Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Die Formel 1 Saison 2007 ist in Melbourne, Australien, zum ersten Mal seit 15 Jahren ohne Michael Schumacher gestartet. Zwar gehen trotzdem noch vier deutsche Fahrer ins Rennen, die jedoch von der Meisterschaft nur träumen dürfen. Fasst zeitgleich kommt natürlich auch die PlayStation 3 in Europa auf den Markt und somit auch das PS3-exklusive F1 Championship Edition, das einen der sechs exklusiven Starttiteln darstellt. Dank diesem könnt ihr wohl ein letztes mal mit dem Kerpener auf die Strecke gehen, denn F1 CE bringt zwar die Königsklasse des Rennsports in die Next Generation, jedoch nicht die Daten auf den neuesten Stand. Ob uns nur eine simple Portierung von Formel Eins 06 mit verbesserter Grafik erwartet?
Schaut man sich die Modi ein erstes Mal an, liegt diese Vermutung nicht fern. Hobbyraser und Freizeit-Schumis bekommen hier die gewohnte Kost geboten: Schnelles Rennen ermöglicht es euch ohne große Umwege an den Start zu gehen, während ihr im Zeitrennen eure Rundenzeiten verbessert. Umfangreicher geht es beim Grand Prix Wochenende, an dem ihr vom Training bis zum Rennen alle Phasen eines solchen durchlaufen könnt, sowie in der Weltmeisterschaft zur Sache. Hier könnt ihr in die Haut eines bekannten Fahrers schlüpfen und euch durch 18 Rennen von Bahrain bis Brasilien kämpfen. Die Daten entstammen dabei der 2006er Saison, was zwar an sich Nachteile - für Deutsche jedoch auch zwei Vorteile mit sich bringt. So dürfen wir noch einmal mit Schumi um die Weltmeisterschaft kämpfen und das auch auf dem Hockenheimring. Dieser wechselt sich ab dieser Saison nämlich jährlich mit dem Nürburgring als Grand Prix von Deutschland ab.
Weiterhin findet ihr selbst Hitzkopf Juan Pablo Montoya noch immer im McLaren-Cockpit, obwohl dieser seit dem USA-Rennen im Juli 2006 nicht mehr für die Silberpfeile fährt. Sein damaliger Ersatz Pedro de la Rosa ist dementsprechend nicht dabei.
Gut, dass sich in Punkto Teams im Gegensatz zur Vorsaison nicht viel geändert hat, denn lediglich Motorenlieferanten und Lackierungen wurden teilweise gewechselt. Auch die Regeländerungen beliefen sich dieses Jahr größtenteils auf das Freitagstraining. Das Qualyfing ist gleich geblieben der Wegfall von Reifenhersteller Michelin ist für das Spiel irrelevant.
Klein angefangen
Kernstück des Spiels ist natürlich der umfangreiche Karrieremodus, der in dieser Form allerdings schon in Formel Eins 06 vorzufinden war. Beim Spielstart dürft ihr erstmal euren eigenen Fahrer kreieren, indem ihr Name und Nationalität angebt und ihn durch Auswahl eines Skins und eines Helms weiter personalisiert. Hierfür stehen euch 17 vorgefertigte Figuren, zehn Männer und sieben Frauen, sowie 23 Helme zur Verfügung. Eigenkreationen, wie zum Beispiel bei Electronic Arts Fight Night Round 3, sind leider nicht möglich, so dass ihr nur mit Glück einen euch ähnlich sehenden Fahrer vorfinden werdet. Da ihr euer digitales Abbild allerdings nur bei der eventuellen Siegerehrung zu Gesicht bekommt, ist dies nicht weiter tragisch.
Zu Beginn des sich über fünf Jahre erstreckenden Karriere-Modus habt ihr sowieso erstmal andere Sorgen. Statt um Siege zu fahren, müsst ihr euch nämlich in Probefahrten erstmal bei den kleinen Teams vorstellig machen. Schafft ihr die vorgegebenen Zeiten, geht es für den jeweiligen Rennstall in Bahrain an den Start. Von nun an nimmt die Karriere ihren Lauf: Die ersten Punkte und somit auch bessere Angebote kommen, bis ihr letztendlich bei einem Topteam um Siege und natürlich auch die Meisterschaft fahrt.
