Gesamtwertung88 %/10 |
Grafik8 Sound8 |
Lanzeitspaß9 Spieleinstieg7 |
Bedienung9 |
Im aktuellen Teil der Midnight Club-Serie gilt es, die Westküstenmetropole Los Angeles unsicher zu machen. Als Neuling der Rennszene wollt ihr euch in den Straßen von L.A. einen Namen machen, Respekt verdienen und zum King of the Streets aufsteigen. Zu Spielbeginn, welcher mit einer kleinen, allerdings eigentlich nebensächlichen Story daherkommt, startet ihr eure Rennkarriere jedoch zunächst einmal mit einer alten Karre und müsst euch zwischen einem 1988er VW Scirocco, einem 1998er Nissan 240SX oder 1983er Golf GTI entscheiden.
Da ihr in solchen alten Klapperkisten jedoch in der Szene nicht hoch angesehen seid, gilt es schnellstmöglich Kohle zu verdienen und die jeweils gewählte Schüssel aufzupimpen. Ihr habt Glück, denn gleich zu Spielbeginn lernt ihr an einer Imbissbude namens Carney's fesche Typen kennen, die euch in die Rennszene einführen und auch gleich mit austragbaren Rennen versorgen. Diese werden euch entweder per Telefonkontakt am unteren linken Bildschirmrand über der kleinen Navigationsmap eingeblendet oder erscheinen auf der großen Navigationsmap, die ihr mittels Druck auf die Select-Taste aufrufen könnt. Da die Rennen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben, erscheinen diese auf der Map auch in unterschiedlichen Farben. Grüne Symbole bedeuten, dass es sich um ein leichtes Rennen handelt und gelbe Symbole hingegen, das es ein Wettkampf auf mittlerem Niveau ist.
Ein rotes Symbol bedeutet - wie könnte es folglich anders sein, dass es sich um ein richtig hartes Rennen handelt, bei dem ihr alle Register eures fahrerischen Könnens unter Beweis stellen müsst. Um ein Rennen zu starten müsst ihr lediglich kurz mit den Scheinwerfern aufblenden und schon kann es losgehen. Witzigerweise gilt es dann stellenweise nicht sofort den Wettkampf zu starten, sondern zunächst einmal ein Rennen zur Startposition durchzuführen. Der Sieger erhält anschließend gleich einigen Respekt, der in Form von Reputationspunkten angerechnet wird. Blendet man allerdings ein zweites Mal auf, startet direkt das richtige Rennen. Mit diesen Punkten, die im weiteren Spielverlauf euren Status in der Racingszene beschreiben, könnt ihr später dann fortgeschrittenere Events absolvieren und gegen die richtigen heißen Boliden sowie um höhere Siegesprämien fahren. Bis es aber soweit ist, ist es ein langer Weg. Um in den Straßenrennen überhaupt mit der Konkurrenz mithalten zu können, empfiehlt es sich daher, gleich nach den ersten erfolgreich absolvierten Rennen, die Hollywood Auto-Garage zu besuchen.
Dort könnt ihr nicht nur eure Rennschlitten gehörig aufpolieren und mit einer anderen Lackierung oder coolen Decals verschönern, sondern obendrein auch tunen. Angefangen vom vorderen Scheinwerfer bis hin zum hinteren Auspuff dürft ihr hier so ziemlich jedes Teil euren persönlichen Vorlieben anpassen, das nötige Kleingeld vorausgesetzt natürlich. Ihr wollt das die Karre von unten her wie ein Weihnachtsbaum leuchtet, habt ein Faible für Flügeltüren, wollt lieber 18 Zoll anstelle von 15 Zoll-Felgen oder findet ihr, dass ein riesiger Heckspoiler oder fette Seitenschweller genau das richtige für euren Rennstuhl sind - kein Problem. Wählt einfach das gewünschte Teil aus dem Tuning-Menü, baut dieses an eurem Wagen und bezahlt hinterher die Rechnung. Das Schöne dabei ist, dass für die Tuning-Optionen eigentlich keine großen Hintergrundkenntnisse erforderlich sind, auch dann nicht, wenn ihr dem richtigen Upgrade-Menü einen Besuch abstattet. Spielend leicht könnt ihr an der Motorleistung drehen, das Fahrverhalten anpassen oder eine NOS-Lachgaseinspritzung einbauen. Diejenigen unter euch, die schon mehrere Rennen gemeistert und höhere Beträge in der virtuellen Brieftasche haben, sollten mal einen Blick auf den Automarkt werfen. Denn dort bekommt ihr, eine ordentliche Investition vorausgesetzt, einen richtig heißen Wagen.
