Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Nachdem Xbox 360-Spieler bereits seit März 2007 mit Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 in die Schlacht ziehen können, dürfen nun auch endlich PlayStation 3-Besitzer das virtuelle Schlachtfeld betreten. Da der Titel allerdings bereits seit knapp einem halben Jahr für das Microsoft System im Handel erhältlich ist, möchten wir den Fokus in diesem Test hauptsächlich auf die Neuerungen für die Sony Konsole lenken.
Bei dem von Ubisoft entwickelten Taktik-Shooter handelt es sich nämlich nicht nur um eine einfache Portierung des Originals auf die PlayStation 3-Hardware, sondern man hat den Titel darüber hinaus auch mit einigen sinnvollen Features erweitert. Beginnen wir aber zunächst von vorne, mit der Handlung von Tom Clancy´s Ghost Recon: Advanced Warfighter 2.
Ghosts - Wenn es brenzlig wird, greifen sie ein
Die Ghosts sind eine Elitetruppe der vereinigten Staaten, die immer dann zum Einsatz gerufen wird, wenn sich eine brenzlige Situation ankündigt. So auch im Nachfolger von Ghost Recon: Advanced Warfighter, in dem es Terroristen gelingt, mehrere Atomwaffen in ihren Besitz zu bringen.
Als wäre das noch nicht schlimm genug, bringen die Mistkerle die Waffen auch noch an der mexikanisch-amerikanischen Grenze in Stellung. Da dies die amerikanische Regierung selbstverständlich nicht dulden kann, entschließt man sich kurzerhand, die Ghosts auf den Plan zu rufen. Diese sollen sich der delikaten Situation annehmen und die Gefahr möglichst schnell, lautlos und unbemerkt beseitigen.
Wie bereits im Vorgänger schlüpft ihr erneut in die Rolle von Captain Scott Mitchell und befehligt ein Einsatzteam, das aus insgesamt drei Gefährten besteht. Bevor ihr euch aber in den richtigen Einsatz stürzen könnt, müsst ihr zunächst ein kurzes Tutorial absolvieren, das euch über die grundlegende Steuerung sowie die einzelnen Waffen aufklärt. Habt ihr dieses erfolgreich abgeschlossen, geht es auch schon sofort los.
Zu Missionsbeginn stellt ihr euch euer Team aus bestimmten Charakteren zusammen und entscheidet somit, wer euch fortan im Kampf zur Seite steht. Jetzt nur noch deren und eure Bewaffnung für den anstehenden Einsatz zusammenstellen und ab gehts aufs Schlachtfeld.
Kenner des Vorgängers werden sich bereits nach wenigen Spielminuten heimisch fühlen, da sich in Punkto Steuerung und Spielprinzip kaum etwas geändert hat. Nach wie vor steuert ihr Captain Mitchell mit dem linken Analogstick, während ihr euch mit dem rechten Stick umsehen könnt.
Ein kurzer Druck auf den linken Stick genügt und euer alter Ego geht in die Hocke. Drückt ihr den Stick länger, legt ihr euch auf den Boden und könnt fortan kriechen. Die jeweiligen Körperhaltungen wirken sich dabei erneut unterschiedlich auf das Zielen und Nachladen aus. Nach wie vor gilt, wer flach auf dem Boden liegt, kann deutlich präzisere Schüsse abfeuern, benötigt dafür aber wesentlich länger beim Nachladen der Waffe. Auch das bewährte Crosscom ist wieder mit von der Partie, wurde allerdings im Gegensatz zum ersten Teil etwas überarbeitet. Neu ist hier, dass ihr euch die Ansicht der Helmkameras eurer Teamkameraden im eigenen Crosscom anzeigen lassen könnt. Mir einem simplen Tastendruck ist es dann möglich, das zu sehen, was im selben Moment eure Gefährten sehen.
