Gesamtwertung39 %/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungMangelhaft |
Schon beim Vorspann, der in der Regel richtig Lust auf ein neues Spiel machen soll, werdet ihr schnell feststellen, dass genau dies nicht geschieht. Kaum verwunderlich, denn die Lust dieses Spiel anzugehen wird komplett von der optischen Aufmachung zunichte gemacht. Eckige und klobige Texturen, schwache Animationen, enttäuschende Zwischensequenzen, triste Farben, langweiliges Leveldesign: Die Liste der Mängel könnte man mühelos weiter fortsetzen, was jedoch genauso wenig Sinn macht, wie darüber nachzudenken, wie man einen PlayStation 3-Titel optisch nur so runterziehen kann. Visuell betrachtet ist G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra ganz klar eine der schwächsten Filmumsetzung dieses Jahres.
Die akustische Aufmachung ist, genauso wie der grafische Teil des Spiels, eigentlich kaum zumutbar. Zwar hat man sich die Mühe gemacht, das Spiel vollständig zu lokalisieren, dank der unprofessionellen deutschen Sprecher hätte man sich das allerdings sparen können. Nicht nur, das die Stimmen gänzlich unpassend zu den einzelnen Charakteren gewählt wurden, auch die Dialoge sowie die gesprochenen, eigentlich coolen One-Linern, enttäuschen. Lediglich die weiblichen Charaktere hören sich einigermaßen annehmbar an, können das tonale Desaster aber auch nicht mehr retten. Einzig und allein die Musikuntermalung, welche mit einer recht stimmigen G.I. Joe-Theme sowie vereinzelten Musikstücken aufwartet, geht hier halbwegs in Ordnung.
Was man G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra hoch anrechnen kann, ist, das die Steuerung sehr eingängig ausgelegt wurde und auch schnell in Fleisch und Blut über geht. Dumm nur, wenn jedoch der gesamte Spielablauf daraus besteht, die Feuertaste permanent gedrückt zu halten und sich im Eilschritt durch die schlauchartig angelegten Levelabschnitte fortzubewegen. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob ihr gerade zu Fuß unterwegs seid oder mit einem Fahrzeug die Areale unter Beschuss nehmt, beide Bedienkonzepte sind unausgereift und einfach nur unterirdisch schlecht. Auch das simple Deckungssystem sowie die mit eingebundenen Bossfights können nicht überzeugen. Besonders brenzlig wird es bei der Kameraführung. Während ihr euch durch die Locations bewegt, habt ihr nämlich ständig Lust dazu, den Kamerawinkel manuell nachzujustieren. Ärgerlicherweise funktioniert das aber nicht, denn eine solche Funktion steht euch überhaupt nicht zur Verfügung. Deshalb kommt es dann auch zu starken Übersichtsproblemen, welche sich leider viel zu oft bemerkbar machen. Ein Kopfschütteln löste auch das Zielsystem bei uns aus. Warum fragt ihr euch? Ganz einfach: Es gibt gar keins! Selbst wenn ihr mit dem Rücken zum Gegner steht und dann die Feuertaste drückt, wird dieser automatisch anvisiert und unter Beschuss genommen. Das ist nicht nur zum Einschlafen langweilig, sondern lässt auch zu keiner Zeit Spielspaß aufkommen.
Wisst ihr wie flach ein Blatt Papier ist? Falls ja, dann wisst ihr jetzt, wie flach die Story von Geheimauftrag Cobra ist. Zugegeben, selbst der Kinofilm hatte schon eine flache Story, aber dafür konnte dieser wenigstens halbwegs gut unterhalten. Beim Spiel könnt ihr das jedoch nicht erwarten, was kaum verwunderlich ist, geht es doch hauptsächlich darum, eure von der bösen Cobra-Organisation gefangen gehaltenen Teamkollegen zu befreien. Im Laufe des Spiels befreit ihr also jede Menge Charaktere, knallt oder prügelt zahlreiche, strunzdumme Gegner über den Haufen, schlängelt euch durch wenig ansprechende Schlauchlevels und schaltet nebenbei das eine oder andere Secret frei. Was dabei auffällt ist, das es überall in den Levelabschnitten ständig zu Explosionen kommt. Ein Resultat davon, dass ihr rumstehende Kisten und Fässer oder abreißbare Gebäude in Schutt und Asche legen könnt. Das alles ist jedoch viel Rauch um Nichts, denn wirklich spannend, abwechslungsreich oder gar motivierend ist dies alles nicht. Im Gegenteil: Selbst hartgesottene Trophäenjäger, welche die empfohlene Altersgrenze von 16 Jahren erreicht haben müssen, dürften diese Spielspaßbremse wegen des repetiven Gameplays bereits nach wenigen Minuten wieder aus ihrem Blu-ray-Laufwerk verbannt haben.
