Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Sony
Entwickler
Insomniac Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
 Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction [PS3 , looki.de]

Gesamtwertung

91%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction

Der neuste Teil der Jump´n Run Videospiel-Veihe aus der Entwicklerschmiede Insominiac Games geht mit Ratchet & Clank: Tools of Destruction in die nunmehr sechste Runde und bekommt endlich sein Next-Generation-Auftritt spendiert. Nachdem sich die Entwickler mit dem Ego-Shooter Resistance: Fall of Man zunächst an einem anderen Genre versuchen wollten, was ihnen auch durchaus gelungen ist, kehren sie nun wieder zu ihren Wurzeln zurück und widmen sich erneut ihren zwei beliebten Jump´n Run-Helden. Ob das neuste Ratchet & Clank-Abenteuer nur ein laues Update der Spielserie ist oder ob mit durchdachten und innovativen Neuerungen zu rechnen ist, das decken die folgenden Zeilen auf.

Wir sind wieder hier, in unserem Revier!

Die Geschichte des sechsten Teils ist schnell erklärt. Ratchet und sein blecherner Kumpel Clank befinden sich gerade auf dem Planeten Kerwan in der riesigen Stadt Metropolis, als sie plötzlich eine Nachricht von Captain Quark erhalten, das sich eine riesige Armada, bestehend aus schwerbewaffneten Kampfrobotern, auf direktem Weg zur Stadt befindet. Schnell packen sie ihre Sachen zusammen und machen sich mit ihrem Gleiter auf, um Captain Quark zur Hilfe zu eilen. Unterwegs haben sie allerdings einen Unfall und ehe sich die beiden versehen, befinden sie sich inmitten des Angriffs, den kein geringerer als Imperator Percival Tachyon, Kennern der Serie auch als Cragmite bekannt, angezettelt hat. Unterwegs begegnen sie dem kleinwüchsigen Möchtegern-Imperator und finden heraus, dass es dieser auf Ratchet persönlich abgesehen hat.

Tachyons Rasse wurde nämlich einst von den Lombax, zu deren Volk auch Ratchet angehört, beinahe ausgelöscht. Und da Ratchet der letzte seiner Art ist, will Tachyon ihn nun um die Ecke bringen, somit an seiner Rasse fürchterliche Rache nehmen und sich nebenbei noch die gesamte Galaxie untertan machen. Bevor es aber dazu kommt, können Ratchet und Clank Tachyon und seine fiesen Roboterschergen durch eine List austricksen und in seinem Raumschiff entkommen. Auf ihrer Flucht durch den Weltraum schaltet sich dann dummerweise jedoch ausversehen automatisch der Kälteschlaf ein und Ratchet und Clank legen unfreiwillig eine Auszeit ein.

Als sie wieder zu sich kommen, befinden sie sich auf einem fremden Planeten und ihr gestohlenes Raumvehikel ist futsch. Nachdem sich beide mit der Umgebung bekannt gemacht haben und mit einigen Leuten ins Gespräch gekommen sind, müssen sie mit entsetzen feststellen, das Tachyon seine Pläne größtenteils umsetzen konnte. Gemeinsam müssen Ratchet und Clank nun irgendwie einen Weg zurück nach Hause finden und den Machenschaften des fiesen Imperators das Handwerk legen. Und während diesem neuen Abenteuer findet Ratchet nicht nur einiges über sich selbst heraus, sondern auch sein kleiner Freund bekommt einen Nebenplot spendiert. Clank, der einst in einer Roboterfabrik auf dem Planeten Quartu gebaut wurde, findet nämlich heraus, dass er eine Seele hat.

Kälteschlaf wirkt nicht bei Robotern

Gleich zu Spielbeginn wird euch ordentlich die Kinnlade runterklappen, denn so gut haben Ratchet und Clank bisher noch nie ausgesehen. Nun gut, das mag aufgrund des ersten Abenteuers auf der PlayStation 3 zunächst nicht ungewöhnlich klingen, handelt es sich bei dem Titel doch um ein Next-Gen-Spiel der aktuellen Konsolen-Generation.

Trotzdem können wir bedenkenlos anmerken, das Ratchet & Clank: Tools of Destruction mit zu den optisch eindruckvollsten Titeln gehört, die es derzeit auf der PlayStation 3 zu bestaunen gibt. Das beginnt schon im ersten Level, in dem ihr die Invasion der Kampfroboter am eigenen Leib miterlebt. Hier fällt sofort auf, dass der Titel durch eine enorme Weitsicht glänzt, der sogar die Einschläge der abgefeuerten Projektile der Kampfroboter in weiter Ferne zeigt. Auf eurem Weg zu Captain Quark bedrängen euch ständig blecherne Kampfboliden, denen ihr mit eurem Schraubenschlüssel – dem Omni-Schlüssel 3000 – oder wahlweise auch mit Kreisklingen oder Schmelzgranaten entgegensetzt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob ihr gerade etwa mitten im Kampf, gerade auf der Flucht vor laserfeuernden Raumschiffen oder auf den Schienensystem des Planten seid und anrollenden Zügen ausweicht, stets sieht die Grafik atemberaubend aus.

