Gesamtwertung81 %/10 |
Grafik7 SoundUngenügend |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg10 |
Bedienung8 |
Die kunterbunte Spielwelt von Ancaria ist wirklich schön gestaltet worden, schafft es aber zu keiner Zeit, der mittlerweile zwei Jahre alten PS3-Portierung von Oblivion das Wasser zu reichen. Trotzdem ist die Welt von Ancaria nicht zu verachten, denn diese wartet mit kräftigen Farben, abwechslungsreichen Locations, einem herrlichen Tag- und Nachtwechsel, ordentlichen Wassereffekten sowie stimmigen Zaubereffekten auf. Stellenweise könnten zwar die Charakter- und Gegneranimationen etwas besser sein und natürlich gibt es auch hier und da einige Slowdowns sowie Clippingfehlerzu vermelden, insgesamt betrachtet ist den Entwicklern die Portierung auf die PS3-Hardware aber gut gelungen.
Bei der Sounduntermalung gibt es Positives und Negatives gleichermaßen zu vermelden. Die Hintergrundmusik ist atmosphärisch und die Soundeffekte passen perfekt zum Spielgeschehen. Die deutsche Sprachausgabe präsentiert sich ebenfalls nicht schlecht, leistet sich aber zu viele Patzer, als das man hier von gut sprechen könnte. Stellenweise wirken einige Synchronsprecher einfach nur gelangweilt, was in manchen Situationen sehr unpassend klingt. Als Lippensynchron lässt sich die Vertonung ebenfalls nicht bezeichnen, was euch in den Zwischensequenzen sofort auffallen wird. Wenigstens passt sich der Soundtrack automatisch dem Spielgeschehen an. Zum Beispiel bleibt die Musik in friedlichen Spielpassagen eher ruhig, kommt es jedoch zu einer Auseinandersetzung, ändert sich prompt die Musikuntermalung und ihr werdet regelrecht zum Kämpfen angetrieben.
Anders als bei der PC-Version, bei der ähnlich wie bei Diablo 2 munter drauflos geklickt wird, steuert ihr hier das Spielgeschehen mit dem PS3-Controller. Euren Helden bewegt ihr über den linken Analogstick, während ihr mittels des rechten Analogsticks die Kamera frei schwenken und auch zoomen könnt. Eure Waffen, Zaubersprüche und Heiltränke legt ihr auf das digitale Steuerkreuz sowie die vier Hauptbuttons. Damit es im weiteren Verlauf des Spiels nicht zu eng wird, habt ihr außerdem noch die Möglichkeit, eure Actionslots mit den Schultertasten insgesamt zwei weitere Male zu erweitern. Um in der großen Spielwelt von Ancaria nicht den Überblick zu verlieren, hilft es ab und an auch, die Select-Taste zu betätigen. Dann kommt nämlich eine übersichtliche Weltkarte zum Vorschein, die euch übrigens auch über die bevorstehenden Aufgaben informiert. Die gesamte Bedienung funktioniert überwiegend ganz gut, jedoch gibt es auch Punkte, die bemängelt werden müssen. Da wäre zum einen die etwas überladene und unübersichtliche Menüstruktur. Zu oft kommt es vor, dass ihr bei Händlern den Überblick verliert, welches denn nun eure eigenen Waren oder die des Händlers sind. Ein weiterer Kritikpunkt ist außerdem, dass sich nicht immer auf Anhieb erkennen lässt, welche Items eure Werte verbessern oder senken. Hier wäre etwas mehr Übersicht sicherlich wünschenswert gewesen.
Eine riesige Spielwelt, sechs wählbare Charakterklassen, zahlreiche Aufgaben und Nebenquest die es zu lösen gilt - was will man mehr? Zugegeben, der spielerische Inhalt klingt sehr lecker und ist es zu Beginn auch, nach mehreren Spielstunden stellt sich jedoch heraus, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Was bringt es, durch eine farbenfrohe und mit abwechslungsreichen Locations vollgestopfte Spielwelt zu reisen und dabei zahlreiche Monster zu plätten, wenn einen die Story nicht wirklich fesselt? Wirklich schade ist, dass es die Entwickler versäumt haben, der Geschichte etwas Spannung und Leben einzuhauchen und die einzelnen Aufgaben, von denen es wahrlich eine ganze Menge zu erledigen gilt, etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Schlecht ist das Spielerlebnis deswegen aber nicht, im Gegenteil: Dadurch das Ancaria wirklich riesig ausgefallen ist und einen die Umgebung geradezu dazu verleitet, auf der Suche nach Aufgaben durch die einzelnen Locations zu ziehen, sind viele Stunden Spielspaß garantiert. Gelungen sind auch die sechs unterschiedlichen Charaktere, welche durch die wählbaren Fertigkeitsvergaben und verschiedenen Gottheiten individuell anpassbar sind. Toll ist zudem, dass es zahlreiche auffindbare Gegenstände und sogar verschiedene Reittiere wie beispielsweise Pferd, Drache oder Höllenhund gibt, von deren Rücken aus sogar Angriffe ausgeführt werden können.
Rollenspiele haben normalerweise den Ruf, aufgrund des riesigen Umfangs einen eher beschwerlichen Spieleinstieg mit sich zu bringen. Bei Sacred 2 ist das völlig anders, denn die einfache Steuerung, gepaart mit dem schlecht ausbalancierten Schwierigkeitsgrad und dem kleinen Tutorial zu Spielbeginn, ist geradezu prädestiniert, unerfahrenen Rollenspielneulingen einen sehr guten Einstieg zu bieten. Erfahrene Rollenspieler könnten sich im Gegenzug gerade zu Beginn des Spiels etwas unterfordert fühlen, da es schon vorkommen kann, dass ein Gegner bei nur einem Hieb in die Knie geht.
Sacred 2: Fallen Angel bietet eine Onlineunterstützung für maximal vier Spieler, welche frei nach Wahl und zu jeder Zeit in ein laufendes Spiel einsteigen können. Zu viert macht das Dungeonssäubern und Aufgabenbewältigen gleich doppelt soviel Spaß, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kämpfer und den zahlreichen auffindbaren Gegenständen liegt. Im Gegensatz zur PC-Version hat hier die Konsolenumsetzung klar die Nase vorn, da es hier nicht zu Spielabstürzen kommt. Dafür müsst ihr aber trotzdem, genau wie die PC-Community, mit diversen Slowdowns leben.
Im Grunde genommen würde ich sagen, dass die PC-Version und die PlayStation 3-Portierung gleichauf liegen. Grafisch betrachtet wirkt die PC-Variante zwar runder und auch stimmiger, allerdings hat diese auch mit mehr technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein besseres Onlinespielerlebnis bietet indessen die PS3-Version, da es während unserer Testphase hier kaum zu Problemen und auch nicht zu Spielabstürzen kam. Anders als Kollege Brandl hat mich die Story jetzt nicht wirklich fasziniert oder in ihren Bann gezogen, aber über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. Versteht das jetzt bitte nicht falsch: Sacred 2: Fallen Angel ist kein schlechtes Rollenspiel, nur hatte ich mir eben etwas mehr von der Story versprochen, welche mich leider nicht so gefesselt hat, wie beispielsweise seinerzeit Oblivion. Wer sich daran aber nicht stört und darauf steht, durch eine ansprechende Spielwelt zu reisen, zahlreiche Monstern zu schnetzeln und seinen Charakter mit einem ausgeklügelten Erfahrungspunktesystem aufzuleveln, der wird hier vermutlich voll auf seine Kosten kommen.
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Sacred 2: Fallen Angel im Test.
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