Gesamtwertung40 %/10 |
GrafikAusreichend SoundAusreichend |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungBefriedigend |
Die Spielwelt von Damnation lässt sich spielend leicht und mit nur einem Wort beschreiben: Trist. Wer es etwas ausführlicher möchte, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass die überwiegend gesamte Optik des Spiels in grauen Farbentönen dargestellt wird und somit für unseren Geschmack etwas zu farblos wirkt. Zwar spielt sich die Handlung fast ausschließlich in Ruinen oder verlassenen Industriegebäuden ab, aber trotzdem wären hier etwas buntere Levelabschnitte wünschenswert gewesen. Ebenfalls anzumerken ist, dass die Charaktermodelle und deren Animationen alles andere als hübsch anzusehen sind. Stattdessen sind hier abgehakte Bewegungsabläufe, Kantenflimmern, sowie klobige und unscharfe Texturen an der Tagesordnung. Hinzu kommt noch, dass die Hintergründe in den Videosequenzen extrem verpixelt sind und die Gesichtsanimationen unterirdisch schlecht ausgefallen sind.
Die akustische Präsentation von Damnation ist glücklicherweise nicht ganz so misslungen wie die optische Gestaltung des Spiels, als gelungen kann diese allerdings auch nicht bezeichnet werden. Die Waffensounds und Kampfgeräusche gehen an sich in Ordnung, jedoch sind Musikuntermalung - sieht man einmal vom Hauptmenü ab - und Sprachausgabe eher schlecht als recht. Allen voran die deutschen Synchronsprecher liefern hier eine schwache und demotivierende Leistung ab, welche auch zu jeder Zeit hervorragend herauszuhören ist. An diesem Umstand rettet auch der etwas bessere Dialog von Thorsten Münchow, der bekanntlich dem Schauspieler Brendan Fraser seine deutsche Stimme und der hier den Hauptcharakter Hamilton Rourke spricht, nichts mehr.
Die ruinenhaften Levels von Damnation laden geradezu dazu ein, waghalsige Kletterpassagen in schwindelerregenden Höhen zu absolvieren, gewagte Sprünge über tiefe Abgründe hinweg auszuführen oder den akrobatischen Fähigkeiten seines Helden freien Lauf zu lassen. Das alles hört sich zwar im ersten Moment noch richtig gut und unterhaltsam an, ist es allerdings leider nur in der Theorie. In der Praxis sieht das alles vollkommen anders aus, denn die gesamte Steuerung kann schlicht und einfach nur als grottenschlecht bezeichnet werden. Prinzipiell lässt sich das Bedienkonzept durchaus mit dem der Tomb Raider-Serie vergleichen, jedoch eher von dem des ersten Teils. Und bereits bei diesem Vergleich werden Kenner des ersten Lara-Abenteuers schnell feststellen, das sich die hübsche Archäologin bereits vor 13 Jahren besser steuern ließ, als es hier mit Hauptcharakter Hamilton Rourke der Fall ist. Das verhunzte Bedienkonzept fängt bei der schwammigen und ungenauen Steuerung an, die es zu keiner ermöglicht, punktgenaue Sprungmanöver auszuführen. Dauernd springt man entweder zu früh oder eben zu spät ab, was unweigerlich zum Absturz führt oder gar in manchen Fällen gleich mit dem Bildschirmtod bestraft wird. Sterben tut man bei Damnation sowieso viel zu oft, was auf das Deckungssystem zurückzuführen ist, das offensichtlich nicht ausgereift ist sondern noch in den Kinderschuhen steckt. Hamilton Rourke kann sich nämlich nur hinhocken und so hinter Mauern oder ähnlichem versuchen Deckung zu finden. An Wände anlehnen, um die Ecke schießen oder gar Blindfeuern ist hier folglich nicht möglich. Auch von einem guten Zielsystem scheinen die Entwickler noch nichts gehört zu haben, denn von Präzision kann hier definitiv keine Rede sein. Das Zielsystem reagiert nämlich derart träge und schwammig, das es einem sehr schwer fällt, den Gegner überhaupt zu treffen. Generell sollte jeder vor dem Spieleinstieg im Optionsmenü die Empfindlichkeit auf Hoch setzen, denn sonst kommt man beim Anvisieren überhaupt nicht in die Pötte.
