Gesamtwertung58 %/10 |
GrafikMangelhaft Sound7 |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegMangelhaft |
Bedienung7 |
Um Need for Speed: Undercover halbwegs genießen zu können, solltet ihr beim spielen am besten eine Sonnenbrille aufsetzen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen einer Brille mit ganz, ganz dunklen Gläsern oder der Variante mit rosafarbenen Fenstern. Ganz dunkle Gläser empfehlen wir deshalb, weil die Straßen in Undercover die Sonne derart penetrant reflektieren, das man kaum etwas erkennen kann. Außerdem eignet sich die dunkle Brille hervorragend dazu, die ansonsten, im direkten Vergleich zum Vorgänger, schon fast traurige und mittelprächtige Grafik zu kaschieren. Zugegeben, die optische Seite hat mit ihrer frei befahrbaren Stadt, den schicken Rennwagen, ansehnlichen Spiegelungen und einem ansprechenden Schadensmodell auch einige Höhepunkte zu bieten, diese können aber über die zahlreichen Schwächen nicht hinwegtäuschen. Diese sind stellenweise auftretende Clippingfehler, der verwendete und zu extreme Farbfilter, auftauchende Popups sowie das dauerhafte Ruckeln, welches den Titel schon fast unspielbar macht. Wer von den ganzen genannten Mängeln nichts wissen möchte und zu den Serien-Fans gehört, die einfach jeden Teil der Rennspielreihe besitzen müssen, dem empfehlen wir die rosafarbene Brille aufzusetzen. Mehr braucht dazu dann aber auch nicht gesagt werden.
Der einzige wahre Lichtblick bei diesem Titel dürfte wohl das Soundpaket sein, welches sich mal wieder serientypisch recht ordentlich präsentiert. Die Motorensounds klingen authentisch, die Reifen quietschen realistisch über den Asphalt und auch sonst wissen die Soundeffekte zu gefallen. Die Musikauswahl kann sich auch hören lassen, ist aber letzten Endes bei der Trackauswahl geschmacksabhängig. Eine deutsche Synchronisation gibt es hier zudem auch und diese klingt größtenteils, bis auf wenige deutsche Stimmen, ebenfalls gelungen.
Im Großen und Ganzen steuert sich Need for Speed: Undercover ganz passabel und ähnlich wie sein Vorgänger Need for Speed: ProStreet. Zwar ist das Fahrverhalten alles andere als realistisch, aber so etwas erwartet man ja auch nicht von einem Fun-Racer. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn der Fun-Racer auch tatsächlich Fun aufkommen lassen würde, was in Anbetracht der ruckelnden Spielgeschwindigkeit aber leider nicht dauerhaft der Fall ist. Zu oft kommt es vor, dass ihr eine Kurve wegen der Framerateeinbrüche nicht richtig nehmen könnt oder ihr ein anderes Fahrzeug oder eine Wand rammt, obwohl ihr eigentlich schon gegengesteuert habt. Die frei befahrbare Stadt ergibt nebenbei erwähnt übrigens keinen echten Sinn für mich, da die einzelnen Rennen durch einen Druck auf das Steuerkreuz jederzeit gestartet werden können. Wer es etwas übersichtlicher haben möchte, der kann die Rennen auch über die Karte anwählen und sich anschließend automatisch an den Start setzen lassen. Die freie Spielwelt macht somit eigentlich nur wirklich Sinn, wenn ihr von der Polizei verfolgt werdet, einen anderen Sinn, bis auf wenige Streckenabkürzungen während den Rennen, konnten wir leider nicht entdecken. Die Bedienung im Tuning-Menü hätte man auch besser gestalten können, denn dort werdet ihr durch die fummelige Steuerung echte Probleme bei der genauen Lack- oder Vinylanpassung bekommen. Unterm Strich ist das Handling des Spiels folglich zwar brauchbar, zeigt sich währenddessen aber nie On-The-Top und lässt auch keine Innovationen erkennen.
