Baja: Edge of Control

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
THQ
Entwickler
X2L Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Baja: Edge of Control [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

74%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Baja: Edge of Control

Die Zusammenstellung von Baja: Edge of Control klingt verlockend: Eine riesige befahrbare Fläche, jede Menge hohe Berge und Steilklippen, anspruchsvolle Strecken, über 160 gesponserte Fahrzeuge und 200 authentische Autoteile. Dies alles erfüllt 2XL Games' Baja, allerdings ist es weniger schön, das andere Punkte, zu denen inzwischen auch immer mehr die richtig gute Grafik gehört, leider dadurch etwas vernachlässigt wurden. Zugegeben, das Gesamtpaket stimmt zwar im Großen und Ganzen, jedoch hätte man mit Sicherheit noch mehr aus dem Titel rausholen können. Aber fangen wir von vorne an.

Edge of Control

Zu Spielbeginn erweckt der Titel zunächst den Anschein ein weiteres MX vs. ATV zu sein, aber weit gefehlt. Baja: Edge of Control hat mit solchen Spielen eigentlich überhaupt nichts gemeinsam, denn weder müsst Ihr während dem Spiel einen ominösen Boost aufladen, noch irgendwelche halsbrecherischen Tricks mit Eurem Vehikel in der Luft vollführen. Aber wo könnte dann sonst der Schwerpunkt bei einem Offroad-Rennspiel liegen, bei dem es zu 99% darum geht, euren Blechboliden über staubige Pisten oder meterhohe Hügel zu jagen?

Die Antwort ist ganz simpel und besteht auch nur aus einem Wort: Kontrolle. In Baja geht es hauptsächlich um Kontrolle. Die Kontrolle behaltet ihr, wenn ihr die weichste Linie auf dem schwierigen Gelände findet. Nur so wird es Euch möglich sein, mit Vollgas über die Piste zu brettern und das Ziel als Erster und vor allem in einem Stück zu erreichen. Meterhohe und weite Sprünge sind bei diesem Titel natürlich auch an der Tagesordnung, diese gestalten sich aber, genauso wie das einfache Fahren, ebenfalls etwas schwieriger. Nach einem Sprung gilt es nämlich, das Vehikel möglichst sanft und auf einem dafür geeigneten Untergrund wieder zu landen. Hier ist folglich volle Konzentration gefordert, weshalb sich Baja eher als Offroad-Rennsimulation anstatt als Offroad-Rennspiel wie zum Beispiel Colin McRae: Dirt beschreiben lässt. Gefahren wird mit speziell umgebauten Fahrzeugen, welche vom hochgezüchteten VW Käfer bis hin zu den bekannten Trophy-Trucks reichen. Das reichhaltige Angebot an Fahrzeugklassen zu denen unter anderem Baja Bug, 4x4, Unlimited, Mini Truck, Open Wheel, Fullsize Truck, Class 1 Limited sowie Trophy Truck gehören, kann sich hier wirklich sehen lassen. Das wirklich Tolle dabei ist allerdings, das sich fast jeder Blechbolide darin anders steuern lässt.

Ich geb Gas, ich will Spaß

Hier hat fast jedes Fahrzeug der jeweils gewählten Fahrzeugklasse ein anderes Fahrverhalten, was aber auch an den Preisklassen und verschiedenen Modellen liegt. Logischerweise bietet ein Einstiegsfahrzeug der niedrigen Klasse keine wirklich guten Stoßdämpfer, was ihr auch sofort auf der Piste zu spüren bekommt – die integrierte Vibrationsfunktion des DualShock 3-Controllers macht’s möglich. Die teureren Spezialbuggys sind da schon deutlich besser ausgestattet, weshalb sich diese auch besser auf dem holprigen Gelände kontrollieren lassen und deutlich seltener ausbrechen. Zu Spielbeginn werdet Ihr es folglich schwerer haben, was dabei ganz klar im späteren Spielverlauf auf die besseren Fahrzeuge zurückzuführen ist. Apropos Spielbeginn: Hier gibt sich der Titel genauso abwechslungsreich wie beim Fuhrpark und so könnt Ihr frei wählen, ob ihr die Baja-Karriere startet, einem Onlinerennen beitretet oder Euch doch lieber per System-Link oder Splittscreen mit Kumpels ein heißes Rennen liefert. Das eigentliche Herzstück des Spiels ist der Karriere-Modus, bei dem es gilt, aus den bereits erwähnten acht Fahrzeugklassen eine zu wählen und darin dann zahlreiche Rennen erfolgreich zu absolvieren.

Einige der Rennen werden dabei in sogenannte Trophys zusammengefügt, bei denen Ihr gleich mehrere Rennen hintereinander meistern müsst und diese erst hinterher zu einem Endergebnis zusammengefasst werden. Habt ihr alle Rennen der gewählten Klasse erfolgreich beendet, wird gleich darauf die nächste Klasse freigeschaltet. Damit dies auch ohne längere Anlaufschwierigkeiten klappt, empfehlen wir Euch mit dem verdienten Preisgeld stets Eure Karre zu pimpen und durch sinnvolle Upgrades zu erweitern. Mit den Standardkarossen kommt ihr ohne Tuning nämlich nicht weit, schluckt ganz schnell den Fahrstaub der Konkurrenz und landet mit eingeschränkter Sicht abseits der Strecke. Sollte es einmal dazu kommen und euer Fahrzeug zu stark beschädigt sein, dann habt Ihr die Möglichkeit, Euch einen Reparaturhubschrauber zu Hilfe kommen zu lassen. Hat dieser dann neben der Rennstrecke zur Landung angesetzt habt Ihr in Windeseile einen neuen Satz Reifen montiert und alle Schäden sind beseitigt. Da die Reparatur allerdings etwas Zeit in Anspruch nimmt, empfiehlt sich der Reparaturauftrag aber nur im äußersten Notfall. Erst in den späteren Baja-Rennen, die auch schon mal 1 bis 3 Stunden dauern können, empfiehlt es sich daher von diesem Spielelement Gebrauch zu machen.

