Gesamtwertung87%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Als seinerzeit auf der E3 der allererste Trailer zu Motorstorm gezeigt wurde, sorgten die gezeigten Szenen für große Augen und heruntergeklappte Kinnladen. Angeblich beruhten die bewegten Bilder auf Ingame-Material, was aber schlicht und einfach gelogen war. Wie sich hinterher nämlich herauskristallisierte, handelte es sich dabei um gerenderte Sequenzen und die tatsächliche Spielgrafik konnte da logischerweise nicht mithalten. Schlecht hat der Titel in unserem Test, dank seines ordentlichen Komplettpaketes, aber trotzdem nicht abgeschnitten und bekam damals eine ordentliche 82%-Wertung spendiert. Nun, knapp ein Jahr und acht Monate später steht die Fortsetzung in den Startlöschern, welche in der zweiten Novemberwoche hierzulande veröffentlicht wird. Wir haben uns Motorstorm: Pacific Rift bereits ausgiebig angeschaut und berichten nun, ob der zweite Teil an die Qualitäten des Erstlings heranreicht oder diesen sogar noch übertrifft.
Ab auf die Insel
Wie der Titel namens Pacific Rift bereits erahnen lässt, kehrt die Fortsetzung des erfolgreichen Offroad-Rennspiels dem einstigen Wüstensetting eiskalt den Rücken und katapultiert euch auf eine herrlich schöne Insel im Pazifik.
Das neue Race-Setting auf der Pazifikinsel bringt dabei nicht nur eine vollkommen andere Spielumgebung, sondern auch ein, aus spielerischer Sicht heraus betrachtet, völlig anderes Rennerlebnis. Trotzdem stehen hier, genau wie beim Vorgänger, nach wie vor schnelle Rennen, knallharte Zweikämpfe, kompromisslose Rempler, sowie heftige Kollisionen an der Tagesordnung, bei denen euch logischerweise eine ganze Menge Blech um die Ohren fliegt. Für die Rennen stehen euch insgesamt 16 verschiedene und sehr abwechslungsreiche Strecken zur Verfügung, die sich wahrlich sehen lassen können und bei denen die Entwickler ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben. Das Spiel teilt sich dabei im Kampagnen-Modus der hier 'Das Festival' genannt wird, auf vier unterschiedliche Bereiche auf, in denen es gilt, jeweils 24 Rennen zu meistern. Die vier Rennbereiche sind Fire Zone, Earth Zone, Water Zone sowie Air Zone, bei denen der Name auch tatsächlich Programm ist.
Die Fire Zone schickt euch in heiße Rennabschnitte, bei denen sich glühende Lavaströme über das Areal verteilen und euren Rennschlitten richtig übel zusetzen können.
Wie bereits im ersten Teil, verfügt euer Vehikel nämlich über einen Turbo, der während des Rennens aktiviert werden kann. Der Clou dabei ist, das der hinzugeschaltete Turbo euren Motor mit der Zeit ordentlich aufheizt, was bei zu langem Gebrauch zur Explosion des Selbigen führt.
Daher solltet ihr stets darauf achten, dass euer Motor nicht zu heiß wird und ihr diesen von Zeit zu Zeit abkühlen lassen müsst. eine gute Methode dafür ist es, ganz einfach durch Wasser zu fahren. In der hitzigen Gegend der Fire Zone ist das kühle Nass allerdings Mangelware, weshalb es gerade dort am schwierigsten ist, die Hitzekontrolle stets im grünen Bereich zu halten. Bei der Earth- und Water Zone verhält sich dies vollkommen anders. In den bewaldeten Gebieten, die größtenteils mit Dschungelabschnitten, Hügelgebieten oder malerischen Canyons daherkommen, ist das flüssige Element stets vorhanden, was an den großzügig verteilten Wasserfällen, Seen, Pfützen sowie Sprinkleranlagen liegt. Dadurch könnt ihr hier zwar deutlich öfters die Turbo-Taste durchdrücken, allerdings solltet ihr dabei berücksichtigen, das ihr dann bei der hohen Geschwindigkeit, auch noch ein Auge auf die zahlreich verteilten Hindernisse wie beispielsweise dicke Sträucher, Bäume oder Absperrungen habt.
In der Air Zone werdet ihr, wie der Name eigentlich bereits erahnen lässt, mit eurem Vehikel in luftige Höhen verfrachtet. Hier gilt es, viele waghalsige Sprünge zu meistern und enge Kurven mit tiefen Abgründen gekonnt zu nehmen. Ihr seht, die jeweils verschiedenen Zonen fordern euch stets ein unterschiedliches Fahrverhalten ab und stellen euch so vor immer neue Herausforderungen.
