Golden Axe: Beast Rider

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Sega
Entwickler
Secret Level
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
18
Golden Axe: Beast Rider [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

58%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Golden Axe: Beast Rider

Kann sich noch jemand an die alten Side-Scrooling Beat´em up-Klassiker der Sega-Spielkonsolen erinnern? Golden Axe aus dem Jahre 1989 ist einer dieser Klassiker, der nicht nur auf den Sega-Systemen erschienen ist, sondern auch für Commodore Amiga, Atari ST, Commodore C-64 sowie den PC umgesetzt wurde und selbst heute noch, der älteren Spielergeneration in freudiger Erinnerung geblieben ist. Umso erfreulicher war es, als auf der E3 im Jahr 2006 eine neue Version für Xbox 360 und PlayStation 3 angekündigt wurde. Wie diese neue Version ausgefallen ist und ob diese dem Videospielkult aus vergangenen Zeiten gerecht wird, decken wir hier nun auf.

Next-Generation Golden Axe

In der Neuauflage von Golden Axe, welche den Zusatztitel Beast Rider trägt, schlüpft ihr in die Rolle der attraktiven Tyris Flare. Die hübsche Amazone war bereits in den Vorgängern wählbar, ist allerdings nicht gealtert, sondern hat lediglich einen neuen Look spendiert bekommen. Bewaffnet mit einem riesigen Schwert, trägt sie außerdem noch einen engen Büstenhalter sowie eine hautenge Lederhose mit sich. Aber was ist aus Tarik Ax Battler, dem mächtigen Barbaren und Gillius Thunderhead, dem kämpfenden Zwerg geworden?

Spielbar sind beide in Golden Axe: Beast Rider jedenfalls nicht, denn die Neuauflage ist ausschließlich Tyris Flare vorbehalten. Zumindest gibt es in einigen Videosequenzen ein Wiedersehen mit Gillius Thunderhead, ansonsten gibt es jedoch nur stellenweise kleine Dinge, die noch an das ursprüngliche Golden Axe erinnern.

In Tyris Flares Solo-Abenteuer seid ihr aber nicht ganz auf euch alleine gestellt, denn an bestimmten Punkten im Spiel stehen euch die titelgebenden Biester zur Verfügung, auf denen ihr reiten könnt. Auf dem Rücken dieser Viecher, von denen es insgesamt fünf verschiedene gibt und die unter anderem auf die Namen Abrax, Krommath oder Lynth hören, könnt ihr dann den Gegnerscharen entweder mit Feuer, Blitzen oder dem Schwanz des Ungetüms entgegensetzen.

Diese Biester gab es bereits im ersten Teil der Serie, schade hierbei ist allerdings, dass ihr genau wie in den Vorgängerteilen, nur bedingt Freude an ihren Spezialkräften habt. Das liegt zum einen daran, weil sie sich eher lahm bewegen und somit ein leichtes Ziel abgeben. Zum anderen, weil sie nicht gerade viele Treffer einstecken und euch sofort abwerfen, sollten sie verwundet werden.

Das nicht vorhandene Zielsystem für die Spezialkräfte sorgt zudem dafür, dass ihr euch für fast jeden Schuss erst richtig ausrichten müsst, was wertvolle Zeit kostet. Wertvolle Zeit, in der ihr getroffen und abgeworfen werdet und sich dann obendrein auch noch die Gegner das Biest unter den Nagel reißen können.

Ein echter Buttonsmasher

Aber auch wenn die Feinde meistens in der Überzahl sind oder euch euer treues Tier abnehmen, könnt ihr bei Tyris Flare immer noch auf die Waffen einer Frau zählen. Und damit meinen wir jetzt nicht ihre erotische Ausstrahlung, sondern den Einsatz ihres mächtigen Schwertes. Damit könnt ihr nicht nur verheerende Combos austeilen, welche die Gegner regelrecht in ihre Bestandteile zerlegen, sondern nebenbei auch noch deren Attacken parieren. Diese sind farblich gekennzeichnet und teilen sich auf in orangene, blaue sowie grüne Attacken. Durch einen Druck auf die dafür vorgesehenen Tasten wie beispielsweise L1, R1 oder die Dreieckstaste werden die Angriffsmanöver spielend leicht pariert und es können noch stärkere Konterattacken ausgeführt werden. Sagten wir spielend leicht?

Das trifft dann aber nur auf wenige Gegner zu. Tatsächlich ist es nämlich so, dass das Kampfsystem bei zu vielen Feinden nicht mehr richtig funktioniert, ihr euch zunächst einmal freilaufen müsst und dann wieder versuchen könnt, den Gegnern einzeln gegenüberzutreten. Zu den normalen Angriffsattacken, die ihr mit dem Schwert schlagen könnt, gesellen sich im weiteren Spielverlauf auch noch magische Attacken hinzu, mit denen ihr unter anderem Feuerbälle aus eurer Klinge schießen oder einen Ring aus Feuer um euch zaubern könnt. Das ist gerade dann sehr hilfreich, wenn ihr wieder einmal von zahlreichen Feinden eingekreist worden seid.

