Gesamtwertung88 %/10 |
Grafik8 Sound8 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg10 |
Bedienung10 |
Erfreulicherweise sieht Call of Duty: World at War genauso gut aus wie sein Vorgänger. Das liegt vor allem daran, dass die Entwickler auf die Engine von Infinity Ward zurückgreifen konnten und mit dieser ebenso gekonnt umzugehen wussten wie ihre Kollegen. Das Resultat kann sich sehen lassen und zeigt den zweiten Weltkrieg, von seiner bisher "schönsten" und gleichzeitig grausamsten Seite. Das heißt, wenn man den ungeschnittenen Genrekonkurrenten Brothers in Arms: Hell's Highway einmal außen vor lässt. Dort gehen die Entwickler in Sachen exzessiver Gewaltdarstellung nämlich noch einen Schritt weiter, was jetzt aber nicht heißen soll, das es in World at War zimperlich zugeht. Allen voran der Flammenwerfer sorgt für ein regelrechtes Inferno auf dem Bildschirm, aber auch in den schonungslosen Zwischensequenzen geht es ordentlich zu Sache. Derweil sind die Animationen der Charaktere butterweich, die Umgebungen stimmig in Szene gesetzt und die Effekte wie Rauch oder Explosionen können sich ebenfalls sehen lassen. Hier gibt es gewohnt Gutes, aber halt eben auch nicht wirklich etwas Neues, weshalb es unter Strich auch nur für acht Punkte gereicht hat.
Beim Sound sieht es ebenfalls sehr rosig aus. Die stimmigen Umgebungsgeräusche, Waffen- und Explosionseffekte untermalen die Kriegsatmosphäre perfekt und geben einem ständig das Gefühl, mit geladener Waffe direkt auf dem Schlachtfels des zweiten Weltkriegs zu stehen. Auch musikalisch gibt sich der Titel, mit seinen gelungenen Stücken schon fast kinoreif, wenn da nur nicht die stellenweise mittelprächtige deutsche Synchronisation wäre. Sieht man einmal von der deutschen Stimme von Kiefer Sutherland ab, leisten hier die übrigen Sprecher größtenteils ärgerlicherweise nämlich nur Durchschnittskost. Das finden wir etwas traurig, denn das es auch anders geht, beweist Call of Duty: Modern Warfare, an dem sich die Entwickler besser orientiert hätten. Sieht man von diesem Manko aber einmal ab, ist die sonstige tonale Präsentation eine Wucht.
Der fünfte Teil der Call of Duty-Reihe steuert sich - wie könnte es auch anders sein - fast genauso wie seine Vorgänger. Wie gehabt rennt und ballert ihr euch durch geskriptete Levels und erfüllt währenddessen unterschiedliche Aufgaben wie beispielsweise japanische Handelsschiffe mit verschiedenen Geschützen bombardieren, feindliche Stellungen einnehmen, Munitionslager sprengen oder MG-Nester ausräuchern. Der größte Unterschied macht während der gesamten Spielzeit, der jederzeit sehr hohe Gewaltfaktor, welcher hier - für die Spielserie eher untypisch - deutlich erbarmungs- und kompromissloser ausgefallen ist. Zwar haben wir auch für die PlayStation 3 lediglich die gekürzte deutsche Fassung unter die Lupe genommen, allerdings muss an dieser Stelle betont werden, dass diese bereits hart genug ist.
Call of Duty 5: World at War bietet einen sagenhaften Einzelspielermodus, der mit vielen noch nie dagewesenen Szenen aufwartet. Ganz egal ob es sich dabei um in den Baumkronen hockende Schützen, aus getarnten Erdlöchern springende Japaner oder Kamikaze-Läufer handelt, gibt der Titel während der gesamten Spielzeit eine sehr gute Figur ab. Mehr sogar: Dank des neuen Flammenwerfers ergeben sich sogar neue Manöver wie beispielsweise das Ausräuchern von Schützenbunkern oder das systematische Abfackeln von Gebieten, in denen sich die Gegner versteckt halten. Bei all den tollen Spielmomenten und den hervorragend geskripteten Passagen bleibt aber eines auf der Strecke - die Spieldauer. Wie schon bei den vorigen Teilen fällt diese mit knapp sieben Stunden nämlich etwas zu kurz aus. Dafür überzeugt World at War während dieser knappen Zeit mit einer überwiegend guten künstlichen Intelligenz, packenden Katana- oder Bajonett-Zweikämpfen und bietet darüber hinaus mit seinen fordernden Missionen reichlich Abwechslung.
