Gesamtwertung87%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Wenn die Herzen von Autoliebhabern oder Rennspielsimulationfans höher schlagen, kann dies eigentlich nur eins bedeuten: Gran Turismo 5 ist endlich für die PlayStation 3 erschienen. Zugegeben, es handelt sich hierbei zunächst einmal um die Prologue-Version des Prestigeracers, die Vollversion wurde kürzlich leider erst auf 2009 verschoben und wird somit nicht mehr ihren Platz unter dem Weihnachtsbaum finden. Da wir aber gerade einmal das erste Quartal des Jahres 2008 beendet haben und mit der Prologue-Version, die ja als stark erweiterte Demo bezeichnet werden kann, auch ein nicht gerade weniger erwähnenswerter Titel erschienen ist, nehmen wir die Terminverschiebung einfach mal so hin. Was anderes bleibt uns ja sowieso nicht übrig doch, ausgiebig Gran Turismo 5 Prologue zocken, das wahrlich nicht von schlechten Eltern ist.
Gran Turismo 5 Prologue spec II Was ist das?
Überraschenderweise wurde erst kürzlich bekannt gegeben, dass am 28. März ein umfangreiches Update für die Prologue-Version erscheinen wird, welche das Hauptspiel auf spec II aufwertet.
Nun ja, gesagt getan: Wir haben unsere Testversion am selbigen Tag mit dem rund 1.54 GB großem Update-Paket erweitert und nun lautet die Rennsimulation Gran Turismo 5 Prologue spec II. Was? Ein so langer neuer Spielname frisst so viel Speicherplatz auf der PS3? Nein, natürlich bringt das kostenlose Update noch einige Dinge mehr mit sich, auf die wir an dieser Stelle auch gleich eingehen möchten.
Habt ihr das Spiel auf eurer PlayStation 3 installiert und startet es zum ersten Mal, wird das Update automatisch ausgeführt vorausgesetzt natürlich, ihr verfügt über einen Onlineanschluss. Die Installationsgröße des spec II-Updates beträgt wie bereits erwähnt ca. 1.54 GB. In dem spec II-Paket sind unter anderem neue Rennstrecken und auch Spielevents wie beispielsweise Drift Trial enthalten.
Zudem gibt es insgesamt 34 neue Fahrzeuge, zu denen unter anderem auch der Ferrari F2007 gehört. Zudem bietet der Titel auch neue Präsentationen, welche im Hauptmenü automatisch gestartet werden, solltet ihr den Controller zu lange aus der Hand gelegt haben.
Diese Präsentationen können jedoch auch von euch selbst gestartet werden, hierzu müsst ihr lediglich den Kreis-Button betätigen. Im Anschluss werden euch dann entweder einige Infos zu namhaften Autoherstellern genannt oder unterschiedliche Präsentationsvideos gezeigt. Zusätzlich behebt das Update diverse Probleme im Online- sowie Museums-Modus. Da die Updateliste der spec II-Version aber sicherlich noch bedeutend größer ausgefallen ist, als wir bisher selbst entdecken konnten, werden wir die übrigen, nicht genannten Erweiterungen, zu einem späteren Zeitpunkt in unserer News-Rubrik bekannt geben.
Einsteigen, Anschnallen und Losbrettern
Widmen wir uns nun dem Spiel selbst, bei dem ihr, nachdem ihr euch für einen Wagen beim Autohändler entschieden habt, gleich losdüsen dürft. Richtig gehört: Es müssen in Gran Turismo 5 Prologue keine Lizenzen mehr erworben werden, um in den höheren Klassen Rennen austragen zu dürfen. Insgesamt stehen vier Fahrzeugklassen mit jeweils zehn Wettbewerben im Karrieremodus zur Auswahl bereit. Die letzte Klasse wird allerdings erst sichtbar, nachdem ihr alle übrigen Klassen in jedem Wettbewerb gemeistert habt. Tuning-Fans, die zunächst Einstellungssetups an den Wagen vermissen, können aufatmen.