Belohnt werden eure Erfolge mit den jeweiligen Pokalen, die folgend im Trophäenraum vorzufinden sind, sowie klassischen Rennwagen, die ihr sogar in Zeitrennen fahren könnt.
Je nach Einstellung erreicht ihr diese mehr oder weniger einfach, so müsst ihr bei aktivierter Bremshilfe nicht mal mehr auf die Eisen gehen und könnt mit Vollgas um die Strecke düsen, während die CPU für euch die komplette Bremsarbeit erledigt. Außerdem machen euch auf Wunsch Lenkhilfe, Ideallinie und Traktionskontrolle das Leben so leicht, dass selbst der blutigste Anfänger locker um den Sieg mitfahren kann. Fortgeschrittene schalten diverse Hilfen jedoch aus und heben mit zuschaltbarem Schadensystem den Schwierigkeitsgrad zusätzlich an. Aber Vorsicht: Sämtliche Rennboliden sind nicht für das Überstehen von Unfällen konzipiert. Bei rüder Fahrweise habt ihr schnell mehr Nasenkorrekturen als Michael Jackson, bei Verlust eines Reifens oder des Heckspoilers ist sogar das direkte Aus die Folge. Kleinere Schäden könnt ihr wie gewohnt beim Boxenstop reparieren lassen, drückt ihr dabei schnell die vorgegebenen Tasten, geht eure Crew schneller zu Werke.
Die Devise lautet also behutsam Fahren, denn nicht nur Materialschäden kosten euch wertvolle Sekunden sondern auch Dreher. Diese resultieren bereits aus kleinen Berührungen, während euer Kontrahent meist unbeirrt weiterfahren kann und somit für ordentlich Frust am PS3-Pad sorgt. Hierbei handelt es sich jedoch, neben den deaktivierbaren technischen Defekten, weites gehend um die einzige Ungerechtigkeit, denn selbst das Fahren von Abkürzungen wird Gran Turismo-ähnlich mit kurzzeitigem Ausbremsen geahndet. An den Realismusgrad des Real Driving Simulators kommt F1 Championship Edition jedoch bei weitem nicht ran. Das komplette Renngeschehen spielt sich stark Arcade-lastig mit einer Priese Simulation.
Technisch aufpoliert
Hauptaugenmerk Nummer eins bei Launchtiteln ist natürlich die Grafik. Den Schritt in die neue PlayStation-Generation haben die Mannen von Sony Liverpool aber nur teilweise gut hinbekommen. Vor allem im optischen Bereich zeigt das Spiel seine zwei Gesichter. Auf der einen Seite glänzt F1 Championship Edition mit schicken Vehikeln: Detailreichtum, sich spiegelnder Lack, endlich funktionierende Rückspiegel und realistischer Schattenwurf verwöhnen das Auge vor allem in High Definition, während sich die 18 Rennstrecken sehr trist präsentieren. Gut, dass ihr dank dem ordentlichen Geschwindigkeitsgefühl kaum ein Auge für die Streckenoptik übrig habt. Erst recht nicht, wenn ihr bei Regen fahrt: Regentropfen auf der Kamera nehmen euch realitätsnah die Sicht und werden je nach Geschwindigkeit von der Scheibe gedrückt. Hübscher Effekt
Im Bereich Sound packte man ebenfalls eine Schippe drauf: Unter anderem klingen die Motorensounds satter und realistischer unterscheiden sich je nach Team sogar voneinander. Gerade in der Phase des Rennstarts, wenn die 22 Motoren aufheulen, sorgt Dolby Digital für wuchtigen Raumklang. Kommentiert wird das Renngeschehen von Heiko Wasser und Christian Danner, die zwar gegenüber den Premiere-Kollegen im TV-Bereich die bessere Wahl darstellen, hier jedoch sehr gelangweilt vom Rennen berichten.
Abgerundet wird der technische Bereich von der Unterstützung diverser Logitech Lenkräder - jedoch ohne Force Feedback - sowie einem Online-Modus. Diesen können wir jedoch erst ab dem 23. März testen einen Splitscreen-Modus sucht ihr leider vergebens.