Gesamtwertung70%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Nach den unglaublich schicken und spektakulären Bildern die es in letzter Zeit vom Action-Adventure Viking: Battle For Asgard zu sehen gab, war der Hype um den Titel riesig. Jetzt hat die USK auch noch ein Einsehen gehabt und hat der ungekürzten Fassung des Spiels eine ab 18-Kennzeichnung verpasst, so dass wir in den vollen Genuss der Gewaltorgien kommen dürfen. Stellt sich nur die Frage, ob Viking lediglich während der zahlreichen Kämpfe genial aussieht oder auch abseits des Schlachtfeldes zur Hochform auflaufen kann.
Die Göttin Hel ist ziemlich sauer. Aus irgendeinem Grund scheint sie auf die Menschen nicht besonders gut zu sprechen zu sein. Deshalb schickt sie den tapferen Wikingern auch direkt einmal eine ganze Armee Untote auf den Hals, die die armen Nordmänner natürlich ohne Gnade überrennen. Auch Skarin, einer der ehrenvollsten und stärksten Kämpfer hat gegen die Heerscharen keine allzu große Überlebenschance und fällt den Untoten zum Opfer. Glücklicherweise gibt es nicht nur eine Göttin. So mischt sich Freya, die anscheinend schon immer neidisch auf die schöne Hel war, in die Schlacht von Gut und Böse ein und schenkt Skarin kurzerhand das ewige Leben.
Ein paar übernatürliche Eigenschaften werden natürlich direkt mit spendiert. Wie man sich denken kann, ist damit auch der Protagonist von Viking geboren. Die Aufgabe? Schare eine Armee um dich und schlage die bösen Untoten zurück. Die Mittel? Die Unsterblichkeit, eine Axt und ein Schwert. Der Weg? Leider recht abwechslungslos und lang, denn in den rund 25 Spielstunden fechtet man viele Schlachten aus, bekommt aber kaum Spieltiefe geboten. Dies liegt zunächst erst einmal an der gerade beschriebenen, bereits in abgewandelter Form viel zu oft gehörte Geschichte und zum anderen an den immer gleichen Missionszielen.
Eigentlich geht es in Viking nur darum von Ort zu Ort zu ziehen, auf dem Weg und eben am Ziel möglichst viele Untote um die Ecke zu bringen und dann ein paar Gefolgsleute zu befreien, die dann wiederum der immer weiter wachsenden Armee hinzugefügt werden. Einzelne Sondermissionen, wie das Herbeirufen von Drachen, was durch das Sammeln und Einsetzen von Reliquien geschieht, sind erstens viel zu rar und wiederholen sich zweitens ebenfalls zu oft.
Warum man sich das Level für Level antun sollte? Ganz einfach: Hat man eines der großen Level erst einmal abgeschlossen, wird man nicht nur mit einer schicken Sequenz belohnt, sondern auch noch mit einem Finale, dass es in sich hat. Riesige Heerscharen prallen da aufeinander, so dass ein Grafikfeuerwerk gezündet wird, dass seines Gleichen sucht. Die obligatorischen Endgegner verlangen Skarin und seinen Männern dann alles ab. Da der Held nicht gerade über eine besonders weit ausgebaute Healthleiste verfügt, sind mehrere Tode, vor allem in den Levelfinals, vorprogrammiert. Glücklicherweise ist der gute Mann ja unsterblich und wird kurz nach dem vermeintlichen Ableben an einem dafür vorgesehenen Stein wiedergeboren, nur um sich kurz darauf erneut der Schlacht zu widmen. Übrigens dienen dieselben Steine auch der Teleportation von Ort zu Ort, denn die Level sind recht weitläufig.
Um im Kampf möglichst effektiv zu sein, muss Skarin Spezialattacken, die dann durch bestimmte Steuerungscombos ausgeführt werden, erlernen.
Diese beruhen entweder auf seiner Schwert- und Axttechnik oder aber auf den Elementen Feuer, Eis und Blitz. Durch das Töten von Gegner erhält man die Energie, die nötig ist, um jene Fähigkeiten einzusetzen. Praktisch, aber nicht besonders einfallsreich. Auch, dass die jeweiligen Fertigkeiten gegen bares Geld gelehrt werden, ist nicht besonders originell, immerhin aber realistisch. Eine Art Levelsystem gibt es demnach nicht. Die Kohle muss aus Truhen gestohlen oder einfach auf dem Boden gefunden werden. Kleinere Miniaufgaben, wie das Besorgen von Bier, bringen einen kleinen Zusatzverdienst. Ansonsten hat Viking, was das Gameplay angeht, leider nicht wirklich mehr zu bieten.
Das offensichtliche Herzstück des Spiels ist der Kampfmodus. Die Massenschlachten sehen tatsächlich äußerst spektakulär aus und machen einen Heidenspaß. Ansonsten präsentiert sich das Kampfsystem aber leider viel zu träge, so dass vor allem bei kleineren Schlachten zügig Unmut ob der schnelleren Gegner aufkommt.
Auch dass man beliebig lang die Blocktaste gedrückt halten kann und dann quasi unverwundbar wird, hemmt den Spielspaß und senkt vor allem den Anspruch. Dafür haben die einzelnen Gegner recht viel Kraft und brauchen nicht lang, um Skarin niederzuringen. So ein Balancing hatten wir uns eigentlich nicht erhofft. Die Finishermoves hingegen sind ansehnlich, wenn gleich auch wirklich extrem brutal. Da fliegen Köpfe, Beine und Arme durch die Luft.
Grafisch präsentiert sich Viking als zweischneidiges Schwert. Während die Umgebungen einfach wunderschön und intelligent gestaltet wurden und die Fights, ob große oder kleine, im Großen und Ganzen immer spektakulär aussehen, kämpft der Titel seinerseits mit einigen Clipping-Fehlern, sowie geringem Kantenflimmern. Slowdowns gibt es hingegen Keine.
Die Charaktere ähneln sich für unseren Geschmack zu sehr, sind aber an sich sehr ansehnlich. Die Spezialattacken sind eher mau in Szene gesetzt, wissen aber durch ihre Schlichtheit zu überzeugen. Auch die Soundkulisse kann nicht als perfekt bezeichnet werden. Während die Sprachausgabe zum Besten gehört, was es auf dem Videospielmarkt gibt und sich auch die Soundeffekte glänzend anhören, wurde vor allem musikalisch eher gespart.
Wenn die Szenerie durch selbige überhaupt einmal untermalt wird, dann viel zu leise und zu ruhig. Da wurde, wie eigentlich überall im Spiel Potenzial verschenkt.
Viking: Battle for Asgard im Test.
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