Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Resistance: Fall of Man - Eines der wenigen Spiele, die von Sony auf der E3 vor zwei Jahren tatsächlich in Echtzeit gezeigt worden sind. Schon damals ließ sich erahnen, dass der Titel ein enormes Potenzial in sich birgt und Shooter-Fans lief das Wasser im Mund zusammen. Für die Ratchet & Clank-Macher Insomniac stellte Resistance einen Urlaub aus dem Jump'n'Run-Genre dar und wollte beweisen, dass man sein Handwerk auch im Action-Bereich versteht. Das Spiel besitzt eine spannende Singleplayer-Kampagne sowie einen umfangreichen Multiplayer-Modus; also alles, was einen guten Shooter heutzutage ausmacht. Am Freitag werden viele von euch endlich ihre eigene PlayStation 3 vielleicht auch inklusive dieses Titels in den Händen halten. Mit unserem Test möchten wir aufklären, ob ihr mit Resistance: Fall of Man den richtigen Kauf tätigen werdet.
Weltkrieg mal anders!
Wir schreiben das Jahr 1951. Mit dem zweiten Weltkrieg sollte die Menschheit eigentlich das Schlimmste hinter sich gebracht haben. Wie gesagt: Eigentlich! Was niemand für möglich gehalten hat tritt ein. Eine außerirdische Rasse Chimera startet eine erbarmungslose Invasion auf unseren geliebten blauen Planeten. Der Gegner scheint übermächtig, nimmt in Windeseile ganz Russland ein und eine wahre Welle bricht über Europa herein. Ihr übernehmt die Rolle von Nathan Hale, einem amerikanischen Soldat, dem schon bald klar sein wird, dass er, drei Mal dürft ihr raten, die letzte Hoffnung der Menschheit ist...
Resistance: Fall of Man führt euch mit einigen relativ unspektakulär in Szene gesetzten Bilder-Sequenzen in die Story ein. Schnell wird euch klar, dass der Titel es mit der Realität nicht ganz so ernst nimmt. Klar, werdet ihr sagen, schließlich kämpft man ja auch gegen Außerirdische. Aber nicht nur das, auch die Waffen und Fahrzeuge der Alliierten sind eher futuristisch angehaucht. Ihr werdet zu Beginn in einer Art Transport-Helikopter direkt auf dem Schlachtfeld abgesetzt. Euer bester Freund: Euer MG samt integriertem Granatwerfer. Nach nur wenigen Schritten trefft ihr auf die ersten Chimera und begrüßt die menschenähnlichen Grauhäute mit einer gepflegten Portion Blei.
Resistance ist ein Straight-Shooter der alten Schule. Hier wird geballert, was das Zeug hält. Erwartet keine taktischen Vorgehensweisen der Gegner und kein strategisches Flankieren eurer Teammitglieder. Hier kommt es schlicht und einfach auf eure Fingerfertigkeiten am Abzug an. Rätsel wie in Half-Life 2 werdet ihr genauso wenig finden, wie Einsätze in denen ihr euren Kollegen Befehle erteilen könnt.
Das Erbe des Chiefs
Ihr ballert euch also von Anschnitt zu Abschnitt. Zu Beginn fällt bereits der hohe Schwierigkeitsgrad auf. Die schnellen Geschosse der Gegner lassen sich kaum dodgen und selbst wenn man in Deckung geht, kann es passieren, dass man die eine oder andere Salve abkriegt. Wie extrem soll das denn später erst werden?!, dachten wir uns beim Spielen der ersten Abschnitte. Dann kam jedoch schnell der AHA-Effekt. Nach nur kurzer Spieldauer wird euer Squad von einer Horde Käfer-ähnlichen Kriechern überwältigt und mit einem Virus infiziert. Aber Nathan Hale dürfte sich nicht als Held schimpfen, wenn nicht ausgerechnet er gegen den Virus resistent wäre. Fortan ist er in der Lage seine Gesundheit zu regenerieren. Eure Gesundheitsanzeige ist in vier Blöcke unterteilt, die sich logischerweise langsam leeren, sobald ihr feindliches Feuer einsteckt.
Geht ihr jetzt allerdings in Deckung, füllt sich der zuletzt angebrochene Block langsam wieder auf. Halo lässt grüßen. Komplett leere Blöcke lassen sich nur mit Energie-Containern wieder auffrischen, die überall in Levels verteilt herumliegen.
Alles schon mal da gewesen?
