Heavenly Sword

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
Heavenly Sword [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Heavenly Sword

Die PlayStation 3 ist nun schon seit gut einem halben Jahr bei uns erhältlich, von einigen wirklich wenigen Ausnahmen gab es bis dato allerdings kaum exklusiv Zockbares auf Sonys Zugpferd. Das wird sich in den kommenden Wochen allerdings schnell ändern, denn neben Warhawk und Lair ist es vor allem ein Spiel, dem schon Vorfeld durch seine ungemein cineastische Aufmachung enorm viel Aufmerksamkeit zuteil kam und welches sogar als das neue God of War angepriesen wurde. Mit Heavenly Sword zeigt Ninja Theory auf beeindruckende Weise, welche Power in der PS3 steckt. Doch ob der Rest des Spiels dem gleichkommt oder es sich hier doch nur um einen Grafikblender handelt, verraten wir euch in unserem Test!

Die Göttin des Krieges?

Heldin des Spiels ist die Kriegerin Nariko. Als Tochter des Anführers ihres Klans kommt ihr die Aufgabe zuteil, eben diesen vor dem skrupellosen Imperator Bohan und seinem expandierenden Reich zu schützen. Um die vollkommene Macht zu erhalten, versucht Bohan, das legendäre himmlische Schwert, welches sich in der Obhut von Narikos Klan befindet, an sich zu reißen. Wie es das Schicksal so will, bekommt Nariko das Schwert von ihrem Vater in die Hand gedrückt und wird fortan zur Gejagten. Das Spiel startet mit einer riesigen Schlacht, in der Nariko einer ganzen Armee gegenüber steht. Allerdings erliegt sie nach kurzer Zeit den Mächten des Schwerts, die ihr die Lebenskraft entziehen.

Ihre Zeit scheint allerdings noch nicht gekommen zu sein und so bekommt sie die Chance, die letzten fünf Tage ihres Leben erneut zu bestreiten und ihrem Schicksal eine Kehrtwende zu geben.

Das eigentliche Spiel startet auf eurer Festung, welche von den Schergen Bohans angegriffen wird. Die Fieslinge erklimmen die Festungsmauern und ihr seht euch den ersten Kämpfen ausgesetzt, während euch die Steuerung erklärt wird. Diese erweist sich als recht simpel belegte, allerdings im Eifer des Gefechts mitunter schwer umzusetzende Angelegenheit. Mit Quadrat führt ihr schnelle Angriffe aus, während ihr mit Dreieck so richtig die Fetzen fliegen lasst. Nach den ersten Abschnitten bekommt ihr darüber hinaus die Möglichkeit, verschiedene Stile anzuwenden. So kann Nariko extrem schnell, allerdings ohne viel Schaden anzurichten, um sich hauen, indem ihr während euer Angriffe die L1-Taste gedrückt haltet. Genau umgekehrt verhält es sich mit gedrückter R1-Taste. Hier knüppelt Nariko mit verdammt mächtigen, wenn auch langsamen Attacken alles weg. Jeder Stil wird mit einer entsprechenden Farbe unterlegt. Auch die Gegner sind in der Lage, verschiedene Stile anzuwenden, was sich letztlich auf das Blocksystem auswirkt.

Normale Angriffe werden von Nariko ganz von allein abgewehrt, ihr dürft zu der Zeit des Angriffs nur nicht selbst attackieren. Anders sieht es schon bei den starken Schwüngen der Gegner aus. Hier muss man nämlich den entsprechenden Stil-Button gedrückt halten, um die diese abzuwehren. Weiterhin lassen sich stylische Konterangriffe einleiten.

Dazu müsst ihr im richtigen Timing Dreieck drücken und euer Gegenüber bekommt in einer coolen Nahaufnahme so richtig sein Fett weg. Es lassen sich ebenfalls direkte Würfe und mächtige Griffe ansetzen, dies allerdings nur, wenn ihr im Vorfeld ausreichend ausgeteilt und die entsprechende Special-Leiste aufgefüllt habt. Je voller diese ist, desto kraftvoller eure Attacken gegen den Gegner und sein Umfeld.