Kein Zeilenflimmern, keine Pop-ups, nirgends Grafikfehler und auch Framerate-Einbrüche konnten wir während des Spielens nicht ausmachen. Also was die Optik angeht, haben die Entwickler ordentlich auf die Tube gedrückt und verstehen es offensichtlich nur allzu gut, mit den Hardwareroutinen der PlayStation 3 umzugehen. Jetzt ist es aber unfair, gleich zu Beginn des Tests über die Grafik des Spiels zu sprechen, aber wir konnten leider nicht anders. Wenn ihr die ersten Spielminuten live am Bildschirm erlebt habt, werdet ihr sicherlich verstehen, weshalb wir hier so schwärmen. Unserer Meinung nach, setzt der sechste Teil der Serie nämlich sogar grafische Maßstäbe, an denen sich künftige Spiele und deren Entwickler orientieren werden müssen, wenn sie dem Titel entsprechend Paroli bieten wollen.

Per Anhalter durch die Galaxis

Wie es sich für die Ratchet & Clank-Spieleserie gehört, reist ihr auch im neusten Abenteuer wieder quer durch die Galaxis und besucht bunte sowie verschiedene Planeten. Spielerisch betrachtet, bietet Ratchet & Clank dabei altbekanntes, daher werden sich Kenner der Reihe gerade was die Steuerung betrifft, schnell heimisch fühlen. Aber auch Neulingen wird der Einstieg nicht schwer fallen und sollte doch einmal etwas unklar sein, klärt dies das Tutorial am Anfang des Spiels.

In Bezug auf die Waffenpower wurde – wie der Spielname bereits verrät – bei Tools of Destruction ordentlich aufgestockt. Bereits das Arsenal von insgesamt 15 unterschiedlichen Feuerwaffen ist beachtlich und reicht vom simplen Blaster über eine fette Laser-Kanone bis hin zum mehrfachen Raketenwerfer. Alle Waffen lassen sich darüber hinaus bei einem GrummelNet-Waffenhändler für bares Geld upgraden und beispielsweise mit zusätzlicher Reichweite oder schnelleren Feuerraten sinnvoll erweitern. Zusätzlich gewinnen die Wummen mit ständigem Gebrauch auch deutlich an Durchschlagskraft, für reichlich Abwechslung und stundenlangen Spielspaß dürfte hier also schon einmal gesorgt sein.

In Tools of Destruction wird aber nicht nur alles zu klump geballert was euch vors Rohr läuft, sondern auch ab und an mal das Köpfen benutzt, um die ein oder andere knifflige Denkeinlage zu meistern. Hierzu kann dann ebenfalls eine Waffe aus eurem Inventar benutzt werden, wie beispielsweise der Gelanator. Mit diesem coolen Utensil könnt ihr unter anderem in bestimmten Levelabschnitten grüne Gel-Blöcke verschießen, die einem Wackelpudding nicht ganz unähnlich sehen.

Die glibrige Masse könnt ihr dann als Sprungbrett benutzen, um höhergelegene Plattformen zu erreichen, die anders nicht erreichbar wären. Ein weiteres nützliches Utensil ist das Groovitron, welches wie eine Granate in Disco-Kugel-Form aussieht und nach Zündung alle umliegenden Feinde dazu bewegt, das virtuelle Tanzbein zu schwingen.Während dessen sind die Gegner dann logischerweise abgelenkt und hilflos euren Angriffen ausgesetzt. Wirklich hübsch dabei anzusehen ist, dass bei der Groovitron-Anwendung wirklich jeder Protagonist seinen persönlichen und eigenen Tanzstil hat. Erwähnt werden sollte auf alle Fälle auch noch Mr. Zurkon, der Ratchet und Clank ab und an für kurze Zeit zur Seite steht. Dieser Synthenoid-Roboter fliegt nämlich nicht nur hinter Ratchet her und hilft dabei ihn zu beschützen, sondern hat auch noch ein vorlautes und entsprechend lustiges Großmaul. Und auch der kleine Clank kommt in diesem neuen Abenteuer nicht zu kurz und muss ab und an einen kleinen Solo-Einsatz hinlegen. Dort wo Ratchet aufgrund seiner Größe nicht hinkommt, ist nämlich sein kleingeratener Blechfreund gefragt. Erstmals in der Geschichte der Serie stehen ihm dabei die Zonie zur Seite. Diese kleinen mysteriösen Wesen können nur von Clank gesehen werden, gehorchen ihm aufs Wort und sind scheinbar auf interessante Weise mit seiner Entstehungsgeschichte verknüpft.