Sobald die letzte Klasse die sogenannte S-Klasse freigeschaltet ist, kann an den Autos nach Herzenslust herumgeschraubt werden. Eure Karriere startet zu Spielbeginn jedoch zwangsweise auf Stufe C, was leider unabdingbar ist, da euch anfangs nur ein geringer Etat zur Verfügung steht. Die Kohle reicht eben nicht gleich von Anfang an, um sich sofort einen schicken Audi R8 4.2 FSI R tronic oder einen Ford Mustang V8 GT Coupe Premium zu kaufen. Begnügen wir uns also zunächst einmal mit einem Suzuki Cappuccino, dem Renault Clio Sport V6 24V oder einem VW Golf V GTI ´05.
Leider ist der ganze Karrieremodus-Spaß bereits nach einem langen Wochenende durchgezockt, glücklicherweise gibt es aber noch den Arcade- sowie den Online-Modus. Im Arcade-Modus stehen neben normalen Rennen sogar Drift-Wettbewerbe auf der Absolvierungsliste, die es dank der ausgeklügelten Fahrphysik der einzelnen Boliden wahrlich in sich haben. Dummerweise gibt es dort für gewonnene Events keine Credits zu gewinnen, die allerdings dringend benötigt werden, um die private Garage mit weiteren neuen Fahrzeugen zu erweitern. Insgesamt können in GT5 Prologue über 70 Fahrzeuge freigeschaltet und erworben werden, eine beachtliche Anzahl, wenn man berücksichtigt, das sich mit dem spec II-Update nochmals 34 Boliden zum Fuhrpark dazugesellen.
Schade ist dabei eigentlich nur, das ihr bei diesen vielen, schönen Fahrzeugen das Gaspedal auf gerade einmal sechs Strecken das spec II-Update nicht mitgerechnet durchtreten könnt. Zu den Rennstrecken gehören Suzuka Circuit, London City Track, Fuji Speedway, Eiger Nordwand, High Speed Ring und Daytona International Speedway. Berücksicht man jetzt noch, das jede Rennstrecke auch spiegelverkehrt befahren werden kann, kommen wir auf insgesamt 12 Kurse. In Anbetracht dessen, das man als echter Autoliebhaber möglichst alle Fahrzeuge erwerben möchte, eine recht geringe Anzahl an Rennstrecken, zumal man zahlreiche Rennen immer und immer wiederholen muss, um an die begehrten Credits zu gelangen. Gesamt betrachtet wäre es da für die Abwechslung schon erfreulicher gewesen, wenn es ein paar Kurse mehr gewesen wären.
Fahrspaß auf fotorealistischem Niveau
Die Gran Turismo-Serie steht seit jeher für ein großartiges Spielerlebnis und begeistert die Spieler schon seit Jahren mit einem realitätsnahen Fahrgefühl. Auch die Vorabversion des fünften Teils punktet ganz klar mit einem sehr authentischen Fahrgefühl und bringt dieses dem Realismus ein großes Stück näher. Ok, mit einem Sixaxis-Controller ohne Rumble-Feature in der Hand werdet ihr wenig Realismus verspüren können, mit einem importierten Dual Shock 3-Controller hingegen schon. Wer den Asphalt unter seinem Fahrzeug noch deutlicher spüren möchte, der sollte falls noch vom PlayStation 2-Vorgänger vorhanden - das gute alte GT Force Lenkrad von Logitech aus dem Schrank holen. Hierfür lassen sich die Force Feedback Effekte im Optionsmenü in der Stärke auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Ihr entscheidet also selbst, mit welcher Intensität ihr jede Bodenwelle oder jeden Ausrutscher auf den einzelnen Rennstrecken spüren wollt.
