Gesamtwertung67 %/10 |
GrafikUngenügend Sound8 |
LanzeitspaßMangelhaft Spieleinstieg7 |
Bedienung7 |
Das die Pixar Animation Studios eine der ganz großen Firmen in punkto Computeranimation ist, dürfte längst jedem klar sein. Dies haben zahlreiche Animationsfilme wie Toy Story, Die Monster AG, Findet Nemo, Die Unglaublichen sowie Cars mehrmals unter Beweis gestellt. Allen voran Wall-E: Der Letzte räumt die Erde auf war sehr erfolgreich, was dem Animationsfilm unter anderem den Oscar als besten Animationsfilm 2009 sowie weitere Auszeichnungen bescherte.
In ihrem nunmehr zehnten computeranimierten Spielfilm, der erneut unter Mitwirkung der Walt Disney Studios produziert wurde und dessen deutscher Kinostart am 17. September 2009 stattfand, beweisen die kreativen Schöpfer einmal mehr, das sie ihr Handwerk beherrschen. Mehr sogar noch, denn schließlich handelt es sich bei Oben um die erste Pixar-Produktion, welche sich erstmals die 3D-Technik zu Nutze macht.
Die Geschichte von Oben ist schnell erklärt. Im Film, genauso wie in der gleichnamigen Spielumsetzung lebte der 78jährige Rentner und ehemalige Luftballonverkäufer Carl Fredericksen zusammen mit seiner Frau Ellie, deren beider Traum es schon immer war, fremde Länder zu bereisen und Abenteuer zu erleben. Nach Ellies Tod und der traurigen Tatsache, das sein Haus abgerissen werden soll, um einem Neubau Platz zu machen, beschließt der kauzige Rentner diesen Traum wahr werden zu lassen und präpariert sein Haus mit Tausenden von bunten, mit Helium gefüllten Luftballons. Mit diesen will Carl sein Haus in Richtung Südamerika davon fliegen lassen, um den malerischen Paradise Falls einen Besuch abzustatten und sich dort heimisch niederzulassen. Am eigentlichen Tag seiner Abschiebung ins Altersheim geht der außergewöhnliche Flug los.
Eigentlich wollte Carl alleine reisen, aber versehentlich nimmt er den tollpatschigen Pfadfinderjungen Russel mit auf seinen Flug. Auf ihrer gemeinsamen Reise zu den Paradiesfällen machen die Zwei die Bekanntschaft mit einem seltsamem Laufvogel namens Kevin, treffen sprechende Hunde und begegnen Carls großem alten Vorbild, dem Abenteurer und Entdecker Charles F. Muntz.
Dieser ist jedoch genau das Gegenteil von dem was Carl sich vorgestellt hat und entpuppt sich als übler Zeitgenosse. Carl muss also mit Russel zusammenarbeiten, um sein eigenes Haus zu sichern, das Geheimnis hinter den sprechenden Hunden aufzudecken und Charles F. Muntz das Handwerk zu legen. Aber irgendwie hatte sich Carl das Abenteuer anders vorgestellt…
Nach dem Spielstart hält sich Disney-Pixars Oben nicht lange mit Erklärungen auf und wirft euch kurzerhand ins kalte Wasser. Im Klartext bedeutet das, dass ihr euch im ersten Level in einem Flugzeug befindet, mit dem es gilt, vier andere feindliche Flieger vom Himmel zu pusten. Ist dies geschehen, bekommt ihr die erste leichte Einführung in das eigentliche Spielgeschehen, welches sich als einen Mix aus Jump'n Run- und Puzzlespiel bezeichnen lässt. Wenn ihr mit Carl oder dem Pfadfinder Russel zu Fuß unterwegs seid, besteht eure Aufgabe meistens daraus, euch einen Weg durch das unwegsame Gelände des südamerikanischen Dschungels zu bahnen.
Dazu müsst ihr gemeinsam im gekonnten Teamwork diverse Rätsel lösen, Felsbrocken verschieben oder böse Feinde ausschalten. Behilflich sind euch währenddessen die besonderen Fähigkeiten der Beiden, auf die wir kurz näher eingehen möchten. Das Hörgerät kann dazu benutzt werden, um Feinde wie beispielsweise Fledermäuse zu verscheuchen.
