Gesamtwertung87 %/10 |
Grafik9 Sound9 |
Lanzeitspaß9 SpieleinstiegUngenügend |
Bedienung8 |
Natürlich darf in der 2K Sports-Serie auch in diesem Jahr ein NBA-Ableger nicht fehlen. Nachdem NHL 2k10 gegen den Konkurrenten aus dem Hause EA Sports deutlich den Kürzeren gezogen, ja wenn nicht sogar völlig versagt hat, schickt sich mit NBA 2k10 der Titel, der das Basketball-Genre über Jahre hinweg dominiert hat, an, die verlorene Reputation zurückzugewinnen. Dabei setzt man vor allem auf neue Modi, eine verbesserte Präsentation, ein ausgefeilteres Steuerungssystem, unkompliziertere Menüs und nicht zuletzt auf ein ausgetüfteltes neues Feature mit dem schicken Namen NBA Today. Was sich hinter all dem verbirgt, klärt unser Test genauso, wie die Frage, was man qualitativ und quantitativ von der Jubiläumsausgabe der NBA 2k-Reihe erwarten darf.
Wer NBA 2k10 erstmals in sein PlayStation 3-Laufwerk einlegt und die Serie ein wenig kennt, der wird zunächst vom klugen und weniger komplizierten Aufbau des Menüs überrascht. In Ringform sind die wichtigsten Kernfeatures des Spiels um den Ausgangspunkt angeordnet und münden bei Aktivierung in weiteren Ringmenüs, die wiederum mit Schlagworten auf etwaige Weiterführungen verweisen.
So findet man sich kinderleicht durch die unzähligen Modi und Möglichkeiten, die der Titel bietet, ohne dabei auf dem Weg verloren zu gehen. Diese Erfahrung macht jeder Neuling jedoch bereits wenig später, wenn er sich erstmals auf den Court wagt. Wer noch nie ein Basketball-Spiel sein Eigen nannte, der wird vom dynamischen und schnellen Spielablauf zunächst einmal überrumpelt. Hinzu kommt, dass die Steuerung zwar intuitiver als beim Vorgänger daher kommt, nichtsdestotrotz aber ein wenig Gewöhnungszeit beansprucht. So wird man anfangs geradezu niedergetrampelt, was auch dem quasi nicht vorhandenen Tutorial geschuldet ist. Zwar bietet der Trainingsmodus einige Erklärungen, die Neulinge aber erst einmal begreifen müssen.
Hat man sich dann aber doch "reingefitzt", die ersten Blocks gestellt und die ersten Dunks im Korb untergebracht, entfaltet der Titel auch schon sein bekannt Sucht erregendes Gameplay. Das präsentiert sich einmal mehr verbessert und noch realistischer. So sorgt ein verbessertes Sprintsystem für mehr taktische Tiefe, Bewegungsabläufe wirken realistischer und schnittiger und das Spiel auf dem Court somit insgesamt authentischer.
Die überarbeitete Steuerung trägt ihren Teil zum gelungenen Gameplay bei, in dem sie durch präziseres Ausführen von Aktionen die Frustmomente auf ein Minimum reduziert. Auch die Möglichkeit Würfe wieder mit dem rechten Analogstick auszuführen, macht das Spielen einfacher und vor allem eingängiger. Angriffe können dank automatischer Spielzüge, die über Kurzwahltasten aufgerufen werden können, durch mehr taktische Raffinesse glänzen und auch die Verteidigung lässt dank verbesserter KI der Teamkollegen weniger zu.
Trotzdem muss man darauf hinweisen, dass die künstliche Intelligenz bei weitem nicht als perfekt angesehen werden kann. Hier und da schleichen sich einige unlogische Aktionen, dümmliches Abwehrverhalten, schlechtes Stellungsspiel und unnötig frühe Abschlüsse ein. Alles in allem aber war virtuelles Basketball noch nie so realistisch und hat auch noch nie solch einen Spaß gemacht. Man mag das Pad gar nicht mehr aus der Hand legen, wenn man erst einmal richtig in Fahrt gekommen ist und sich, trotz der komplexen Steuerung, die schönsten Combos im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fingern saugt.
Der hohe Grad der Motivation wird zudem durch die einwandfreie und momentan unübertreffliche Präsentation gestützt. Was da alles rundum das Spielfeld geschieht schreit geradezu nach einem Denkmal.