Kenner der Serie werden sich was die Steuerung betrifft, sofort heimisch fühlen, allen voran diejenigen, welche den direkten Vorgänger gespielt haben. Das liegt daran, weil die Kontrollen identisch zu Modern Warfare angelegt wurden, mit dem kleinen aber erfreulichen Unterschied, das hier nun endlich das Rumble-Feature des DualShock 3-Controllers zum Einsatz kommt. Der Schwierigkeitsgrad kann darüber hinaus den eigenen Bedürfnissen angepasst werden und die fair verteilten Checkpoints verhindern größtenteils unnötige Frustmomente. Schick anzusehen ist auch das so genannte Last Stand-Perk, das eintritt, sobald ihr zu viele Treffer einsteckt. Wenn ihr am Boden liegt könnt ihr euch folglich immer noch wehren, während ihr auf einen Kameraden wartet, der euch eine rettende Spritze verpasst. Feine Sache!
Der Mehrspielermodus von World at War kann sich wirklich sehen lassen und bietet Multiplayeraction für bis zu maximal 18 Spieler. Zu den aus Teil 4 bekannten Modi wie unter anderem Herrschaft, Deathmatch, Team-Deathmatch, Sabotage oder Suchen und Zerstören, gibt es aber auch einige Neuerungen. Zum einen wäre da die Rückkehr des altbekannten Capture the Flag-Modus und zum anderen kommt mit Krieg - der eine Abwandlung des Herrschaftsmodus darstellt - ein weiterer Spielmodus hinzu. Dort geht es dann nicht bloß darum, nach Punkten zu gewinnen, sondern alle feindlichen und neutralen Punkte einzunehmen und auch zu halten. Erfreulich ist, dass die Entwickler auch das motivierende Klassensystem beibehalten haben. Folglich sind auch der Klasseneditor mit seinen individuell anpassbaren Waffen und auch das Perks-System wieder mit von der Partie. Auch könnt ihr wieder nach mehreren bezwungenen Gegnern unter anderem wieder Artillerieschläge ordern oder - ganz gemein - bissige Hundegruppen auf eure Widersacher hetzen. Richtig angetan hat es uns aber - und das ist für die Call of Duty-Reihe vollkommen neu - der Koop-Modus, in dem ihr mit bis zu drei Kumpels die eigentliche Einzelspielerkampagne angehen dürft. Schade ist, dass es der Zombie-Modus nicht mit in die deutsche Fassung geschafft hat, aber auch ohne diesen bietet der Titel einen sehr lang anhaltenden Mehrspielerspaß.
Nicht schlecht, was Treyarch hier abgeliefert hat. Nach dem eher mittelprächtigen dritten Teil der Serie haben es die Entwickler geschafft, dem eigentlich von vielen Shooterfans todgewünschte WWII-Szenario eine ordentliche Frischzellenkur zu spendieren. Zwar spielt sich Call of Duty 5: World at War fast genauso wie sein Vorgänger Modern Warfare, das andere Setting und die neuen Spielideen wie in den Baumkronen hockende Schützen oder der gekonnte Einsatz des verheerenden Flammenwerfers wissen zu gefallen. Die Einzelspielerkampagne ist mit knapp sieben Stunden Spielzeit erneut sehr knapp ausgefallen, dafür dürft ihr selbigen aber auch zu viert im Koop-Modus angehen, was deutlich mehr Spaß macht, als alleine auf dem Schlachtfeld unterwegs zu sein. Online macht der Titel, dank des übernommenen Klassensystems mit seinen vielen Belohnungen und Waffen, mindestens genauso viel Spaß wie sein Vorgänger.
Meine Hauptkritikpunkte sind lediglich die angesprochene mittelprächtige, deutsche Synchronisation und das Fehlen des Zombie-Modus, welcher in der ungekürzten Fassung nach dem ersten durchspielen anwählbar ist. Ob euch dieser Modus und die Zensuren in der Gewaltdarstellung allerdings knapp 20 Euro für eine Importversion inklusive Versandkosten wert sind, muss jeder für sich entscheiden. Mir jedenfalls hat der fünfte Teil der Reihe richtig Spaß gemacht, obwohl ich anfangs wegen des gewählten WWII-Setting eher skeptisch gewesen bin.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Call of Duty: World at War im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Treyarch?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.