Gesamtwertung59 %/10 |
GrafikMangelhaft Sound7 |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegUngenügend |
Bedienung7 |
Mittelerde ist eine wunderbare und farbenfrohe Fantasiewelt welche dem Hirn des kreativen J.R.R. Tolkien entsprungen ist. Die erste Verfilmung mit realen Schauspielern unter der Regie von Peter Jackson, welche zwischen 2001 und 2003 in den Lichtspielhäusern zu sehen war, erstrahlte erstmals in einem würdigen Design und war deutlich besser als seinerzeit der Zeichentrickfilm von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978. Aber es geht offensichtlich noch etwas schlechter, wie die visuelle Aufmachung der neusten Spielumsetzung aus dem Hause Electronic Arts beweist. Das Entwicklerstudio von Pandemic hat es doch tatsächlich geschafft, den ansonsten wirklich hübschen Filmstoff auf ein PlayStation 2-ähnliches Niveau herabzuziehen. Das Resultat sind matschige und lieblose Texturen, leblos agierende Protagonisten, sowie triste Charaktermodelle und Umgebungsgrafiken. Einzig und allein die Helden der Filmtrilogie sowie einige größere Brocken wie beispielsweise die Trolle, Ents oder Olifanten wissen etwas zu überzeugen. Anzumerken wäre auch, dass die Xbox 360-Variante des Spiels 1080p unterstützt, die PlayStation 3-Version hingegen leider nur mit 720p ausgestattet wurde. Trotzdem gibt es zwischen beiden Spielvarianten eigentlich kaum nennenswerte Unterschiede, da beide Spiele die vorhandene Rechenpower der jeweiligen Plattform nicht auszunutzen wissen.
Beim Sound sieht es, im Gegensatz zur optischen Seite des Spiels, deutlich besser aus. Die musikalische Untermalung wird nämlich vom großartigen Soundtrack von Howard Shore begleitet, der auch die Musik der Film-Reihe komponiert hat. Gelungen sind auch die Effekte und Kampfgeräusche, wenn hier die Schwerter klirren oder Olifanten in die Knie gehen, bekommt man richtig etwas aufs Ohr. Leider schafft es die deutsche Synchronisation nicht, mit dem sonstigen Sound gleichzuziehen, sondern wartet mit unmotivierten und wenig professionellen Sprechern auf, was für Punktabzug sorgt.
Das Angebot klingt verlockend: Führe das Schwert, setze magische Fähigkeiten ein, schieße Pfeile oder steuere Katapulte, Pferde, Olifanten und sogar Trolle. Erfreulich ist, dass das nicht nur verlockend klingt, sondern sich dazu oberflächlich betrachtet auch noch gut steuern lässt. Im direkten Vergleich zu den sonstigen Herr der Ringe-Spielen übernehmt ihr in HDR: Die Eroberung aber nicht ausschließlich die Rolle eines Helden, sondern schlüpft größtenteils in die virtuellen Rüstungen ganz normaler Fußtruppen. Zur Auswahl stehen hier neben den eigentlichen Helden der Krieger, Magier, Bogenschütze oder Späher. Leider beschränkt sich der Titel während den zahlreichen Schlachten aber auf typische Hack and Slay-Elemente und bietet auch leider keine Fertigkeitsstufen, welche für ein Auflevel-System hätten verwendet werden können.
In der HDR: Die Eroberung hat man leider nur wenig Lust, überhaupt eines von beiden zu tun. Zu Spielbeginn lässt das Hack and Slay-Gameplay zwar ansatzweise etwas Spielspaß aufkommen, nach wenigen Spielstunden stellt sich dieser Effekt jedoch schnell wieder ein. Zu simpel ist das Kampfsystem, zu monoton der Missionsablauf und auch die künstliche Intelligenz ist stellenweise ein schlechter Witz. Wie bereits erwähnt, fehlt dem Titel ein Auflevel-System, wodurch ein großer Teil der Spieltiefe verloren geht und sich auch der Wiederspielwert in Grenzen hält. Die zwei Kampagnen, die mit ihren insgesamt 15 Missionen in knapp 7 Spielstunden durchgedaddelt sind, erschweren diesen Umstand zudem, da hier lediglich die Tatsache zu begeistern weiß, das ihr auch mal mit der bösen Seite die Sau rauslassen könnt.
