Rainbow Six Vegas

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Rainbow Six Vegas [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

89%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Rainbow Six Vegas

Die Vorfreude der PS3-Spieler dürfte angesichts der Tatsache, das bisher kein richtiger Taktikshooter für die PlayStation 3 erhältlich ist, groß gewesen sein, als diese die ersten Exemplare der PS3-Umsetzung im Videospielgeschäft ihres Vertrauens erblickten. Nach knapp einem halben Jahr Wartezeit ist nun endlich die Umsetzung von Tom Clancys: Rainbow Six Vegas für Sonys schwarze Next-Generation-Konsole erschienen und ab sofort kann in Las Vegas auch auf der PS3 für Recht und Ordnung gesorgt werden.

Als kleine Entschädigung für die etwas längere Wartezeit wird es Käufer mit Sicherheit entzücken, das der Inhalt gegenüber der Xbox 360-Version deutlich umfangreicher ausgefallen ist. Die PS3-Version hat nämlich bereits die Mappacks der Red- und Black-Edition mit an Bord, für die Xbox-Live-Mitglieder zunächst MS-Points bezahlen mussten.

Seit dem 6. Juni können diese zwar nun auch vom Xbox-Live-Marktplatz kostenlos heruntergeladen werden, trotzdem finden wir es gut, dass diese bereits mit auf die Blu-ray gepresst worden sind und nicht im Nachhinein als Download angeboten werden. Ärgerlich hingegen ist, das die Umsetzung auf die PlayStation 3-Hardware nicht ganz optimal gelungen ist und einige Defizite zur Xbox 360-Version aufweist. Hierzu aber später mehr.

Da die Unterschiede zwischen PS3 und Xbox 360-Version hauptsächlich optischer und weniger spielerischer Natur sind, möchten wir den Fokus in diesem Review eher auf die Umsetzung und die grafischen Unterschiede lenken. Da es allerdings auch Rainbow Six Vegas-Neulinge unter den Lesern gibt, gehen wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf die Geschichte des Spiels ein. Wer es etwas ausführlicher haben möchte, den bitten wir auf unser Xbox 360- sowie PC-Review zurückzugreifen, welche ihr in der Datenbank findet.

Im Storymodus der Einzelspielerkampagne schlüpft ihr in die Rolle von Teamchef Logan Keller, der per Helikopter mit seinen zwei Teamkameraden Gabe und Kahn irgendwo in die Straßen Mexikos entsendet wird. Ziel des Einsatzteams ist es, die gesuchte internationale Terroristin Irene Morales aufzuspüren und festzunehmen.

Dieser erste Einsatz, der gleichzeitig als Tutorial dient, entpuppt sich aber schwerer als zunächst angenommen und schlägt fehl. Ihr tappt in einen Hinterhalt, Irene Morales entkommt und nimmt eure zwei Kollegen als Geiseln gleich mit. Ihr selbst könnt euch schwer verletzt noch retten und plant sofort darauf, Irene zu verfolgen und eure Teamkameraden zu befreien – eure Auftraggeber haben allerdings andere Pläne mit euch.

Ihr bekommt zwei neue Teamkameraden, den Aufklärer Jung Park sowie den Sprengstoffexperten Mike Walter und werdet nach Las Vegas entsendet. Dort gilt es sich zunächst einen Weg durch die beleuchteten Straßen von Sin City zu kämpfen und anschließend im Calypso Casino für Recht und Ordnung zu sorgen.

Abwechslungsreiche Taktikshooter-Kost

Im Laufe des Spielgeschehens, das während den einzelnen Missionen durch kurze Cutscenes oder Videosequenzen in der oberen linken Bildschirmhälfte aufgelockert wird, kämpft ihr euch nicht nur durch das Casino, sondern habt auch in den Straßen und anderen Örtlichkeiten von Sin City genügend Möglichkeiten, schwerbewaffnete Terroristen aufs Korn zu nehmen und Geiseln zu retten. Während eures Einsatzes solltet ihr aber äußerste Vorsicht walten lassen, denn das Spiel ist aufgrund des sehr hoch angesetzten Schwierigkeitsgrades schneller vorbei, als euch manchmal lieb ist. Schon zwei bis drei kleine Treffer genügen und schon verschwimmt die Sicht. Trifft euch eine weitere Kugel verfärbt sich der Bildschirm schwarz und beim nächsten Treffer ist euer Schicksal bereits besiegelt. en.

Ihr seht, wenn ihr nach einem Treffer nicht sofort in Deckung geht, ist der Einsatz schneller beendet, als er angefangen hat. Glücklicherweise habt ihr im Spiel die Möglichkeit, getroffene und verletzte Kameraden durch die Injektion einer Spritze zu heilen oder durch den Befehl an einen Teamkollegen heilen zu lassen. Blöd dabei ist nur, dass ihr selbst nicht von euren Kameraden geheilt werden könnt, solltet ihr einmal verwundet sein. Daher solltet ihr in Rainbow Six Vegas vor allem immer auf eins achten: Eure Deckung.

