Naruto: Ultimate Ninja Storm

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Namco
Entwickler
Cyberconnect2
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Naruto: Ultimate Ninja Storm

Gesamtwertung

79 %/10

Grafik

9

Sound

8

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

9

Bedienung

7

Naruto: Ultimate Ninja Storm

Der blonde Bengel ist schon wieder da! Inzwischen gibt es derart viele Naruto-Titel auf allen möglichen Plattformen, dass es schon richtig schwierig wird, eine passende Einleitung bei einem Artikel wie diesem zu finden, ohne dass man sich ständig wiederholt. Was gibt es also zu Naruto: Ultimate Ninja Storm zu sagen? Ach ja, es ist der erste Naruto-Titel für die PlayStation 3 und gleichzeitig der hübscheste aller Zeiten. Grafikpracht allein reicht natürlich nicht aus, um den Spieler heutzutage lange vor den Bildschirm zu fesseln. Was der Titel sonst zu bieten hat, klären wir in unserem Artikel.

Es darf wieder gekloppt werden

Im Herzen ist Naruto: Ultimate Ninja Storm ein klassisches Beat'em Up. Entwickler CyberConnct2 bewies schon in diversen Ablegern für die PS2 und den guten, alten Gamecube, dass sie ihr Handwerk durchaus verstehen und die Atmosphäre der Serie sehr gut einfangen können. Was man hier allerdings abliefert, ist schlicht phänomenal. Zumindest was die Grafik des Spiels angeht. Nie zuvor hatte man wie hier den Eindruck, wirklich einen interaktiven Anime zu spielen. Wenn Naruto, Sasuke und Co. sich auf den Schauplätzen mit ellenlangen Kombos eindecken und dabei ein Effektfeuerwerk der Extraklasse losgelassen wird, weiß man, wofür man das viele Geld in seine Konsole gesteckt hat.

Gerade die Animationen der Recken sind unglaublich flüssig und die Charaktere glänzen mit einer derartigen Liebe zum Detail, dass man ohne Zweifel behaupten kann, dass man die Vorlage optisch nicht besser einfangen kann.

Simpel, aber fordernd

Das eigentliche Kampfsystem in Ultimate Ninja Storm stellt sich als sehr zugänglich und nicht sonderlich fordernd dar, so dass man schon im ersten Kampf richtig loslegen kann. Da kann man als Neuling getrost über das bezüglich der Kämpfe fehlende Tutorial hinwegsehen. Es gibt lediglich einen Button der für Nahkampfangriffe dient. Die anderen der vier Facebuttons werden zum Springen, Werfen von Shuriken und Aufladen der Chakra, welche für Spezialattacken benötigt wird, genutzt.

Weiterhin könnt ihr euch noch zwei Charaktere zur Unterstützung anfordern und diese für wirkungsvolle Teamattacken nutzen, oder um euren Gegner abzulenken. Während der Kämpfe könnt ihr vollkommen frei durch die relativ groß ausgelegten Areale rennen und springen. Leider sind diese im Vergleich zu den Naruto-Spielen auf der PS2 und dem Gamecube, recht flach - dies aber aus gutem Grund.

Könntet ihr nämlich auf das nächste Haus springen und Katz und Maus mit dem Gegner spielen, würde das Konzept des Spiels nicht aufgehen. So habt ihr während der Kämpfe nie Zeit zum Verschnaufen und die Fäuste fliegen im Sekundentakt. Die Kamera leistet dabei eine überragende Arbeit und fängt das Spielgeschehen jederzeit optimal ein. Es kommt zwar regelmäßig vor, dass euer Charakter weiter im Hintergrund agiert, allerdings stellt dies aufgrund der gelungenen Steuerung nie ein Problem oder einen Nachteil dar.

Naruto: Ultimate Ninja Storm setzt auf ein simples Kombosystem. Die verschiedenen Kombi unterscheiden sich in ihrer Ausführung kaum voneinander und gehen dementsprechend gut von der Hand. Das soll allerdings nicht heißen, dass ihr Kombo an Kombo aneinander reihen könnt. Schließlich lassen sich alle Angriffe recht leicht blocken und kontern. Wer allerdings zu sehr in die Defensive rückt und strikt versucht, zu blocken und anschließend aus der Deckung anzugreifen, wird schnell feststellen, dass diese Taktik nicht den gewünschten Effekt mit sich bringt. Der Gegner lädt bei jedem Angriff seine Storm-Leiste weiter auf. Erst einmal gefüllt, könnt ihr euren Kämpfer in den sogenannten Erwachen-Modus versetzen und noch mehr Schaden anrichten. Außerdem lauft ihr Gefahr, dass eure Deckung irgendwann durchbrochen wird und ihr schutzlos ausgeliefert seid.

