Gesamtwertung59%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Optisch schwache Vampirwelt
Vampire Rain: Altered Species ist grafisch keinesfalls Next-Gen-würdig sondern könnte, wenn man die wenigen schönen Details außen vor lässt, schon fast auf PlayStation 2-Niveau angesehen werden. Zwar sehen die Straßen und der dauerhafte Regen, der sich sehr schön in den Pfützen widerspiegelt, noch ganz schick aus, dafür kann die restliche optische Aufmachung stellenweise gar nicht überzeugen. Zu detailarm sind die Bauten in den Straßen , zu unschön die Texturen und auch die Animationen und Bewegungsabläufe der Protagonisten sehen einfach zu unnatürlich aus. Ebenfalls schade ist, dass es keine überzeugenden Lichteffekte oder realistischen Schattenwürfe gibt. So etwas wäre, bei einem Titel dessen spielerischer Hauptbestandteil hauptsächlich auf dem Nicht-Gesehen-Werden-Prinzip beruht, nämlich wünschenswert gewesen.
Stimmige Momente fehlen
Leider präsentiert sich die akustische Untermalung von Vampire Rain: Altered Species ähnlich schwach wie die grafische Seite. Die Soundeffekte, der Musikscore sowie auch die Sprachausgabe gehen zwar im Großen und Ganzen in Ordnung, können sich aber auch nicht wirklich durch etwas Besonderes hervorheben. Im Klartext: Hier wird lediglich Standardkost geboten.
Bekanntes Spielsystem
Kennt ihr den Schleichkünstler Sam Fisher, der für seine Regierung in vielen Stealthmissionen jagt auf Terroristen gemacht hat? Falls ja, dann könnt ihr euch vermutlich bereits denken, worauf wir hinauswollen. Im Grunde genommen steuert sich dieser Titel nämlich fast genauso wie sein Genrekollege Sam Fisher aus Splinter Cell, nur eben das ihr hier mit einem Charakter namens John Lloyd jagt auf Vampire und nicht auf ein schießwütiges Terroristenpack macht. Hauptziel einer jeden Mission ist hier, den richtigen Weg des jeweils gespielten Levels zu finden und dessen Ziel unbeschadet zu erreichen. Unbeschadet werdet ihr das aber mit 99,99 Prozentiger Wahrscheinlichkeit in keiner einzigen Mission auf Anhieb schaffen. Das liegt daran, weil es eigentlich fast immer nur einen einzigen richten Weg gibt, den es allerdings erst einmal ausfindig zu machen gilt. Und das zudem, ohne von den fiesen und überaus schnellen Blutsaugern bemerkt zu werden. Zwar seid ihr im Team und zu eurem Glück auch bewaffnet, gegen die superflinken und gerissenen Vampire nützt aber selbst geballte Waffenpower nicht wirklich etwas. Zumindest nicht in den ersten Missionen, in denen ihr noch auf die richtig verheerenden Waffen wie Scharfschützengewehr oder das äußerst nützliche UV-Kampfmesser verzichten müsst. Versucht daher, die Gegner auf eurem Weg ins Ziel möglichst unbemerkt auszuschalten. Falls dies nicht gelingt, versucht es auf die bekannte Stealthmanier: Weglaufen, verstecken und anschließend noch einmal versuchen.