Viele Wege führen zum Ziel
Aber nicht nur die vier verschiedenen Kurse stellen euch vor neue Herausforderungen, sondern auch die Strecke selbst verlangen einiges von eurem fahrerischem Können ab. Denn wie bereits beim Vorgänger, bieten alle befahrbaren Pisten unterschiedliche Wege zum Ziel. Um in Motorstorm: Pacific Rift aber tatsächlich alle Abkürzungen und Alternativrouten zu kennen, ist deutlich mehr Streckenkenntnis von Nöten, als dies noch beim ersten Teil der Fall war.
Das liegt zum Großteil daran, weil viele der Alternativrouten meistens zunächst gar nicht sichtbar oder treffender bezeichnet, oftmals noch nicht zugänglich sind.
Folglich spielt es hier auch eine tragende Rolle, für welches Fahrzeug ihr euch entschieden habt. Brettert ihr zum Beispiel mit einem Motorrad oder Quad über die Strecke, kann es vorkommen, dass eine Alternativroute durch dichten Pflanzenwuchs versperrt ist und sich dieser beim gewählten Vehikel als unüberwindbares Hindernis erweist. Ist aber beispielsweise zeitgleich einer der Konkurrenten mit einem robusteren Truck unterwegs und wählt exakt die gleiche Route, kann dieser die Pflanzenbarriere niederwalzen und so für euch den Weg freiräumen. Durch das nicht mehr strickt vorgegebene Streckenlayout gestalten sich die meisten Rennen dadurch nun viel abwechslungsreicher und auch taktischer.
Kleinere Fahrfehler werden von den sehr imposanten Pisten glücklicherweise verziehen. Fahrt ihr mit gezündetem Turbo allerdings gegen eine Absperrung oder ein anderes Hindernis, zieht dies den sofortigen Totalschaden nach sich. Zwar werdet ihr schon nach einer kurzen Zeit wieder zurück ins Rennen geschickt, der Unfall führt aber zwangsläufig immer dazu, dass ihr von anderen Rennteilnehmern überholt werdet. Und da die Strecken mit wirklich vielen Hindernissen oder Abgründen daherkommen, wird euch so etwas nicht nur einmal passieren, was des Öfteren selbstverständlich Frust zur Folge hat.
Das führt ärgerlicherweise zwangsläufig aber auch dazu, dass ihr fast alle Events mehrmals mit einem Neustart wiederholen müsst, da ihr eigentlich nie auf Anhieb den ersten Platz erreicht. Den verdient ihr euch meistens nämlich nur, wenn ihr die Strecke bereits kennt, wisst wo deren Eigenheiten sowie Hindernisse sind und welches die beste Route zum Ziel ist. Nur dann, wenn ihr genau wisst wo es lang geht, werdet ihr auf Position Eins des Siegertreppchens stehen. Zwar müsst ihr nicht um weiterzukommen permanent den ersten Platz erreichen - die dritte Position reicht bereits, aber nur so bekommt ihr wichtige Punkte auf eurem Konto gutgeschrieben, die benötigt werden, um den nächsten Rang zu erlangen. Dieser wiederum wird unbedingt benötigt, um die weiteren Kurse freizuschalten.
Steuerung, Fuhrpark und Spielmodi
Wie es sich für einen Nachfolger gehört, haben die Entwickler die knapp zwei Jahre Entwicklungszeit entsprechend genutzt und die Steuerung verfeinert, sowie den Fuhrpark ordentlich aufgestockt. Auf den ersten Blick hat sich am Bedienkonzept wenig verändert, die Verfeinerung ist hier im Detail verborgen.
Die Steuerungscharakteristiken der insgesamt acht wählbaren Fahrzeugklassen, die sich in Buggys, Geländewagen, LKWs, Rally-Cars, Quads, Renn-Trucks, Motorräder und Monstertrucks aufteilen, unterscheiden sich nämlich deutlich voneinander. Jedes Vehikel hat dabei auf der Piste verschiedene Stärken und Schwächen und steuert sich darüber hinaus unterschiedlich. Motorräder und Quads beispielsweise sind sehr wendig und können dank ihres niedrigen Gewichtes auch beim Springen meterweite Abgründe locker überwinden.
Dafür sind sie bei nassen oder matschigen Streckenabschnitten nicht wirklich zu gebrauchen und lassen sich auch nur schlecht kontrollieren. Ganz anders verhält es sich da bei den Rally- oder Geländewagen, die spielend leicht schlammige Fahrbahnen überqueren und obendrein auch die ein oder andere Pflanzenabsperrung aus dem Weg räumen können. Die kräftigen LKWs und Monstertrucks hingegen setzen ausschließlich auf Power und Widerstandskraft, mit denen sich so ziemlich jedes störende Hindernis allen voran die Kontrahenten, von der Strecke fegen lassen. Dafür sind sie aber weniger wendig, steuern sich etwas träger und können auch viele Alternativrouten zum verkürzen der Strecke nicht nutzen. Es liegt also an euch, für die einzelnen Renn-Zonen und unterschiedlichen Strecken, das jeweils am besten geeignetste Fahrzeug aus dem Fuhrpark zu wählen.
