Mercenaries 2: World in Flames

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Pandemic Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
18
Mercenaries 2: World in Flames [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Mercenaries 2: World in Flames

Söldner sind in der Regel ganz üble Zeitgenossen. Der Begriff Söldner bezeichnet – für diejenigen die es noch nicht wissen sollten – im Übrigen eine Person, die an einem bewaffneten Konflikt aus Streben nach persönlichem Gewinn teilnimmt, völlig unabhängig davon, wie deren tatsächlicher rechtlicher Status ist. Söldner gibt es schon ziemlich lange, bereits in der Antike wurden sie eingesetzt. Recherchiert man im World Wide Web etwas genauer, so wird man feststellen, das die ersten Söldner bereits um 1000 v. Chr. – zur Eisenzeit des antiken Griechenlands - tätig waren.

World in Flames

Nicht ganz so lange ist es her, als die Söldner – auch Mercenaries genannt - das letzte Mal auf der PlayStation 2 und Xbox ihr blutiges Handwerk verrichteten. Im Jahr 2005 schickten die kreativen Köpfe der Pandemic Studios erstmals Mattias Nilsson, Chris Jacobs sowie Jessica Mui in Mercenaries: Playground of Destruction auf gefährliche Einsätze.

Knapp drei Jahre später sind die drei Haudegen wieder zurück und wollen erneut unter Beweis stellen, dass sie es immer noch allzu gut verstehen, auf dem Schlachtfeld ordentlich die Sau raus zu lassen.

Ja, so ein Söldnerleben ist wahrlich nichts für zarte Gemüter. Ständig gibt’s was auf die Omme, permanent fliegen einem Kugeln um die Ohren und betäubende Explosionen strapazieren zudem auch noch den Gehörgang. Richtig übel wird es allerdings erst, wenn man von seinem Auftraggeber aufs Fieseste hintergangen wird und obendrein auch noch eine Kugel in der Allerwertesten gejagt bekommt. Exakt dieses Szenario erlebt ihr in Mercenaries 2: World in Flames, dabei ist dem Titel völlig egal mit welchem der drei Söldner ihr auf Einsatz geht, denn die Hintergrundgeschichte ist stets die Gleiche.

Das Spiel beginnt damit, das ihr euch im Auftrag von Ramon Solano, dem reichsten Mann Venezuelas, auf den Weg zu einer Insel macht um dort einen gewissen General Carmona zu befreien, der dort gegen seinen Willen festgehalten wird. Nach der Befreiung von Carmona, seines Zeichens Befehlshaber der venezolanischen Armee, schlägt sich dieser auf die Seite eures Auftraggebers und plant zusammen mit Solano einen Staatsstreich.

Zu dumm nur für Euch, denn beide haben vor euch umgehend aus dem Weg zu räumen. Glücklicherweise gelingt euch – mit einer Kugel im Arsch – die Flucht zu ergreifen, den noch offenen Sold für den Auftrag ist euch Solano aber trotzdem schuldig geblieben. Während sich dieser selbst zum Präsidenten erklärt, schwört ihr natürlich auf Rache.

Heisses Pflaster Venezuela

Und um Eure hart verdiente Kohle einzutreiben und Euch an Solano zu rächen, ist einem Söldner bekanntlich jedes Mittel recht, selbst wenn dabei das ganze Land in Schutt und Asche gelegt wird. Wer den Vorgänger gezockt hat, wird bemerken, dass sich spielerisch eigentlich nicht allzu viel geändert hat. Nach wie vor schlüpft ihr entweder in die virtuelle Haut von Mattias Nilsson, Chris Jacobs oder Jennifer Mui, die bereits im ersten Teil das dreiköpfige Söldnerteam bildeten.

Grundsätzlich ändert sich an der Geschichte des Spiels nichts, ganz egal mit welchem der drei Haudegen ihr auf das Schlachtfeld zieht.

Der einzige Unterschied ist, sieht man von der optischen Komponente der Protagonisten einmal ab, das jeder der Charaktere unterschiedliche Spezialfähigkeiten hat. Mattias beispielsweise regeneriert sich nach Treffern schneller, Chris hat mehr Munition im Gepäck und Jennifer kann sich schneller bewegen. Habt ihr Euch für einen Charakter entschieden geht es auch schon los. Ihr befindet Euch auf einem Schnellboot und seid auf dem Weg zu der besagten Insel, um dort General Carmona aufzuspüren und zu befreien. Aber bereits auf dem Weg dorthin, der übrigens als Tutorial dient, macht sich Ernüchterung breit. Die gesamte Optik des Titels flimmert stellenweise, die Grafiken im Hintergrund wirken teilweise etwas matschig, bei den Zwischensequenzen sind deutliche Treppen an den Konturen der Protagonisten zu erkennen und überhaupt lässt das Spiel so gut wie keine Grafikmuskeln spielen.

Aber man soll ja nicht gleich die Flinte ins Korn werfen – geben wir also der spielerischen Seite von Mercenaries 2 eine Chance.