Der Fuhrpark umfasst hier knapp 50 verschiedene Fahrzeuge, Motorräder mit eingerechnet. Namhafte Fahrzeughersteller wie Mercedes, Audi, Volkswagen, Lamborghini, Aston Martin, Chevrolet, Dodge, Ford, Mitsubishi, Pontiac und Nissan geben sich hier die Ehre und auch Zweiräder von Ducati sowie Kawasaki gehören mit zum Racing-Repertoire.Entsprechend sind hier zahlreiche hochwertige Fahrzeuge wie der Audi R8, Mercedes AMG, Nissan Skyline GT-R, Volkswagen R32, Dodge Charger, Lamborghini Murcielago sowie den traumhaften Saleen s7 käuflich. Die Preisspanne für die jeweils genannten Modelle variiert dabei allerdings von 35.000 Dollar bis hin zu horrenden Summen jenseits der 500.000 Dollar-Grenze. Gerade billig sind die Vehikel also nicht, wozu uns passenderweise auch gleich eine bekannte Weisheit einfällt: Qualität hat ihren Preis! Wie bereits im Vorgänger habt ihr erneut die Möglichkeit, während den Rennen auf mehrere Spezialfähigkeiten zurückzugreifen. Zum einen wäre da die vorhin erwähnte Lachgaseinspritzung, zum anderen könnt ihr euch aber auch den Windschatten des Vordermanns zu Nutze machen.
Daraus ergibt sich gerade für den Vordermann ein wirklicher Nachteil, da diesem der Windschatten logischerweise nicht nur Verfügung steht, ihm aber die Nachzügler permanent am Heck kleben. Genau hier kommen dann die anderen Spezialfähigkeiten zum Einsatz, die ihr euch aber erst einmal durch fehlerfreies Fahren verdienen müsst. Beim Focus-Mode handelt es sich um ein Feature, mit dem ihr alles verlangsamen könnt, was sich rund um euer Vehikel aufhält. Auf diese Art und Weise könnt Ihr eine eigentlich verpatzte Situation eventuell noch retten, in dem ihr in der Zeitlupe beispielsweise euren Wagen doch noch um eine enge Kurve manövrieren könnt, die ihr eigentlich nicht mehr hättet nehmen können. Desweiteren gibt es auch noch den Agro-Mode, mit welchem ihr nach einer Aktivierung, für ein paar Sekunden so ziemlich jedes Fahrzeug aus dem Weg schiebt, das euch am Weiterkommen behindern könnte. Ein weiteres, sehr witziges Feature ist der Roar-Mode. Habt ihr euch dieses erst einmal erarbeitet, könnt ihr den Motor eures Boliden aufbrüllen lassen. Die anschließend erzeugte Druckwelle fegt dann förmlich sämtliche umliegenden Fahrzeuge vom Platz. Das letzte Feature im Feld ist der EMP-Modus, mit dem es möglich ist, die Elektrik der anderen Konkurrenten zu stören und somit deren Vehikel für kurze Zeit außer Gefecht zu setzen.
Durch diese Spezialfähigkeiten ergeben sich für jeden Rennteilnehmer verschiedene Vorteile, die jeder zu seinen Gunsten im jeweiligen Moment einsetzen kann. Dadurch gestaltet sich nicht nur der Spielverlauf sehr lustig und abwechslungsreich, sondern stellt euch stets vor neue Herausforderungen.
