Gesamtwertung88 %/10 |
Grafik10 Sound10 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg9 |
Bedienung9 |
Die USG Ishimura, auf die Hauptcharakter Isaac Clarke zusammen mit einem kleinen Team geschickt wird, hat es wahrlich in sich. Das stattliche Raumschiff ist nämlich nicht nur der fortschrittlichste Planetcracker seiner Klasse, sondern auch gleichzeitig das fieseste Stück Metall im Weltall, das es wohl die letzten Jahre zu erkunden galt. Bereits kurz nach betreten der Flughalle wird deutlich, was euch hier für ein Schrecken erwartet. Spärlich beleuchtete Raumschiffkorridore, ein anscheinend komplett verstorbenes Personal, blutverschmierte Böden sowie Wände und die grausamsten Mutanten, die einst die Crew gewesen zu sein scheint, bescheren euch eine Gänsehaut nach der anderen und sorgen für dauerhaft schweißnasse Hände. Was die kreativen Köpfe von Electronic Arts hier an grafischen und erschreckenden Details auf euch loslassen, kann sich wirklich sehen lassen. Allerdings ist die explizite Gewaltdarstellung, von welcher der Titel von Beginn bis zum knallharten Ende dauerhaft gebrauch macht, bestimmt nicht jedermanns Sache. Wer sich aber darauf einlässt, kann sich auf alle Fälle auf ein Grafikfeuerwerk der extremen Klasse freuen und erstmals in der Geschichte der Videospiele, in einer astrein simulierten Schwerelosigkeit jagt auf furchteinflößende Abscheulichkeiten machen.
Der Sound präsentiert sich genauso fulminant wie die grafische Seite von Dead Space und fängt mit seinem Angst einflößendem Soundtrack die beklemmende Atmosphäre perfekt ein. Zudem gibt es jederzeit ordentliche Schockeffekte, die euch nie wirklich zur Ruhe kommen lassen und stets dafür sorgen, dass der Adrenalinspiegel auf einem hohen Level gehalten wird. Bemerkenswert ist auch die komplett deutsche Sprachausgabe, die sich nicht nur professionell und filmreif anhört, sondern auch zu jeder Spielzeit zugegen ist. Selbst die Computer der Ishimura sprechen in deutscher Sprache und auch sämtliche Hinweisschilder, Audio-Tagebücher der Crew oder Lauftexte an Türen sind komplett lokalisiert. Lediglich die blutverschmierten Wandmalereien sind auf Englisch. Aber auch die Umgebungsgeräusche können vollauf überzeugen und vermitteln stets das Gefühl, tatsächlich auf der USG Ishimura zu sein. Hier konnten wir überhaupt nichts Negatives feststellen, weshalb es für diesen tonalen Horrortrip auch die volle Punktzahl gibt.
An der Steuerung von Isaac Clarke und dem tollen projizierten Inventarmenü gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen, hier und da haben sich aber trotzdem einige Störfaktoren eingeschlichen. Da wäre zum einen, das schnelle und wendige Manöver, wie beispielsweise ein Seitensprung, nicht möglich sind. In späteren Kämpfen, wenn ihr gegen die richtig schnellen und großen Gegner antreten müsst, hätte die Steuerung von dieser Funktion sicherlich profitiert. Ein weiteres Manko ist, das - obwohl es innovativ und wirklich ganz großartig gestaltet ist, das Inventarmenü mit seiner frei schwenkbaren Map nicht immer die nötige Übersicht bringt. Dieses kleine Detail wird aber eigentlich wieder von dem Trackersystem wettgemacht, da ihr euch auch so, stets den richtigen Weg zum nächsten Ziel anzeigen lassen könnt. A propos Anzeigen: Auf eine übliche Lebensanzeige oder andere Statusbildschirme müsst ihr verzichten, alle wichtige Informationen verrät euch der Rücken von Isaacs Anzug, an dessen Rückgrad die verbleibenden Lebenspunkte sowie die Statisanzeige, mit der sich die Zeit verlangsamen lässt, angezeigt werden. Ansonsten lässt sich das gesamte Spiel sehr gut und komfortabel steuern.
