SOCOM: Confrontation

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Sony
Entwickler
Sony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
SOCOM: Confrontation

Gesamtwertung

72 %/10

Grafik

Ungenügend

Sound

7

Lanzeitspaß

7

Spieleinstieg

Ausreichend

Bedienung

8

SOCOM: Confrontation

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, wie beispielsweise zahlreichen Bugs, Geschwindigkeitsproblemen, sehr langen Ladescreens und Verbindungsabbrüchen, welche die ausführliche Betatest-Phase mit sich brachte, scheint Socom: Confrontation fertig gepatcht und endlich ausgereift zu sein. Vor kurzem ist der Taktikshooter nun endlich erschienen und steht wahlweise im PlayStation Store für 29,99 Euro als Download bereit oder kann auf Blu-ray für rund 5,00 Euro mehr im Handel erworben werden. Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, für den gibt es sogar eine Edition mit PS3 Bluetooth Headset, diese schlägt dann mit knapp 65,00 Euro zu Buche. Wir haben dem Titel, der ausschließlich auf das Online-Spiel ausgelegt ist, auf den Zahn gefühlt und berichten hier, ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat.

Keine Einzelspieleraction an Bord

Gleich vorweg: Socom: Confrontation ist ein reiner Onlineshooter, also nur auf Mehrspielerschlachten ausgelegt und hat somit keinen Einzelspielermodus mehr mit an Bord. Bevor ihr euch aber auf das virtuelle Schlachtfeld begeben könnt, müsst ihr zunächst das Spiel auf eure Festplatte installieren, wofür etwas Zeit und knapp 2.7GB Speicherplatz benötigt wird.

Ist das erledigt, müsst ihr noch ein rund 153MB großes Update mit der Version 1.41 über euch ergehen lassen, bevor es endlich losgeht. Ist alles fertig installiert, befindet ihr euch im Startmenü, wo es zunächst einmal gilt, euer Spielerprofil einzurichten und das Aussehen eures Recken zu bestimmen.

Im umfangreichen Charakter-Editor, der wirklich eine riesige Auswahl an Möglichkeiten bietet, bastelt ihr euch euren individuellen Soldaten zusammen. Neben dem Aussehen des Kopfes und der Gesichtstarnung, könnt ihr hier außerdem noch die Ausrüstung und deren Farbgestaltung festlegen. Wollt ihr als Kopfbedeckung eine Sturmhaube, oder soll es doch lieber ein Schutzhelm, oder doch ein Hut inklusive cooler Schutzbrille sein? Sogar die Gesichtsbehaarung lässt sich frei bestimmen, ebenso ob euer Gesicht von einer Narbe verziert oder makellos sein soll.

Für den Torso stehen ebenfalls verschiedene Auswahlmöglichkeiten bereit, ganz gleich ob es eine leichte, mittlere oder schwere Panzerung sein soll. Zudem gibt es insgesamt drei Tarn- und Farbmodelle, welche sich in Stadt, Wüste sowie Nacht aufteilen. Ihr müsst lediglich ein Tarnmodell auswählen und anschließend das Tarnmuster und die Farbe bestimmter Kleidungsstücke festlegen. Dabei ist es euch selbst überlassen, ob ihr das Tarnmustern der Bundeswehr bevorzugt, oder ihr doch lieber mit der Digital Tarnung der Army an den Start gehen wollt. Bei der Waffenauswahl habt ihr ebenfalls sehr viele Entscheidungsmöglichkeiten, blättert hierzu einfach durch die Liste der verfügbaren Primär- und Sekundärwaffen. Dabei werdet ihr feststellen, dass so ziemlich jeder denkbare Schießprügel vertreten ist. Klassische Sturmgewehre wie die AK47 oder das G36 sind hier genauso vertreten wir Scharfschützengewehre, Schrotflinten und der kraftvollen Raketenwerfer. Unheimlich praktisch ist dabei, das sich fast jede Waffe, sei es beispielsweise ein Maschinengewehr oder Sturmgewehr, mit zusätzlichen Aufsätzen erweitern lässt. Wollt ihr ein Zielfernrohr, ein Reflexvisier oder soll es doch besser ein mächtiger Granatwerfer sein? Die Wahl liegt bei euch.