Mit der Wasserflasche könnt ihr eure Gesundheit wieder vollständig auffüllen. Die Trompete wird zum verjagen von Hunden oder Stechinsekten eingesetzt. Das Ballontier kann dazu benutzt werden, um Feinde abzulenken oder Hunde zu lähmen. Zu guter Letzt könnt ihr die Spottgeste der Zwei dazu verwenden, um einen Gegner zu ärgern und vorübergehend vom anderen Spieler abzulenken. Diese besonderen Fähigkeiten werden mit den Richtungstasten aktiviert, sind jedoch nicht immer einsetzbar, sondern müssen immer wieder neu aufgefrischt werden.
Dazu müsst ihr überall in den Levels verstreute Sammelobjekte aufnehmen. Aber nicht nur zu Fuß könnt ihr auf diese Fähigkeiten zugreifen, auch in den Fluglevels kommen diese zum tragen. Allerdings stehen euch hier andere Fähigkeiten wie Tennisball, Superpfeil, Ballon-Eichhörnchen oder Werkzeug zur Verfügung, mit denen ihr entweder eure Feinde angreifen oder eben euren Flieger reparieren könnt.
Im Großen und Ganzen war es das dann auch schon. Mehr solltet ihr euch von Oben, dessen Spielinhalt ganz klar für jüngere Spieler ausgerichtet ist, nicht erhoffen. Ihr marschiert oder fliegt mit den Beiden durch knallbunte Levels, verhaut Ungeziefer, sammelt seltene Käfer oder Schmetterlinge, weicht menschenfressenden Pflanzen aus, meistert diverse Sprungeinlagen, verschiebt Felsbrocken und löst das ein oder andere kleine Rätsel.
Wirklich innovativ gestaltet sich der Spielablauf dabei leider nicht, was auf die zu leichten und sich ständig wiederholenden Aufgaben zurückzuführen ist. Einzig und allein die Boss-Gegner haben es in sich, welche auch mehrmals für Frustmomente sorgen dürften. Erwähnenswert ist auch noch der kooperative Spielmodus, der aufgrund der besonderen Fähigkeiten der einzelnen Spielfiguren hier wirklich Sinn macht. Für langanhaltenden Spielspaß sorgt aber leider auch dieser nicht, dafür ist das Spielprinzip eindeutig zu simpel gestrickt. Bei der optischen Aufmachung sollten ihr ebenfalls keinen Meilenstein erwarten, denn auch hier stellt der Titel nicht das Maß der Dinge dar. Dafür sind die Details zu schwach und auch die Levels zu abwechslungsarm gestaltet.
Wenigstens präsentiert sich die Spielwelt von Oben schön bunt, was gerade den jüngeren Spielern gefallen dürfte. Ebenfalls sehr erfreulich sind die zugängliche und einprägsame Steuerung sowie der für jüngere Spieler nicht zu schnelle Spielablauf. Auch der Schwierigkeitsgrad wurde hier perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten, für ältere Semester hätte es aber auch einen Tick schwerer sein können. Bei der Soundgestaltung kann Disney-Pixars Oben punkten, denn neben guten Musikeinlagen profitiert der Titel allen voran von der exzellenten deutschen Sprachausgabe. Lediglich einige Dialoge, beispielsweise wenn Carl mit seinem Stock die Wand hochklettert oder wenn Russel sein Seil zum hochziehen einsetzt, wiederholen sich etwas zu oft.
Disney-Pixars Oben ist kein Top-Titel, dafür aber ganz klar eine der besseren Videospielumsetzungen. Der Titel versprüht den typischen Charme der Filmvorlage und rückt die zwei Abenteurer ins rechte Licht. Die audiovisuelle Aufmachung geht an sich zwar in Ordnung, doch verwehren der abwechslungsarme und innovationslose Spielablauf dem Spiel eine höhere Wertung. Die Altersfreigabe ab sechs Jahren ist hier genau richtig gewählt, denn genau diese Zielgruppe dürfte mit diesem Titel angesprochen werden, zudem der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch angesetzt wurde. Nur bei den etwas schwierigeren Boss-Kämpfen sollte oder besser gesagt muss man den Kleinen unter die Arme greifen. Für Kinder ab sechs Jahren also genau das Richtige, ältere Semester und Fans des Kinofilms sollten zuvor ein Probespiel wagen.
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Oben im Test.
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