Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
In Dark Sector schlüpft ihr in die virtuelle Hau von Hayden Tenno, einem Black-Ops-Spezialagenten, der gerade auf einem heiklen Einsatz in Lasria befindet. In der osteuropäischen Stadt ist nämlich ein unbekanntes Virus ausgebrochen, welches alle die mit diesem in Berührung kommen, binnen kürzester Zeit in blutrünstige Monster mutieren lässt. Verantwortlich für all den Schlamassel zeichnet sich der wahnsinnige Wissenschaftler Mezner, den es gilt ausfindig und unschädlich zu machen. Dass dies allerdings alles andere als einfach ist, könnt ihr euch sicherlich schon denken.
Eine echte Killing-Machine
Anders als zunächst geplant, scheitert Hayden bei seinem Einsatz und wird im Kampf mit einem unbekannten, scheinbar unbesiegbaren Gegner durch dessen Waffe am rechten Arm verletzt. Diese Verletzung belegt Haydens Körper mit einer mysteriösen Infektion, die seinen Körper allen voran seinen rechten Arm stark verändert. Plötzlich verfügt er über unbekannte Kräfte und findet obendrein heraus, dass an seinem infizierten Arm eine Art Wurfwaffe sitzt.
Entschlossen macht er sich auf den Weg durch die verseuchte Stadt, um dort Antworten auf die mysteriösen Vorkommnisse zu finden.
Gleich zu Spielbeginn werdet ihr feststellen, dass das Gameplay stark an Resident Evil 4 und auch einen indizierten Shooter von Epic angelehnt ist. Ihr spielt aus einer Perspektive, bei der die Kamera über eurer Schulter positioniert ist. Haltet ihr beim Gehen die X-Taste gedrückt, setzt Hayden zu einem Sprint an, bei dem die Kamera wie beim Epic-Shooter hinter euch gesetzt wird. Mit der gleichen Taste könnt ihr auch an Mauern oder Kisten in Deckung gehen, was dank dem tollen Leveldesign auch an vielen Stellen möglich ist. Die Deckung ist in Dark Sector enorm wichtig, da ihr es meist mit einer deutlichen Überzahl an Gegnern zu tun bekommt. Und diese haben es nicht nur faustdick hinter den Ohren, sondern sind zudem auch mit ziemlich durchschlagskräftigen Waffen ausgestattet.
Ihr hingegen verfügt lediglich über eine Pistole, ein paar Granaten und eure tödliche Wurfwaffe das mit drei Klingen ausgestattete Glaive, auf das wir gleich etwas genauer eingehen werden.
Erfreulicherweise hinterlassen niedergestreckte Feinde ihre Waffen, welche ihr euch auch unter den Nagel reißen könnt, allerdings hat das ganze einen unschönen Nebeneffekt. Da ihr nämlich mit einem Virus infiziert seid und alle Waffen eurer Gegner über einen Infektionsscanner verfügen, werden diese nach sehr kurzer Zeit für euch unbrauchbar, da sie sich selbst zerstören. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, da eure eigentliche Hauptwaffe im Spiel das eben erwähnte Glaive darstellt. Das Glaive kann wie ein Bumerang geworfen werden und findet selbstverständlich auch stets seinen Weg zurück in eure Hände. Wie mit einer Schusswaffe könnt ihr beispielsweise Gegner anvisieren und im Anschluss das Glaive auf diese werfen. Was ihr dann seht, ist vermutlich der Hauptgrund dafür, weshalb dem Spiel ein USK-Siegel verwehrt blieb und es deshalb nicht in Deutschland erhältlich ist.
Denn die meiste Zeit hat der Kontakt eures Glaives mit anderen Charakteren deren Gliederverlust zu Folge. Da werden Arme und Beine abgetrennt, die Köpfe eurer Feinde rollen und wer es noch härter möchte, der kann sogar seinen Gegner in der Körpermitte durchtrennen. Das was hier an expliziter Gewaltdarstellung geboten wird ist wahrlich nichts für zarte Gemüter und macht obendrein ganz klar deutlich, dass dieser Titel keinesfalls in Kinderhände gehört.
Eine vielseitige Wurfwaffe
Im späteren Spielverlauf lassen sich zudem weitere Funktionen für euer Glaive freischalten, mit dem sich dieses dann noch vielseitiger einsetzen lässt. Ladet ihr beispielsweise eure Wurfwaffe mit Elektrizität auf und schleudert sie ins Wasser, werden alle die sich darin aufhalten gebrutzelt. Oder ladet das Glaive mit Feuer auf, dann könnt ihr eure Feinde grillen und auch entflammbare Hindernisse aus dem Weg räumen.
