Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Eigentlich sollte Rainbow Six Vegas 2 bereits seit dem 20. März 2007 im deutschen Handel erhältlich sein, allerdings hat leider die USK dafür gesorgt, dass sich dieser Termin noch etwas nach hinten verschiebt. Grund dafür war wohl das neue Belohnungssystem, welches die USK anscheinend für anstößig hält und deshalb in einigen Punkten (Kopfschüsse) gekürzt werden musste. Als neuer Releasetermin wird derzeit Ende April angegeben, Spieler die allerdings nicht länger darauf warten möchten, fragen einfach beim Videospielhändler ihres Vertrauens nach der internationalen Fassung.
Generell ist dieses Jahr für die Tom Clancy-Serie ein ganz Besonderes. Die Serie feiert nämlich inzwischen ihr zehnjähriges Jubiläum und genau zu diesem präsentiert uns Ubisoft den neusten Ableger ihres Taktikshooters. Bereits Rainbow Six Vegas war überaus erfolgreich und in der Spiel- und Clanszene sehr beliebt, was nicht zuletzt am erstklassigen Mehrspielerpart lag. Aber auch der Singleplayerpart konnte sich sehen lassen und wusste mit einem guten und innovativen Gameplay zu gefallen. Einzig und allein das abrupte Ende ärgerte viele Spieler und machte eines klar, nämlich das künftig noch eine Fortsetzung ansteht.
Back in Business
Im zweiten Teil, der ja glücklicherweise nicht allzu lange auf sich warten ließ, erwartet euch dieses Mal nicht nur ein richtiges Ende, sondern es gibt noch mehr Änderungen zu vermerken. Die erste Neuerung ist der neue Hauptcharakter mit dem Namen Bishop. Diesen könnt ihr euch zu Spielbeginn komplett selbst zusammenbasteln und auch für das gesamte Spiel, welches Single- und Multiplayerpart sowie den Koop-Modus beinhaltet, verwenden.
Im Vorgänger konntet ihr diesen nur im Mehrspielermodus verwenden, was nun erfreulicherweise ein Ende hat. Somit wird das gesamte Spiel etwas persönlicher, alleine schon deshalb, weil ihr neuerdings ähnlich wie in einem Rollenspiel euren Charakter aufleveln könnt. Richtig gehört: Wie im richtigen Leben lernt euer Protagonist ständig was dazu. Grundlage dafür ist das Advanced Combat Enhancement & Specialization kurz auch A.C.E.S. genannt.
Jede Aktion, egal ob ausgeschaltete Terroristen oder befreite Geisel, wird dabei vom Spiel registriert und mit einer Punktevergabe belohnt.
Insgesamt können Erfahrungen in drei Teilbereichen gesammelt werden, welche sich in die Kategorien Nah-, Fern- und Sturmkampf aufteilen. Je nach Trefferart wie beispielsweise Kopftreffer, an einem Seil hängend oder dem Ausschalten aus weiter Entfernung, bekommt ihr Extrapunkte, die euch nicht nur andere Waffen und Ausrüstungsgegenstände bescheren, sondern auch den Aufstieg in einen höheren Rang ermöglichen.
Eine weitere Neuerung ist der überarbeitete Koop-Modus, in dem ihr nun anders als beim Vorgänger, endlich die originalgetreue Kampagne erleben könnt. Dafür beschränkt sich der Koop-Modus leider nur auf zwei Spieler, während ihr beim Prequel noch mit insgesamt drei Freunden auf Einsatz gehen konntet. Ansonsten ist spielerisch sehr viel beim alten geblieben. Nach wie vor steuert ihr im Koop- oder im Storymodus zwei eurer KI-Kameraden per Anweisungen durch die einzelnen Levels.
Das tolle dabei ist, das zu jeder Zeit ein Freund mit in das Spiel einsteigen oder auch wieder aussteigen kann. Die verschiedenen Levels und der Story- beziehungsweise Koop-Modus wurden vom Ubisoft Entwicklerstudio in Montreal nämlich so konzipiert, das sie sowohl im Einzelspieler als auch zu Zweit problemlos funktionieren. Zudem haben die Entwickler dem Titel endlich eine höhere Anzahl an Checkpoints spendiert, was gerade in Bezug auf die härteren Schwierigkeitsgrade unabdingbar war und auch im direkten Vergleich zum Vorgänger deutlich den Frustfaktor senkt.
