Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ganz ehrlich: Gibt es heutzutage überhaupt noch jemanden, der noch nie zumindest einen Teil der Battlefield-Reihe gespielt geschweige denn von ihr gehört hat? Willkommen im 21. Jahrhundert! Das Spiel löste damals eine spielerische Revolution im Multiplayer-Bereich aus und sorgt auch heute noch immer für Begeisterung und prallgefüllte Server. Mit dem neusten Konsolen exklusiven Ableger Bad Company möchte DICE nun einen neuen Weg einschlagen und sowohl Mehrspieler als auch Einzelspieler vor den Bildschirm fesseln. Obs klappt?
Willkommen im Dreck!
Die Einzelspieler-Kampagne von Bad Company erzählt die Geschichte von Preston Marlow, der in einem Konflikt der Amerikaner mit den Russen der B-Kompanie zugeteilt wird. Ein undankbare Aufgabe, schließlich dient dieser auch als Bad Company bekannte Trupp meist dazu, die Drecksarbeit für die Armee zu machen.
Und dies in totaler Unterbesetzung. Die Bad Company besteht gerade mal aus vier Mann Sarge, Haggard, Sweetwater und dem Frischling Marlow. Während seines Einsatzes bekommt es der Trupp nicht nur mit jeder Menge Russen und Söldnern zu tun, sondern vor allem mit Gold. Verdammt viel Gold. Schnell wird klar, wie die Prioritäten zu setzen sind
Lass krachen!
Die Geschichte um den Trupp bietet prinzipiell einen für die Verhältnisse der Serie erfrischenden Plot mit vielen humoristischen Einlagen. Viel Mühe haben sie die schwedischen Jungs von DICE bei den verschiedenen Persönlichkeiten der Charaktere gegeben.
Gerade Haggard ist immer wieder für einen Schmunzler gut und auch der Rest vom Fest tut sein Übriges, um die Atmosphäre bei der Stange zu halten.
Das Spiel stößt euch förmlich die Tatsache vor den Schädel, dass es sich selbst nicht so ernst nimmt Da tobt eine wilde Schlacht, brachiale Explosion so weit das Auge reicht, Kriegsschreie der Feinde, ganze Dörfer werden dem Erdboden gleichgemacht und die werten Herren der B-Kompanie belieben zu scherzen. Klar, dass ist im ersten Moment ganz lustig, wirkt aber auf Dauer zu aufgesetzt und unpassend. Das macht aber nichts, denn das eigentliche Spiel legt das Hauptaugenmerk klar auf die Action und die wurde in Battlefield: Bad Company besser eingefangen denn je. Das vor allem an der neuen Frostbite-Engine, die in dem Titel erstmals zum Einsatz kommt. Diese bietet dem verwöhnten Spielerauge nicht nur faszinierende Landschaftsaufnahmen, sondern auch umwerfende Explosionen, die nicht nur euch, sondern auf gleich ganze Bäume und Häuserwände umhauen. Durch die Frostbite erfährt das Genre in Hinsicht auf die Deckung ganz neue Regeln, denn wer sich bislang hinter der nächsten Mauer in Sicherheit wog, wird sich nun nach etwas anderem umschauen müssen.
Wände werden vor euren Augen von Panzergeschossen oder Granaten zerschmettert. Da lacht das Spielerherz wie Graf Zahl bei der Ziehung der Lottozahlen. Zwar lassen sich die Wände nur an festgelegten Stellen sprengen, allerdings sieht das Ganze wirklich äußerst brachial aus und verleiht dem Gameplay eine besondere Note.
Die eigentlichen Missionen der Kampagne gewinnen zwar keine Innovationspreise, bieten allerdings solide Kost gepaart mit dem Einsatz von diversen Vehikeln. Mal müsst ihr ein feindliches Dorf auseinander nehmen oder Radarstationen in die Luft sprengen, ein anderes Mal muss ein Konvoi eskortiert oder mit einem Artilleriegeschütz vor dem russischen Gesindel beschützt werden. Vor der Veröffentlichung des Spiels versprachen die Entwickler eine große, offene Welt, durch die man die Missionen so in Angriff nehmen kann, wie es dem geübten Zockernhirn passt. Diese Versprechungen wurden zwar im Prinzip gehalten, allerdings wird das Terrain aufgrund der simplen Missionsziele und der meist vorgegebenen Waffen und Fahrzeuge nicht wirklich ausgenutzt, wodurch das Spiel letztlich einen doch recht linearen Eindruck hinterlässt.
