Ninja Gaiden Sigma 2

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Tecmo Ltd.
Entwickler
Team NINJA
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
18
Ninja Gaiden Sigma 2

Gesamtwertung

86 %/10

Grafik

9

Sound

9

Lanzeitspaß

8

Spieleinstieg

8

Bedienung

8

Ninja Gaiden Sigma 2

Die Ninja Gaiden-Serie, dessen erster Teil 1988 erstmals für das NES erschien und deren Hauptheld der superflinke Ninja Ryu Hayabusa ist, blickt mittlerweile auf eine recht erfolgreiche Zeit zurück. Wem der Titel aus inzwischen angestaubten, jedoch nie vergessenen Zeiten nichts sagen sollte, braucht aber nicht verwundert sein, denn hierzulande hieß der Titel nicht Ninja Gaiden, sondern wurde unter dem Namen Shadow Warriors veröffentlicht. Bis zum heutigen Tag sind für eigentlich alle gängigen Videospielsysteme wie beispielsweise NES, Atari ST, Game Boy, Amiga, Game Gear, Master System, Mega Drive, SNES, Nintendo DS, Xbox 360 sowie PlayStation 3 insgesamt 14 Ninja Gaiden-Titel veröffentlicht worden - ein Garant dafür, dass sich die Serie sehr großer Beliebtheit erfreut. Der aktuellste und nunmehr 15. Teil der Serie trägt den Titel Ninja Gaiden Sigma 2, welcher nun exklusiv für die PlayStation 3 veröffentlicht wird.

Ryu Hayabusa ist zurück

Mit Ninja Gaiden Sigma 2 bekommt die PlayStation 3 zwar erneut eine exklusive Episode der Reihe spendiert, als wirklich exklusiv lässt sich der Inhalt jedoch nicht beschreiben.

Denn wie bereits bei seinem Vorgänger stellt auch Ninja Gaiden Sigma 2 leider nur eine erweiterte Umsetzung der Xbox 360-Variante dar. Im direkten Vergleich zum eigentlichen Xbox 360-Original hat das PS3-Pendant allerdings drei Asse im Ärmel. Zum einen stehen euch auf der PlayStation 3 nämlich insgesamt vier neue weibliche Spielercharaktere zur Verfügung, darunter Ayane, Rachel sowie Momiji sowie einem geheimen Charakter, den wir nicht spoilern wollen. Ayane dürften viele noch aus dem Beat'em up Dead or Alive kennen und auch die zwei anderen Powerfrauen sind nicht ganz unbekannt. Unter anderem werden Veteranen der Ninja Gaiden-Reihe Rachel noch aus Sigma 1 und Momiji aus dem DS-Ableger Ninja Gaiden - Dragon Sword kennen. Jeder dieser Damen wurde seitens des Entwicklerteams ein vollkommen eigenes Kapitel spendiert, welche sich perfekt ins eigentliche Spielgeschehen einfügen.

Zum anderen, und das ist die zweite Neuerung, hat man den Storymodus einigen kleinen Änderungen unterzogen, welche sich etwas auf den Spielablauf auswirken. Neben neuen Gegnern stehen auch frische Boss-Fights auf dem Programm.

Das dritte Ass der PS3-Fassung stellt ein neuer Online-Kooperationsmodus dar, welcher dem Titel eine ansprechende Mehrspieler-Komponente verleiht. In diesem Modus könnt ihr wahlweise entweder zu zweit mit einem KI-Mitspieler in die Schlacht ziehen oder online mit einem Kumpel gegen eure Widersacher die Katana-Klingen wetzen. Nach erfolgreichem Beenden der jeweils absolvierten Mission können dann abschließend eure Punkte in eine Bestenliste hochgeladen werden.

Der üble Schwarzspinnenclan

Die Story von Ninja Gaiden Sigma 2 ist nicht gerade die Originellste, zumal Kenner des zweiten Xbox-Ablegers diese ohnehin schon kennen. Ihr schlüpft erneut in die Rolle von Ryu Hayabusa und müsst - wie auch sonst - die Welt vor dem Untergang retten. Das Abenteuer startet, in dem eine Spezialagentin namens Sonja auf dem Weg zu Hayabusa ist, um ihm eine wichtige Botschaft zu übermitteln, in welcher es um eine schreckliche Gefahr für die Welt geht. Doch bevor Ryu die Nachricht zugespielt bekommt, taucht plötzlich der üble Schwarzspinnenclan auf und entführt die hübsche Agentin.