Las Vegas, die sündigste Stadt Amerikas
Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse ist wie könnte es auch anders sein erneut die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada, auch Las Vegas genannt. Dort gilt es mal wieder, fiesen Terroristen das Handwerk zu legen. Während Logan Keller, bekannt aus dem Vorgänger, die gemeingefährliche Irena Morales in Mexiko verfolgt, werdet ihr vom Rainbow-Kommandeur Six nach Vegas geschickt.
Euer Auftrag: Das terroristische Genie Alvarez Cabrero, welcher den Plan hat Sin City dem Erdboden gleich zu machen, dingfest zu machen. Kaum dort angekommen, entwirrt ihr ein Netz aus Betrug und Verrat und werdet schlussendlich Zeuge einer verblüffenden Auflösung, welche die Krise in Vegas ein für alle Mal beenden wird.
Als Schauplätze dienen auch dieses Mal wieder Casinos und Hotels, allerdings bietet Vegas 2 unter anderem auch noch Levels wie Straße, Rangierbahnhof, Villa, Vegas Schrottplatz, Theater, Three Kingdoms-Casino, Import/Export, Killerhaus, Convention Center, Ölraffinerie, Presidio, Mörderstadt, Nahkampf-Training sowie die versteckte Map Comcast-Ereignis, auf die wir im Fazit genauer eingehen werden. Insgesamt betrachtet erwarten euch in Rainbow Six Vegas 2 also sehr abwechslungsreiche Schauplätze, in denen ihr euer taktisches Können unter Beweis stellen könnt. Und taktisch solltet ihr auf alle Fälle vorgehen, denn sonst werdet ihr das virtuelle Rentenalter garantiert nicht erreichen. Wer planlos mit der Waffe im Anschlag einen Raum betritt, wird folglich nicht sehr weit kommen. Stattdessen stehen hier, wie es sich für einen Tom Clancy-Titel gehört, eine logische Taktik sowie Teamplay an der Tagesordnung.
Wer bereits ein Spiel aus der Rainbow Six-Reihe gespielt hat, wird wissen worauf wir hier hinaus wollen. Damit Neueinsteiger mit dem umfangreichen Spielsystem zu Spielbeginn nicht überfordert werden, dient der erste Level als Tutorial. Hier werdet ihr mit dem Spiel vertraut gemacht und erlernt die grundlegenden Kontrollen und Anweisungen, die benötigt werden, um im harten Alltag eines Rainbow-Agenten zu überleben.
Gutes und innovatives Spielsystem
Da ihr in Rainbow Six Vegas 2 allerdings im Team zusammenarbeitet, gilt es nicht nur eure eigene Haut zu schützen, sondern auch auf eure Kollegen acht zu geben. Erfreulicherweise funktioniert dies aufgrund der durchdachten Steuerung und wirklich astreinen künstlichen Intelligenz tadellos. Ganz locker dirigiert ihr eure zwei Kameraden durch die Levels, lasst diese im Sturm Räume säubern oder heimlich und still Terroristen ausschalten. Je nach Wahl gebt ihr euren Teamkollegen entweder die Anweisungen über das Steuerkreuz des Controllers oder bedient euch des Headsets.
Wählt ihr die letztgenannte Variante, gilt es, Kommandos wie beispielsweise Vorrücken, Stopp, Angriff oder Infiltrieren ins Mikro zu sprechen. Das funktioniert dabei erstaunlich gut, macht richtig Spaß und vermittelt obendrein das Gefühl, mit echten Teamkameraden im Einsatz zu sein.
Eine weitere und auch ganz wichtige Neuerung, ist die hinzugekommene Sprintfunktion, die ihr mittels L2-Taste aktivieren könnt. Der Sprint ermöglicht es euch nun, unter anderem gegnerischen Granaten schneller auszuweichen oder vor feindlichem Beschuss in eine bessere Deckung zu flüchten. A propos Deckung: Auch hier heißt es ab sofort Obacht! Wer zum Beispiel hinter einer Holzwand oder Kiste Stellung bezieht, ist noch lange nicht vor Feindfeuer geschützt. Durch diese Deckung kann nämlich logischerweise durchgeschossen werden, folglich bietet nur Stein und Metall ausreichend Schutz vor feindlichem Kugelhagel. Diese ganzen Neuerungen, gepaart mit der sehr guten KI eurer Gegenspieler, gestalten das Gameplay deutlich dynamischer und auch abwechslungsreicher, als beim Vorgänger.