Leider kann man Resistance nicht als Innovations-Titel beschreiben. Man hat fast immer das Gefühl jede Szene in abgeänderter Form schon einmal gesehen zu haben. Das Kriegsszenario Call of Duty, das Regenerationssystem Halo, von Aliens umfunktionierte Menschen Quake und Prey. Was ist es aber, das den Titel von der Konkurrenz abhebt?
Löblicher Weise haben die Entwickler einen Aspekt des Spiels ganz besonders gut gestaltet. Das Waffenarsenal bietet einen sehr großen Abwechslungsreichtum und keiner der Schießbolzen ist wie der Andere. Von Standardwaffen wie eurem MG mal abgesehen, reicht das Repertoire von Shotgun über Raketenwerfer bis hin zur Alienknarre Bullseye, die Plasmakugeln verschießt. Der Clou dabei: Visiert ihr einen der Gegner an und behaftet ihn mit dem Sensor, den ihr als Sekundär-Funktion der Waffe verschießen könnt, wissen die Kugeln, welchen Feind sie auszuschalten haben und fliegen völlig eigenständig, selbst an Ecken vorbei auf ihr Ziel zu.
Weiterhin könnt ihr mit dem Bohrer mächtige Plasmasalven, die durch Wände wie durch Butter fliegen, auf die Chimera loslassen. Daneben gibt es noch eine Sniperrifle, mit der sich die Zeit verlangsamen lässt und drei verschiedene Arten von Granaten, die ihrem Namen alle Ehre machen und, präzise Würfe vorausgesetzt, ganze Trupps auslöschen können. Darüber hinaus schaltet ihr nach Beendigung des Spiels, für das ihr gute 14 Stunden benötigen werdet, neue Waffen frei. Auch Fahrzeuge wie Jeeps und Panzer lassen sich steuern und hinterlassen eine wahre Schar an toten Feinden.
Ebenfalls löblich zu erwähnen sind die grandiosen Bosskämpfe, die alles von euch abverlangen und gerade zum Ende des Spiels noch einmal kräftig an euren Nerven zerren. Sowieso habt ihr bei Resistance so gut wie keine Ruhe. Der Bildschirm ist oft bis zum Rand gefüllt mit Feinden, die aus allen Rohren schießen. Dabei bleibt die Framerate mit ihren 30 Bildern pro Sekunde stets stabil und flüssig. Bei all der Action muss allerdings auch gesagt werden, dass das Spiel bis auf die die Modelle der Charaktere und dem Design der Chimera nicht immer zu gefallen weiß.
Oft lauft ihr durch triste Abschnitte, vorbei an verwaschenen Texturen und kommt euch nicht selten vor, als ob ihr ein Spiel der letzten Generation spielt. Andere Sektionen sehen wiederum sehr gut aus. Wahres Next-Gen-Feeling will aber nie so wirklich aufkommen und so zieht das Spiel im Vergleich zu Genre-Kollegen wie Call of Duty 3 oder einem gewissen Epic-Titel letztlich klar den Kürzeren.
Multiplayer Deluxe
Ein ganz großes Plus muss man dem Titel aber dennoch aussprechen: Der unfassbar umfangreiche Multiplayer-Modus hat es wahrlich in sich. Sage und schreibe 40 Spieler können sich online auf einer Vielzahl an Maps und Modi traumhafte Gefechte liefern. Das alles fast völlig frei von störenden Lags oder Einbußen der Framerate. Zu erwähnen sei dabei, dass ihr je nach Teilnehmerzahl, die Größe der Map bestimmen könnt, um eine lange Suche nach Mitstreitern auf dem Schlachtfeld zu vermeiden. Neben normalen Deathmatch-, Team-Deathmatch- und CTF-Varianten, stellen vor allem die Ziel-basierten Modi den Kern dar. Hier gilt es in die feindliche Basis einzudringen und den Reaktor des Gegners zu vernichten. Dies erinnert dabei stark an den beliebten Assault-Modus aus Unreal Tournament. Was ja nichts Schlechtes heißen soll.
Weiterhin gibt es noch eine Online-Rangliste, ähnlich der von Battlefield 2, in der ihr, je höher ihr kommt, mehr Charaktere und Zubehör freischalten könnt. All eure Statistiken werden ebenfalls sorgfältig aufgelistet, so dass ihr nach dem Gefecht noch mal all eure Erfolge in Ruhe überschauen könnt. Dass ihr auch die Kampagne offline kooperativ zusammen mit einem Freund durchspielen könnt, stellt dabei fast nur noch eine Nebensächlichkeit dar. Ein Online-Coop-Mode wäre zwar noch sehr schön gewesen, lässt sich aber in Anbetracht des bereits Gebotenen durchaus verschmerzen.