Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
EA Los Angeles
Erscheinungsdatum
-
USK
16
C&C: Alarmstufe Rot 3

Gesamtwertung

79 %/10

Grafik

7

Sound

9

Lanzeitspaß

7

Spieleinstieg

9

Bedienung

8

C&C: Alarmstufe Rot 3

Farbenfroher Look

Die Ingame-Grafik während den großangelegten Schlachten kann leider nur bedingt überzeugen, was daran liegt, da fast alle Einheiten und Bauten bei näherem heranzoomen pixelig aussehen. Dafür punkten aber die Zwischensequenzen in HD-Auflösung, welche die Erzählweise der Geschichte auf Kinoniveau anheben und darüber hinaus mit einem ordentlichen Aufgebot an namhaften Schauspielern wie Tim Curry, George Takei, Jenny McCarthy sowie J.K. Simmons auftrumpft. Ebenfalls gefällt der farbenfrohe Look und auch die Animationen können überzeugen. Schön anzusehen ist auch, dass fast das gesamte Spiel über die Framerate stabil bleibt und nur bei ganz extremen Treiben etwas in die Knie geht. In Anbetracht der tollen Effekte wie beispielsweise massive Explosionen oder den großartig designten Wassereffekten sieht man darüber aber locker hinweg.

Guter Sound mit kleinen Schwächen

Bei der Sounduntermalung bietet der Titel viel Positives, hat aber leider auch einige Schwachpunkte mit an Bord. Allen voran die kräftigen Explosionen, die Bewegung der Truppen auf dem Bildschirm sowie die Effekte bei Spezialangriffen wissen vollauf zu begeistern. Die dazu stets passende Musikuntermalung untermalt die gelungene Schlachtatmosphäre zudem perfekt und intensiviert sich sogar mit der Action bei hitzigen Kampfeinlagen. Erste Defizite gibt es bei der deutschen Sprachausgabe, die leider nicht bei allen Synchronsprechern überzeugt. Grundsätzlich kann deren abgelieferte Arbeit aber als solide bezeichnet werden. Was jedoch wirklich stört, ist das die Lautstärke der Sprachausgabe bei den Briefings und Zwischensequenzen stark variiert. Eine richtige Lautstärkeanpassung hätte diesen hässlichen Effekt sicherlich beheben können. Daher gibt es hier leider auch einen kleinen Punktabzug!

Maus und Tastatur weiterhin bevorzugt

Die Verfrachtung der Steuerung auf den PS3-Controller ist den Entwicklern recht gut gelungen, bedenkt man, das man während der Schlacht doch allerhand verschiedene Funktionen abrufen kann und sogar muss. Erneut hat man sich beim Bedienkonzept für das Ringmenü entschieden, welches bereits im Xbox 360-Ableger Command & Conquer 3: Tiberium Wars zum Einsatz kam. Eine weise Entscheidung, denn bereits darin kam man damit sehr gut zurecht. Im Mittelpunkt des Kontrollschemas steht dabei das sogenannte Command-Stick-Schema, welches mit der rechten Schultertaste (R2) aufgerufen wird. Von hier aus habt ihr dann, ganz egal wo ihr euch gerade auf der Karte befindet, Zugriff auf eure gesamten Einheiten und sämtliche Produktionsstätten. Die lokalen Einheiten können indessen gezielt mit dem X-Button ausgewählt und kommandiert werden. Auch wenn die Steuerung über den Controller sehr durchdacht erscheint, ist es trotzdem empfehlenswert das Tutorial zu absolvieren. Denn in den hitzigen Gefechten und gewaltigen Schlachten im späteren Spielverlauf fühlt man sich doch manchmal etwas überfordert. Daher wäre eine optionale Unterstützung für Maus und Tastatur wünschenswert gewesen, da man mit dem Gamepad dann doch irgendwann an seine Kontroll-Grenzen stößt.