Auch wenn Rainbow Six Vegas ordentlich Action bietet, werden Taktikshooter-Veteranen trotz des schweren Spiels enttäuscht sein, das der Storymodus bereits nach schätzungsweise 10 Spielstunden abgeschlossen ist. Erfreulicherweise bietet der Titel aber noch die Option, auf allen Maps der Einzelspielerkampagne ohne bestimmte Vorgaben auf Terroristenjagd zu gehen oder die Kampagne wahlweise auch im Koop-Modus gemeinsam mit Freunden zu bewältigen.

Darüber hinaus sind auch noch zahlreiche weitere Spielmodis enthalten, die für einen lang anhaltenden Multiplayerspielspaß sorgen dürften. In den Mehrspielermissionen gilt es beispielsweise Deathmatch oder Team-Deathmatch-Einsätze zu absolvieren oder in allzeit beliebter Capture the Flag-Tradition giftige Behälter sicher in euer Lager bring

Hier hat die PS3-Version gegenüber dem Xbox 360-Pendant einen großen Vorteil, nämlich das wie eingangs bereits erwähnt, schon die Mappacks der Red- und Black-Edition mit an Bord sind. Durch diesen Zusatz hat sich der Umfang des Multiplayerparts, bei dem es logischerweise auch ein Rangsystem gibt, mit dem man aufsteigen kann, locker verdoppelt und sorgt so für einen lang anhaltenden Spielspaß. Darüber hinaus lassen sich im späteren Spielverlauf nützliche Goodies wie beispielsweise andere Schutzkleidung oder neue Waffen freischalten, die für zusätzliche Motivation und Abwechslung sorgen.

Technik die leider nicht immer begeistert

Nimmt man die technische Seite von Rainbow Six Vegas genauer unter die Lupe, so wird man feststellen, dass die Umsetzung im direkten Vergleich zur Xbox 360 einige Federn lassen musste. Diese sind unverständlicherweise größtenteils im grafischen Bereich angesiedelt, was uns trotz HDMI-Unterstützung der PlayStation 3 doch etwas gewundert hat. Die PS3-Version wartet nämlich mit weniger hoch aufgelösten und scharfen Texturen auf, als die Xbox 360-Variante des Spiels. Auch die Framerate erweckt den Eindruck etwas niedriger angesiedelt zu sein und ist an bestimmten Spielpunkten auch nicht immer 100% stabil.

Zugegeben, die grafischen Defizite halten sich in Grenzen und trüben auch in keinster Weise den Spielspaß, trotzdem muss hier klar gesagt werden, dass die inzwischen ältere Xbox 360-Version klar die Nase vorn hat. Selbst Genrekollege Resistance: Fall of Man macht als Starttitel der PS3 eine bessere Figur und sieht einfach mehr nach Next-Generation aus. Ärgerlich ist auch, dass man die Speicherfunktion des Spiels nicht geändert hat. Nach wie vor gibt es nur Checkpoints, die allerdings rar gesät sind, weshalb es des Öfteren zu Frustmomenten kommen könnte. Eine vorbildliche Speicherfunktion wie beispielsweise bei Tom Clancy-Kollege Sam Fisher wäre hier wünschenswert gewesen und wird es hoffentlich in den nächsten Teil der Rainbow Six-Serie schaffen.

Glücklicherweise gibt es sonst nichts zu meckern. Die bereits gute Steuerung wurde ohne Fehler übernommen und bietet obendrein sogar eine Sixaxis-Unterstützung. Die akustische Kulisse wurde ebenfalls erstklassig umgesetzt und wartet mit realistischen Schuss- und Explosionsgeräuschen sowie einer sehr guten deutsche Synchronisation auf. Die englische Sprachausgabe klingt zwar im direkten Vergleich authentischer, nicht Englischkundige werden aber trotzdem mit Sicherheit zufrieden sein.

Fazit

Ubisoft hat mit Tom Clancys: Rainbow Six Vegas überwiegend gute Arbeit geleistet und bringt mit der PS3-Umsetzung des Taktikshooters einen Titel auf den Spielemarkt, der eigentlich in jedem Multiplayer-Haushalt einen Platz finden dürfte. Zwar weist die PS3-Version im direkten Vergleich zur Xbox 360-Variante einige grafische Defizite auf, daran sollten sich aber Shooterfans keinesfalls stören lassen. Der Titel gehört trotzdem derzeit mit zum Besten, was die PlayStation 3 zu bieten hat. Alleine schon aufgrund des großen Spielumfangs und lang anhaltenden Spielspaßes im Multiplayerbereich, dürfte Rainbow Six Vegas zahlreiche Spielerherzen erobern. Im Moment gibt es aus spielerischer Sicht heraus betrachtet keinen anderen Titel der so viel Bock macht, weshalb jeder der ein Fable für Mehrspielerkämpfe hat, hier umgehend zugreifen sollte.

Trotz des wirklich erstklassigen Gameplays möchte ich aber noch anmerken, das ich es sehr schade finde, dass die Xbox 360-Version besser aussieht. Das hat jetzt nichts damit zu tun, das ich lieber auf der PS3 zocke oder der Meinung bin, dass deren Hardware besser ist als die der Microsoft Konsole, nur haben eben Umsetzungen wie beispielsweise The Elder Scrolls: Oblivion kürzlich erst bewiesen, das es auch noch einen Tick besser geht. Hier wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen. Schade!

Rainbow Six Vegas [PS3 , looki.de]

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