Die endzeitmäßige Story, in welcher der böse Anführer von Prescott Standard Industries versucht, das von den Kämpfen verwüstete Land zu überrennen, die Überbleibsel des Militärs zu vernichten, die Zivilbevölkerung zu unterwerfen und seine eigene Ordnung zu etablieren, ist kaum der Rede wert, sondern plätschert lieblos und eher zweckmäßig dahin. Spieltiefe oder Spielspaß kommen wegen der mittelprächtigen Grafik und der vollkommen misslungenen Steuerung erst gar nicht auf, daran ändert selbst der vorhandene Coop-Modus für einen zweiten Spieler nichts. Selbst wenn man den Onlinemodus mit seinen insgesamt acht Karten oder die freispielbaren Trophäen mit in Betracht zieht, gibt es eigentlich überhaupt nichts, das diesen Titel erwähnenswert macht. Schade!
An sich fällt der Spieleinstieg noch nicht einmal schwer, da alle wichtigen Aktionen wie beispielsweise Klettereinlagen mitsamt Walljumps, anhand von kurzen Videosequenzen im Spiel erklärt beziehungsweise gezeigt werden. Wirklich schwierig ist indessen jedoch die Umsetzung der gezeigten Aktionen, da einem fast zu jeder Zeit die schlechte Steuerung einen Strich durch die Rechnung macht. Beispiel gefällig: Ihr lauft mit Hauptakteur Hamilton Rourke durch das Areal und ballert auf einen der zahlreichen, dank schwacher KI, dümmlichen Gegner. Da das Zielsystem aber zu langsam und schwammig ausgefallen ist, geht euer Munitionsvorrat so langsam aber sicher zur Neige. Und jetzt stellt euch vor: Waffenexperte Rourke ist während eines laufenden Gefechts, noch nicht einmal in der Lage, seine Waffen frühzeitig nachzuladen. Stattdessen ist es zwingend notwendig, zunächst das gesamte Magazin leerzuballern, ehe euer Protagonist auch nur daran denkt dieses zu wechseln. Dieser für heutige Zeiten einfach nur lächerliche Aspekt wird dann auch noch davon gekrönt, dass ihr während dem Nachladen - was meistens in unmittelbarer Nähe zum Gegner stattfindet - auch noch hilflos von diesem umgenietet werdet. Mehr muss an dieser Stelle wohl nicht gesagt werden.
Onlinespielern bietet Damnation insgesamt vier Spielmodi, die sich in Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag sowie King of the Hill aufteilen. Auf den acht Maps, welche in Boilerkammer, Zerstörtes Haus, Kathedrale, Einsturz, PSI Oben, Schacht, Schamane und Rathaus stattfinden, können sich maximal acht Spieler die virtuellen Kugeln um die Ohren jagen. Die besten Ergebnisse werden darüber hinaus nach dem Spiel in einer übersichtlichen Bestenliste eingetragen. Da jedoch auch im Mehrspielermodus die schlechte Optik sowie die miserable Steuerung dominieren, ist es kaum verwunderlich, das Online so gut wie nichts los ist. Selbst in der Bestenliste sind kaum Spieler verewigt, was eigentlich für sich selbst sprechen dürfte.
Kennt ihr das? Ihr legt ein neues Spiel in eure PlayStation 3 und prompt bekommt ihr Nachrichten eurer Kumpels geschickt. Im Falle von Damnation waren die Nachrichten jedoch alles andere als toll. Stellenweise hieß es sogar: "Das Spiel tust Du dir an?" oder gar "Damnation
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Damnation im Test.
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