Erfreulich ist auch, dass man die Bewegungs- und Angriffsbefehle ebenfalls aus dieser Sicht heraus direkt geben kann. Dadurch ist alles etwas übersichtlicher geworden und auch leichter zu koordinieren als noch beim Vorgänger. Gleich geblieben ist auch die Kontrolle eurer Teamkameraden, welche ihr immer noch zu Positionen schicken könnt, die ihr vorher markiert habt. Erfreulicherweise klappt dies nun besser als noch beim ersten Teil, was aufgrund der verbesserten KI eurer Feinde auch bitter nötig ist. Diese Schießen nämlich derart präzise, das schnelles und draufgängerisches Handeln eurerseits gnadenlos und konsequent bestraft wird.
Ein Soldat werden ist nicht schwer
Im Klartext bedeutet das für euch, dass ihr besser vorsichtig und taktisch vorgehen solltet, falls ihr nicht frühzeitig mit einer Kugel im Körper enden wollt. Damit so etwas aber nicht passiert, steht euch erneut ein treuer Begleiter zur Seite: Die Drohe. Mit der Aufklärungsdrohne kurz UAV Cypher genannt, könnt ihr die nähere Umgebung auskundschaften, ohne dabei euer Team in Gefahr zu bringen. UAV steht dabei für unmanned aerial vehicle, was ins Deutsche übersetzt soviel wie unbemanntes Luftfahrzeug bedeutet. Die Drohne lässt sich erfreulicherweise leichter steuern als beim Vorgänger und hat zudem auch neue Funktionen spendiert bekommen. Erstmals kann diese Gegner im Auge behalten, ohne dabei selbst in deren Schussreichweite zu kommen. Das funktioniert folgendermaßen: Sobald ihr die erforderliche Taste drückt und durch das Auge der Drohe seht, nähert sich diese dem Boden und zeigt den Kampfschauplatz im Detail.
Gerät sie dabei unter Beschuss und ihr lasst die Beobachtungstaste los, gewinnt diese sofort wieder an Höhe und kann nicht mehr getroffen werden. Dabei behält sie allerdings die Feinde trotzdem noch im Auge. Im Gegensatz zur Xbox 360-Version hat die PlayStation 3-Variante an dieser Stelle auch noch einen kleinen Trumpf im Ärmel. Die PS3-Version macht nämlich von den Sixaxis-Funktionen des Gamepads gebrauch, und dies meiner Meinung nach zum ersten mal so, das es auch wirklich Sinn macht. So lässt sich beispielsweise die Drohne zielgenau durch die Luft manövrieren und auch das MULE am Boden hervorragend kontrollieren.
Schwenkt ihr den Controller nach links, schwebt die Drohe nach links. Drückt ihr den Controller nach vorne, schwebt die Drohe nach vorne. Zieht ihr den Controller nach hinten, bewegt sich das unbemannte Gefährt rückwärts. Selbiges gilt für das MULE, auf das wir an dieser Stelle etwas genauer eingehen möchten. Beim MULE handelt es sich um einen ferngesteuerten, sechsrädrigen Kleinpanzer, der allerdings ohne eigene Bewaffnung auskommen muss.
Wichtig ist sein Inhalt, denn er versorgt euer Einsatzteam und euch während den Missionen mit zusätzlichen Waffen und Munition. Er steht euch aber nicht nur hilfreich zur Seite wenn euch einmal die Munition ausgeht, sondern kann zudem auch noch hervorragend als fahrbare Deckung genutzt werden. Das soll es aber noch nicht mit Sixaxis gewesen sein, im Gegenteil, selbst euer Protagonist hat einige Moves spendiert bekommen, die von den Funktionen der Bewegungssensoren gebrauch machen. Beispielsweise könnt ihr mit Mitchell nach vorne hechten und euch flach auf den Boden werfen, in die Hocke gehen, zur Seite springen oder euch seitlich abrollen.
Durch das Einbringen der Sixaxis-Funktion in das Kampfgeschehen gestaltet sich das Gameplay nun deutlich actionreicher und anspruchsvoller als beim Xbox 360-Pendant und lässt auch erstmals nicht wirklich das Rumble-Feature vermissen.
