Gesamtwertung67 %/10 |
GrafikMangelhaft Sound8 |
LanzeitspaßUngenügend SpieleinstiegUngenügend |
BedienungUngenügend |
Die optische Aufmachung von der Pate 2 kann es nicht mit dem Genrekönig GTA 4 aufnehmen und schafft es auch zu keiner Zeit, die stimmige Atmosphäre eines Liberty City einzufangen. Auch wenn es eine beträchtliche Anzahl an betretbaren Gebäuden gibt oder es auch bei hohem Gegneraufkommen sehr selten zu Geschwindigkeitseinbußen kommt, so tröstet es nicht darüber hinweg, das der ältere Konkurrent in allen Belangen besser aussieht. Grundsätzlich geht das Figurendesign sowie dessen Animationen zwar in Ordnung, geht man aber weiter ins Detail bemerkt man, dass beispielsweise die Texturdetails der Klamotten sehr platt und trist gestaltet worden sind. Auch bei der Umgebungsgrafik schleicht sich die eine oder andere Tristesse ein und selbst die Weitsicht ist nicht das Gelbe vom Ei. Diese enttäuscht, wenn ihr beispielsweise mit dem Auto unterwegs seid, nämlich mit plötzlich aufpoppenden Objekten, die zu spät in den Bereich geladen werden. Das einzige was hier bei der grafischen Gestaltung vollauf überzeugen kann, sind die stimmigen Explosionen. Verglichen mit der PC-Variante sind beide Versionen eigentlich gleichauf. Wo das PC-Pendant mit störenden Streaming-Problemen zu kämpfen hat, muss bei der PS3 minimales Kantenflimmern und Aliasing hingenommen werden.
Das Soundpaket überzeugt, anders als die optische Aufmachung des Paten, fast in allen Belangen. Gerade in Bezug auf die deutsche Lokalisierung kann der Titel punkten, da diese technisch sehr ordentlich ausgefallen ist und auch mit professionellen Sprechern besetzt worden ist. Allen voran Lutz Mackensy, welcher bekanntlich Al Pacino seine Stimme leiht und der hier den Part von Dominics Bruder Michael Corleone übernimmt, hat eine sehr gute Sprecherarbeit abgeliefert. Aber auch die anderen Synchronsprecher überzeugen, bis auf wenige Ausnahmen bei den Dialogen, auf voller Länge. Zusätzlich sorgt für die richtige Atmosphäre noch ein jazziger Soundtrack, der entsprechend der Zeit mit stimmigen Musikstücken aufwartet. Abgerundet wird das Soundpaket zudem mit ansprechenden Umgebungsgeräuschen sowie authentisch klingen Waffen- und Explosionseffekten.
Anders als die PC-Version, bei der wir im schnell zum Xbox 360-Controller griffen, kann die PS3-Umsetzung durch eine zusätzliche Sixaxis-Unterstützung punkten. Diese lässt sich nämlich hervorragend beim Nahkampfsystem und den Erpressungsversuchen einsetzen, wodurch sich der Titel etwas dynamischer steuern lässt. Ansonsten gestaltet dich die restliche Bedienung aber identisch zu den anderen Versionen, was leider bedeutet, das ihr nach wie vor, beim Zielsystem und auch der Fahrzeugsteuerung diverse Abstriche machen und mit einer schwammigen Kontrolle leben müsst. Richtig hervorstechen kann beim Bedienkonzept eigentlich nur die neue Don-Ansicht, die sich recht komfortabel und übersichtlich präsentiert.
In Der Pate 2 schlüpft ihr in die Rolle von Dominic Corleone und führt im Auftrag eures Bruders Michael die Geschäfte in New York. Schritt für Schritt werdet ihr im weiteren Verlauf des Spiels darüber aufgeklärt, wie ihr euch euer eigenes Gangster-Imperium richtig aufbauen könnt. Dazu heuert ihr im Auftrag eures Bruders zahlreiche Handlanger an und übernehmt, wahlweise mit Faust- oder Waffengewalt, die Geschäfte und Gebiete rivalisierender Familien. Klingt an sich ganz nett sowie unterhaltsam - was es erfreulicherweise zu Beginn des Spiels auch ist - gestaltet sich aber bereits nach einigen Spielstunden als zu abwechslungsarm. Schuld daran sind der spannungsarme Storyverlauf sowie die einzelnen Aufgaben, welche leider viel zu schnell erledigt sind und sich auch stellenweise stark ähneln. Wenigstens sorgen die Zwischensequenzen überwiegend für gute Unterhaltung, sind diese doch an bestimmten Stellen an die Filmtrilogie angelehnt. Auch die neue Don-Ansicht, die euch stets einen übersichtlichen Überblick über die aktuelle Geschäftslage verschafft und von der heraus sich die eigenen Kartelle steuern lassen um beispielsweise Sprengstoffanschläge zu koordinieren, weiß zu gefallen.