Schade ist ebenfalls, dass ihr euren KI-Kollegen keine konkreten Befehle erteilen könnt. Taktische Vorgehensweisen wie geschickte Ablenkungsmanöver und hinterlistiges Flankieren fallen somit flach. Dazu kommt noch, dass sie stets den direkten Zweikampf suchen, weshalb heimliche Infiltrationen ebenfalls nicht auf dem Tagesplan stehen. Auch die KI der Gegner ist nicht die Beste und kann zu keiner Zeit mit der großen Konkurrenz mithalten. Zwar schießen eure Feinde verdammt scharf, eigenständig Deckung zu suchen oder euch einzukesseln wurde ihnen nicht beigebracht.
Die Obligatorischen
Wie es sich für einen Battlefield-Titel gehört, wird natürlich auch nicht mit Fahrzeugen gegeizt. So lassen sich diverse Jeeps, gepanzerte Fahrzeuge und mächtige Panzer bemannen. Helden der Lüfte freuen sich auf den Einsatz von Helicoptern, mit denen aus der Luft aufräumen könnt. Die Steuerung wurde sehr gut an das Pad angepasst, wodurch sich die Vehikel allesamt sehr gut und präzise durch die Landschaften dirigieren.
Einzig das Rotieren zwischen den verschiedenen Sitzpositionen wurde unseres Erachtens nicht gut gelöst und erweist sich als zu langsam, wenn es mal drauf ankommt, einen Trupp auszuschalten und anschließend schnell das Weite zu suchen. Als nettes Gimmick gibt es auch wieder das aus Battlefield: Vietnam bekannte Radio, in dem sich sogar verschiedene Sender einstellen lassen. Ein wenig bedauerlich ist allerdings das Fehlen eines dynamischen Schadenmodells. Die Fahrzeuge lassen sich lediglich in die Luft sprengen, einzelne Räder oder die Ketten eines Panzers können indes nicht direkt beschädigt werden.
Der goldene Schuss?
Das euch zur Verfügung stehende Waffenarsenal kann sich durchaus sehen lassen. Neben bewährten Sturmgewehren, die meist mit mächtigen Granatwerfern bestückt sind, und anderen Wummen wie Scharfschützengewehren oder Raketenwerfern könnt ihr noch ein nützliches Tool mit euch führen. So lassen sich Fahrzeuge mit dem Schrauber zusammenflicken, Luftschläge mit dem Lasermarker anfordern, Sprengsätze mit Fernzündung platzieren und noch einiges mehr. Des Weiteren könnt ihr euch jederzeit eine heilende Spritze setzen, wenn es euch mal hart erwischt hat.
Diese Methode erweist sich in den Gefechten allerdings als recht umständlich, da ihr jedes Mal eure Waffe wegstecken müsst, um euch die Nadel zu geben.
Ein sich selbstständig regenerierendes Gesundheitssystem wie in Call of Duty 4 oder Halo wäre hier die klar bessere Wahl gewesen. Segnet ihr dann trotz Wunderspritze doch mal das Zeitliche segnet, müsst ihr nicht von einem vom letzten Spielstand weitermachen, sondern werdet ihr in der Nähe wieder zurück auf das Schlachtfeld gesetzt und könnt direkt da weitermachen, wo ihr draufgegangen seid. Das wirkt sich zwar positiv auf das Spieltempo aus, raubt den Gefechten allerdings ein wenig die Intensität. Sowieso steht die Kampagne in Sachen Intensität im Schatten von großen Spielen wie Call of Duty 4, stellt allerdings schon mal den ersten Schritt in die richtige Richtung dar.
Die Frostbite Engine bewerkstelligt zwar wirklich Erstaunliches, allerdings nicht ganz ohne technische Probleme. Zwar läuft das Spiel die meiste Zeit wirklich angenehm flüssig, wer aber genauer hinschaut, wird feststellen, dass es sich einige Clippingfehler und Taring-Probleme in dem Spiel gemütlich gemacht haben.