Die Spiele werden nicht nur durch exzellente Kommentatoren fulminant angekündigt und moderiert, auch die virtuellen Zuschauer tun ihr Möglichstes, um eine Atmosphäre, die dem echten Basketball zum Greifen nahe zu sein scheint, entstehen zu lassen. Die Spieler unterhalten sich in Pausen, ärgern sich über schlechte Würfe, sticheln und reizen den Gegner. Die Trainer hält es nur selten auf der Bank und selbst die Auswechselspieler fiebern an der Aus-Linie mit. Man kann quasi gar nicht anders, als sich mitreißen zu lassen . Hinzu kommt, dass die Charakterdarstellung dieses Jahr besonders gut gelungen ist. Man kommt nicht umhin, einen völlig überstrapazierten Satz bei deren Beschreibung fallen zu lassen: Noch nie sahen die virtuellen NBA-Spieler ihren echten Vorbildern so ähnlich. Kein Plastik-Look, wie wir ihn so oft in den NBA Live-Ablegern sehen mussten, keine übertriebene Darstellung der Figuren - ganz einfach: pure Eleganz.
Natürlich kann ein gutes Gameplay und eine noch bessere Präsentation durch den Mangel an guten bzw. neuen und motivierenden Modi zunichte gemacht werden. Dem wirkt NBA 2k10 glücklicherweise durch einige Neuerungen und altbekannte Features, die noch immer einwandfrei Spielspaß zu produzieren wissen, entgegen. So darf man sich wieder mal an den Standardmodi, wie "Schnelles Spiel", "Playoffs", "Saison" und dem "Managermodus" versuchen.
Letzterer lässt dem Spieler viele Freiheiten in Sachen Teammanagment, Transfers, Finanzmanagment und taktischer Details, Neulinge können aber so gut wie alle Aufgaben eines Managers auch dem Computer überlassen. Alle, die das Heft selbst in die Hand nehmen wollen, werden dabei durch noch mehr Tiefgang überrascht. So gibt es ein ausgefeilteres Drafting- und Transfersystem und auch die eigenen Spieler wollen immer bei Laune gehalten werden.
Für Abwechslung sorgt dieses Mal ein neuer Modus, der derzeit mehr als nur im Trend liegt. Was bei EA der Be a Pro-Modus ist, stellt in NBA 2k10 der "Mein Spieler"-Modus dar. Dabei erstellt man sich ein eigenes Basketball-Talent, darf dabei sogar aus unzähligen Individualisierungsmerkmalen wählen und versucht sich mit diesem aus dem Summer Circut heraus in die NBA hoch zu arbeiten. Dabei wird man von Spiel zu Spiel bewertet, durchläuft Trainingslager und muss sich in den Partien beweisen. Das macht einen Heidenspaß, sorgt aber auch ab und an mal für Frustmomente. Nämlich dann, wenn das Spiel einen unfairer Weise abstraft. Ganz ausgereift kommt der Modus dann doch nicht daher, im Großen und Ganzen aber bietet er Spielspaß für viele Stunden.
Genauso wie der Multiplayer-Modus, der es euch neben den einfachen 1on1 und 5on5 Spielen ermöglicht, ein Team mit euren Freunden zu gründen, um dieses dann gegen andere Mannschaften im World Wide Web in den Kampf um den Ball zu führen. Das ist nicht nur zeitgemäß, sonder macht auch noch Spaß. Abgerundet wird das Paket durch ein tolle Features, das den Spielalltag deutlich aufpeppt. So werdet ihr mit NBA Today immer über die aktuellen Tabellensituationen, Spieltage und Transfers der wahren NBA auf dem Laufenden gehalten und könnt sogar angesetzte Partien nach- bzw. vorspielen. Wirklich genial wird es aber erst, wenn das neue Feature direkt ins Spielgeschehen eingreift und aktuelle Daten der NBA ins Spiel überträgt, so dass man nicht nur immer die original Kader der einzelnen Mannschaften besitzt, sondern sogar auch neue Kommentare der Moderatoren erwarten darf, etwa über die Form eines Spielers oder Teams, über Skandale und Überraschungen basierend auf den realen Ereignissen der NBA. Das motiviert, wie das ganze Spiel und sorgt für noch größere Authentizität.
NBA 2k10 stellt sich als sinnvolle, intelligente und motivierende Jubiläumsausgabe der Basketball-Serie heraus. Das Gameplay wurde einmal mehr verbessert, so dass die Matches, genau wie die virtuellen NBA-Profis und deren Bewegungsabläufe, jetzt noch realistischer wirken. Zusammen mit der starken Präsentation bietet der Titel Basketball-Fans und auch Neulingen ein hervorragendes Spielerlebnis, das durch altbekannte Modi, die nun mit mehr Tiefgang glänzen, und hervorragende neue Spielideen einmal mehr den Thron des Genres für sich beansprucht. Und das auch völlig zu Recht, da vor allem die Frustmomente, trotz kleinerer Macken, auf ein Minimum reduziert werden konnten und das neue NBA Today-Feature das Spielen so authentisch wie nie zuvor zu präsentieren weiß. Alle Konsoleros dürfen den Titel also schon einmal auf die to have-Liste packen, denn für NBA Live 10 wird es verdammt schwer, die hohe Messlatte die NBA 2k10 genüsslich aufgelegt hat, zu durchbrechen.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
NBA 2k10 im Test.
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