Im weiteren Verlauf der Story bekommt ihr aber heraus, um welche schreckliche Gefahr es sich tatsächlich handelt. Der Schwarzspinnenclan hat nämlich vor, die Dämonenstatue, das gefährlichste Artefakt der Hayabusa, aus deren Dorf zu stehlen und mit diesem den fiesen Erzdämon wiederzuerwecken. Klingt vertraut? Natürlich, denn wir sagten ja bereits, dass Ninja Gaiden Sigma 2 nur eine erweiterte Umsetzung der Xbox 360-Variante darstellt.

Aus diesem Grund hat sich, auch aus spielerischer Sicht heraus betrachtet, kaum etwas geändert. Was allerdings im direkten Vergleich mit dem knapp ein Jahr älterem Xbox 360-Pendant sofort auffällt ist, dass in der PS3-Umsetzung der rote Lebenssaft fehlt, und dass die deutsche Version als unzensiert betitelt wird - obwohl ab 18 Jahren freigegeben.

Kurioserweise habt ihr nach wie vor auch in dieser Version die Möglichkeit, eure Widersacher mit eurem Katana-Schwert oder auch anderen Waffen, regelrecht zu zerlegen. Das bedeutet, dass euren Gegnern in den Kämpfen nach wie vor diverse Gliedmaßen abgetrennt werden können. Bei den Kämpfen kommen erneut insgesamt zwei Schlagtasten zum Einsatz, jeweils eine für leichte sowie eine für starke Angriffe.

In Kombination mit dem linken Analogstick lassen sich dann sehr ansehnliche und superflinke Comboattacken ausführen, die klar unter Beweis stellen, das Ryu Hayabusa nach wie vor ein Meisterninja ist. In den ultraschnellen Gefechten kommt es dann auch immer wieder vor, dass eure Gegner, wie eben bereits erwähnt, beispielsweise einen Arm oder gar den Kopf verlieren.

Ab diesem Zeitpunkt solltet ihr umgehend reagieren, denn stark angeschlagene Feinde sind keinesfalls kampfunfähig, sondern gleich doppelt so gefährlich. Speziell für diesen Zweck steht euch hier die Dreieckstaste zur Verfügung, mit welcher ihr angeschlagenen Feinden mit einer ziemlich harten Auslöschungstechnik den Rest geben könnt.

Meistere alle Ninja-Fähigkeiten

Aber nicht nur Nahkampfwaffen und In-Fights spielen in Sigma 2 eine tragende Rolle, auch Fernwaffen kommen selbstverständlich erneut zum Einsatz, mit denen man sich die Schergen des Schwarzspinnenclans auf Distanz halten kann.

Mittels der Kreistaste lassen sich zum Beispiel Shuriken werfen, die bei den Gegnern zwar keinen allzu großen Schaden hinterlassen, euch aber trotzdem auf größere Entfernungen einen taktischen Vorteil verschaffen. Wer es etwas stärker möchte, der sollte auf das neu hinzugekommene Luntengewehr, welches ihr im weiteren Verlauf des Handlungsplots freispielt, zurückgreifen. Die langsam nachladende Kanone wirkt aufgrund des hohen Spieltempos im Waffeninventar zwar etwas deplatziert, verrichtet aber dank ihrer Durchschlagskraft sehr hilfreiche Dienste. Dabei wurde die Steuerung auch sehr gut gelöst. Hierzu müsst ihr einfach den L2-Button gedrückt halten um in den Schussmodus zu wechseln und die R2-Taste betätigen um loszuballern. Im Schussmodus wechselt die Kampfperspektive, aus welcher ihr heraus Ryu über die Schulter blicken könnt. Ebenfalls löblich ist, dass ihr euch während dem Schießen frei bewegen könnt und es nur selten zu Übersichtsproblemen kommt.