Neben der Einzelspielerkampagne, dem sogenannten Festival, welches insgesamt 96 fordernde Rennen auf 16 verschiedenen Strecken beinhaltet, gibt es neben Zeitrennen und dem Freien-Spiel auch wieder einen ordentlichen Onlinemodus. Dieser kann sich wirklich sehen lassen und bietet, genau wie der Vorgänger, kompromisslose Rennen gegen bis zu 12 menschliche Kontrahenten. Zu unserem Erstaunen war online schon recht viel los und das, obwohl der Titel hierzulande noch nicht einmal erschienen ist. Ebenfalls erfreulich ist hier, dass der Onlinemodus sehr stabil läuft und es während unserer Testphase zu keinerlei Störungen kam. Außerdem sollen für den Titel künftig neue Inhalte zum herunterladen im PlayStation Network angeboten werden, von denen die meisten dann sogar kostenlos sein sollen. Zudem sind derzeit auch größere Download-Packs geplant, welche dann irgendwann nach Weihnachten erscheinen sollen. Wer sich bis dahin hingegen lieber offline mit Freunden vor dem Bildschirm heiße Rennen liefern will, der wird sich über den sehr gut umgesetzten Split-Screen-Modus für bis zu vier Spieler freuen. Dieser sieht nämlich dank einer hervorragenden Entwicklerarbeit kaum schlechter als der Einzelspielermodus aus und läuft zudem größtenteils sogar ruckelfrei.
Grafisch und akustisch zeitgemäß
Aus grafischer Sicht heraus betrachtet gibt Motorstorm: Pacific Rift kaum Anlass zur Kritik. Im Gegenteil: Das Pazifikinsel-Setting bringt richtig frischen Wind in die Serie und bietet mit seinen unterschiedlichen Zonen sowie Rennstrecken massig Abwechslung. Das nicht fixierte Streckenlayout mit unzähligen Alternativrouten bringt zusätzlichen Fahrspaß und lädt immer wieder aufs Neue zum Erkunden der Piste ein. Zudem sind die einzelnen Strecken allesamt sehr detailliert gestaltet worden und glänzen durch ein tolles Streckendesign, eine enorme Weitsicht, üppigen Pflanzenwuchs, anmutende Wasserfälle, hübsche Canyons und malerische Hügellandschaften. Das aufwendige Schadensmodell sowie die stimmigen Effekte, welche durch spiegelnde Wasseroberflächen, matschige Pisten und realistisch aufgewirbelte Staubpartikel glänzen, ziehen euch regelrecht mitten ins Renngeschehen und verleihen dem Titel somit die richtige Würze.
Lediglich einige Pflanzen, Blätter oder Sträucher können hier bei näherem Betrachten bemängelt werden, das aber auch nur, wenn ihr einen Unfall gebaut habt und die Kamera an das Geschehen ranzoomt. In Bewegung bemerkt man diesen kleinen Makel, der sich dann mit etwas unscharfen Texturen zeigt, nämlich überhaupt nicht.
Die Sounduntermalung kann dafür vollends überzeugen und punktet durch einen rockigen Soundtrack, der unter anderem Songs von lizenzierten Bands wie beispielsweise Nirvana, Megadeth sowie Queens of the Stone Age bietet. Wem die Musikauswahl nicht zusagen sollte, der hat zudem die Möglichkeit, seine auf der Festplatte gespeicherten Musiktitel zu verwenden. Tolle Sache!
Aber auch die dröhnenden Motorengeräusche sind nicht zu verachten, genau wie die stimmigen Hintergrundgeräusche oder die komplett deutsche Sprachausgabe, die sehr professionell klingt. Beim Ton konnten wir überhaupt nichts Negatives feststellen, weshalb es hier in der Soundwertung auch die volle Punktzahl gibt.
Aufgrund dieser Tatsache, ist Motorstorm: Pacific Rift für mich eine Fortsetzung, die eindeutig hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt. Abgesehen von dieser Kleinigkeit ist der Titel aber ein echter Offroad-Hit, der aufgrund seiner technisch einwandfreien Umsetzung sowie den spielerischen und audiovisuellen Vorzügen derzeit das Maß der Dinge darstellt. Selbst das bereits sehr gute Pure wird noch überholt, womit sich Motorstorm: Pacific Rift den ersten Platz auf dem Genrethron gesichert hat. Ein definitiver Pflichtkauf für alle Offroad-Fans!
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MotorStorm: Pacific Rift im Test.
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