Batman: Arkham Asylum

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Rocksteady Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Batman: Arkham Asylum

Gesamtwertung

90 %/10

Grafik

9

Sound

9

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

9

Bedienung

9

Batman: Arkham Asylum

Es gibt mittlerweile so viele Superhelden-Spiele, dass sich die Riege ein eigenes Genre leisten könnte. Das Problem ist lediglich, dass die Titel meistens unter- bis durchschnittlich daherkommen und trotz der außergewöhnlichen Möglichkeiten einfache Actionspiele sind, die höchstens durch wenig oder keinerlei Kreativität auf sich aufmerksam machen. Dabei könnte man doch gerade durch einen Superhelden als Protagonisten so vieles anders machen, neue Wege gehen und die verschiedenen Genres zu einem neuen verschmelzen lassen. Prototype hat das vor kurzem immerhin in Ansätzen gezeigt. Mit Batman: Arkham Asylum steht uns nun eine weitere Lizenzversoftung ins Haus. Und nach der quasi Wiedergeburt des Dunklen Ritters auf der Leinwand, betrachteten viele Spieler mit gesteigertem Interesse die Entiwcklung des Titels. Ob das Spiel sich dabei in die qualitativ hochwertige Reihe der letzten beiden Filme einreihen darf oder ob uns einmal mehr eine Superhelden-Gurke erwartet, haben wir für euch abseits von Gottham City herausgefunden.

Joker macht Stress

Im Gegensatz zu den meisten anderen übernatürlich starken Kraftprotzen verdient sich Batman seinen Titel als Superheld nicht durch einen so gut wie unverwundbaren Körper.

Batman ist aber dennoch viel mehr ein ganz normaler Mensch, zumindest im physischen Sinne. Seine Stärke? Antrainiert. Sein Geist? Angeboren und gepflegt. Seine Vorgehensweise? Clever. Diese drei Punkte lassen ihn über die Normalbevölkerung hinauswachsen und durch die Tatsache, dass er somit, bis auf seinen menschlichen Körper, keinerlei echte Schwachstelle, so wie andere Superhelden, aufweist, darf man ihm ebenfalls einen gewissen Vorteil gegenüber seinen Kollegen nicht absprechen.

Gotham City kann sich jedenfalls glücklich schätzen, einen solchen "Übermenschen" in den eigenen Reihen zu haben, schickt sich der fiese Joker doch einmal mehr an, die Stadt zu vernichten. Seine Herangehensweise ist dabei auch dieses Mal genial: Zunächst bringt er Arkham Island, ein Gefängnis für besonders bösartige Subjekte vor der Küste von Gotham City, unter seine Kontrolle und will die Stadt dann mit ihrer Hilfe ins Chaos stürzen und letztlich dem Boden gleichmachen. Doch wir wollen nicht zu viel von der spannenden und wendungsreichen Geschichte preis geben, sie kommt allerdings gewohnt abwechslungsreich und fesselnd daher, so dass man allein wegen ihr bis zum Schluss wie gebannt am Pad sitzt.

Glücklicherweise steht das Gameplay der Story dabei in absolut nichts nach. Das Studio Rocksteady, das bisher lediglich durch den mittelprächtigen Actioner Urban Chaos: Riot Response bekannt wurde, hat sich in Sachen Leveldesign und Spielablauf nämlich selbst übertroffen.

Das ganze Spiel baut auf dem erläuterten Gegensatz Batmans auf. Zum einen ist er bärenstark, flink und gerissen, zum anderen aber auch verwundbar. So kann er es locker auch mit mehr als fünf unbewaffneten Flüchtlingen aufnehmen, sollte sich aber schleunigst verziehen, wenn die ersten Messer und Kugeln in seine Richtung fliegen. Das sorgt dafür, dass man immer auf der Hut sein muss und sich die Begegnungen mit einzelnen Gegnern oder ganzen Gruppen von Bösewichten unterschiedlich spielen. Manchmal kann man sich einfach in die Schlacht stürzen und das exzellente Kampfsystem genießen, dann wieder muss man durch taktisch kluges Vorgehen brillieren, sich anschleichen und Feinde leise ausschalten.

Der sogenannte Detektiv-Modus, den man per Knopfdruck akitiveren kann, steht einem dabei als hilfreiches Gimmick zur Seite. Während das Bild in ein schemenhaftes Blau getaucht wird, erkennt man bestimmte Hilfsmittel, wie Wasserspeier, Lüftungsschächte und Mauern, aber auch wie stark ein jeweiliger Gegner ist.

Unbewaffnete Schergen werden dabei durch ihre grüne Färbung, mit Pistolen, Messern oder Elektroschockern ausgestattete Feinde durch eine rote Färbung gekennzeichnet. Dadurch wird schnell klar, wie man vorzugehen hat. Außerdem benötigt man den Detektive-Modus für einige der gut inszenierten Rätsel. Ist dieser aktiviert kann man beispielweise Fingerabdrücke an den Wänden besser erkennen oder auch schon einmal einer Alkoholfahne, die dann sichtbar wird, folgen. Wenn es also darum geht, bestimmte Figuren ausfindig zu machen, kann sich jener Modus als äußerst hilfreich herausstellen.

La, le, lu - nur der Mann im Mond schaut zu.