Der Einstieg in die Spielwelt von HDR: Die Eroberung fällt je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad unterschiedlich aus. Auf dem einfachen bis mittleren Level werdet ihr kaum gefordert und prügelt euch durch die zahlreichen Gegnermassen recht anspruchslos durch. Abschnittsweise werden euch aber stahlharte Nerven abgefordert, da hier und da einfach zu viele Gegner auf euch losgehen oder beispielsweise ein Zeitlimit viel zu knapp bemessen ist. Das Kampfsystem, das einige interessante Combo-Attacken bereithält, weiß leider ebenfalls nicht zu überzeugen, da hier auf eine sinnvolle Gegner-Fixierung verzichtet wurde und somit viele Attacken ins Leere geschlagen oder besser gesagt, in die falsche Richtung ausgeführt werden.
Die Schlacht um Helms Klamm gehört so mit zum imposantesten, das ich bislang auf dem Bildschirm bewundern konnte. Dummerweise erlaubt HDR: Die Eroberung aber nur Mehrspielerschlachten mit bis zu maximal 16 Spielern gleichzeitig, was nicht gerade episch ist und in keinerlei Vergleich zur Filmvorlage steht. Trotz riesigen Viechern wie den Olifanten oder Warge, bleibt das Schlachtengetümmel recht langweilig, was zudem durch diverse technische Probleme wie Framerateeinbrüche oder frustrierende Bugs zusätzlich erschwert wird. Besser ist da schon der mit eingebundene Koop-Modus, der es euch unter anderem ermöglicht, zusammen mit einem Kumpel via Splitscreen an einer Konsole zu spielen. Zudem könnt ihr nicht nur die Kampagne zusammen bestreiten, sondern auch in den Multiplayermodi, welche sich in Finde den Ring, Eroberung, Helden- sowie Team-Deathmatch aufteilen, gemeinsam in die Schlacht ziehen.
Die Herr der Ringe-Trilogie gehört meiner Meinung nach, neben der Star Wars-, Matrix- und Indiana Jones-Reihe, mit zu den großartigsten Filmen die jemals gedreht wurden und faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Egal wie oft man sich diese Streifen ansieht, nie hat man das Gefühl gelangweilt oder schlecht unterhalten zu werden. Anders sieht es bei der aktuellen Spielumsetzung von Der Herr der Ringe: Die Eroberung aus. Auf der Rückseite der Spielhülle werden epische Schlachten angekündigt, der spielerische Inhalt und dessen Umsetzung beweisen jedoch das Gegenteil. Beispiel gefällig?
Der maue Onlinemodus der eine Unterstützung für gerade einmal 16 Spieler bietet - epische Online-Schlachten sehen etwas anders aus. Aber nicht nur der spielerische Inhalt enttäuscht, auch die optische Seite kann sich durch kaum etwas Positives hervorheben und auch das Kampfsystem hätte etwas mehr Feinschliff vertragen können. Unterm Strich ist aus dem anfangs sehr viel versprechenden Titel leider nur ein unfertig wirkendes Hack and Slay-Machwerk geworden, das kaum über die angegebene Spieldauer an das Gamepad fesselt und obendrein auch noch jeglichen spielerischen Anspruch vermissen lässt. Im Gegensatz zu Saurons Machtring, den er heimlich in den Feuern des Schicksalsberges geschmiedet hat, um sie zu knechten, sie alle zu finden und ins Dunkel zu treiben, wird euch dieses Spiel jedoch nicht ewig binden.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Der Herr der Ringe: Die Eroberung im Test.
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