Bevor wir auf die audiovisuelle Seite von Midnight Club: Los Angeles eingehen, möchten wir noch einmal kurz auf die Onlineunterstützung zu sprechen kommen, die wirklich herausragend und komfortabel umgesetzt worden ist. Mittels einem Druck auf das Steuerkreuz lässt sich das Onlinemenü öffnen, aus dem wir dann aus einer guten Auswahl an Spielvarianten, die gewünschte auswählen können. Neben der freien Fahrt, in der ihr natürlich auch zu Onlinerennen eingeladen werden könnt, gibt es hier neben den üblichen Checkpoint,- oder Rundenrennen auch noch die so genannten Landmark-Races. Hier gilt es dann, von dem einen zum anderen Ende der Stadt über den Asphalt zu düsen. Für Teambasierende Rennen sorgen die Battle-Modes.
Diese sind mit Free-For-All, Basewar, Splitbase, Stockpile, Splitbase Stockpile sowie Keepaway überwiegend Challenges im Capture the Flag-Segment angesiedelt und verlangen euch einiges an fahrerischen Können ab. Bei der virtuellen Flaggenhatz jagt ihr dann mit bis zu insgesamt 16 Spielern gleichzeitig zufällig in der Stadt verteilten Flaggen hinterher und versucht diese an den angegebenen Zielpunkten abzuliefern. Natürlich ohne sie euch von der Konkurrenz abnehmen zu lassen. Alle Spielmodi bieten hier eine riesige Menge Spielspaß, allen voran der Stockpile-Modus hat es uns angetan. Bei diesem sind genau wie in den anderen Modi mehrere Flaggen verteilt, nur das eben eine davon eine versteckte Bombe ist. Ziel ist es hier nach wie vor, so viele Flaggen wie möglich ins Ziel zu bringen, nur eben ohne die Bombe zu erwischen. Solltet ihr dummerweise ausgerechnet die Bombe einsammeln, gilt es hier nun, diese so schnell wie möglich an einen anderen Spieler weiterzugeben, bevor man selbst in Rauch aufgeht. Eine sehr spaßige und auch mal frische Spielidee, die übrigens auch als Team-Variante zur Verfügung steht. Optional lassen sich bei den wählbaren Spielvarianten auch noch diverse Power-ups aktivieren, die dann an bestimmten Punkten auf der Map eingesammelt werden können.
Hier stehen neben dem Nitro - der ja selbsterklärend sein dürfte, auch noch ein Schild zur Verfügung, mit dem euer Fahrzeug eine Zeit lang vor allen möglichen Angriffen geschützt ist. Die übrigen Power-ups wie beispielsweise der Störer, der den Konkurrenten die Sicht vernebelt oder das Eis, welches das gegnerische Auto eine Partie Schlittschuh fahren lässt, prallen somit einfach von euch ab. Weitere Power-ups wären dann noch der Stopper, welcher jeden der ihn trifft sofort abrupt anhält, der Impuls, der alle umliegenden Fahrzeuge wegschleudern lässt, sowie der Spiegel, der auf ganz fiese Art und Weise einfach die Steuerungskontrollen umkehrt. All diese unterhaltsamen Spielereien, die es übrigens auch per Zufallsprinzip zum einsammeln gibt, sorgen gerade online für abwechslungsreiche Unterhaltung und sehr spaßige Karambolagen.
Optisch sowie Akustisch ist Midnight Club: Los Angeles ein echtes Brett! Die verschiedenen Boliden erstrahlen im allerschönsten Polygongewand, auf denen sich die detaillierten Umgebungen der Westküstenmetropole im Lack spiegeln, während aufgewirbelter Staub bei der schnellen Fahrt hinter Euch hergezogen wird.
Das wechselnde Tageszeitensystem ist erstaunlich gut umsetzt worden und ermöglicht somit illegale Rennen nicht nur bei Nacht, sondern auch bei Tageslicht. Außerdem ist es bei einer Sightseeingtour durch Los Angeles wirklich schön mit anzusehen, wie sich das Stadtbild von Tag zu Nacht verändert und sich die Metropole in ein nächtliches Lichtermeer verwandelt.
Generell sind die jeweiligen Locations, die sich in Downtown L.A., Hollywood Hills - Mulholland Drive, Sunset Strip, Beverly Hills - Rodeo Drive und Santa Monica - Ocean Ave aufteilen, sehr schön in Szene gesetzt worden, erreichen dabei allerdings nicht die Lebendigkeit eines Liberty City aus GTA IV.