Zu Spielbeginn erweckt der Titel noch den Eindruck ganz ordentlich zu sein, nach wenigen Spielminuten kristallisiert sich jedoch heraus, dass die beiden Vorgänger Carbon und ProStreet einiges mehr auf der Pfanne hatten. Die Undercover-Episode wirkt eher wie ein lahmer Aufguss der vorigen teile, ohne dabei deren Stärken richtig zu kopieren oder echte Innovationen erkennen zu lassen. Selbst die Videosequenzen, die mit echten Schauspielern und obendrein ziemlich süßen Darstellerinnen wie Christina Milian oder Maggi Q daherkommen, wissen inhaltlich nicht wirklich zu überzeugen oder zu fesseln. Die frei befahrbare Stadt ist zwar Programm, bringt das eigentliche Spielgeschehen aber nicht weiter und wirkt dabei obendrein sehr leblos. Die einzelnen Rennen sind allerdings trotzdem sehr fordernd und machen auch Spaß, allen voran die Highway-Rennen oder die Flucht vor den richtig aggressiven Cops machen Laune. Etwas schade ist, dass das Tuning-Menü nicht mehr so kräftig ausgestattet ist, wie das der Vorgänger. Dieses bot deutlich mehr Freiheiten und ließ sich zudem auch besser einsetzen. Hier hätte man weitaus mehr aus dem Spiel rausholen können, als es tatsächlich der Fall ist.
Einstiegshilfen werden euch in Need for Speed: Undercover zwar geboten, gestalten sich im Detail betrachtet aber etwas unausgewogen. Zu Spielbeginn beispielsweise fahrt ihr der Konkurrenz gnadenlos davon, selbst dann noch, wenn diese eigentlich schnellere Fahrzeuge haben als ihr. Das bleibt auch eine ganze zeitlang so bestehen, im späteren Verlauf des Spiels gestalten sich die Rennen dann allerdings ebenfalls unausgewogen. Ist das eine Rennen noch einfach und schnell gemeistert, kann der nächste Event schon wieder fast unfair und unnötig schwierig sein. Auch hier sind wir von der Serie eigentlich Besseres gewöhnt.
Wer auf der Suche nach einem Rennspiel mit umfangreichen Spielmodi oder fulminant inszenierten und fordernden Herausforderungen ist, für den wird dieser Titel nicht die richtige Wahl sein. Im Mehrspielerpaket sind hier lediglich drei Spielmodi enthalten, die sich auch leider nur online austragen lassen. Neben diversen Sprint- oder Rundkursen, die mit maximal 8 Spielern gleichzeitig ausgetragen werden können, sticht hier eigentlich nur der dritte Spielmodus namens Cops und Räuber hervor. In diesem treten jeweils zwei Spieler im Team gegeneinander an. Das Räuber-Team muss dabei ein Paket quer durch die Stadt transportieren, während die Kontrahenten auf der Cop-Seite versuchen, die Diebe aufzuhalten. Nach jeder Partie werden dann die Rollen vertauscht, so dass die Gejagten auch einmal in den Genuss kommen, den starken Arm des Gesetzes zu vertreten. Ansonsten gibt es hier nicht Nennenswertes mehr zu berichten, bis auf die traurige Tatsache, das auch hier die Rennen ruckeln, nur die Standardlackierungen eurer Boliden zu sehen sind und es noch nicht einmal einen Splitscreen- geschweige denn einen Netzwerkmodus gibt.
Eine Frechheit! Etwas anderes fällt mir zur aktuellen Need for Speed-Episode nicht ein. Ich finde es eine bodenlose Frechheit, eine so bekannte und eigentlich geile Rennspielserie derart tief sinken zu lassen. Erst kürzlich habe ich Midnight Club: Los Angeles für die PlayStation 3 getestet und in diesem Spiel kann man sehen, was heutzutage technisch möglich ist. Der Titel bietet eine ordentliche Grafik, wunderschöne Fahrzeuge, fette Tuning-Optionen und eine lebendige Stadt, in der sogar Passanten über die Straßen schlendern. Was aber am wichtigsten ist, dort ruckelt es nicht andauernd und man bekommt ein richtig gutes Spielgefühl vermittelt. Das alles trifft bei Need for Speed: Undercover definitiv nicht zu, was ich persönlich sehr enttäuschend finde, da ich mir von diesem Teil wirklich viel versprochen habe. Da aber nicht nur das eigentliche Spielgeschehen, sondern obendrein sogar die Videosequenzen stellenweise ruckeln, muss ich mich ehrlich gesagt fragen, was die Entwickler bei EA Black Box in Vancouver für eine schludrige Programmierarbeit abgeliefert haben.
Abschließend muss ich leider sagen, dass ich vom nunmehr zwölften Teil der Rennspielserie stark enttäuscht bin. Die Tatsache, dass ich mich auch noch richtig auf diesen Titel gefreut habe, macht diesen Umstand also gleich doppelt so ärgerlich. In Zukunft sollte ich keine so hohe Erwartungen voraussetzen und mich auch nicht von Spielvideos blenden lassen, denn die Realität macht auch dieses Mal wieder mehr als deutlich, das nicht alles Gold ist, was glänzt.
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Need for Speed Undercover im Test.
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