinde ihren Kopf wieder aus der Deckung nehmen, um euch aufs Korn zu nehmen. Daran ändert auch ein härterer Schwierigkeitsgrad kaum etwas, was wir ebenfalls etwas schade finden.
Generell hält sich der Wiederspielwert in Grenzen. Nach höchstens sieben Stunden seid ihr mit dem Storymodus durch, im Koop-Modus geht es sogar noch einen Tick schneller. Die Story im Koop-Modus könnt ihr dabei wahlweise in einem offenen Spiel zocken, bei dem sich dann ein weiterer Spieler eurem Game anschließt, oder ihr sucht nach offenen Spielen und stoßt selbst als Verstärkung zu einem anderen Mitspieler. Ein nettes Feature dabei ist, das wenn euch die zugeteilte Verstärkung nicht zusagt, ihr den Mitspieler jederzeit wieder aus dem Spiel werfen und euch nach jemand anderen umsehen könnt. Grafisch hinterlässt der Titel einen soliden Eindruck, jedoch ohne dabei ein Grafikfeuerwerk der Extraklasse abzuliefern.
Was ihr hier zu sehen bekommt, ist gehobenes Mittelmaß gepaart mit der Unreal 3 Engine. Mit dieser ist es den Entwicklern der Swordfish Studios gelungen, einige nette Effekte auf den Bildschirm zu zaubern. Unter anderem bleiben Patronenhülsen auf dem Boden liegen, die Explosionen und Feuereffekte sehen ordentlich aus und sogar Einschusslöcher und Blutspritzer bleiben an den Wänden zurück. Weniger schön ist die Tatsache, dass sich die Körper niedergestreckter Feinde bereits nach kurzer Zeit auflösen. Dafür sehen die Protagonisten, allen voran Fifty Cent und seine G-Unit-Jungs, richtig gut aus und sind ihrer realen Vorbilder sehr authentisch nachempfunden worden.
In Blood on the Sand geht es wahrlich nicht gerade zimperlich zu und der Titel ist auch Programm. Hier bekommt ihr heftige Headshots und deftige Prügeleinlagen mit noch deftigeren Blutspritzern zu sehen, weshalb das Spiel definitiv nichts für Zartbesaitete ist. Immerhin, die Blutspritzer die sich während der gesamten Spielzeit wie ein roter Faden durch das Spiel ziehen, sind nicht wirklich realistisch und auch sehr übertrieben in Szene gesetzt worden.
Dies könnte dem Titel vielleicht aber trotzdem schneller wieder in der Versenkung verschwinden lassen, als ihm lieb ist - der strenge deutsche Jugendschutz und seine Killerspielkampagne lässt schön grüßen. Jedoch hinterlässt der Titel nicht nur in Bezug auf die visuelle Seite einen durchaus soliden Eindruck, auch die akustische Seite weiß zu gefallen, vorausgesetzt natürlich, ihr könnt euch mit der basslastigen Rap-Mucke anfreunden. Während der gesamten Spielzeit gibt es vom Gangsta-Rapper-Himself zahlreiche Songs auf die Ohren, die ihr im Optionsmenü sogar mittels einer Playlist euren persönlichen Vorlieben anpassen dürft. Zu Spielbeginn sind zwar noch nicht alle Musiktitel anwählbar, wir haben aber einmal nachgezählt und kommen auf insgesamt 41 Tracks, eine wirklich beträchtliche Anzahl. Wer mit der Black-Musik allerdings nichts anfangen kann wird sich freuen, dass man die Musik im Spiel auch komplett deaktivieren kann. Dann könnt ihr den stimmigen Waffengeräuschen und Expolsionseffekten lauschen, die allesamt sehr authentisch und wuchtig klingen. Auch die übrigens Sounds, allen voran die gute englische Synchronisation, mit gut lokalisierten deutschen Untertiteln, weiß zu gefallen. Allerdings gilt auch hier die Voraussetzung, dass ihr euch mit dem ständigen Gefluche und Kraftausdrücken wie Fuck, Bitch, Shit und Motherfucker dauerhaft anfreunden müsst.
Das zweite Spiel mit Gangsta-Rapper 50 Cent weiß deutlich besser zu gefallen als der enttäuschende Erstling. Zwar bekommt ihr hier nur Action-Standardkost in einem Mix aus bekannten Titeln wie Army of Two, Das Bourne Komplott sowie einem indizierten Shooter von Epic geboten, schlecht unterhalten werdet ihr dabei allerdings nicht. Ok, zugegeben, eine etwas bessere Story hätte man dem Titel ruhig spendieren können, aber in Anbetracht des Actionfeuerwerks das hier in knapp sieben Stunden losgelassen wird, verkommt die Handlung sowieso zur Nebensache. Wäre das Spiel etwas abwechslungsreicher gestaltet worden und hätte man den Gegenspielern eine bessere KI verpasst, wäre sicherlich eine höhere Wertung drin gewesen, dafür rockt aber der gelungene Koop-Modus und lässt zeitweise auch richtig Spielspaß aufkommen. Wer sich den Titel zulegen möchte wird hierzulande allerdings nicht um einen Import herumkommen, da THQ auf eine Veröffentlichung in Deutschland gänzlich verzichtet hat - zurecht wie ich finde.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
50 Cent: Blood on the Sand im Test.
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