Denn wenn Euch hier kurz vor Ende der Etappe die Karre verreckt ist, werdet ihr es verfluchen das ihr nicht den Helikopter angefunkt habt. Folglich spielt in Baja: Edge of Control nicht nur das kontrollierte Handling Eures Fahrzeugs, sondern auch die korrekte Einschätzung der jeweiligen Rennsituation, eine wichtige Rolle. Hier gilt ganz klar: Wer nicht konzentriert bei der Sache ist, wird das Ziel garantiert nicht als Erster überqueren.

Was bleibt auf der Strecke?

Betrachtet man das Baja-Komplettpaket, ist der Titel gar nicht mal so übel. Geht man allerdings etwas weiter ins Detail und schaut über die gute Wüstenpräsentation hinweg, erkennt man viele Schwächen, die eigentlich nicht hätten sein müssen. Im Vergleich zu anderen Offroad-Titeln wie beispielsweise Colin McRae: Dirt zieht Baja: Edge of Control ganz klar den Kürzeren. Dafür bietet der Titel aber ein durchdachtes Gameplay, das mit einer guten Fahrphysik punkten kann. Grundsätzlich ist die optische Seite gar nicht mal so verkehrt, sie geizt halt etwas mehr mit Details, gerade auch dann, wenn man einmal abseits der Strecke umherblickt.

Wirken die Fahrzeugdetails mit ihren vielen Anbauteilen, die Hauptstrecke, die aufgewirbelten Staubeffekte sowie die enorme Weitsicht noch ganz passabel, so bekommt man abseits der Piste überwiegend schwache Texturen und teilweise sogar matschige Hintergründe zu sehen. Hinzu kommt, dass die PlayStation 3-Version im direkten Vergleich zur Xbox 360-Fassung etwas langsamer läuft. Sehr schwach präsentiert sich auch das Tuningmenü. Hier wäre es wünschenswert gewesen, das – wenn man schon so viel Zeit mit dem Upgraden verbringt – dieses etwas besser designt worden wäre, so dass man sich dort auch gerne aufhält. Andere Rennspiele wie beispielsweise Need für Speed, Gran Turismo und Co. haben bereits bewiesen, das man auch ein ordentliches Tuningmenü auf die Beine stellen kann. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler was das Wüstenfeeling angeht, eine erstklassige Arbeit abgeliefert. Schade ist nur, dass man hier in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Man hat zwar stellenweise die Möglichkeit diverse Abkürzungen zu nehmen, ein freies in der Landschaft herumfahren ist aber ohne weiteres leider nicht möglich. Stattdessen blendet sich sofort ein Hinweis in das Bild ein, der Euch sofort auffordert, wieder zurück auf die Strecke zu fahren. Tut Ihr dies nicht, werdet Ihr automatisch nach einer kurzen Zeit zurückgesetzt.

Die akustische Sounduntermalung präsentiert sich ganz passabel, hält sich aber stellenweise auch etwas bedeckt. In den Menüs bekommt Ihr stimmige Salsa-Musikstücke zu hören, während in den laufenden Rennen hingegen die kräftigen Motorensounds dominieren. Hierzu muss angemerkt werden, dass diese wirklich erstaunlich gut klingen und darüber hinaus auch dem Spielverlauf helfen. So hört ihr unter anderem, ob ihr Euch derzeit auf der Ideallinie befindet oder doch zu weit abseits unterwegs seid. Schön ist hier auch, dass auch noch andere Sounds zu hören sind. Kommt Ihr nach einem Sprung zu hart auf, ächzen zum Beispiel die Stoßdämpfer oder ist Euer Motor etwas beschädigt, fängt dieser an zu stottern.

Fazit

2XL Games Baja: Edge of Control ist nicht übel, hätte meiner Meinung nach aber noch etwas mehr Feinschliff vertragen können. Grundsätzlich ist das Spielsystem nicht verkehrt und funktioniert größtenteils auch sehr gut, nur trüben dabei eben die genannten Mängel etwas den Gesamteindruck. Dass die Grafik nicht so prächtig erstrahlt wie beispielsweise bei Colin McRae: Dirt, stört mich dabei ehrlich gesagt noch am wenigsten. Nur hätte ich mir eben von Baja gewünscht, das man die riesige Wüstenlandschaft auch frei erkunden kann und nicht permanent vom System automatisch zurück auf die Hauptstrecke teleportiert wird.

Was mich hingegen richtig begeistert hat, sind die tollen Tuning-Möglichkeiten, das abwechslungsreiche Streckendesign, sowie die anspruchsvollen Rennen, die auch schon mal bis zu drei Stunden andauern können. Kurz gesagt: Wer auf der Suche nach einem anspruchsvollen Offroad-Rennspiel ist, bei dem das Augenmerk fast ausschließlich auf dem perfekten Handling des Fahrzeugs liegt, der wird mit Baja: Edge of Control sicherlich viel Spaß haben.

Baja: Edge of Control [PS3 , looki.de]

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