Guter Mehrspieler-Part mit kleinen Startschwierigkeiten
Online hat der neuste Rainbow Six-Ableger auch einiges auf der Pfanne. Die Multiplayer-Modi teilen sich dabei in drei verschiedene Elemente auf: PlayStation Network, Split Screen und Lan. Je nachdem in welchem Mehrspieler-Modi man sich gerade befindet, sind die jeweiligen Spieltypen wie folgt unterteilt: Story Miteinander, Terroristenjagd Miteinander, Angriff und Verteidigung, Info-Beschaffung, Geiselrettung, Überleben, Team-Überleben, Totale Eroberung, Zerstörung und Team-Anführer. Diese beiden letztgenannten Modi sind neu hinzugekommen und spielen sich folgendermaßen: Bei Zerstörung gilt es, eine Bombe an einem von zwei möglichen Orten zu platzieren und zu verhindern, das diese vom Gegner entschärft wird. In Team-Anführer muss das Team seinen Anführer beschützen und dabei unterstützen, dass dieser den Weg zum Abholpunkt unbeschadet übersteht. Während des Geleitschutzes werden die anderen Spieler nach dem Ableben wiederbelebt, solange der Anführer noch lebt.
Hat der Anführer den Abholpunkt erreicht, ist das Spiel gewonnen. Diese zwei neuen Modi spielen sich recht gut, ob sie allerdings die gleiche Fangemeinde wie die altbekannten Modi gewinnen können, wird die Zeit weisen. Das gesamte Mehrspielerpaket kann sich also durchaus sehen lassen, worauf wir allerdings gerne verzichtet hätten, sind die äußerst instabilen Online-Sessions. Zum einen kommt es bei der Terroristenjagd Miteinander immer wieder vor, das ihr keinen Zugriff auf den Server habt, obwohl dieser noch ausreichend Platz bietet. Hier heißt es dann nicht gerade selten, dass entweder keine Verbindung zum Spiel hergestellt werden kann oder der Server bereits voll ist. Zum anderen kam es während unserer Testphase immer wieder vor, dass der Storymodus im Koop immer wieder ohne ersichtliche Gründe beendet wurde und wir zurück ins Hauptmenü katapultiert wurden. Nun, das mögen vielleicht nur Startschwierigkeiten sein oder an zu überfüllten Servern liegen, ärgerlich ist es hingegen trotzdem. Hoffentlich wird das bald mit einem Update ausgebessert, denn abgesehen von diesen Problemen, macht das Onlinespielen in Vegas 2 nämlich mächtig Spaß!
Optisch dezent verbessert
Wie es die Überschrift bereits erahnen lässt, wurde die Fortsetzung von Rainbow Six Vegas leider nur in wenigen Punkten etwas verbessert. Gerade in Bezug auf den Einzelspielermodus fällt hier deutlich auf, dass noch etwas aus der Unreal Engine herausgekitzelt werden konnte. Die Texturen sind feiner, die Licht- und Schatteneffekte stimmiger in Szene gesetzt und auch die Charaktere lassen mehr Details an sich erkennen. Leider bleibt dieser positive Eindruck nicht über die gesamte Spielzeit erhalten, denn hier und da gab es Passagenweise einige Framerateeinbrüche zu vermelden und auch vor Tearingproblemen macht der Titel keinen Halt.
Aber auch wenn es hier und da etwas geruckelt hat, so kann die Grafikleistung gerade in Bezug auf die Charaktere und die abwechslungsreichen Locations trotzdem überzeugen. Das dabei allerdings zu keiner Zeit die optische Klasse eines Call of Duty 4 erreicht wird, wollen wir hier an dieser Stelle jedoch nicht verschweigen.
Akustisch präsentiert sich Vegas 2 hingegen erstklassig und auf dem Niveau aktueller Kinoproduktionen. Deutsche professionelle Sprachausgabe, realistische Schussgeräusche, wuchtige Explosionen, ein dicht gewebter Klangteppich, dies alles bietet das Spiel. Darüber hinaus lässt sich der Sound im Hauptmenü zudem einzeln justieren und so können Sprache, Musik und Soundkulisse an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Hier gibt es wahrlich nichts zu bemängeln.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen! Ich hatte ja vorhin erwähnt, dass es im Spiel eine versteckte Map namens Comcast-Ereignis gibt. Wer diese Gratis-Map, die eine Promoaktion des Internetproviders Comcast ist, freischalten möchte, der sollte wie folgt vorgehen: Geht ins Hauptmenü und wählt dort den Punkt Extras aus.Anschließend auf den Menüpunkt Comcast Geschenk klicken und folgenden Code eingeben:
COMCAST FASTER.
Rainbow Six Vegas 2 im Test.
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