Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die FIFA-Reihe stand in den letzten Jahren, zumindest in den Augen der Fachpresse, im ziemlich großen Schatten von Konamis Pro Evolution Soccer. Mit der 08-Edition aber konnte Electronic Arts Fußballsimulation den Anschluss wieder finden. Ebenso bedingt durch den schwachen Auftritt der Konkurrenz, wie durch einige Neuerungen und Verbesserungen am Gameplay. Mit UEFA Euro 08 erscheint nun eine leicht überarbeitete Version, die zwar nicht die Fülle des Originalspiels bieten wird, dafür aber das einzige lizenzierte Spiel zur Europameisterschaft in diesem Jahr darstellt. Stellt sich die Frage, ob es die 60 Euro wert, nur ein Aufguss des im Herbst erschienenen FIFA 08 oder eine komplette Enttäuschung ist.
Wie man sich vorstellen kann, ist so ziemlich alles in UEFA Euro 08 auf die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz zugeschnitten. So auch die Spielmodi. Einen komplexen Karrieremodus, wie ihn FIFA 08 bietet, lässt der Titel vermissen. So kann man zwar die Euro in allen Einzelheiten nachspielen, quasi mit der Qualifikation, während dieser Zeit entwickeln sich die Spieler des eigenen Teams aber äußerst spärlich. So kommt das Erfahrungssystem in seiner Gänze recht einfallslos daher.
Spielt ein Kicker überragend, wird er aufgewertet, kann er nicht überzeugen, verliert er gewonnene Stärke. Stellt sich die Frage, was ein Weltklassekeeper macht, wenn vor ihm eine noch bessere Abwehr spielt und er nie einen Ball abzuwehren hat? Genau, er wird schlechter. Wenig realistisch ist auch, dass die Nationalspieler scheinbar zwischen den Länderspielen keinen Vereinsfußball fabrizieren.
Denn Verletzungen können sie sich nur in den Fights zwischen den Nationen holen. Und selbst wenn zwischen zwei Spielen drei Monate liegen kommen sie mit den gleichen Statuswerten wieder, mit denen sie von Dannen gezogen sind.
Neben der Europameisterschaft bietet UEFA Euro 08 noch einen abgewandelten Be-A-Pro-Modus, in dem man entweder mit einem selbst erstellten oder einem Profispieler in der B-Mannschaft des gewünschten Landes beginnt und eben nur jenen während der Spiele steuert. Gute Leistungen führen später zum Stammplatz.
Der Kampf der Nationen
Leider ist man extrem auf seine KI-Kumpanen oder auf bis zu drei menschliche Mitspieler angewiesen, weswegen das Ziel, als Kapitän Europameister zu werden, recht schwer zu erreichen ist und auch nur mit einer Menge Frust. Ein gelungenes Feature hingegen ist der Nationenkampf. Seid ihr mit dem Netz verbunden, werden alle eure Online- und Offlinepartien ausgewertet und bepunktet. Letztere werden dann an einen zentralen Server geschickt und verrechnet. Bis zum 30. Juni wird die beste eSports-Nation ermittelt. Im Zuge dessen bietet das Spiel auch die Möglichkeit im Netz, neben den obligatorischen Spielmodi, mit fünfzehn anderen Mitspielern die Europameisterschaft nachzuspielen. Für Erfolge mit schwächeren Teams gibts natürlich auch mehr Punkte. Durch das KO-System wird logischerweise besondere Spannung vermittelt.
Technisch ähnelt UEFA Euro 2008 seinem Vater FIFA 08 ziemlich stark. Das eigentliche Gameplay wurde allerdings weiter verfeinert, so dass der simulierte Kick nun besser und authentischer als je zuvor daher kommt. Auch wenn die Ballphysik und das Spielerverhalten noch immer nicht ansatzweiße mit der der Pro Evolution Soccer Reihe zu vergleichen sind, machen sie doch endlich eine gute Figur.Vor allem das Passsystem, sowie die Bewegungsabläufe wurden verbessert, so dass man des Öfteren darüber staunt, welchen modernen, intelligenten Fußball der Titel ermöglicht. Auch wurden die altbekannten Standardtore so gut wie ausgemerzt. Wer erfolgreich sein will, muss sich eigene Gedanken darüber machen, wie er zum Tor vordringen will. Das Torhüterverhalten gestaltet sich nun auch annehmbar. Kleinere Patzer gibt es zwar noch, aber die kommen schließlich auch in Realität vor. Was die Abwehr angeht, so kann man auch dieser grundsätzlich eine bessere Leistung attestieren.
Vor allem Fußballzwerge, wie San Marino stehen hinten wie eine Eins und nageln das Tor zu. Das ist auf Dauer vielleicht nervig, aber eben auch realistisch. Dafür hätte man die Steuerung optimieren können. Leider ist es nicht möglich, Selbige nach Belieben einzustellen. Ein dickes Manko, wie wir finden.
Grafisch präsentiert sich UEFA Euro 2008 natürlich gewohnt erstklassig. Sowohl die Zwischensequenzen, wie auch das eigentliche Spiel sehen glänzend aus, von der grandiosen Präsentation ganz zu schweigen. Leider ähneln nur wenige Spieler ihren realen Vorbildern wirklich. Dafür sehen die Zuschauer besser und die Stadien größtenteils realistisch aus.
Etwas mehr Detailfülle und eine etwas spektakulärere Inszenierung des Endspiels hätte man sich zwar gewünscht, durch die ausführlichen Informationen, die die Kommentatoren über die einzelnen Länder während der Spiele aber ausplaudern, fühlt man sich dennoch hautnah dabei.Ansonsten können die Herren leider nicht wirklich punkten. Die Sprüche, die das Spiel betreffen, sind nicht wirklich neu und teilweise auch unpassend. Schlimm ist es vor allem, wenn sie sich in zwei aufeinander folgenden Sätzen einmal komplett wiedersprechen. Der Soundtrack des Spiels ist wieder gut gelungen und untermalt zusammen mit der tollen Stadionatmosphäre die sehr gut gelungene technische Seite fast perfekt.
UEFA Euro 2008 im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von EA Montreal?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.