Bezwungene Gegner hinterlassen nach ihrem Ableben wichtige Orbs, mit denen ihr euch entweder heilen, eure Ninja-Magie-Leiste auffüllen sowie den Inhalt eures Geldbeutels aufstocken könnt.

Die Ninja-Magie-Leiste kann für verschiedene und durchschlagskräftige Ninpo-Angriffe wie beispielsweise "Die Kunst des Flammenphönix" verwendet werden, welche gleich mehrere Widersacher auf einmal verwunden. Solche äußerst hilfreichen Moves könnt ihr aber nicht so ohne weiteres aus dem Ärmel schütteln, sondern müsst diese zunächst aus einer der zahlreich in den Levels verteilten Truhen aufsammeln.

Die letztgenannten Orbs können dazu verwendet werden, um in den Shops, welche an bestimmten Positionen in den Levels aufzufinden sind, einzukaufen. In diesen Läden könnt ihr euch dann unter anderem mit Kräuterheilmitteln und Talismanen eindecken oder eure Lieblingswaffen gehörig aufpowern.

Schickes Actionspektakel

Das erwähnenswerteste an Ninja Gaiden Sigma 2 sind unserer Auffassung nach die eindrucksvollen Duelle mit den teils gewaltigen Endgegnern. Bereits im ersten Tokio-Level bekommt ihr es mit einer ausgewachsenen Buddha-Statue in der Größe eines Hochhauses zu tun. Solche Boss-Fights erinnern ganz klar an Genre-Größen wie God of War oder die Devil May Cry-Serie und fordern euch einiges an taktischem Geschick ab.

Technisch betrachtet bietet Ninja Gaiden Sigma 2 das gewohnt hohe Niveau, das wir schon aus den Vorgängerteilen kennen. Gerade in Bezug auf die hohe Spielgeschwindigkeit und die butterweichen Animationsabläufe weiß Sigma 2 zu überzeugen. Selten bekommt man so ein stylish-anmutendes Spiel zu Gesicht, das wie aus einem Guss wirkt. Auch die Charakterdetails sowie die zahlreichen Videosequenzen sind fulminant in Szene gesetzt worden und strotzen nur so vor Details. Etwas bessere Arbeit hätten die Entwickler allerdings bei den Umgebungsgrafiken und dem Leveldesign abliefern können, da diese stellenweise schon stark schwanken.

Ebenfalls schade ist, dass der Spielverlauf nach wie vor strickt linear gehalten ist. Zwar gibt es überall einladende Abzweigungen in den Levels, diese führen allesamt aber stets zu Truhen und Boni, jedoch nie wirklich zum eigentlichen Ziel.

Dafür trumpft der Titel mit einem sehr harmonischen Klangbild auf. Hier erwarten euch ein dicht gewebter Klangteppich, satte Kampfgeräusche, harmonische asiatische Musikstücke und eine erstklassige englische oder wahlweise auch japanische Synchronisation, die zudem mit deutschen Untertiteln aufwartet.

Fazit

Mit Ninja Gaiden Sigma 2 bekommen Fans der Serie genau das, worauf sie gewartet haben. Nämlich superschnelle und stylische Fights, knüppelharte und kompromisslose Kampfaction sowie spektakuläre und fordernde Boss-Gegner. Natürlich alles im optisch gleichsam anmutenden Grafikstil der Vorgängerteile, welcher erneut mit butterweichen Animationen und gelungenen Videosequenzen aufwartet. Was dabei etwas stört, ist die leider nur durchwachsene Geschichte, aus der man mit Sicherheit deutlich mehr hätte herausholen können. Auch das Einbinden diverser Rätseleinlagen hat man erneut versäumt, was sicherlich wünschenswert gewesen wäre und auch für mehr Abwechslung gesorgt hätte. Wer aber auf solche Dinge nicht unbedingt Wert legt, sondern ausschließlich auf der Suche nach einem Actionspiel mit fordernden Kampfeinlagen ist, der bekommt hier einen mehr als gelungenen Actionvertreter des Ninja-Genres spendiert.

Ninja Gaiden Sigma 2

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