Apropos Rennstrecken: In Bezug auf die Detailgenauigkeit der einzelnen Kurse setzt die Prologue-Version erneut neue Maßstäbe. Schon seit jeher zeichnet sich die Serie durch die genaue Nachbildung der echten Rennstrecken aus und auch dieses Mal, konnten die Entwickler nochmals nachbessern. Egal ob ihr gerade auf dem Suzuka Circuit seid oder durch das einladende Panorama des Londoner Stadtkurses fahrt, stets erwecken die Kulissen einen mittlerweile schon fast fotorealistischen Eindruck. Gerade in Bezug auf die Rennwiederholungen ist uns hier das ein oder andere Mal die Kinnlade ordentlich nach unten geklappt. Einzig und allein die fehlende Kantenglättung macht der sonst wirklich astreinen Präsentation einen Strich durch die Rechnung, da an einigen Stellen doch einige Treppchen und auch Flimmereffekte auf der Umgebung sowie den Fahrzeugen gesichtet werden konnten. Sieht man von diesen kleinen technischen Patzern, die hoffentlich bis zum Release der Vollversion nicht mehr in dieser Form auftauchen, einmal ab, gibt es ansonsten aus visueller Sicht heraus betrachtet, rein gar nichts zu bemängeln. Obwohl, eine Winzigkeit fällt uns doch noch ein.
Auch Gran Turismo 5 Prologue bietet wieder kein Schadensmodell, was sich unserer Meinung nach jedoch verschmerzen lässt. Denn wer möchte schon sehen, wie die teuren Karossen zu Schrott gefahren werden. Aber wer weiß, vielleicht spendiert Polyphony Digital diesen zusätzlichen Effekt doch noch der Vollversion von GT5?
Gran Turismo goes Online!
Schadensmodell ade, willkommen Online-Modus! Endlich haben die Entwickler dem Spiel einen Onlinemodus spendiert, auf den Fans der Serie sicherlich schon sehnlichst gewartet haben. Denn auch wenn die künstliche Intelligenz verbessert wurde, beispielsweise konnten bei den Computergegnern sogar Ausrutscher ins Kiesbett beobachtet werden, fährt es sich doch gegen reale Spieler einfach besser und auch unterhaltsamer.
Insgesamt können bis zu 16 Spieler einem Onlinerennen beitreten, das ist eine Zahl, die wir bisher bei noch keinem Konkurrenten gesehen haben. Selbst Forza Motorsport 2 schafft auf der Xbox 360 nur maximal acht Spieler gleichzeitig. Erfreulich ist auch, dass der Onlinemodus sehr stabil läuft und wir während unserer Testphase keinerlei Verbindungsprobleme feststellen konnten.
Einige Probleme bekommt ihr allerdings, wenn ihr in den Onlinerennen zu offensiv unterwegs seid und die Mitspieler von der Piste drückt oder zu stark abkürzt. Für solche Aktionen bekommt ihr nämlich Zeitstrafen aufgebrummt, die sofort auf der Strecke und nicht, wie beispielsweise in der Formel 1, in der Boxengasse durchgeführt werden. Für eine festgesetzte Zeit bremst euch das Spiel dann während des laufenden Rennens aus, was logischerweise Platzverluste mit sich bringt. Aus diesem Grund solltet ihr euch eher defensiv verhalten und lieber vom Windschatten des Vordermanns Gebrauch machen. Dieser spielt in GT5 Prologue nämlich eine sehr wichtige Rolle, vor allem bei den Ovalrennen und langen Geraden. Hier punktet der Titel auch deutlich bei der Akustik der Fahrgeräusche. Befindet ihr euch im Windschatten eines Kontrahenten, wird das Pfeifen des Fahrtwindes reduziert und ihr könnt die Motorensounds eures Vehikels genießen. Generell gibt sich der Titel aus akustischer Sicht heraus betrachtet kaum eine Blöße. Mit realistischen Motorensounds, quietschenden Reifen und authentischen Umgebungsgeräuschen, wird Euer Ohr, jede Spielminute wieder aufs Neue verzaubert. Einzig und allein am Soundtrack werden sich die Geister scheiden, da einige Songs einfach zu lahm daherkommen. Die Musikuntermalung ist zwar nicht wirklich schlecht, einigen Musikstücken fehlt es jedoch einfach etwas an Klasse. Hier erhoffen wir uns von der Vollversion etwas mehr.
Gran Turismo 5: Prologue im Test.
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