Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Ninja Gaiden: Wer kennt es nicht oder hat zumindest schon einmal davon gehört? Kenner der bekannten Videospielreihe werden sich bestimmt an Momente erinnern, in denen sie einst wüste Flüche aussprachen und versuchten dem Drang zu widerstehen, das Gamepad an die Wand zu schmeißen. Ok, solche Augenblicke hat bestimmt jeder Spieler schon einmal in seinem Zockerdasein gehabt, aber Ninja Gaiden gehörte seinerzeit zu den Titeln, die den Bogen der Erträglich deutlich überspannten.
Der Ursprung der Serie liegt im Jahr 1988, in dem der erste Teil als Arcade-Spiel in Japan erschien und der hierzulande unter dem Titel Shadow Warriors bekannt ist. Drei Jahre später wurde dann die eigentliche Ninja Gaiden-Serie ins Leben gerufen und verzückte 1991 zahlreiche Besitzer eines Nintendo Entertainment Systems (NES). Insgesamt wurden damals weltweit drei Ninja Gaiden-Spiele für das NES-System veröffentlicht, bevor die Serie 1995 noch einmal als Spielsammlung erschien und danach von der Bildfläche verschwand. Nach neunjähriger Bildschirmabstinenz wagte sich dann endlich das japanische Entwicklerteam Team Ninja an den einst erfolgreichen Stoff und belebte die Serie wieder aufs Neue.
Seit dieser Zeit gab es mehrere Updates und schließlich wurde vor knapp zwei Jahren ein Ableger für die Xbox veröffentlicht, den die Meisten als Ninja Gaiden kennen dürften. Kurz danach erschien die erste Neuauflage des Spiels abermals auf der Xbox. Bei dem hier nun getesteten Ninja Gaiden Sigma handelt es sich um ein Remake dieser Version, das wie könnte es anders sein mit einigen Änderungen aufwartet.
Tödlich, unsichtbar und gnadenlos
Der Handlungsplot von Ninja Gaiden Sigma ist schnell erklärt: Wie auch in der Xbox-Version übernehmt ihr erneut die Rolle von Ryu Hayabusa. Dieser ist der Anführer eines alten Ninja-Clans, der zwei mächtige Schwerter besitzt, welche ein gewaltiges und zerstörerisches Potenzial besitzen, weshalb er diese vor der Außenwelt versteckt hält. Eines Tages jedoch, wird das Dorf während Ryus Abwesenheit überfallen und ein finsterer Herrscher namens Doku stiehlt das dunkle Drachenschwert.
Als Ryu zurück in sein Dorf kommt und das Unheil sieht, schwört er Rache für seine gefallenen Kameraden und begibt sich auf die gefährliche Reise durch das Vigurianische Reich, um das Drachenschwert zurück in sein Dorf zu bringen und dem finsteren Doku das Handwerk zu legen. Zugegeben, das klingt nicht gerade sehr einfallsreich und spannend, spielt sich dafür aber umso fordernder. Ninja Gaiden Sigma ist nämlich ein sehr actionreicher Titel, dessen Hauptaugenmerk vor allem auf schnellen und zahlreichen Gefechten mit unterschiedlichen Gegnertypen liegt. Zu Spielbeginn ist euer Move-Repertoire zwar noch begrenzt, im Laufe eures Abenteuers erlernt ihr aber immer mehr Angriffsmuster und macht es so euren Gegnern deutlich schwerer, sich im Kampf gegen euch zu behaupten. Und auch eure Ausrüstung lässt sich während eurer Reise mit vielen nützliche Waffen erweitern. Anfangs seid ihr lediglich mit einem Katana-Schwert bewaffnet, im späteren Spielverlauf ergänzen aber beispielsweise ein Bogen, Wurfsterne, Nunchakus oder eine mächtige Streitaxt euren Waffenhaushalt sinnvoll.
Die verschiedenen Waffen haben dabei unterschiedliche Stärken, die sich in bestimmten Angriffsmomenten zu eurem Vorteil nutzen lassen. Daher ist es ratsam, während der Kämpfe die Waffen zu wechseln und euren Kampfstil der jeweiligen Situation anzupassen.
Zudem habt ihr an bestimmten Stellen im Spiel die Möglichkeit, eure Waffen gegen Geld upzugraden und somit neue Schlagkombinationen freizuschalten, mit denen ihr den Gegnern noch besser einheizen könnt.
A propos einheizen: Ryu kann sich während seiner Scharmützel auch auf seine magischen Fähigkeiten verlassen, welche ihm allerdings ebenfalls erst im späteren Spielverlauf zur Verfügung stehen. Die Anwendung der so genannten Ninpo-Magie ist jedoch begrenzt, da sie schnell verbraucht ist und sich nur mittels selten auftretender Roter Essenz oder teuren Magie-Tränken auffüllen lässt.