An Checkpoints mit automatischer Speicherfunktion mangelt es dem Titel sicher nicht, dafür aber an Gegnern, die etwas künstliche Intelligenz im virtuellen Hirn haben. Mühelos ballert ihr alles was sich euch in den Weg stellt über den Haufen und selbst in den höheren Schwierigkeitsgraden stellt das Spiel keine wirkliche Herausforderung für euch dar. Wenn dann auch noch der aufgeladene Beschleunigungsanzug der Joe's mit der Dreieck-Taste aktiviert wird, beißt selbst der dickstgepanzerte Bossgegner ohne Probleme in Gras. Ungeübte Spieler wird das nicht stören, erfahrene Spieler dürften allerdings mehr als enttäuscht sein.
G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra bietet, man höre und staune, sogar einen Koop-Modus für bis zu insgesamt zwei Spieler. Online spielbar ist dieser Modus allerdings nicht, sondern ausschließlich für das Offline-Gaming ausgelegt. Der zweite Mitspieler darf hier gerne zu jeder Zeit in das laufende Spiel mit einsteigen, wird an der gemeinsamen Ballerorgie jedoch wenig Freude haben, da der Titel zu zweit noch leichter zu spielen ist, als er ohnehin schon war.
Werde zum G.I. Joe-Anführer und erlebe noch mehr als im Film! Mit diesem vielversprechenden Satz auf der Rückseite der Spielhülle bewirbt Electronic Arts seine neuste Videospielumsetzung zum gleichnamigen Kinofilm. Und wir sind tatsächlich erstaunt, dass uns EA damit nicht zu viel versprochen hat. In der Tat habe ich mehr erlebt als im Film, die Frage ist nur, wurde ich als G.I. Joe-Anführer gleichermaßen gut unterhalten? Dies kann ich ohne lang über den sinnfreien und langweiligen Spielinhalt nachzudenken mit einem klarem "Nein" beantworten und gehe sogar noch eine Instanz weiter. G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra hat mich auf voller Länge gänzlich enttäuscht und mir einmal mehr klargemacht, das ein unterhaltsamer Kinofilm noch lange keine gut umgesetzte Spielumsetzung mit sich bringen muss. Zugegeben, jüngere Spieler, die noch immer mit den Actionfiguren im heimischen Kinderzimmer rumspielen, dürften sicherlich ihre Freude daran haben, in einem so einfach gestalteten Titel mit ihren Lieblingshelden durch die virtuelle Welt zu ziehen, aber gerade für diese Spieler ist der Titel nicht geeignet. Grund dafür ist die recht hoch angesetzte Altersfreigabe, die es nur Personen ab 16 Jahren erlaubt, diesen Titel zu erwerben. Das Problem dürfte nur sein, das eben diese Zielgruppe für ein solches Spiel deutlich zu alt und auch wesentlich anspruchsvoller sein dürfte.
Wer es aber trotz der niedrigen Wertung in Erwägung ziehen sollte, diesen Titel in seine Sammlung aufzunehmen, dabei aber noch unsicher ist, welche Konsolenumsetzung nun besser ist, dem sei gesagt: Unterschiede konnten wir zwischen der Xbox 360- und PlayStation 3-Version nicht feststellen, auf beiden Konsolen ist der Titel gleich schlecht.
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G.I. JOE: Geheimauftrag Cobra im Test.
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