Reichhaltiges Spielmodi-Angebot

Habt ihr mittels des Charakter-Editors eure Commando- oder Aufständischen-Einheit fertig gestaltet und diese abgespeichert, könnt ihr aus dem reichhaltigen Angebot an Onlinespielmodi den jeweils passenden aussuchen. Viele der Spielmodi dürften zwar schon bekannt sein, wir nehmen uns an dieser Stelle aber die Freiheit heraus und gehen auf jeden einzelnen genauer ein. Beim Suppression-Modus handelt es sich im Prinzip um den bekanntesten Modi, nämlich Team-Deathmatch.

Bei Zerstörung gilt es, in einem zentralen Bereich des Einsatzgebietes eine Bombe entweder zu platzieren oder zu entschärfen. Im Eskorte-Modus hat das Commando-Team die Aufgabe, drei VIPs quer über die Karte zu einer von insgesamt zwei Evakuierungszonen zu eskortieren. Bei Eliminierung handelt es sich um ein gängiges Team-Deathmatch ohne Respawn-Funktion. Im Kontrolle-Modi muss jedes Team fünf Schlüsselpunkte im Gebiet markieren, diese einnehmen und bis zum Ablauf der zeit verteidigen.

Beim Modus Stürmen hat das Commando-Team die Aufgabe, ein Ziel im Territorium der Aufständischen mit Hilfe einer platzierten Bombe zu zerstören. Das gegnerische Team muss im Gegenzug die Commando-Einheiten eliminieren oder die platzierte Bombe erfolgreich entschärfen. In Evakuierung hat das Team der Aufständischen drei Geiseln in seiner Gewalt. Das Commando-Team hat nun die Aufgabe, die Geiseln zu befreien und sie zu einer Evakuierungszone zu eskortieren. Um hier zu gewinnen, muss das Commando mindestens zwei der drei Geiseln retten.

Wie ihr seht, sind die einzelnen Spielmodi abwechslungsreich, unterhaltsam und herausfordernd gestaltet worden. Durch das taktische Spielprinzip, das langsames und durchdachtes Vorgehen erfordert, spielt sich der Titel sehr anspruchsvoll. Nicht selten ist der Sieg davon abhängig, ob ihr euch für die richtige Ausrüstung oder Tarnkleidung entschieden habt. Die unterschiedlichen Tageszeiten spielen auch eine wichtige Rolle, ebenso wie die Tatsache, dass sich das Gebiet stellenweise zerstören lässt. So lassen sich zum Beispiel bestimmte Routen für gegnerische Einheiten blockieren, was andere Vorgehensweisen erforderlich macht und somit zusätzliche taktische Würze ins Spiel bringt.

Etwas schwierig gestaltet sich dabei aber der Einstieg ins eigentliche Spielgeschehen. Da man auf einen Einzelspielermodus gänzlich verzichtet und sich ausschließlich auf Mehrspielerschlachten konzentriert hat, ist das Tutorial gänzlich der Entwicklerschere zum Opfer gefallen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich Socom: Confrontation anders steuern und kontrollieren lässt, als die übrigen Genrekonkurrenten. Das macht den Einstieg für Socom-Neulinge zu Spielbeginn sehr umständlich, erfordert ein hohes Maß an Einarbeitungszeit und bringt nicht gerade selten auch einige Bildschirmtode mit sich. Habt ihr euch aber erst einmal mit der Spielmechanik, die obendrein sogar die Bewegungssensoren eures Sixaxis- oder DualShock 3-Controllers einbindet, angefreundet, macht der Titel eine Menge Spaß.

Volle Kontrolle und Übersichtlichkeit

In Sachen Übersichtlichkeit hinterlässt Socom: Confrontation ebenfalls einen guten Eindruck. Das Menü-Layout ist sinnvoll und übersichtlich angeordnet und gibt Aufschluss über sämtliche wichtige Punkte.