Auch die Innenareale strotzen nicht wirklich mit Details und wirken recht lieblos. Zudem bedient sich das Spiel eines Grafikfilters, der das Geschehen auf dem Bildschirm wie einen Film aussehen lassen soll, es dabei aber recht verwaschen darstellt.
Darüber kann man aber locker hinwegsehen, denn letztlich überwiegt klar der positive Eindruck. Die Explosionen gehören mit zu dem Besten, was man bislang auf den Konsolen gesehen hat, die Weitsicht ist enorm, die Charaktere und Fahrzeigen wurden mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt und die hübschen Landschaften laden zu einem Picknick ein. Wir sind schon gespannt, inwiefern sich diese neue Engine in Projekten machen wird. Das Potenzial ist enorm.
Da hauts dich um!
In einem Punkt setzt Bad Company aber dann doch wirklich neue Maßstäbe und ist über jeden Zweifel erhaben. Das was euch in Hinsicht auf die Soundeffekte aufgetischt wird, bläst alles bisher Dagewesene locker weg wie der pustende Wolf das Holzhaus der Schweine. Dank des High Dynamic Range Audiosystems hören sich die Soundeffekte nicht nur unfassbar satt an, sondern werden in ihrer Distanz authentisch simuliert. Dreht die Lautsprecher und erfreut euch an diesem Feuerwerk! Auch die deutschen Sprecher haben eine sehr gute Arbeit geleistet. Wer lieber dem englischen Original lauschen will, braucht seine Konsole nur dementsprechend einzustellen. Erst hier kommen die zahlreichen Gags wirklich gut rüber.
Die Multiplayer-Granate
Wer sich mit der relativ kurzen Kampagne ausgetobt hat und noch immer nicht genug hat, bekommt mit dem Multiplayermodus noch einmal die volle Ladung Spielspaß obendrauf. Anders als in den vorigen Balltefield-Spielen kämpft ihr hier nicht im Conquestmodus, sondern in dem neuen Gold Rush-Modus. Hier kämpfen bis zu 24 Spieler auf insgesamt um das hochkarätige Edelmetall. Ein Team übernimmt hier die Rolle des Angreifers und versucht, die Truhen der Gegner in die Luft zu jagen. Das andere Team muss dies dementsprechend verhindern. Ist das angreifende Team erfolgreich, werden die Verteidiger, ähnlich wie in Enemy Territory, auf einen zurück gedrängt und die Goldhatz geht in die nächste Runde. Erst wenn alle Truhen auseinander genommen wurden oder die Verstärkung der Angreifer aufgebraucht ist, ist das Match entschieden. Wie üblich stehen den Spielern verschiedene Klassen mit entsprechenden Vor- und Nachteilen zu Verfügung.
So unterstützt man sein Team als Supporter mit Verbandkästen oder repariert mitgenommene Fahrzeuge, bezieht als Scharfschütze aus sicherer Distanz Stellung und kann Ziele mit dem Lasermarker markieren, um eine Guided Missle darauf zu hetzen, oder nimmt beispielsweise als Sprengstoffexperte feindliche Panzer und Fahrzeuge mit dem Raketenwerfer aufs Korn. Wieder mal als sehr motivierend erweist sich das Belohnungssystem. Hier schaltet ihr neue Ränge frei und erhaltet Medaillen für die verschiedensten Erfolge und könnt neue Gegenstände und Waffen frei schalten.
Die Karten sind sehr facettenreich ausgefallen und ermöglichen viele taktische Vorgehensweise. Mal wieder liegt der Schlüssel zum Sieg auch hier im Teamplay. Nur diejenigen, die die einzelnen Klasse optimal einsetzen und gut zusammenarbeiten, gehen am Ende als Sieger vom Feld. Der Mulitplayermodus ist wieder ein Brett und schon jetzt ein Anwärter auf das meistgespielte Onlinegame des Jahres. Wartets ab! Wer der Conquest-Modus schon jetzt vermisst, muss keine Tränen vergießen. DICE kündigte bereits an, dass man ihn im Herbst nachreichen wird.
Battlefield: Bad Company im Test.
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