Gesamtwertung63%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungBefriedigend |
Eigentlich dürfte man den Markt für Basketballspiele durchaus als ausgefüllt bezeichnen. Mit NBA Live und den 2k-Spielen wurden Fans des Wurfspiels in den letzten Jahren gut bedient. Trotzdem lässt es sich Sony nicht nehmen und veröffentlicht mit NBA 08 sein erstes hauseigenes Basketballgame für die PS3. Und das auch noch, wie es scheint, zum absolut richtigen Zeitpunkt. Denn 2007 schwächelte die Konkurrenz in Sachen Gameplay und Atmosphäre. So wurde der langjährige Genrekönig in seiner aktuellen Version, namentlich NBA Live 08, von NBA 2k8 vom Thron gestoßen, das seinerseits allerdings auch nicht gänzlich den hohen Ansprüchen seiner Käufer und der Presse genügen konnte.
Die logische Frage, die sich nun stellt ist aber, was NBA 08 besser machen will und kann und vor allem, was es für Innovationen mit sich bringt. Denn um ein bestimmtes Klientel von seinen Stammspielen weg zu locken braucht es frische Ideen und ein unverbrauchtes Konzept.
Mach dir deinen eigenen Spieler
Das Kernfeature der PS3-Version von NBA 08 basiert auf dem Erstellen eines eigenen Spielers, der dann wiederum in das Lieblingsteam eingegliedert wird und sich während der einzelnen Spiele verbessert. Nur mit ihm ist es auch möglich, die zahlreichen Boni, wie Fantasiearenen oder Legenden freizuschalten. Ansonsten weist der Titel auf den ersten und leider auch auf den zweiten Blick nur wenig bis gar keine Neuerung im Vergleich zur Konkurrenz auf.
Das Menü wirkt sogar deutlich spartanischer als beispielsweise bei NBA Live 08. Hier darf man sich lediglich zwischen einem schnellen Spiel, dem Saison-, sowie dem Playoff-Modus und den obligatorischen Minispielen entscheiden.
Natürlich stellt der Saisonmodus das Herzstück des Spiels dar. Während eines Jahres kann sich der eigene Spieler gut weiterentwickeln und schon bald mit den Größen des Sports, die übrigens alle lizenziert sind, mithalten. Selbstverständlich hat man die Möglichkeit, sowohl die Saisonlänge, wie auch den Schwierigkeitsgrad und die Dauer eines Viertels manuell einzustellen.
Die Komplexität des Karrieremodus' von NBA 2k8 wird dabei allerdings nie erreicht. Denn neben der Möglichkeit Transfers zu tätigen, bietet das Spiel nicht viele weitere Features, die dem Spieler den NBA-Zirkus virtuell näher bringen könnten. Es bleibt also alles sehr Basis orientiert und stilisiert das Spiel zum eigentlichen Höhepunkt der Szene empor. Dass das aber nur die halbe Wahrheit ist, haben die Konkurrenten in den letzten Jahren eindrucksvoll beweisen können. So ist es letztlich keine Überraschung und eher ein Symbol, als ein Ärgernis, dass nach Stunden harter Arbeit und dem Sieg des Finales lediglich ein Bildschirm mit etwas Text dem Spieler zu Selbigem gratuliert. Eine gelungene Präsentation, die echte Atmosphäre schafft, sieht anders aus.
Einfachheit ist das Gebot der Stunde
Während der Karrieremodus also extrem dürftig ausfällt und der Konkurrenz weit nachsteht, wissen wenigstens die Minispiele eine Distanz zu diesen zu schaffen. Zwar kennt man das eine oder andere bereits, wie etwa den 3er-Shootout, aber diese Elemente gehören nun einmal zur NBA, wie Wulff zu Niedersachsen. Es gibt allerdings auch Spiele, die unverbraucht und frisch daherkommen und vor allem im Mehrspielermodus unglaublich viel Spaß machen. So darf man beispielsweise einen ganzen Parcour mit den unterschiedlichsten Hindernissen durchlaufen, die allesamt auch durch ihre verschiedenen Steuerungsmechanismen eine Herausforderung darstellen. Derjenige, der dies in der kürzesten Zeit bewältigt, gewinnt das Spiel. Genauso erheiternd ist eine abgewandelte Variante des Shootouts. Hier dürfen bis zu vier Spieler gleichzeitig mit jeweils einem Ball ihre Wurftechnik von den verschiedensten markierten Punkten unter Beweis stellen. Das Lustige daran ist, dass man gegnerische Erfolge zunichte machen kann, indem man nach ihnen vom gleichen Punkt aus trifft und diesen somit zu den Eigenen zählen darf.
Leider führt uns dies zu einer eher unschönen Erkenntnis, nämlich dass das Werfen, genau wie der Rest der Steuerung im Großen und Ganzen zu einfach ausgefallen ist. Zwar dürften sich Neulinge an den einfachen Mechanismen erfreuen, selbst sie jedoch, werden nach einigen Stunden jeden Dreier mit geschlossenen Augen treffen können.
Auch Steals sind selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad an der Tagesordnung und bei einem Ballverlust, so scheint es, ist die Chance, den Ball nochmals zurück zu erobern, bei guten 80%. Da können auch die vielen intelligenten Neuerungen, wie das tolle Passsystem, dass man teilweise manuell nach seinen Wünschen gestalten kann, und die zahlreichen Tricks die nach einigen Stunden unaufhörlich sinkende Motivation nicht auf den richtigen Weg zurück bringen. Das Spiel ist schlichtweg zu simpel und kann trotz seiner an sich komplexen Steuerung seine Einfachheit nicht übertünchen.
Technisch auf der Höhe der Zeit
Grafisch unterscheidet sich das Spiel nur unwesentlich von seinen Konkurrenten. Hier und da fallen einmal ein paar Designfehler auf, doch diese können schnell vergessen werden, wenn man sich den zahllosen, unterschiedlichen Wurf-, Sprung- und Bewegungsabläufen hingibt, die einen immer wieder überzeugen. Leider haben die Grafiker nicht die nötige Authentizität bei der Gestaltung der Spieler erreichen können. So sieht beispielsweise Steve Nash einer Mülltonne ähnlicher, als seinem realen Vorbild.
Während die grafische Seite noch gut mit der der Kontrahenten mithalten kann, büßt das Spiel durch seine eher schwache musikalische Untermalung einiges an Atmosphäre ein.
Dadurch kann man dem Titel leider nur ein Prädikat verpassen: Ganz gut, aber überflüssig.
NBA 08 im Test.
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