Gesamtwertung83%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Eigentlich sollte Metal Gear Online basierend auf der Grafikengine des vierten Teils der erfolgreichen Stealth-Shooter-Reihe zunächst als eigenständiges Spiel veröffentlicht werden. Doch Konami entschied sich anders und packte die Online-Wumme einfach neben dem Haputspiel auf die Blu-Ray-Disc. Dies könnte sich als durchaus clever herausstellen, wenn sich genügend Spieler finden lassen, die dem Charme des Multiplayer-Titels verfallen, will das Unternehmen doch in Zukunft zahlreiche Zusatzinhalte zum kostenpflichten Download bereit stellen. Steht nun eigentlich nur die Frage im Raum, ob es sich überhaupt lohnt einen längeren Blick auf Metal Gear Online zu werden oder ob es sich bei dem Spiel nur um einen lieblosen Mehrspieler-Modus handelt, der zu Recht kein eigenes Cover bekommen hat.
Bevor man sich aber überhaupt ins Spielgeschehen stürzen darf, muss erst einmal eine Konami ID und eine Game ID bezogen werden. Bei uns hat das direkt einmal schlappe eineinhalb Stunden gedauert, da Konami anscheinend nicht daran dachte, eine vernünftige Website für die Registrierung zu kreieren. In Zeiten der Beta-Phase präsentierte sich diese Unnötigkeit sogar noch umständlicher.
Skillen was das Zeug hält!
Hat man dann aber alle seine Daten weitergegeben, kann man endlich einen eigenen Charakter erstellen. Wer mehrere Protagonisten spielen will, darf blechen. Den meisten Spielern wird jedoch der eine Slot reichen. Neben dem Aussehen eures Charakters könnt Ihr auch dessen Fähigkeiten und Fertigkeiten individuell anpassen. Das geschieht durch das sehr nette Skill-System, welches auf dem Sammeln von Erfahrungspunkten basiert. Für Abschüsse und erfüllte Missionsziele gibts Punkte, die dann wiederum in den Ausbau der Fertigkeiten investiert werden. Davon gibt es übrigens eine ganze Menge. Leider stehen jedem Spieler aber nur vier Slots zur Verfügung, so dass man abwägen muss, welche Fähigkeiten am besten zum eigenen Spielstil passen. Hinzu kommt noch, dass etwa Fertigkeiten, wie die Fähigkeit mit einer Maschinenpistole umzugehen, pro Level einen eigenen Slot belegen.
Taktisch ist das natürlich vor allem für Clans eine große Herausforderung. Zudem kommt, dass man im normalen Match nie weiß, mit welchem Gegner man es als Nächstes zu tun bekommt. Ist er etwa besonders geschickt im Kampf mit dem Messer oder kann er uns aus sicherer Entfernung ein Haar von der Kopfhaut schießen? Dadurch betritt man nicht nur bei fast jedem Aufeinandertreffen Neuland, sondern weiß einfach so gut wie nie, woran man eigentlich ist. Das Austauschen der einzelnen Fertigkeiten funktioniert einfach, so dass man so gut, wie alles aufleveln und wenn es nötig wird einsetzen kann. Die fünf Maps, die im Startpaket enthalten sind, glänzen allesamt durch ein intelligentes Leveldesign, dass so ziemlich für jeden Charaktertypen, ob nun Nahkampfexperte oder Fernkämpfer, Ecken und Kanten bietet.
Niemand ist wirklich sicher und niemand wirklich übermäßig bevorteilt. Jeder muss seine Fähigkeiten der Map anpassen und Orte finden, an denen sie greifen. So wird ein Messerspezialist kaum aufs offene Welt rennen, sondern eher den Weg durch Gebäude, enge Räume und Kanäle wählen.
Leider muss man dem Titel trotz des guten Charakter-Balancings nicht gerade ein ausgereiftes Trefferpunkte-System bescheinigen. Während Kopfschüsse sofort töten, diese aber nur sehr selten wirklich getimed sind und eher zufällig entstehen, stecken die Körper der Protagonisten viel zu viel weg. Meist entscheidet deshalb ein Headshot oder aber ein leer geballertes Magazin über den Ausgang eines Gefechts.
Kein Vollpreis-Umfang
Die Spielmodi sind recht überschaubar. Mit Deathmatch, Team-Deathmatch, Domination und einem lustigen Capture-The-Flag-Abklatsch in dem Enten die Flagge darstellen, steht Metal Gear Online auf soliden Beinen. Einziger neuer Modus ist die so genannte Sneaking Mission. Während die Großzahl der Spieler sich einfach nur gegenseitig bis zum Tod beharkt, ist es die Aufgabe eines Zockers die Hundemarken der Toten als Solid Snake einzusammeln. Dabei hat er so ziemlich alle Bewegungsmöglichkeiten, wie in Metal Gear Solid 4. Ab einer bestimmten Anzahl von Spielern auf dem Server darf einer sogar die Rolle des kleinen Miniroboters MK II übernehmen. Das Ganze stellt sich als extrem spaßig heraus. Dabei ist MGO vor allem für taktisch orientierte Spieler ein Fest. Während der Spielablauf eher träge als schnell daherkommt, rücken das Deckungssystem, welches leider nicht ganz so gut gelungen ist, wie im Hauptspiel, und das langsame Vortasten stark in den Mittelpunkt. Rushen wird hier genauso schnell unterbunden wie blindes Drauflos-Ballern. Dass der Titel vor allem auf Teamspieler ausgelegt ist, zeigt auch das gut ausgestattete Kommunikations-System, dass durch ein Nachrichtensystem, die Möglichkeit einen Clan zu gründen, Freunde zu horten und so weiter glänzt. Auch Informationen, etwa über die Spielzeit, das Level und vieles mehr können ganz bequem per Knopfdruck abgefragt werden.
Metal Gear Online im Test.
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