Wählt ihr beispielsweise innerhalb des Hauptmenüs den Eintrag Community aus, erhaltet ihr Zugang zu Clan, Freunde, Letzte Kontakte, Nachrichten und Downloads. Hier ist es euch frei gestellt, ob ihr einen eigenen Clan erstellt und zu dessen Anführen avanciert, oder ob ihr euch einem anderen Clan anschließt. Über Clan-Verwaltung könnt ihr die Details des Clans euren Wünschen anpassen und ein Motto eingeben, ein Clan-Logo auswählen und sogar die Farben verändern. Darüber hinaus könnt ihr noch Text- oder Sprachmitteilungen an andere Clanmitglieder und obendrein auch Spiel- oder Gruppen-Einladungen versenden. Erfreulich ist auch, dass eure eigenen absolvierten Spiele und auch die Clan-Matches in einer übersichtlichen Kampfstatistik aufgelistet werden. Eine wirklich tolle Sache die eigentlich keine Wünsche mehr offen lässt.

Etwas mehr gewünscht hätten wir uns allerdings bei der grafischen Präsentation von Socom: Confrontation, die der Genrekonkurrenz doch stark hinterherhinkt. Vergleicht man das Spiel mit aktuellen Titeln wie Call of Duty: World at War oder Killzone 2 lässt sich unschwer erkennen, das die neuste Socom-Episode lediglich auf gehobenem PS2-Niveau liegt und sich die Grafikressourcen der PlayStation 3 so gut wie gar nicht zu Nutze macht.

Dem Spielspaß tut dies zwar keinen Abbruch, trotzdem wäre es wünschenswert gewesen, wenn der PS3-Einstand der Taktik-Shooter-Reihe etwas hübscher ausgefallen wäre. Trotzdem, auch wenn die Texturen und Charaktermodelle nicht mehr ganz zeitgemäß sind, so sieht das Design gar nicht mal so schlecht aus. Die Locations sind abwechslungsreich und ideenreich gestaltet worden und auch die Farben im Spiel wissen zu gefallen. Kleinere Details wie rauchende Autowracks, am Himmel kreisende Vögel, sowie zerstörte oder marode Gebäude werten die Optik auf und lassen auch echte Kriegsatmosphäre aufkommen. Leider nur durchschnittlich sind die Bewegungsabläufe der Soldaten ausgefallen, denn diese wirken bei genauerer Betrachtung etwas hölzern. Dafür können sich aber die Licht- und Schatteneffekte sehen lassen, genauso wie die weitläufigen Karten und die gelungene Sounduntermalung. Gerade in Bezug auf die Sprachkommunikation punktet hier der Titel, da diese schon zu Release deutlich klarer und besser klingt, als beim erst kürzlich erschienenen Killzone 2. Generell ist der Sound nicht zu verachten, denn der Titel bietet authentische Waffengeräusche, wuchtige Explosionen, gute Umgebungsgeräusche und obendrein sogar eine komplette deutsche Lokalisierung.

Fazit

Socom: Confrontation ist als Taktikshooter gar nicht mal so schlecht, hinterlässt aber leider keinen optisch ansprechenden Gesamteindruck. Erschwerend kommt hinzu, dass der Titel keinerlei Einstiegshilfen für Neulinge bietet, welche stattdessen regelrecht ins kalte Wasser geschmissen werden und anfangs mit der Spielmechanik schon fast hoffnungslos überfordert sind. Denkbar ungünstig ist auch, dass es sich hierbei ausschließlich um ein reines Onlinespiel handelt, das keine Einzelspielerkampagne mit an Bord hat. Sieht man aber einmal von der veralteten Grafik und den Einstiegsschwierigkeiten ab, bietet der Titel eine solide Onlineunterhaltung und darüber hinaus auch spannende Mehrspielerschlachten. Socom-Fans werden über die Kritikpunkte vermutlich sowieso hinwegsehen und sich freuen, dass es die Fortsetzung zum günstigen Downloadpreis für 29,99 Euro gibt.

Wer aber kein echter Taktikshooter-Veteran ist, sondern stattdessen nur gelegentlich Onlineshooter spielt, der sollte sich den Kauf besser genauer überlegen. Denn zum einen bietet die Genrekonkurrenz nicht nur unterhaltsamere Titel, welche zudem meist eine Einzelspielerkampagne mit richtiger Story beinhalten und obendrein sogar besser aussehen. Und zum anderen, sind diese inzwischen ebenfalls zu einem fairen Preis erhältlich - siehe beispielsweise Call of Duty: Modern Warfare, Rainbow Six: Vegas 2 oder Resistance 2.

SOCOM: Confrontation

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