Im unteren Bildschirmbereich befindet sich eine Komboleiste, die sich bei hintereinander folgenden Attacken füllt. Durch sie schaltet ihr neue Kombos, Artworks und andere Boni frei. Nariko ist auch in der Lage, ihre Feinde Kratos-like in die Luft zu katapultieren. Dies erweist sich oft allerdings als Sache der Geduld, denn ihr müsst dafür eine Kombiattacke mit L1 und Dreieck einleiten und bei einem Treffer schnell den Sixaxis schütteln um diesen Angriff einzuleiten. Das klappt nicht sonderlich gut, wirkt fast schon ein wenig sinnlos und macht die Kämpfe nur unnötig schwer. Sowieso sind die späteren Kombos wirklich schwer einzuleiten, und es gelingt dem Spieler meist nicht so, wie geplant. Warum die Entwickler darauf verzichtet haben, Nariko springen lassen zu können, wird wohl für alle Zeit ein Rätsel bleiben.

Ab und an greifen euch eure Feinde auch mit Pfeil und Bogen an. Diese Attacken lassen sich lockerleicht mit einer Wirbelattacke abwehren, was sehr cool aussieht. Ebenso seid ihr jederzeit in der Lage, Gegenstände oder erlegte Feinde als Wurfgeschosse zu missbrauchen. Die Wurfrichtung lässt sich dabei sogar mit dem Sixaxis justieren, was aber meistens im Eifer des Gefechts zu hektisch anmutet und man letztlich doch lieber auf seine Klinge vertraut.

In einigen wenigen Abschnitten des Spiels bekommt ihr noch einige Schießeinlagen spendiert, in denen ihr eure Geschosse ebenfalls mit dem Sixaxis kontrollieren könnt. Eine nette Dreingabe, aber wirklich nach vorne bringen sie das Spiel nicht. Die kinoreife Inszenierung des Spiels wird von einigen Quicktime- Events unterstützt, die abermals zeigen, dass man sich enorm vom Oberknaller God of War hat inspirieren lassen. Allerdings erreicht man hier genauso wie beim Rest des Spiels nie die brachiale Qualität besagten Titels. Auch die kleinen Rätseleinlagen stellen keine große Herausforderung dar und wirken ein bisschen wie dahingeschustert. Und so metzelt ihr euch fast das gesamte Spiel über durch wahre Gegnerhorden, einige, zugegebenermaßen coole Endgegner, bekommt viele qualitativ wirklich superbe Ingame-Cutscenes zu sehen, um letzten Endes das letzte der sechs Kapitel nach gut rund acht Stunden gemeistert zu haben.

Besser als Kino?

Die grafische Aufmachung des Spiels ist wahrlich meisterhaft. Nie gab es derart detaillierte Mimiken zu sehen. Gerade Bohan, der Oberfiesling, der von „Gollum-Darsteller“ Andy Serkis verkörpert wird, ist einfach nur genial in Szene gesetzt worden und mit Sicherheit einer der charismatischsten Bösewichter der letzten Jahre. Zwar macht das Spiel auch in Punkto Animationen während des Gameplays einen durchweg gelungen Eindruck, allerdings wird die pompöse Aufmachung durch eine oft recht niedrige Bildwiederholungsrate und einige Tearing-Probleme getrübt. Die Entwickler haben uns in einem Gespräch allerdings gesagt, dass diese Probleme ihren Weg nicht in die Verkaufsversion finden werden. Hoffen wir es!

Fazit

Sehr Schade! Heavenly Sword hätte alleine schon von der bombastischen Inszenierung der genialen Zwischensequenzen einen Preis verdient, nur leider wird der Rest des Spiels dem nicht gerecht. Die fast schon überladene Steuerung kann bei den hektischen Kämpfen ab und an schon für Frust sorgen und erreicht in keinerlei Hinsicht die leichte Handhabung eines God of War. Davon abgesehen bietet das Spiel ganz einfach zu wenig Umfang und Abwechslung. Von den kleinen technischen Schwächen mal abgesehen, bekommt ihr dennoch ein durchaus unterhaltsames Spielerlebnis geboten, welches sich aber leider nicht vor der großen spartanischen Konkurrenz behaupten kann.

Heavenly Sword [PS3 , looki.de]

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