Das Spiel erreicht aufgrund der bizarren Vorkommnisse auf der USG Ishimura und der immer wieder auftauchenden Monster, die dort durch die dunklen Lüftungsschächte kriechen, eine erstaunliche Tiefe, die sich jedoch leider nur an Einzelspieler richtet. Dafür bekommt ihr hier aber wirklich abgedrehte Sachen zu sehen, wie unter anderem infizierte Crew-Mitglieder, die sich in den spärlich beleuchteten Gängen oder Räumen selbst das Leben nehmen. Da kommt es schon einmal vor, dass ein Mann seinen Schädel so lange gegen die Wand hämmert, bis dieser bricht. Schlimmer wird es sogar auf der Krankenstation, wo eine Frau genüsslich mit einer kleinen Handsäge an einer auf dem Bett liegenden Leiche rumsägt, ehe sie sich daraufhin selbst mit dem Werkzeug die Kehle durchschneidet. Richtig krank wird es aber erst, wenn ihr im medizinischen Bereich eine riesige Glaswand vorfindet, in der mehrere Behälter stehen, die mit kleinen Babys befüllt sind. Im gleichen Moment, in dem ihr euch fragt, was diese kranke Kacke überhaupt zu bedeuten hat, bekommt ihr auch schon die Antwort spendiert, als nichts ahnend eines dieser Babys um die Ecke des Raumes gekrabbelt kommt. Mit einem erschreckenden Gekreische schießen plötzlich aus dessen Kopf mehrere Tentakel heraus, die wild um sich schießen, während das Vieh an der Wand hängt. Mit einem gezielten Schuss eures Plasma Cutters trennt ihr dem fiesen Necromorph-Baby eines seiner Tentakel ab, woraufhin dieses kreischend zu Boden fällt. Es ist aber noch nicht tot, sondern rennt pfeilschnell auf euch zu und versucht euch nochmals zu attackieren. Erst nachdem ihr noch drei Salven abgefeuert habt, gibt die Mutation endlich Ruhe. Dead Space ist voll gestopft mit solchen knallharten Szenen, bietet darüber hinaus aber auch eine fesselnde Story, die für reichlich Spannung sorgt. Zwar ist die Spielzeit mit etwa zehn bis zwölf Spielstunden etwas knapp bemessen, dafür wird euch allerdings während dieser gesamten Zeit mehr als nur einen Schauer über den Rücken gejagt.
Wer noch nicht so erfahren mit Survival-Horror-Spielen ist, sollte hier definitiv beim Spielstart den einfachen Schwierigkeitsgrad wählen. Das hat den klaren Vorteil, dass ihr stets ausreichend Munition im Gepäck habt, um den monströsen Gegner ordentlich entgegenzusetzen. Entscheidet ihr euch für den mittleren oder gar den härtesten Schwierigkeitsgrad, kommt es nämlich nicht allzu selten vor, dass euch die Munition ausgeht und ihr euch mit Isaacs Telekines-Fähigkeiten zur Wehr setzen müsst. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob ihr den Viechern rumstehende Kisten oder gar deren eigene - zuvor abgetrennte Gliedmaßen an den Kopf schmeißt, die Hauptsache ist hier, dass ihr trefft. Solltet ihr aber doch einmal ins Gras beißen, was garantiert nicht selten der Fall sein wird, kommt trotzdem kein Frust auf. Das liegt daran, weil es im Spiel großzügig verteilte Speicherstationen gibt und das Spiel vor brenzligen Situationen jederzeit eine automatische Speicherung vornimmt.
Dead Space zählt für mich zu den diesjährigen Überraschungshits, was nicht zuletzt daran liegt, weil es dem äußerst blutigen Titel nach mehrmaligen Kontrollen doch noch irgendwie gelungen ist, durch die USK-Prüfung zu kommen. Verfolgt man nämlich die Entwicklungsgeschichte des Spiels zurück, dann standen die Sterne für einen Release in Deutschland nämlich eigentlich nie gut. Umso erfreulicher ist es, das der Titel nun doch ohne überteuerte Importgebühren hierzulande käuflich erwerblich ist und wir in die kranke Spielwelt von Dead Space abtauchen können. Was mich an dem Spiel so fasziniert, ist der gesamte Inhalt, der nicht nur eine packende Science-Fiction-Story bietet, sondern diese zudem auch noch mit tollen Gameplay-Elementen verbindet. EAs Dead Space ist für mich ein gelungener Mix aus großartigen Science-Fiction-Filmen wie Alien, Event Horizon und Das Ding aus einer anderen Welt und ergibt im Zusammenspiel mit vielen Spielelementen, die stark an Resident Evil 4 erinnern, eine perfekte Survival-Horror-Mischung.
Isaac Clarkes Einsatz auf der USG Ishimura sollte mir eigentlich die Wartezeit auf Resident Evil 5, das ja im nächsten Frühjahr erscheinen soll, verkürzen, hat es aber mit seiner herausragenden Inszenierung tatsächlich geschafft, mir diese sogar zu versüßen. Wer auch nur ansatzweise eine Vorliebe für stimmige Science-Fiction-Filme oder Survival-Horror-Spiele hat, für den sollte Dead Space ein definitiver Pflichtkauf sein! Und wer von Dead Space nicht genug kriegen kann, der sollte sich den Film Dead Space: Downfall schon einmal vormerken, welcher die Geschehnisse vor dem Videospiel näher beleuchtet und der hierzulande am 18. November auf DVD und Blu-ray erscheint.
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Dead Space im Test.
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