Ehrlich gesagt nervt es in der letzten Zeit etwas, das die Entwickler irgendwie immer der Meinung sind, den Spieler an der Hand nehmen zu müssen. Auch ist es mal wieder der Fall, das einfach zu viele Hilfen eingebaut wurden und auch zu viel erklärt wird. Für unerfahrene Spieler, die seltener zum Gamepad greifen, ist das zwar recht einsteigerfreundlich, für erfahrene Hardcoregamer jedoch ein Graus. Das Spielgeschehen gestaltet sich durch die Hilfen daher etwas zu einfach, woran auch ein höherer Schwierigkeitsgrad nicht viel ändern kann. Hinzu kommt, dass die Gegner-KI während den Schusswechseln oder Kampfeinlagen auf Knäckebrotniveau ist und euch somit nur die polizeilichen Verfolgungsjagden die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn getrieben wird.
Da wir euch ja im PC-Review, aufgrund des Tests vor dem offiziellen Release, kaum etwas über den Mehrspielermodus berichten konnten, holen wir dies nun für die PS3-Fassung nach. Wie bereits erwähnt, bietet der Pate 2 insgesamt vier Online-Spielmodi, welche sich in aufteilen. Bevor ihr aber ein Multiplayer-Spiel starten könnt, müsst ihr zunächst aus dem Familienstammbaum-Menü einen gemachten Mann eurer Familie auswählen. Ist dies geschehen, dürft ihr euch entweder bei Team-Deathmatch, Sprengattacke, Feuerteufel oder Safeknacker mir bis zu insgesamt 15 anderen Teilnehmern online duellieren. Bei Team-Deathmatch gilt es mal wieder, alle Mitglieder des anderen Teams auszuschalten. Bei Sprengattacke müsst ihr insgesamt drei Objekte im Revier eures Gegners zerstören. Gewinnen tut hier derjenige, welche als erster alle drei Ziele sprengt. Bei Feuerteufel stecken Brandstifter Fässer oder Propangastanks in Brand und sammeln auf diese Weise Multiplikatoren. Hier geht es darum, den Brandstifter zu neutralisieren, im seinen Multiplikator zu stehlen und so selbst ordentlich zu punkten. Bei Safeknacker müsst ihr - wie es der Name eigentlich schon verrät - einen Safe knacken. Der Clou dabei ist, das ihr die Position wo sich der Safe befindet, halten müsst und gegen angreifende Feinde verteidigen müsst. Der Safe im Zentrum der Karte gibt dabei die meiste Punktzahl, ist allerdings auch am schwersten zu halten. Recht passabel unterhalten haben hier vor allem die zwei erstgenannten Spielmodi, welche zumindest für etwas Kurzweil sorgten. Da es aber nur sechs wählbare Karten gibt, hält sich der Langzeitspielspaß logischerweise in Grenzen.
Ich stimme meinem Kollegen Christopher Link, der der PC-Version vom Godfather gehörig auf den Zahn gefühlt hat, zu, und bestätige hiermit, dass auch die PS3-Fassung von der Pate 2 sehr viel Potenzial verschenkt. Hier muss man sich leider wirklich die Frage stellen, was die Entwickler wohl geritten hat, den spielerischen Inhalt derart lahm zu gestalten und somit der grandiosen Filmtrilogie keinen Respekt zu zollen. Größtenteils seid ihr nämlich die meiste Zeit des Spiels damit beschäftigt, bestimmte Personen sowie Geschäftsbesitzer zu bedrohen und zur Kooperation zu zwingen, oder in banalen Kurzeinsätzen den Schafrichter zu spielen.
Wer sich an diesem Umstand nicht stört und zudem ein Fan der Filmvorlage ist, dem wird mit der zweiten Umsetzung des Paten sicherlich eine ganz passable Unterhaltung geboten. Ich für meinen Fall hatte mit jedenfalls mehr von Der Pate 2 erhofft und schaue mir daher lieber noch einmal die Filmtrilogie an, welche ja erst kürzlich auf Blu-ray erschienen ist.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Der Pate 2 im Test.
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