Auf der Insel angekommen geht auch schon sofort die Action los und wir können bereits hier verstehen, wieso der Titel den Namen World in Flames spendiert bekam. Mercenaries 2 ist nämlich, um es einmal kurz zu beschreiben, eine riesige Spielwiese der Zerstörung.

Zwar haben die Entwickler aus der großangekündigten komplett zerstörbaren Welt nun eine teils zerstörbare Welt gemacht, aber auch schon so, kann sich der Titel sehen lassen. Vor allem die großartigen Explosionseffekte werden euch verzücken, aber auch die Kampfanimationen sind nicht von schlechten Eltern. Die meisten Dinge können komplett zerstört werden, was ungemein Laune macht und beeindruckend in Szene gesetzt worden ist. Die zerstörten Umgebungen, das schließt Häuser, Türme, Barrikaden, Laternenpfosten, Fahr- und Flugzeuge, Bäume und Büsche mit ein, bleiben auch zerstört, was sich auch auf den Spielablauf auswirkt.

Beispielsweise könnt ihr zu Fuß keine größeren Hindernisse wie Büsche oder Wände überwinden, mit einem Jeep oder Panzer sieht das da schon anderes aus. Brettert ihr nämlich mit einem Vehikel durch diverse Hindernisse, macht ihr euch eure eigene Schneise und erreicht so viele Punkte auf der Karte deutlich schneller und auch einfacher.

Mehr als nur eine Zerstörungsorgie

Mit den beschlagnahmten oder zur Verfügung gestellten Fahrzeugen, könnt ihr allerdings nicht nur Schaden anrichten, sondern darüber hinaus auch längere Distanzen zwischen den Aufträgen überbrücken. Apropos zur Verfügung gestellt: Hier tritt Fiona Taylor in Erscheinung. Sie unterstützt seit Nordkorea den Söldnertrupp und kümmert sich vom PMC – Private Military Company, eurem Hauptquartier – aus, um die logistische Unterstützung eurer Einsätze.

Sie stellt Kontakte her, zieht neue Aufträge an Land, versorgt euch während des Einsatzes mit Infos und Ausrüstung, hat Zugang zur Satellitenüberwachung der gesamten Region und hackt zudem feindliche Waffensysteme, um Luftangriffe anzufordern. Kurz gesagt, sie hilft Euch in der Not und ist ganz nebenbei auch Euer Ansprechpartner, solltet ihr einmal hängen und nicht mehr weiterwissen.

Kommen wir noch einmal zum PMC, der Söldneragentur, die ihr in Venezuela kurz nach Beginn des Spiels aufbaut. Hier sitzt nämlich nicht nur Fiona für euch am Schreibtisch, nein, dort werden nämlich auch noch eure Waffen, Fahrzeuge und die Munition für Luftangriffe gelagert. Um Euer Arsenal aber auch einsetzen zu können, müsst Ihr es zunächst erst einmal füllen. Das geht größtenteils sehr einfach, nämlich mit Benzin, welches in Venezuela eine echte Währung ist.

Euer Benzinvorrat entscheidet darüber, ob Ihr Euch auf Eure Wumme in der Hand verlassen müsst, oder bequem aus sicherer Entfernung beispielsweise einen Luftangriff auf ein besagtes Ziel anfordern könnt. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden um an Benzin zu kommen. Entweder ihr zerstört Fahrzeuge oder stehlt das Benzin. Letzteres ist selbstverständlich schwerer, jedoch ist die Ausbeute dabei deutlich höher.

Fahrzeuge zerstören dürfte wohl kein allzu großen Problem darstellen: Das Ziel anvisieren, den Abzug eurer Bleispritze betätigen und zusehen wie das Objekt mit einem Wumms explodiert. Nach der Aktion erscheint dann ein kleiner Kanister mit dem wertvollen Benzin, den es natürlich einzusammeln gilt. Wollt Ihr Benzin stehlen, müsst ihr Euch schon etwas mehr anstrengen.

Habt Ihr beispielsweise einen Helikopterpiloten rekrutiert, könnt Ihr einen begehrten Benzintank markieren und von Eurem Rekrut ausfliegen lassen.

Dabei solltet Ihr aber berücksichtigen, dass diese Aktion als feindseliger Akt gewertet wird, sollte euch jemand dabei erwischen.

Das erbeutete Benzin wird nach geglückter Aktion in eurem PMC gelagert, wo dann eure dortigen Mitarbeiter damit wirtschaften können. Dazu gehören unter anderem Nachschub liefern, eigene Fahrzeuge bauen, euch zu verschiedenen Orten fliegen oder Luftunterstützung leisten. Eine wirklich coole Sache, denn wenn es einmal brenzlig wird, könnt Ihr so nämlich zum Beispiel per Helikopter einen Guerillatrupp zur Unterstützung rufen, der euch dann kräftig aushilft. Solche Aktionen sind allerdings noch nicht sofort verfügbar und zudem schon gar nicht umsonst. Folglich ist es ratsam mit dem ergatterten Benzin und der verdienten Kohle entsprechend sparsam umzugehen und stets einen Blick auf euren Kontostand zu werfen. Wie ihr unschwer erkennen könnt, ist das neue Mercenaries mehr als nur eine plumpe Ballerei und wilde Zerstörungsorgie, im Gegenteil, hier kommen stellenweise innovative Features wie zum Beispiel das Tarnsystem zum tragen.