Im Gegenzug lassen sich auch brennende Objekte löschen, wenn ihr eure vereiste Glaive in Feuer schleudert. Ein weiteres nützliches Element eures Drei-Klingen-Schwertes ist die Aftertouch-Funktion. Werft ihr das Glaive und haltet kurz darauf die R2-Taste gedrückt, lässt sich die Waffe in Zeitlupe steuern. So könnt ihr entweder mittels des rechten Analog-Sticks oder den Bewegungssensoren eures Sixaxis-Controllers das Glaive exakt dorthin befördern, wo ihr es gerade haben wollt. Mittels Aftertouch könnt ihr auf größere Distanz sogar die Waffen ausgeschalter Gegner anvisieren und zu euch befördern lassen. Es gilt aber auch, hin und wieder eines der immer wieder auftauchenden kleinen Rätsel zu lösen. Diese sind allerdings eigentlich immer sehr leicht und bestehen meistens auch nur darin, euer Glaive mit einem Element aufzuladen und gegen ein Objekt zu schleudern. Beispielsweise mussten wir an einer bestimmten Stelle das Glaive über einen Zaun befördern und dort mittels Aftertouch einen Schalter betätigen, damit sich eine verschlossene Tür öffnete.
Das mag jetzt innovativ klingen und ist es auch zu Beginn, allerdings wiederholen sich die Rätsel zu oft und werden deshalb schnell langweilig. Aus diesem Grund gilt es meist ausschließlich, möglichst viele Gegner auszuschalten.
Eure Feinde sind dabei aber nicht nur hirnloses Kanonenfutter, im Gegenteil, sie verfügen über eine recht gute KI und agieren auch sehr gut. Sie gehen in Deckung, wechseln die Position und versuchen sogar euch aus der Deckung rauszulocken. Meistens gelingt dies auch, da zahlreiche Objekte hinter denen ihr in Deckung gehen könnt, nämlich zerstörbar sind. Passagenweise dringen diese sogar bis zu euch vor und fallen euch in die Deckung. Kommt es dazu, könnt ihr von euren Nahkampffähigkeiten Gebrauch machen - und diese haben es noch mehr in sich. Ist ein Gegner benommen, könnt ihr nämlich zu einem Finisher ansetzen, bei dem Hayden keine Rücksicht auf Verluste nimmt. Da werden Knochen gebrochen, Kehlen durchgeschnitten, Arme und Beine abgetrennt, Köpfe rollen manchmal sogar mehrere Sachen gleichzeitig.
Das ist ziemlich derbe inszeniert und ehrlich gesagt wird es unserer Meinung nach nur eine Frage der Zeit sein, bis dieser Titel auf dem Index landet. Aber bei all den ziemlich krassen und blutigen Kampfeinlagen muss gesagt werden, dass diese schon Laune machen. Es ist wirklich spaßig, auszuprobieren was passiert, wenn das Glaive jetzt mal an diese Stelle geschmissen wird und was Hayden für eine Action an den Tag legt, wenn er den Feind mal von hinten packt und leise ausschaltet. Generell gibt es viele abwechslungsreiche Möglichkeiten Gegner auszuschalten, gerade dann, wenn mal wieder ein Boss-Kampf ansteht.
Upgrades für eure Waffen
Die größeren Zwischengegner haben es meistens richtig in sich und erfordern ordentlich Hirnschmalz. Einige lassen sich nämlich nur in Kombination mit eurem Glaive und einem bestimmten Element wie beispielsweise Eis ausschalten. Bei anderen braucht ihr ordentlich Munition und durchschlagskräftige Waffen, welche ihr auf dem Schwarzmarkt findet. An bestimmten Stellen im Spiel könnt ihr nämlich einen Waffenhändler aufzusuchen und dort neue Waffen kaufen, alte Schießprügel verkaufen oder upgraden. Die Upgrades, welche sich an festgelegten Punkten in gut versteckten silbernen Koffern befinden, findet ihr in den einzelnen Levels. Waffen-Upgrades sind unter anderem Doppelte Schussrate, schnelleres Nachladen oder stärke Schusskraft. Diese könnt ihr beim Waffenhändler kostenlos euren Waffen zuweisen, andere Waffen wie Maschinengewehr oder Pumpgun hingegen bekommt ihr nur für bares Geld, welches ebenfalls in den Levels verstreut rumliegt. Wie heißt es so schön: Wer suchet, der findet!