Frust, Frust und nochmals Frust
Man nehme bekannte Spielelemente aus Splinter Cell und Metal Gear Solid, packe eine andere Story, fiese blutsaugende Vampire hinzu und stecke allesamt in einen Mixer. Heraus kommt Vampire Rain: Altered Species, welches im Ansatz zwar einen ordentlichen und stimmigen Handlungsplot mit an Bord hat, dafür aber was das Gameplay angeht, nur schlecht bei der Konkurrenz abgekupfert hat. Der spielerische Aufbau, der zwar dank der Story durchaus unterhaltsam ist, gestaltet sich nämlich leider viel zu schwierig, was auf die extrem linearen Missionen zurückzuführen ist. Eigentlich gibt es nur eine vorgegebene Route zum Ziel, was euch jedoch zu Spielbeginn nicht klar ist, zumal die Levels ja frei erkundet werden können. Auf eurer Suche nach dem richtigen Weg zum Ausgang werdet ihr schnell bemerken, dass es Sackgassen gibt oder die Alternativrouten von Vampiren blockiert werden. Folglich werdet ihr mehrere Male ins Gras oder besser gesagt in den Asphalt beißen, müssen, ehe ihr die Mission erfolgreich gemeistert habt. Daraus ergeben sich viele Frustmomente, die ihr sogar aufgrund der schlecht gesetzten Speicherpunkte noch intensiver zu spüren bekommt.
Immer schön verstecken
Wenn ihr immer schön schleicht, euch im Schatten versteckt und unbemerkt angreift, dürfte es eigentlich ein leichtes sein, das Ende des Levels zu erreichen. Dank des sehr hohen Schwierigkeitsgrades und den sehr aufmerksamen Vampiren gestaltet sich das jedoch schwerer, als es eigentlich sein müsste. Fehltritte, die leider viel zu oft vorkommen, werden hier mit dem sofortigen Bildschirmtod bestraft. Sollte es allerdings doch einmal vorkommen, dass ihr in den wenigen Augenblicken, die euch die Vampire noch handeln lassen, eure Waffe zücken könnt, macht euch die hakelige Steuerung einen Strich durch die Rechnung. Stellenweise werden eingegebene Befehle zu spät ausgeführt oder müssen gar ein zweites Mal erteilt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten eurer abgefeuerten Kugeln den Vampiren nicht wirklich etwas ausmachen. Erst die härteren Kaliber schicken diese umgehend zurück in die Hölle, aus der sie gekommen sind. Daher unser Tipp: Haltet zu jeder Zeit den Kopf unten!
Spaßiger, aber irgendwie wenig los
Wenn ihr euch durch die ziemlich harte und frustrierende Kampagne gekämpft und diese absolviert habt, kann die Vampirjagd online fortgesetzt werden. Hier könnt ihr genauso wie beim Xbox 360-Pendant, mit insgesamt acht Spielern an den Start gehen. Mit dem Unterschied, das bei der PlayStation 3-Version nun neun verschiedene Karten zur Auswahl stehen. Bei der Xbox 360-Variante waren es lediglich nur vier Maps. In insgesamt 12 wählbaren Spielmodi, die sich in bekannte Modi wie Deathmatch oder Variationen von Team-basierenden Deathmatch-Spielen aufteilen, könnt ihr dann sogar in die Rolle der Vampire, den so genannten Nightwalkern schlüpfen. Der Mehrspielermodus macht dabei zwar dezent mehr Spaß als die Einzelspielerkampagne, ist aber genauso wenig tiefgründig. Hinzu kommt, dass sich derzeit auf den Servern nur wenige Spieler aufhalten, so dass es stellenweise problematisch ist, die maximale Spielerzahl von acht überhaupt zu erreichen.
Ehrlich gesagt ist es mir ein Rätsel, weshalb der Titel bei so einer Aufmachung knapp 3,8 GB Festplattenplatz für sich in Anspruch nimmt. Ein weiteres Rätsel ist, wieso das Spiel den Zusatz namens Altered Species spendiert bekam. Mal abgesehen von den fünf Mehrspielerkarten, welche die PS3-Variante im Vergleich zur Xbox 360 mehr auf der Disc hat, sind mir nämlich keine gravierende Unterschiede aufgefallen. Unterm Strich muss ganz klar gesagt werden, das Vampire Rain: Altered Species für einen Vollpreistitel einfach zu wenig bietet und auch zu mäßig umgesetzt worden ist. Im Ansatz kann der Titel zwar atmosphärisch einige Sympathien für sich gewinnen, trotzdem wird er in der Masse der wirklich guten Genrekonkurrenz wohl untergehen.
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Vampire Rain: Altered Species im Test.
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