Aber auch die übrigen grafischen Spielereien wie zersplitterte Glasscheiben, das Feuerspuken des Auspuffs bei gezündeten Nitro und die aufgeschreckten Passanten, die versuchen Eurem Vehikel aus dem Weg zu springen, wissen zu gefallen. Lediglich die Tatsache, dass die verschreckten Passanten nie unter eure Räder gelangen, trübt hier den sonst großartigen Eindruck.
Wir wollen damit nun aber nicht verdeutlichen, dass wir mit Autos gerne Jagd auf Fußgänger machen und es uns wichtig erscheint, dass diese an der Windschutzscheibe unseres Fahrzeugs kleben, aber etwas mehr Sorgfalt bei den Ausweichmanövern der Fußgänger hätte Rockstar hier schon walten lassen können. Es erscheint nämlich einfach nur dämlich, wenn ein Passant plötzlich durch eine Steinwand rennt und verschwindet, nur um eurem Gefährt lebendig zu entkommen.
Neben den tollen Upgrades, die allesamt auch an den jeweiligen Fahrzeugen zu erkennen sind, ist auch wieder ein Schadensmodel mit von der Partie, welches sich, wie schon beim Vorgänger Midnight Club 3: DUB Edition erneut sehen lassen kann. Dieses ist zwar nach wie vor nur optischer Natur und wirkt sich folglich auch nicht auf das Fahrverhalten aus, überzeugt dafür aber mit seinen fetten Beulen, herabhängenden sowie abfallenden Autoteilen, zersplitterten Scheiben und aufgekratztem Lack.
Übrigens, die Schäden müssen nicht für teures Geld repariert werden, sondern können nach einem absolvierten Rennen oder nach einem Totalschaden kostenfrei in der Werkstatt oder durch eine der überall verstreuten Tankstellen umgehend repariert werden.
So sieht Euer Schlitten bei jeden Rennen stets wieder wie neu aus der Autofabrik aus. In Sachen Sound ist auch ordentlich etwas los. Mit realistischen Motorensounds, authentischen Umgebungsgeräuschen und einem abwechslungsreichen Soundtrack wird Euer Ohr jede Spielminute wieder aufs Neue verzaubert.
Hervorzuheben ist auch, dass sich die eigene Karre nach jedem Motortuning anders anhört, was nicht nur logisch ist sondern obendrein auch sehr zur Atmosphäre des Spiels beiträgt. Auch die deutschen Untertitel sind gut lokalisiert und leicht leserlich umgesetzt worden. Lediglich bei den Telefonkontakten, die in regelmäßigen Abständen mittels des Handys über eure Map gelegt werden, müsst ihr auf diese verzichten und mit der guten englischen Sprachausgabe vorlieb nehmen. Das fällt aber nicht wirklich ins Gewicht, denn ansonsten haben die Rockstar Games-Entwickler hier alles richtig gemacht.
Wenn ich einen Hut hätte würde ich ihn ziehen. Was Rockstar Games mit Midnight Club: Los Angeles abliefert, kann man nicht in Worte fassen, sondern muss es einfach gesehen haben. Es macht einfach riesigen Spaß mit seinem getunten Luxuswagen und einem Wahnsinnsspeed durch die Städte zu brettern. Eine derart schnelle Spielgeschwindigkeit war ich bisher ehrlich gesagt nur von BurnOut gewöhnt, aber auch diese war offensichtlich noch zu toppen und das sogar ohne Einbrüche der Framerate. Zumal erfreut es mich mit anzusehen, wie sich die Midnight Club-Serie seit dem ersten Teil fortan rasant weiterentwickelt hat und audiovisuell sowie spielerisch einfach jede Menge dazugelernt hat. Kurz gesagt: Wer bereits mit den Vorgängern der Serie seinen Spaß hatte, sollte sich den aktuellen Teil keinesfalls entgehen lassen, denn dieser bietet das bisher schönste und spielerisch anspruchsvollste Spielerlebnis der Reihe.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Midnight Club: Los Angeles im Test.
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