Gesamtwertung91 %/10 |
Grafik10 Sound9 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg9 |
Bedienung9 |
Die offensichtlichste Neuerung des Spiels ist klar die grafische Präsentation. Nach den eher unspektakulären Versuchen in der Vergangenheit (Stichwort: Street Fighter EX) ist es Capcom gelungen, das Spiel in die dritte Dimension zu heben ohne dabei etwas von dem originellen Charme der Reihe einzubüßen. Im Gegenteil: Die Figuren wirken wie aus einem Guss und faszinieren mit einem fast schon künstlerischen Look und unglaublich flüssigen Animationen. Dazu gesellen sich köstliche Mimiken bei eingesteckten Treffern. Lediglich einige der Hintergründe wirken recht trist. Für den einen oder anderen dürfte der neue Grafikstil zwar sehr gewöhnungsbedürftig sein, aber das Gesamtbild wirkt sehr stimmig und passt einfach wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge.
Erstmals in der Street Fighter-Geschichte sprechen alle Charaktere im Spiel Englisch. Das mag sich für Fans in der Theorie schrecklich anhören, doch wird man schnell eines Besseren belehrt. Wer mag, kann aber in den Optionen die Sprache auf Japanisch stellen. Spielt man das Spiel mit einem Kämpfer durch, hat man sogar die Option, die Sprache für jeden einzelnen Charakter festzulegen. Auch die Schlag- und sonstigen Kampfgeräusche kommen hervorragend rüber. Lediglich der Soundtrack kommt bei Weitem nicht an die Klasse des Originals heran. So leid es mir tut, aber gerade für den miesen Intro-Song von Exile haben die Entwickler schlicht einen Dragonpunch in die Magengrube verdient. Das Schlimmste dabei: Obwohl der Song grauenvoll ist, bekommt man ihn nach einer Street Fighter IV-Session den ganzen Abend nicht mehr aus dem Ohr.
Die Adaption der Steuerung der Automatenvorlage auf den Controller wurde gut umgesetzt. Alle Specialmoves gehen gut von der Hand und nur selten klappt etwas nicht so wie geplant. Darüber hinaus könnt ihr die Buttonbelegung nach Belieben verändern. Spätestens bei den Trial-Herausforderungen offenbart die Steuerung mit dem Controller aber ihre Nachteile gegenüber der mit einem Arcadestick. Wer wirklich alles aus Street Fighter IV herausholen will, kommt nicht um eine Anschaffung herum.
Das Spiel hat macht zwar den Anschein, ein stupides Prügelspiel zu sein, wer sich aber darauf einlässt, wird schnell merken, dass hier viel mehr dazugehört, als bloßes auf die Knöpfe einprügeln. Die Spielmechanik des Spiels ist einfach superb und weiß sowohl Anfänger als auch Profis zu begeistern. Auch wenn es Street Fighter-Spieler gewohnt sind, dass die Reihe in den seltensten Fällen über mehr als eine Hand voll Modi verfügte, ist es in diesem Fall schon schade, dass nicht mehr geboten wird. Gerade der sehr spartanische Online-Modus hätte davon profitiert. Der neue Herausforderungsmodus erweist sich aber als sehr fordernd und motivierend. Davon ab werdet ihr nach dem Durchspielen des Arcade-Mode mit neuen Charakteren belohnt. Capcom hat bereits angekündigt, dem Online-Modus des Spiels durch einen Patch zu mehr Modi zu verhelfen.
Das Spiel bietet euch acht verschiedene Schwierigkeitsgrade, weshalb auch blutige Anfänger schnell die ersten Siege einfangen werden. Der Herausforderungs- und der Trainings-Modus dienen als nettes Tutorial, welche euch die Specials und die grundlegenden Moves der Charaktere nahe legen. Wer allerdings noch nie einen Street Fighter-Teil, geschweige denn ein Beat' em Up gespielt haben sollte (Gott bewahre), dürfte sich über das Fehlen eines wirklichen Tutorials ärgern. Street Fighter IV ist allerdings darauf ausgelegt, dass auch Anfänger sich schnell zurechtfinden werden. Alle Moves sind prinzipiell leicht zu erlernen, allerdings erfordert es eine Menge Übung, sie wirklich zu meistern.
Natürlich ist das Spiel darauf ausgelegt, dass man sich mit Gleichgesinnten misst. In der Verkaufsversion wurde der Online-Modus allerdings nur sehr spartanisch ausgestattet, sodass es noch nicht einmal möglich ist, eine Lobby mit mehren Freunden zu öffnen. Wer sich online austoben will, wird mit Ranglisten- und Just For Fun-Matches bedient. Darüber hinaus schaltet ihr mit der Zeit Symbole und Titel frei, mit denen ihr euer Profil schmücken könnt. Alle Matches liefen während unseres Tests flüssig und frei von Lags ab.
Für mich persönlich geht mit Street Fighter IV ein kleiner Traum in Erfüllung. Endlich kann ich mit Ryu und Ken meinem Daumen wieder einen Dauerbelastungstest der Extraklasse unterziehen. Bislang schlägt er sich noch ganz gut. Mit Street Fighter IV bekommt Ihr genau das, was Ihr Euch von einem Street Fighter erhofft - Ein geniales, simples und dennoch tiefgründiges Kampfsystem, das es schafft, Profis zu fordern, aber gleichzeitig auch Anfänger mit offenen Armen zu empfangen. Die Optik des Titels ist einfach eine Klasse für sich, auch wenn sie für die todernsten Spieler unter euch vielleicht ein wenig zu beschwingt daherkommen könnte. Wer bei den traumhaften Animationen allerdings nicht ins Schwärmen gerät, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Und trotz meiner großen Euphorie, muss ich doch einige Kritikpunkte anbringen. Zum einen ist die Steuerung mit dem Pad nicht optimal und gerade in heißen Duellen recht hektisch, weshalb ein Arcadestick zum guten Ton gehört. Zum anderen bietet Street Fighter IV zu wenig Umfang, was heutzutage einfach ärgerlich ist. Ein paar Modi mehr wird sich wahrscheinlich jeder von Euch wünschen. Dass es auch anders geht, zeigte seiner Zeit Street Fighter Alpha 3 MAX für die PSP, welches nicht nur etliche Charaktere mehr in Petto hatte, sondern Euch auch mit unzähligen Spielvarianten fast schon erschlug. Und dennoch: Street Fighter IV schafft es einfach, Euch durch sein Gameplay über diese Schwächen hinwegsehen zu lassen und zaubert ein Strahlen auf das Gesicht eines jeden Beat'em Up-Fans. Danke, Capcom! Ach ja, was ist eigentlich mit Street Fighter IV Turbo?
Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...
Street Fighter IV im Test.
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