Neben dem Storymodus, der erfahrene Spieler bis zum Abspann nicht mehr als zehn Stunden fordern dürfte, bietet Dark Sector auch noch einen Onlinemodus. In diesem können in zwei verschiedenen Spielmodi maximal zehn Spieler gegeneinander antreten. Die Spielmodi teilen sich auf in Infektion und Epidemie. Im Infektions-Modus spielt eine Person als Hayden Tenno, die anderen Mitspieler spawnen als Team von ABC-Soldaten, von denen jeder die gleichen Waffen besitzt, die auch die Gegenspieler besitzen. Die ABC-Soldaten gewinnen, wenn sie Hayden als Team ausschalten können. Das witzige daran ist, dass wenn ein Spieler Hayden ausschaltet, er dessen Platz einnehmen und gegen die Soldaten antreten kann. Im Epidemie-Modus stehen sich abermals zwei Teams gegenüber. In jedem Spiel übernimmt ein Spieler die Rolle von Hayden, die anderen Spielen schlüpfen in die Rolle von ABC-Soldaten.
Ziel ist es, den gegnerischen Hayden auszuschalten oder bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Diese teilen sich beispielsweise auf in Einsatzziele verteidigen, Hayden am Leben halten, gegnerische Einsatzziele angreifen oder am Leben bleiben. Zugegeben, die zwei Spielmodi machten zwar ordentlich Spaß, allerdings war zum Testzeitpunkt noch nicht allzu viel auf den Servern los. Schade ist jedoch, dass es Online nur zwei wählbare Modi gibt, auf längere Zeit gesehen wären mehrere Spielmodi mit Sicherheit abwechslungsreicher gewesen und hätten daher für einen länger anhaltenden Spielspaß gesorgt.
Gänsehaut-Feeling garantiert!
Aus audiovisueller Sicht heraus betrachtet, präsentiert sich Dark Sector auf alle Fälle schick. Das Leveldesign kann sich sehen lassen, die einzelnen Spielabschnitte sind abwechslungsreich und sehen erstklassig aus. Zudem sind diese angereichert mit zahlreichen Details und strotzen nur so vor schönen Licht-, Schatten-, Rauch- und Wassereffekten. Auch die Charaktere sind einwandfrei in Szene gesetzt und bieten geschmeidige Bewegungsabläufe.
Das schöne Grafikgewand bringt aber auch einige Nachteile mit sich: Stellenweise geht die Framerate in die Knie und auch vor Tearing-Problemen macht der Titel keinen halt. Das ist aber nicht wirklich störend und dreht auch nicht negativ an der Spielspaßschraube.
Viele Obstsorten gaben ihr Leben...
Richtig umgehauen hat uns das Soundpaket von Dark Sector, das obendrein auch komplett auf Deutsch lokalisiert worden ist. Das düstere Setting des Spiels wird nämlich vom Soundtrack zu jeder Spielminute perfekt unterstützt. Die Musikuntermalung hält sich zwar etwas zurück, wenn sie aber erst einmal einsetzt, ist passagenweise Gänsehaut-Feeling garantiert. Auch die Effekte können sich hören lassen: Die Waffen klingen authentisch, die Explosionen wuchtig und wenn ein Gegner im Kampf beispielsweise sein Bein verliert, kann man ihm den Schmerz aufgrund der heftigen und lauten Schreie geradezu nachfühlen. Aber auch wenn Knochen brechen oder Kehlen durchgeschnitten werden, klingt das äußerst heftig. Ich habe noch nie in einem Spiel abgesehen von Mortal Kombat, und das ist ein anderes Genre so derbe Soundeffekte gehört. Da erinnere ich mich gerne an einen Videoclip von den Entwicklern des Spiels, den ich vor etwas über einem Jahr zu Dark Sector gesehen habe. Da waren die Jungs von Digital Extremes in einer Art Tonstudio und hatte alle Arten von Früchten und Gemüse auf einem Tisch aufgereiht. Vor einem aufgestellten Mikrofon haben die dann unter anderem Karotten zum knacken gebracht und Melonen mit einem Messer bearbeitet. Bei den Geräuschen haben die sich dann auch noch kräftig amüsiert, vermutlich weil sie schon genau wussten, welches Geräusch sie für welche Szene im Spiel verwenden würden.
Unterm Strich muss ich aber trotzdem sagen, dass der Titel für ordentliche Unterhaltung gesorgt hat und gerade für Action-Fans, die es gerne etwas härter haben, durchaus interessant ist. Denn sein wir doch mal ehrlich: Lieber kurz und knackig, als unnötig in die Länge gezogen, oder?
Dark Sector im Test.
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