Tyris Solo-Abenteuer, in welchem ihr eure ermordete Schwesternschaft und den entführten Drachengott rächen müsst, teilt sich in insgesamt 13 zusammenhängende Levels auf. In diesen gilt es stets, einen Bereich von Gegnern zu säubern, um anschließend den nächsten Bereich zugänglich zu machen und dort selbiges zu wiederholen.

Das Abenteuer, welches spielerisch nicht gerade anspruchsvoll oder abwechslungsreich gestaltet worden ist, beschäftigt euch ungefähr acht Stunden, ehe ihr den Abspann über den Bildschirm flimmern seht.

Danach locken eigentlich nur noch die Trials of Tyris zu einem erneuten Spiel ein, in denen es darum geht, in einer Arena immer stärker werdende Gegnerhorden zu bezwingen. Alternativ könnt ihr aber auch den Storymodus in einem härteren Schwierigkeitsgrad erneut angehen, was in Anbetracht des unausgewogenen Kampfsystems jedoch wenig Spaß bereitet. Wenigstens tauchen dort hin und wieder die serientypischen Gnome auf, denen ihr durch erfolgreiche Treffer diverse Häppchen zur Wiederherstellung eurer Trefferpunkte oder Zauberkräfte abluchsen könnt. Vorausgesetzt natürlich, ihr trefft diese überaus flinken Wichte überhaupt.

Optik mit Schwächen

Betrachtet man sich das Original-Golden Axe aus dem Jahre 1989, sieht Segas Neuauflage gar nicht mal so schlecht aus. Allen voran die imposanten Videosequenzen zeugen von guter Qualität, in denen nicht nur Tyris bezaubernd schön aussieht, sondern sich auch die übrigen Protagonisten sehen lassen können.

Schön ist auch, dass das Spiel nur selten mit Framerateeinbrüchen zu kämpfen hat, was unter Berücksichtung der sonstigen Grafik ehrlich gesagt auch etwas unverständlich gewesen wäre. Die Animationen sind nämlich bestenfalls Mittelmaß, den Protagonisten fehlt es an Detailverliebtheit und auch die Umgebungsgrafik kann mit ihren linearen Aufbau nicht vollends überzeugen. Lediglich die bereits erwähnten Videosequenzen sowie einige Lichteffekte wissen hier zu gefallen, was unterm Strich aber deutlich zu wenig ist.

Akustisch präsentiert sich Golden Axe: Beast Rider etwas besser, wenn auch nicht ohne Makel. Die Soundeffekte gehen völlig in Ordnung und auch die Musikuntermalung sorgt mit ihren Trommeln und Gesängen für eine stimmige Atmosphäre. Auch die englische Sprachausgabe klingt recht professionell, bot jedoch leider in der uns vorliegenden Version keine deutschen Untertitel. Daher solltet ihr, wenn ihr die Story komplett verstehen möchtet, der englischen Sprache schon mächtig sein.

Fazit

Segas Golden Axe: Beast Rider ist ein reiner Buttonsmasher und erinnert dabei leider nur ansatzweise an den Klassiker. Von den damaligen drei Hauptcharakteren hat nur einer den Weg in das Spiel gefunden, was ich persönlich sehr schade finde. Ebenfalls ärgerlich ist, dass der Titel nur eine Einzelspielerkampagne bietet, die zudem ohne Koop-Modus auskommen muss. Das ist mir unverständlich, da bisher in jedem Teil der Serie das Abenteuer zusammen mit einem Freund bestritten werden konnte. Aber ist klar, wenn es nur einen spielbaren Charakter gibt, wer soll dann im Koop-Modus agieren? Richtig, niemand! Folglich ist auch ein Mehrspielermodus nicht mit an Bord. Was bleibt ist ein Storymodus der zwar knapp acht Spielstunden andauert, währenddessen aber nur wenig Spielspaß aufkommen lässt. Schuld daran ist die spielerische Umsetzung, die zwar mit einem eigentlich guten Kampfsystem daherkommt, dieses aber mangels Umsetzung nur an einzelnen Gegnern richtig angewendet werden kann.

Golden Axe: Beast Rider hat einige gute Momente, die allen voran durch die guten Videosequenzen zur Geltung kommen, mehr als blutige Standardkämpfe bietet das Spiel ansonsten allerdings nicht. Wer ein Fan des Klassikers ist, kann beherzt einen Blick auf die Neuauflage werfen, alle anderen sollten ihre Zeit und vor allem ihr Geld in anspruchsvollere Titel investieren.

Golden Axe: Beast Rider [PS3 , looki.de]

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