Inhaltlich sicherlich Geschmachssache

Die Command & Conquer-Serie ist ja bereits bekannt für seine eigenartigen Kriegsinterpretationen zwischen den USA und der Sowjetunion. Mit Alarmstufe Rot 3 geht das muntere Fantasieren seitens der Entwickler weiter und so kommt es, das die Russen eine Reise in die Vergangenheit unternehmen um den Mann auszuschalten, der für die technische Überlegenheit der alliierten Streitkräfte verantwortlich ist. Nachdem Albert Einstein ermordet ist und die Russen auf dem Vormarsch sind, mischt sich plötzlich eine dritte Fraktion aktiv ins Geschehen ein, mit der keiner gerechnet hat - das japanische Reich. Die Story ist wirklich herrlich abgedreht, mit Sicherheit aber Geschmackssache und erstreckt sich über insgesamt 27 Missionen. Auffällig beim Storyverlauf ist, dass das Gameplay stärker auf Seeschlachten ausgelegt ist und auch kooperative Strategien zum Zuge kommen, was der Spielserie eine ordentliche Prise frischen Wind spendiert. Etwas negativ ins Gewicht fallen dabei das monotone Missionsdesign und die schwache künstliche Intelligenz, die den ansonsten recht ansprechenden Gesamteindruck etwas trüben.

Einfacher Spieleinstieg

Dank des ordentlichen Tutorials, das wirklich jeder C&C-Spieler absolvieren sollte und dem einfachen Spielprinzip, wird Genreneulingen ein guter Spieleinstieg ermöglicht. Die taktischen Anforderungen halten sich zu Spielbeginn nämlich noch stark in Grenzen und kommen erst im weiteren Verlauf der Story zum tragen. Etwas Eingewöhnungszeit beim Umgang mit dem Controller muss man aber trotzdem einkalkulieren, denn gerade in Bezug auf die Kameraführung bedarf es anfangs etwas an Übung.

Koop-Modus nur für Freunde

Wie bereits angesprochen, ist Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 deutlich mehr auf kooperatives Spielen ausgelegt, was selbstverständlich den Mehrspielermodus deutlich in den Vordergrund drückt. Beispielsweise ist es möglich, die komplette Kampagne über das PlayStation Network zusammen mit einem Freund durchzuspielen. Wir sagen deshalb Freund, weil kooperatives Spielen mit unbekannten leider nicht möglich ist, sondern zwingend voraussetzt, dass sich der Mitspieler auch auf eurer Freundesliste befindet. Darüber hinaus habt ihr zudem die Möglichkeit, einzelne Schlachten mit bis zu vier Spielern gleichzeitig online auszutragen. Aus technischer Sicht heraus betrachtet gibt es dabei eigentlich kaum Probleme, nur eben trüben lediglich auftretende Balancing-Probleme etwas den Spielfluss.

Fazit

Auch wenn die vollkommen abgedrehte Story mit Sicherheit Geschmackssache ist, so muss ich eingestehen, dass mir die fiktive Story um die Ermordung von Albert Einstein und den Aufstieg des russischen- beziehungsweise japanischen Reiches sehr gut gefallen hat. Auch die Präsentation der Videosequenzen, welche allesamt in guter HD-Qualität vorliegen, wissen zu überzeugen. Der Kampagnen-Modus ist zudem abwechslungsreich gestaltet worden, bietet endlich mehr kooperativen Tiefgang und kommt mit frischen Ideen endlich wieder so richtig in Fahrt. Auch das Bedienkonzept mit dem Controller ist ganz ordentlich umgesetzt worden, hartgesottene C&C-Fans werden aber trotzdem die gute alte Tastatur-Maus-Steuerung bevorzugen. Insgesamt betrachtet kann die Ultimate Edition von Alarmstufe Rot 3 als halbwegs gelungener PS3-Einstand für die Command & Conquer-Reihe bezeichnet werden, an der sicherlich viele RTS-Fans ihre Freude haben werden.

C&C: Alarmstufe Rot 3

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