Ein Soldat zu sein, hingegen sehr!
Abgesehen von den eben erwähnten Neuerungen bietet Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 weitgehend bekanntes. Die Singleplayer-Kampagne wird nach wie vor aus der Third-Person-Perspektive gesteuert, wobei sich das Spiel über einen Zeitraum von 72 Stunden erstreckt. Kenner des Vorgängers sowie Taktik-Shooter-Veteranen werden dabei bemängeln, dass der Spielspaß in diesem Modus ein zu schnelles Ende findet. Zwar bieten die wählbaren Schwierigkeitsgrade und die sekundären Missionsziele immer wieder auf Neue den Anreiz, die Aufträge möglichst perfekt zu absolvieren, trotz alldem wäre eine längere Einzelspielerkampagne sicherlich wünschenswert gewesen.
Glücklicherweise bietet der Titel darüber hinaus aber ein fettes Onlinepaket, das im Gegensatz zum Einzelspielermodus für lang anhaltenden Spielspaß sorgt. Dieses ist nämlich genau wie bei der Xbox 360-Version sehr umfangreich ausgefallen und obendrein auch noch um einige zusätzliche Modi erweitert worden. Hier dürfte wirklich jeder Taktik-Shooter-Fan voll auf seine Kosten kommen, denn hier wird eigentlich praktisch jede Mehrspielervariante geboten, die das Herz begehrt. Die jeweiligen Spielmodi gleichen dabei deren des Xbox 360-Originals, bieten darüber hinaus allerdings auch noch zwei brandneue Koop-Modi sowie 14 neu hinzugekommene Multiplayer Maps, die den Titel nochmals ordentlich erweitern. Am Koop-Spiel können bei der PlayStation 3-Version bis zu 4 Spieler teilnehmen und im Netzwerk können sich insgesamt 16 Spieler das Blei um die Ohren schießen.
Eine erstklassige Umsetzung
Einmal abgesehen davon, das sich Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 die gleichen Fehler und Schwächen erlaubt, wie beim Xbox 360-Original, bietet der Titel ein erstklassiges Spielerlebnis, das von Ubisoft zudem einwandfrei auf die Sony-Hardware portiert wurde. Sicher, es ist schon etwas ärgerlich das kleinere Mängel wie beispielsweise die zu kurze Einzelspieler-Kampagne, die recht unübersichtliche Karte im Mehrspielermodus oder zeitweise minimale Framerate-Einbrüche nicht beseitigt worden sind, aber schließlich handelt es sich hier lediglich um eine Umsetzung und um keine Neuentwicklung.
Trotz der angesprochenen Mängel ist Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 eines der taktisch anspruchsvollsten Spiele, das derzeit für die PlayStation 3 erhältlich ist und bietet darüber hinaus weitaus mehr Tiefgang als zum Beispiel Genrekollege Rainbow Six Vegas.
Audiovisuell wurde hier alles richtig gemacht. Nimmt man die technische Seite genauer unter die Lupe, so wird man feststellen, dass die Umsetzung im direkten Vergleich kaum Unterschiede aufweist. Genau wie das Xbox 360-Original wartet das PS3-Pendant mit hoch aufgelösten sowie scharfen Texturen auf und bietet ein erstklassiges Wettersystem, das mit Sandstürmen und Regenschauern, welche sich auf das Spielgeschehen auswirken, aufwartet. Abgesehen von den bereits erwähnten Mängeln gibt es sonst nichts zu beanstanden.
Die bereits gute Steuerung wurde ohne Fehler übernommen und bietet obendrein sogar eine innovative Sixaxis-Unterstützung, die den Spielverlauf actionreicher und dynamischer ausfallen lässt. Die akustische Kulisse wurde ebenfalls einwandfrei übernommen und wartet mit realistischen Schuss- und Explosionsgeräuschen sowie einer sehr guten und professionellen deutschen Synchronisation auf.