Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Im letzten Dezember setzten die auf Rennspiele spezialisierten Entwickler von Codemasters mit Colin McRae DIRT mal wieder einen unvergesslichen Meilenstein und boten nicht nur Rennfans einen erstklassigen Offroad-Racer, der bis heute seines Gleichen sucht. Bereits damals glänzt die Technik, die Steuerung war intuitiv und gleichzeitig glänzend ausbalanciert, einzig der Onlinemodus ließ zu wünschen übrig. In eine ähnliche Kerbe schlägt nun auch Race Driver: GRID. Nach zahlreichen superben Videos und wohlklingenden Versprechen seitens der Entwickler war die Erwartungshaltung zumindest für ein Rennspiel ziemlich hoch. Ob uns GRID gänzlich überzeugen konnte oder wir lieber auf DIRT zurückgreifen, zeigt unser Test.
Wie üblich bietet uns Codemasters einen exzellenten Karrieremodus, der zwar dieses Mal nicht mit einer besonders ausgefeilten Story begeistert, dafür aber motivierend und eingängig ist. Als Nachwuchskraft versucht ihr euch schleunigst erste Lorbeeren zu verdienen, nehmt Aufträge von kleineren Rennställen an und kassiert bei erfolgreichem Abschließen die erste Kohle.
Damit baut ihr zunächst erst einmal euer erstes Muscle Car auf, mit dem es dann auch direkt auf die Strecke geht. Noch etwas Geld verdient und schon floriert das eigene Rennteam. Dabei ist vor allem die Art und Weise der Aufgabenstellung zu beachten. Die meisten Rennspiele fordern von euch einfach den ersten Rang, während es in GRID manchmal bereits ausreicht, vor einem rivalisierenden Team ins Ziel zu kommen oder dringend benötigte Punkte einzufahren. Natürlich bringt der Sieg mehr Geld, als jede andere Platzierung, weswegen der Ehrgeiz logischerweise nie auf der Strecke bleibt. Schnell wird klar, dass GRID recht spartanisch ausgestattet ist, was Tuning- und Einstellungsmöglichkeiten angeht. Ein wirkliches Aufrüsten der Traumwagen bleibt nämlich außen vor, so dass man letztlich lediglich die Lackierung seiner Vehikel und eventuelle Sponsorenvinyls auswählen kann. Das ist etwas schade, tut aber dem Spielfluss an sich keinen Abbruch, da GRID generell eher auf Arcadeaction, als auf Rennsimulation baut.
Je nachdem welche Rennhilfen man anwählt, kann das Verhältnis aber auch in die entgegen gesetzte Richtung kippen. Die zahlreichen Veranstaltungen sind in verschiedene Typen aufgeteilt, sie zumeist bestimmte Vehikeltypen voraussetzen. So seid ihr immer gezwungen, euren Fuhrpark auszubauen. Das ist zwar unumgänglich, wird wohl aber jedem sowieso zusagen. Auch müsst ihr dafür Sorge tragen, immer die korrekten Lizenzen in der Hand zu haben, die euch sowohl Geld, als auch Leistung abverlangen. Dabei sind diese aber nicht so schwer zu erlangen, wie etwa in Gran Turismo. Wenns mal an Geld fehlt, habt ihr über die ganze Karriere hinweg die Möglichkeit, euch auch für andere Rennställe zu verdingen.
Die insgesamt 60 Wagen ähneln sich nur selten, ihre Zahl ist aber auch vergleichsweise gering. Dafür zeigen sie auf der Strecke, was in ihnen steckt. Das Geschwindigkeitsgefühl das GRID in jeder der auswählbaren Perspektiven bietet ist nahezu perfekt und absolut realistisch.
Noch nie wurde man so stark in ein Rennen gezogen. Wie in einem gigantischen Adrenalinrausch heizt ihr über die Strecke und spürt quasi den Asphalt. Wenn eure sehr gut agierenden KI-Gegner dann auch noch für Unfälle sorgen und euch halbe Autos um die Ohren fliegen, wisst ihr oft nicht mehr, wie euch der Kopf steht. Dabei fahren die Kontrahenten nicht nur ihre Runden, sondern reagieren intelligent auf euer Fahrverhalten, genauso wie auf das der anderen Mitstreiter. Macht ihr beispielsweise großen Druck auf einen Vordermann, kann es schon einmal passieren, dass ihr ihn zu einem Fahrfehler zwingt. Das lässt genauso Stimmung aufkommen, wie zu beobachten, wie sich Schäden am Auto auf die Fahrphysik auswirken. Dabei ist das Schadensmodell an sich bereits ein Highlight. Physikalisch korrekt fliegen da Teile durch die Luft, wenn nicht gar der ganze Bolide. Beim Wiederaufschlag das gleiche. Da macht es richtig Spaß Unfälle zu bauen.
Und das Gute daran ist, dass GRID ein einzigartiges Feature bietet, das euch sogar erlaubt auch aus Spaß Unfälle zu fabrizieren, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Aus anderen Genres ist das Feature als Bullet-Time bekannt. Ihr könnt also nach einem Crash die Zeit zurückspulen, den Unfall beliebig oft aus den verschiedensten Blickwinkeln begutachten und dann zu einem von euch gewählten Zeitpunkt davor wieder ins Geschehen einsteigen. Ziel des Ganzen ist natürlich den Crash beim zweiten Versuch zu verhindern.
Während man im freien Spiel diese Option so oft nutzen darf, wie man möchte, ist sie in Karriererennen glücklicherweise auf einige wenige Einsätze beschränkt, so dass ein wenig Taktik ins Geschehen kommt. Im Multiplayer fehlt das Feature logischerweise gänzlich. AN sich macht der Modus aber richtig viel Spaß. Zwar halten sich die Einstellungsmöglichkeiten in Grenzen, aber da man quasi auf das ganze Repertoire des Singleplayers zurückgreifen kann und es ein Rankingsystem gibt, macht auch die Netzhatz lange Spaß. Ü
ber 90 Strecken, viele Modi, wie Driftrennen und so weiter, runden das Gesamtpaket ab und sorgen für viel Abwechslung. Dadurch wird der Rennalltag eigentlich nie langweilig.
Grafisch setzt das Spiel neue Maßstäbe. Nicht nur, dass die Vehikel extrem gut aussehen, auch das Schadensmodell ist, wie angesprochen, ausgezeichnet und selbst die Strecken sind nun ordentlich bevölkert. Selbige wirken zudem realistisch und glaubwürdig. Hier gibt es kaum etwas zu bemängeln. Leider können die Replays nicht gespeichert werden und auf Regen muss man auch verzichten. Slowdowns sind zwar vorhanden, aber treten so selten auf, dass sie vernachlässigt werden können. Was den Sound angeht, so treibt das Spiel während der Rennen durch harte Rock- und Technobeats, die sich perfekt ins Spielgeschehen einbinden. Die Motorensounds spielen in der ersten Klasse und auch die deutsche Sprachausgabe kann sich sehen lassen.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Race Driver: GRID im Test.
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