Gesamtwertung89 %/10 |
Grafik10 Sound10 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg7 |
Bedienung7 |
Auch wenn Killzone 2 nicht das Maß aller Dinge ist, so stellt es zumindest in grafischer Sicht die neue Referenz dar. Hier wird ein Festmahl allererster Güte zubereitet. Man könnte glatt meinen, dass die Entwickler nicht mit Glutamat gegeizt haben, denn trotz einiger kleiner Mängel, kriegt man von Killzone 2 einfach nicht genug. Wenn man durch die düsteren Städte Helghans stürmt und dabei einen Feind nach dem nächsten ausschaltet, trauert man fast schon darüber, dass man nicht die Zeit bekommt, die irrsinnig fein detaillierten Umgebungen und Lichteffekte zu genießen. Auch die auf die Perpektive übertragenen Bewegungen des Charakteres tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich noch weiter in den wunderbar düsteren Welten von Killzone 2 verliert. Ab und an trüben ganz kleine Stotterer der Framerate und kurze Ladepausen das Bild ein wenig, dem unglaublichen Gesamteindruck tut dies jedoch keinen Abbruch.
Was Euch hier an akustischer Brillanz geboten wird, dürfte wohl selbst jeden Actionmuffel hellhörig machen. Der Surround-Sound klatscht euch regelrecht durch Euer Wohnzimmer und der orchestralische Soundtrack könnte filmreifer nicht sein. Hier gebührt den Entwicklern ebenfalls sehr großes Lob. Viel Mühe hat sich auch bei der Anpassung an den deutschen Markt gegeben. Die deutschen Stimmen passen sehr gut, auch wenn die Ausdrücke im Spiel manchmal ein wenig aufgesetzt vulgär wirken.
Killzone 2 spielt sich anfangs etwas träge und gewöhnungsbedürftig. Wer sich allerdings ein wenig Zeit für die Steuerung nimmt, wird sich schnell zurecht finden. Das Spiel bietet eine Reihe verschiedener Konfigurationen der Buttonbelegung. Wer möchte, kann aber auch jeden Knopf frei belegen. Die Entwickler haben bewusst auf eine automatische Zielfunktion verzichtet, wodurch Einsteiger sich wahrscheinlich anfangs recht schwer tun werden. Auch das Deckungssystem bietet zwar gute Ansätze, funktioniert aufgrund der nicht optimalen Handhabung aber nie wirklich perfekt.
Die geniale Grafik mag vielleicht davon ablenken, doch im Grunde wird in Killzone 2 lediglich bewährte Shooterkost aufgetischt. Alles hat man schon in anderen Shootern gesehen. Daher stellt der Titel auch definitiv keine Revolution dar. Allerdings muss man auch klar sagen, dass Killzone 2 jedes Spielelement sehr gut umsetzt, sodass man locker über den Mangel an Innovation hinweg sieht. Gleiches gilt auch für die Story des Spiels. Diese verblasst in Anbetracht des famosen Gameplays und driftet, trotz einiger netter Ansätze im späteren Verlauf des Spiels, schnell in die Belanglosigkeit ab. Es ist dennoch schade, dass man nicht mehr aus den an sich interessanten Charakteren und vor allem den Helghast heraus gekitzelt hat. Dass man auf einen Coop-Mode verzichtet hat, ist ebenfalls sehr bedauerlich, denn davon hätte die recht kurze Kampagne mit Sicherheit profitiert. Der riesige Multiplayer-Modus tröstet aber locker wieder darüber hinweg.
Wer nicht die nötige Geduld mitbringt, wird in Killzone 2 keine Aussicht auf Erfolg haben. Dies trifft nicht nur für das taktisch ausgelegte Gameplay und den, trotz der vier verschiedenen Stufen, insgesamt recht hohen Schwierigkeitsgrad zu. Anfänger werden aber auch ihre Probleme mit der recht lethargisch anmutenden Steuerung haben und viele Helghast-Truppen aufgrund der fehlenden Zielhilfe erst nach langer Eingewöhnungszeit präzise aus dem Verkehr ziehen.
Zwar sucht ihr einen Coop-Modus vergebens, allerdings seht ihr Euch mit Killzone 2 mit einem wahren Multiplayer-Monster konfrontiert. Ausgelegt für bis zu 32 Spieler könnt ihr auf acht großen Karten die Korken knallen lassen. Gerade der Ablauf der einzelnen Matches bietet, im Vergleich zur Konkurrenz, eine motivierende Neuerung. So wechseln sich Modi und Ziele während des Kampfes ab. Wer also gerade eine Runde Body-Count, also Team-Deathmatch gespielt hat, wird kurz danach ohne Unterbrechung mit dem nächsten Ziel konfrontiert und muss eine spezielle Zielperson des gegnerischen Teams ausschalten oder eine eigene beschützen. Weiter müsst ihr bestimmte Territorien einnehmen, Bomben platzieren oder in einem Capture The Flag-ähnlichen Modus, Radios in eure Basis schmuggeln. Diese Wechsel der Ziele sorgen dafür, dass sich jedes Match anders spielt und die Teams ihre Strategien in Windeseile anpassen müssen. Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, bietet Killzone 2 ein motivierendes Klassen- und Ranking-System. Je weiter ihr aufsteigt, desto mehr Waffen und Eigenschaften für die jeweilige Klasse schaltet ihr frei. Wer mag kann später sogar seine eigene Klasse kreieren und beispielsweise eigenschaften eines Snipers mit denen eines Medic kombinieren. Feine Sache! Ebenfalls lobenswert ist die Integration von Bots. Wer also mal keine Lust hat, online zu zocken oder die Maps unbesorgt erkunden möchte, findet hier die Gelegenheit. Für die Clanspieler unter Euch bietet die Killzone 2-Website zudem einen Support, den es in dieser Form noch nicht zu sehen gab. Besser geht's nicht.
Killzone 2 hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Selten habe ich Feuergefechte so intensiv und authentisch erlebt wie hier. Das mag auch daran liegen, dass einem das Spiel nur bei dem Versuch, es kritisch zu beäugeln, mit der Grafik-Gerte mitten ins Gefecht peitscht. Spätestens nach dem ersten Durchlauf hat man es aber gelernt, der Peitsche gewieft auszuweichen und unter den scheinbar undurchdringbaren Grafikmantel zu schauen. Und siehe da - bei Guerilla kocht man auch nur mit Wasser. Es fehlt den Köchen sogar oft an der geheimen Zutat, um Killzone 2 zu dem Überhit aufgehen zu lassen, den viele erwartet haben. Die Story schafft es zu keiner Zeit, den Spieler wirklich zu begeistern und ist vorhersehbar wie der dicke Schädel nach einem durchzechten Saufgelage. Davon ab bietet das Spiel auch keine wirklich herausstechenden Gameplay-Elemente. Alles gab es schon in anderen Spielen zu sehen, wenn auch nur selten besser. Auch wenn eine Revolution anders aussieht, ist Killzone 2 insgesamt gesehen ein sehr hochwertiger und lohnenswerter Titel, der euch, nicht nur aufgrund des grandiosen Multiplayer-Parts, auch noch nach Wochen bei Laune halten kann und den sich kein Shooter-Fan durch die Lappen gehen lassen sollte.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
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