Steigt ihr beispielsweise unbeobachtet in ein Fahrzeug, das einer bestimmten Gruppierung angehört, werdet ihr vom Feind und Freund auch als solche erkannt. Ein sinnvolles Feature, da ihr auf diese Weise nämlich durch feindliches Gebiet fahren könnt, ohne unter Beschuss genommen zu werden. Hinzu kommen weitere ordentliche Features wie beispielsweise das Kapern von Fahrzeugen. Via Minispielchen das mit eingeblendeten Tastenkombinationen daherkommt, die es selbstverständlich in der richtigen Reihenfolge zu drücken gilt, könnt ihr eigentlich jedes beliebige Vehikel übernehmen. Da wird auch schon einmal eine scharfe Granate in einen Panzer geworfen oder gleich der Helikopterpilot während des Fluges aus dem Sitz befördert und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob ihr Euch gerade auf dem Boden oder in der Luft befindet. Wer sich etwas Zeit nimmt und die Spielwelt von Mercenaries 2 richtig erkundet, der wird feststellen, das es allerhand verschiedene Möglichkeiten im Spiel gibt.

In den über 100 Nebenmissionen, die ihr erst einmal ausfindig machen müsst, gilt es unter anderem, bestimmte Zielpersonen gegen ein Kopfgeld auszuschalten, Rennen zu fahren, versteckte Ersatzteile zu finden, sowie diverse Häuser in Schutt und Asche zu legen. Ihr könnt das Spiel aber auch beenden, in dem ihr euch lediglich um die Story-relevanten Aufträge kümmert, dann flimmert jedoch deutlich früher der Abspann über den Bildschirm. Daher lautet hier die Devise: Wer sucht, der wird meist auch fündig!

Was es sonst noch gibt

Bei all der spielerischen Freiheit, die es euch sogar ermöglicht, im freien Spiel eure eigene private Armee aufzubauen, gibt es neben der anfangs erwähnten schwächelnden Präsentation allerdings auch noch einige weitere störende Kritikpunkte. Hauptkritikpunkt ist hier die stellenweise wirklich grottige künstliche Intelligenz der Gegner. Diese laufen meist ohne Taktik auf Euch zu, suchen eigentlich nie Deckung und dienen daher größtenteils als einfaches Kanonenfutter. Hinzu kommt, dass sich die anfangs noch spaßigen Minispiele zu oft wiederholen, was leider etwas an der Abwechslungs- und Spielspaßkurve kratzt.

Dafür bietet Mercenaries 2: World in Flames für Spieler, die gerne mit einem Kumpel auf Zerstörungstour gehen möchten, einen Online-Coop-Modus. Wer möchte, kann sich also zu jeder Zeit in ein laufendes Spiel eines Freundes einklinken und gemeinsam mit diesem die frei begehbare Spielwelt erkunden und Aufträge erledigen. Das tröstet zwar nicht über die Schwächen des Titels hinweg, ist aber trotzdem eine spaßige Sache. Denn mal ehrlich: Zu zweit sprengt es sich gleich viel besser!

Fazit

Für Mercenaries 2: World in Flames eine Kaufempfehlung auszusprechen ist ein zweischneidiges Schwert: Zum einen hat der Titel wirklich coole Momente, bietet einige tolle Features und lässt auch ordentlich Spielspaß aufkommen. Zum anderen muss allerdings gesagt werden, dass die optische Aufmachung nicht gerade Next-Gen-würdig ausgefallen ist, die KI der Feinde nicht überzeugen kann und sich stellenweise die Minispiele einfach zu oft wiederholen. Die einen werden das unkomplizierte Spielsystem mit der eingängigen Steuerung sicherlich lieben und nach Herzenslust alles in Schutt und Asche bomben. Andere hingegen werden jedoch vielleicht nach wenigen Spielstunden enttäuscht feststellen, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre.

Zugegeben, der Titel macht auf eine bestimmte Art und Weise schon einen Mordsspaß und fesselt auch über eine längere Spielzeit hinweg an das Gamepad, die aufgezählten Mängel verhindern jedoch, das dem Titel eine höhere Bewertung zu Gute kommt. Kurz gesagt: Wer auf action- und explosionsgeladenes Gameplay steht, der kann unbedenklich einen Blick riskieren. Wer sich allerdings taktischen Tiefgang und eine herausragende optische Aufmachung von diesem Spiel erhofft, der wird schnell wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. Schade, etwas mehr Entwicklungszeit hätte dem Titel sicherlich eine höhere Wertung beschert.

Mercenaries 2: World in Flames [PS3 , looki.de]

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