Hat man seine Feinde analysiert und schimmern sie in schönem Grün, so kann man zum arglosen Angriff übergehen. Kurz nachdem man sich das erste Mal ins Getümmel gestürzt hat, wird klar, wie extravagant das Kampfsystem daherkommt. Ohne Pause wird da gekämpft und nimmt man es mit mehreren Herausforderen gleichzeitig auf, ist schnelle Reaktion gefragt. Während man einen Einzelnen ziemlich leicht durch das Drücken der primären Angriffstaste zu Boden ringt, muss man bei einer größeren Zahl an Gegnern auch für seine Deckung und eventuelle Konter Sorge tragen. Denn die Schergen vom Joker warten keineswegs darauf, bis man mit einem der Ihren fertig ist, sondern stürzen sich alle gleichzeitig auf den armen Batman. Das sorgt für angesprochenes pausenloses Kämpfen und lässt die Buttons glühen. Dadurch wird aber auch schnell die Großartigkeit des Kampfsystems offenbart.

Alles wirkt geschmeidig, glatt und macht auch noch einen Heidenspaß. Batman bewegt sich elegant und schaltet seine Gegner federleicht aus. Zumindest auf dem Bildschirm. Davor muss geackert werden und zwar so sehr, dass sich nach jedem Kampf ein Gefühl der Zufriedenheit einstellt.

Sind die Gegner bewaffnet, ist es wie angesprochen äußerst unklug, den Nahkampf zu suchen. In diesem Falle bieten sich Batman unglaublich viele Möglichkeiten seine Feinde lautlos auszuschalten.

Er kann sich beispielsweise mit seinem Greifhaken an Wasserspeiern und anderen Dingen hochziehen und dann mit einem gezielten Gleitsprung einen Knock-Out-Tritt vollführen. Oder sich kopfüber von eben jenen Speiern herunterbaumeln lassen, auf einen arglos unter ihm vorbeispazierenden Feind warten und diesen dann stilecht am Wasserspeier aufhängen. Ein weiteres Beispiel für die Kreativität der Entwickler ist die Möglichkeit Sprengstoff an instabilen Mauern anzubringen. Hat man das getan, muss man sich nur noch verstecken, bis sich einem ein Kandidat nähert.

Der wird dann kurzer Hand gepackt und gegen die Mauer geschleudert. Boom! Neben dem Greifhaken, der auch zum Heranziehen der Feinde benutzt werden kann, kann Batman auch noch auf sein Batarang zurückgreifen, mit denen er Gegner recht lautlos ausschalten oder verwirren kann. Die KI präsentiert sich dabei übrigens höchst löblich. Die Gegner interagieren miteinander und je mehr von ihnen Batman ausschaltet, desto ungehaltener werden sie. Sie verstecken sich, verbünden sich und suchen die Umgebung Rücken an Rücken ab, drehen sich ständig um oder schießen aus Panik sogar in den leeren Raum, wen sie meinen, etwas gehört zu haben.

Da Batman seine Kontrahenten niemals tötet, sondern sie nur auschaltet, damit die Polizei später die Ehre hat, sie wieder einzusammeln, kann es auch schon einmal passieren, dass ausgeschaltete Gegner, die aus ihrem Traum erwachen, laut um Hilfe schreien oder das Versteck des Helden preisgeben, wenn sie gesehen haben, wohin er entfleucht ist. Vorzüglich.

Durch besondere Aktionen und das Erfüllen von Aufgaben sammelt Batman zudem Erfahrungspunkte mit denen er später neue Fähigkeiten freischalten und seine Ausrüstung aufwerten kann. Das ist auch nötig, um die spektakulär in Szene gesetzten Bosskämpfe zu überstehen, bei denen man auf altbekannte Schurken trifft. Meist ist auch eine Portion Grips erforderlich, um die Antihelden in die Knie zu zwingen. Die exzellenten Bosskämpfe sind somit quasi der Spiegel des ganzen Spiels. Nach etwa 15 Stunden bekommt man den Abspann zu Gesicht, ob des tollen Spielerlebnisses den Tränen nahe. Doch um den Spieler nicht zu hart in die Realität zurückzuschubsen, hat Rocksteady noch einen Herausforderungsmodus eingebaut, der den Aufprall etwas abzufangen vermag. Man hat dabei die Möglichkeit zwischen zwei Modi zu wählen. Zum einen muss man möglichst viele Gegner ausschalten, ohne selbst drauf zu gehen, zum anderen muss man seine Feinde möglichst geschickt und leise von der Bildfläche verschwinden lassen. Für bestande Herausforderungen gibt es neue und ein paar lustige Gimmicks. Außerdem sorgen Leaderboards für viel Motivation. Die Ergebnisse aller Spieler werden dabei online zusammengetragen und verglichen.

Fazit

Batman: Arkham Asylum ist schlicht und einfach das beste Superhelden-Spiel aller Zeiten. Durch die zeitgemäße und teilweise unglaublich detaillierte und wunderschöne Optik und den hervorragenden Sound erschafft das Spiel eine düstere und gleichzeitig doch motivierende Atmosphäre, die auch von der starken Geschichte, vor allem aber durch das exzellente Gameplay getragen wird. Die Vielseitigkeit des Selbigen regt immer wieder zum Staunen an und ist nicht zuletzt der Hauptgrund dafür, dass man das Gamepad erst beim Abspann wieder aus der Hand legt. Was uns Studio Rocksteady hier bietet ist grandios und sollte sowohl von jedem Action-Fan, wie auch jedem Superhelden-Nerd ohne Überlegung gekauft werden. Der Rest der Spielergemeinde darf ebenso gerne zugreifen. Denn wie schon The Dark Knight im Kino, wird auch Arkham Asylum der Franchise jede Menge neue Fans beschehren. Und das mit Recht.

Batman: Arkham Asylum

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