Richtig cool sind die Specialmoves in Szene gesetzt. Diese werden mit einer kurzen Tastenkombination, die bei allen Charakteren identisch ist, eingeleitet. Hier folgt ein kurzes Minigame, in welchem sowohl ihr als auch euer Gegenüber möglichst schnell vorgegebene Tasten drücken müsst. Wer hier die schnelleren Reaktionen an den Tag legt, entscheidet über den Ausgang des Moves. Bei Erfolg wird nicht nur jede Menge Schaden beim Betroffenen verursacht, sondern auch eine unglaublich hübsch anzusehende Sequenz eingeleitet, an der man sich einfach nicht satt sehen kann. Insgesamt lässt sich sagen, dass das Kampfsystem durch seine leichte Handhabung auch für Genre-Neulinge einen guten Einstieg bietet, für Profis allerdings auf Dauer zu simpel sein dürfte und dementsprechend wenig abverlangt, auch wenn man sich auf höheren Schwierigkeitsgraden schon sehr anstrengen muss, um gegen die clever agierende KI zu bestehen.

Um aber alle Charaktere für den Free Battle Modus freizuschalten, werdet ihr euch, wohl oder übel, durch den Ultimate Mission-Mode schlagen. Hier startet ihr in Narutos Heimatstadt Konoha und müsst verschiedene Missionen von den Einwohnern oder eurem Sensai annehmen. Auch wenn die eigentliche Stadt dem Vorbild sehr ähnelt, lässt sie Interaktionsmöglichkeiten vermissen. Viele der Passanten und Einwohner haben euch nichts zu sagen und auch ansonsten gibt es nicht viel zu entdecken.

Für die meiste Zeit rennt ihr durch die schön in Szene gesetzte Stadt und sucht nach neuen Aufgaben, um Erfahrungspunkte zu sammeln, welche ihr für die Hauptmissionen benötigt. Diese kleinen Nebenmissionen lassen leider schnell Abwechslung vermissen und arten schnell in Arbeit aus. Da freut man sich fast schon, wenn mal wieder ein Kampf ansteht, denn wenn man zum x-ten Mal einen riesigen Baum hoch rennen oder die tausendste Schriftrolle einsammeln muss, um in der Story voranzukommen, dann nervt das einfach.

Da kommt es doch gelegen, dass man nicht jede der Nebenmission in Angriff nehmen muss. Ein weiterer Minuspunkt sind die recht langweilig in Szene gesetzten Zwischensequenzen, die oftmals ohne Sprachausgabe auskommen müssen. Da loben wir uns die pompösen Bosskämpfe, in denen ihr gegen riesige, Bildschirm füllende Gegner in epischen Schlachten antreten müsst. Hier zeigen die Entwickler mit Bravour, dass sie selbst wahre Fans der Serie sein müssen. Auch wenn diese Passagen des Story-Modes wirklich herrlich inszeniert sind, so zieht sich die Dauer durch die vielen, sich viel zu häufig wiederholenden Missionen viel zu sehr in die Länge und man fragt sich ständig, warum es keinen anderen Weg gibt, die restlichen der 25 Charaktere frei zu schalten.

Leider war es das auch schon in Sachen Spielmodi. Lediglich zwei haben es in das Spiel geschafft, einen Turnier-Modus oder ähnliches sucht ihr vergebens. Ebenso ist es fast schon beschämend, dass die Entwickler dem Spiel keinen Onlinemodus verpasst haben. Wir leben immerhin im Jahre 2008 und da sollte man ein Beat'em Up nicht ohne Onlinekomponente auf den Markt bringen. Was bleibt sind die coolen Duelle, die ihr gegen den Computer oder natürlich gegen einen Freund bestreiten dürft.

Naruto: Ultimate Ninja Storm benötigt eine satte 4 GB große Installation auf eurer Festplatte. Das ist zwar zu verkraften, allerdings müsst ihr dennoch den Ladebildschirm viel zu häufig sehen. Aber sei's drum, aus audiovisueller Sicht macht Naruto so gut wie alles richtig. Die Grafik setzt in Hinsicht auf Charakterdarstellung und -animationen neue Maßstäbe und lässt auch ein The Broken Bond vor Neid erblassen, während dieses allerdings in Hinsicht auf die Umgebungen die Nase vorn hat. Fans dürfte es freuen, dass man sich auch in Ultimate Ninja Storm aussuchen kann, ob man lieber die englische oder japanische Sprachausgabe im Ohr vernehmen möchte. Ebenso ist dies der erste Naruto-Titel, der einen orchestralischen Soundtrack verpasst bekommen hat, der sich wirklich hören lassen kann.

Fazit

Naruto: Ultimate Ninja Storm stellt einen gelungenen Einstand auf der PS3 dar. Obwohl der Titel audiovisuell eine Bombe ist, wäre aber weitaus mehr drin gewesen. Gerade der Story-Modus des Spiels wird durch die sich häufig wiederholenden Nebenmissionen unnötig in die Länge gezogen. Zwar wird man ab und zu mit den wirklich prächtigen Bosskämpfen belohnt, letztlich bleibt sehr viel Luft nach oben. Auf der anderen Seite zeigen sich die Kämpfe nicht nur als echte Hingucker, sondern sind enorm zugänglich und trotz ihrer simplen Auslegung in Sachen Kampfsystem stets motivierend und fordernd. Da ist es fast schon zum Heulen, dass man diese nicht online austragen kann. Aber der Nachfolger kommt bestimmt. Fans der Vorlage kommen, trotz des wenig motivierenden Story-Modes und des relativ klein ausgefallenen Umfangs, definitiv nicht um diesen Titel herum.

Naruto: Ultimate Ninja Storm

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