Martial Arts at it´s best
Aber Ryu Hayabusa kann nicht nur ordentlich austeilen, sondern hat auch akrobatisch einiges auf dem Kasten. Wie es sich für einen Ninja der alten Schule gehört, kann er spielend leicht an Wänden entlang laufen, sich an Stangen hin und her schwingen oder wahnwitzige Sprünge vollführen. Der Spielablauf ähnelt den Ninja Gaiden-Vorgängern der Xbox, bietet eine gekonnte Mischung aus Sprung- und Kampfeinlagen und gestaltet sich darüber hinaus sehr anspruchsvoll, was nicht zuletzt auf den immer noch nicht gerade einfachen Schwierigkeitsgrad zurückzuführen ist.
Glücklicherweise ist die Steuerung recht einprägsam und wird auch gut anhand von Hinweisen erklärt, weshalb sich auch Ninja Gaiden-Neulinge bereits nach wenigen Spielminuten zurecht finden dürften. Erwähnenswert ist auch, dass der hohe Schwierigkeitsgrad deutlich entschärft wurde. Und sogar die unfairen Stellen, an denen man einst gegen eine schier nicht enden wollende Anzahl von Gegnern bestehen musste, wurden größtenteils entfernt oder vereinfacht. Wem der Schwierigkeitsgrad trotzdem noch zu hoch angelegt sein sollte, der hat nach mehrmaligem Ableben obendrein die Möglichkeit, in einen einfacheren zu wechseln.
Die inhaltlich größte Neuerung im Vergleich zu Ninja Gaiden Black, ist die Einführung eines zweiten spielbaren Charakters, der in der Xbox-Variante nur schickes Beiwerk war. In Ninja Gaiden Sigma habt ihr endlich die Möglichkeit, in die virtuelle Haut der Dämonenjägerin Rachel zu schlüpfen und mit ihr drei neue Levelabschnitte zu absolvieren. Diese Missionen geben euch einen tieferen und besseren Einblick in die teilweise etwas unklare Hintergrundgeschichte und decken einige ungeklärte Fragen auf. Leider spielt sich die vollbusige Schönheit nicht ganz so dynamisch wie ihr männlicher Kollege Ryu, dafür sind aber ihre Angriffe in den meisten Fällen deutlich verheerender.
Die stärkeren Kampfmanöver verlangen euch dabei aber ein besseres Timing ab, da sie deutlich langsamer ausgeführt werden. Rachels spielbarer Charakter ist zwar eine gelungene Erweiterung des Spiels und ihre Levelabschnitte sind eine willkommene Abwechslung, trotzdem muss hier klar gesagt werden, dass sie qualitativ nicht auf der gleichen Höhe wie der Rest des Spiels sind. Der Spielablauf des Hauptprotagonisten gestaltet sich im direkten Vergleich aufgrund der facettenreichen Movepalette deutlich anspruchsvoller.
Die bessere und schönere Version
Optisch zeigt sich der neuste Ableger der Ninja Gaiden-Reihe von seiner bisher allerschönsten Seite. Es gelang den Entwicklern von Team Ninja sogar, die stimmungsvolle Brillanz des Xbox-Originals noch zu toppen. Sehr detaillierte Charaktere, stimmige Umgebungsgrafiken, butterweiche und realistische Animationen, wunderschöne Texturen, ruckelfreie Spielpassagen und eine konstant hohe Bildrate gehören hier zu Tagesordnung und machen den Titel zu einem echten Leckerbissen.
Die musikalische Untermalung kann ebenfalls nur als gelungen bezeichnet werden. Der Soundtrack präsentiert sich Hollywoodreif und bietet darüber hinaus klirrende Schwerter, authentische Umgebungsgeräusche sowie fetzige Schreie der Kontrahenten und lässt auch während der großartigen Zwischensequenzen dauerhaftes Kinofeeling aufkommen. Hier gibt es wahrlich nichts zu beanstanden.
Da aber auch Ninja Gaiden Sigma kein perfektes Spiel ist, haben wir auch einige Kritikpunkte gefunden. Diese spiegeln sich hauptsächlich in der teils bockigen Kamera wider. Die Kameraführung ist nämlich nach wie vor leider immer noch nicht optimal und verhindert des Öfteren, dass der Spieler einen guten Blick auf das Spielgeschehen hat. Aus diesem Grund seid ihr auch während den Kämpfen darauf angewiesen, die Kamera nachzujustieren, was wir etwas ärgerlich finden. Bis auf diesen kleinen Schönheitsfehler bietet der Titel aber eine rundum gelungene Spielerfahrung.