Jedenfalls lassen sich mit ihrer Hilfe über ein spezielles Kommado-Interface diverse Schalter aktivieren, die Zeit verlangsamen, sowie zerstörte Objekte wie beispielsweise Brücken oder Fahrstühle wieder reparieren.

Audiovisuell ein echter Hochgenuss

Abgesehen von den neuen Waffen und diversen nützlichen Utensilien bietet der Titel eine wohldurchdachte Sixaxis-Unterstützung, die hier in zahlreichen Mini-Spielen zum Einsatz gebracht wird.Beispielsweise müsst ihr zu Beginn des Spiels im Schwebeflug mittels der Bewegungssensoren anderen Raumschiffen ausweichen oder im späteren Verlauf des Spiels mit einem Geo-Laser an markierten Stellen Wände einreißen. Hierzu müsst ihr den Controller im richtigen Winkel neigen, damit der Laserstrahl an den markierten Punkten vorbeigeführt wird und die entsprechenden Einschnitte vornimmt. Das alles funktioniert überraschend gut und zudem ziemlich Zielgenau. Andere Titel wie beispielsweise Warhawk oder Lair haben bewiesen, dass eine Sixaxis-Unterstützung auch viel erschweren oder gar kaputtmachen kann. Bei Tools of Destruction ist das jedenfalls nicht der Fall und beweist einmal mehr, dass die Entwickler ihr Handwerk nur zu gut beherrschen.

Aus audiovisueller Sicht heraus betrachtet, gibt Ratchet & Clank: Tools of Destruction eigentlich keinen Anlass zur Kritik. Die Spielwelt ist kunterbunt gestaltet worden und wechselt sich mit vielen unterschiedlichen, detailverliebten Planten ab. Ist die eine Welt von Pflanzen und ekligem Kriechgetier überwuchert, wechselt sich dies mit dem nächsten Planten ab, bei dem staubige Ruinen oder unter anderem auch eine dicht besiedelte und futuristische Stadt mit zahlreichen Gleitern am Himmel an der Tagesordnung stehen.

Darüber hinaus sind die Animationen der Protagonisten butterweich und das Leveldesign, sowie die Effekte erstklassig. Zwar lässt der Titel nach dem fulminanten ersten Level grafisch etwas nach, aber trotzdem gibt sich das Spiel zu keiner Zeit eine Blöße. Grafisch gehört der Titel ohne weiteres wenn und aber derzeit mit zum Besten, das ihr derzeit für die schwarze Sony Konsole erwerben könnt. Tonal wurde ebenfalls alles richtig gemacht. Sofort nach Spielbeginn wird euer Gehör mit abwechslungsreichen Musikstücken und einer erstklassigen, komplett deutschen Synchronisation verwöhnt. Erstaunlich dabei ist, dass, anders als bei anderen Spielen, hier zu keiner Zeit der Wortwitz verloren geht. Stets passen die Stimmen und der teilweise sarkastische Unterton bestimmter Protagonisten wie die Faust aufs Auge und vermitteln den serientypischen Humor, den Fans der Spielserie so schätzen.

Fazit

Wow, was für ein Grafikhammer! Bei der audiovisuellen Präsentation von Ratchet & Clanks erstem PS3-Abenteuer haut es einen glatt aus den Latschen. Da ist es sogar verschmerzlich, dass nach Einlegen der Blu-ray Disc zunächst eine knapp zweiminütige Installation von Nöten ist, bevor der Spielspaß losgehen kann. Was Insomniac Games hier für ein Feuerwerk loslässt, kann sich sehen lassen und wird meiner Meinung nach, lange Zeit nur schwer zu toppen sein. So langsam aber sicher kommen endlich die Spieletitel auf den Markt, auf die die PlayStation 3-Spielergemeinde gewartet hat.

Jedenfalls gibt es keinen Grund, weshalb PS3-Besitzer nicht mit einem Kauf des Jump´n Runs liebäugeln sollten. Der Titel bietet fantasievolle Welten, zahlreiche neue Waffen und nützliche Gerätschaften, ein ansprechendes Spielsystem mit einer erstklassigen Sixaxis-Unterstützung und darüber hinaus zwei fantastische Helden, die jeder Spieler schnell in sein Herz geschlossen haben dürfte. Bitter ist natürlich der gestrichene Multiplayer-Modus. Dennoch, wer bisher mit Jump´n Run-Spielen nichts anfangen konnte, sollte auf alle Fälle einen Blick auf Ratchet & Clank: Tools of Destruction werfen, da der Titel ordentliche und spaßige Unterhaltung zugleich garantiert. Meiner Meinung nach, ganz klar ein absoluter Must-have-Titel für die schwarze Sony Konsole.

 Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction [PS3 , looki.de]

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