Gesamtwertung74 %/10 |
GrafikUngenügend Sound7 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
Bedienung8 |
Die Präsentation von Wet ist eigentlich richtig gut gelungen. Der staubige und verkratze Look erinnert mit seinen derben Rockmusikeinlagen und hohem Gewaltfaktor ganz klar an die Kinostreifen des Kult-Regisseurs Quentin Tarantino. Blickt man allerdings genauer hinter die optisch ansprechende Fassade, fällt sofort auf, dass der Titel eindeutig zu trist und monoton gestaltet wurde. Auch die Zwischensequenzen sind nicht wirklich erwähnenswert, denn diese präsentieren sich genauso karg wie der Rest des Spiels. Zwar sind die Bewegungsanimationen gelungen und auch wirklich geschmeidig in Szene gesetzt, trotzdem ist Wet eher im optischen Mittelfeld angesiedelt. Zu einem der grafischen Highlights von Wet zählt allerdings die Autobahnverfolgungsjagd, welche mit ihrer explosiven Action, ganz klar an Matrix: Reloaded erinnert. Das war ein echter Höllenritt!
Die Überschrift verrät es bereits: Die deutsche Synchronisation ist misslungen. Zwar klingt Hauptdarstellerin Rubi Malone einigermaßen glaubhaft, der Rest der Sprecher liefert jedoch eine miese Leistung ab. Dafür überzeugt der rockige Soundtrack, der mit Musikstücken von Garbage, Crowded House oder Mars Volta wahrhaftig die Bude zum wackeln bringt. Auch die Waffen- und Explosionsgeräusche können überzeugen, zu dumm nur, das die miese Synchronisation fast alles zunichte macht.
Zu Spielbeginn ist die Steuerung noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber bereits nach wenigen Spielminuten werdet ihr damit zurecht kommen. Das liegt am eingängigen und nicht gerade sonderlich komplizierten Spielprinzip, das euch mich simplen Tastenkombinationen an Wänden entlangrennen, Bodenrutscher oder Hechtsprünge ausführen lässt. Hier und da gilt es während den einzelnen Missionen auch diverse Quicktime-Events zu meistern, aber auch diese gestalten sich nicht wirklich schwierig.
Die Story von Wet geht an sich völlig in Ordnung, kommt dabei allerdings nicht über B-Movie-Niveau heraus. Eher störend ist während dem actiongeladenen Spielablauf, die recht kurze Spielzeit. Genreexperten werden sich bereits in knapp acht Stunden durch die insgesamt zwölf Kapitel geballert haben und spätestens nach dem Abspann feststellen, das es im gesamten Spiel noch nicht einmal einen wirklich spektakulären Boss-Fight gegeben hat. Ebenfalls traurig fällt das Ende des Spiels aus, dessen Endgegner nicht mir brachialer Waffengewalt, sondern mit simplem Tastengedrücke ausgeschaltet werden. Wenigstens sehen Rubis Moves recht cool aus und bei Nahkampfangriffen zückt die sexy Aktrice sogar ihr Katana. Dumm nur, das die deutsche Version derart heftig geschnitten ist, das es mal wieder ein Graus ist - armes Deutschland!
Der Fokus von Wet beruht eindeutig auf dem actionlastigen Gameplay, weshalb ihr gute motorische Fähigkeiten und Reflexe besitzen solltet. Zwar sind die Gegner allesamt austauschbar und zeugen nicht gerade von hoher Intelligenz, trotzdem können euch diese in großen Gruppen schon zur Last werden. Da sich aber beim Schießen automatisch ein Zeitlupenmodus aktiviert, in dem eure Waffe selbstständig das nächste Ziel anvisiert, sollte sich der spielerische Anspruch in Grenzen halten.
Geschnitten oder doch lieber am Stück? Genau diese Frage solltet ihr euch stellen, ehe ihr über einen Erwerb dieses Titels nachdenkt. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, wieso Kollege Andreas Spies in seinem Xbox 360-Review von einem blutigen, dreckigen und stylishen Titel spricht? Denn blutig ist Wet in keiner Sekunde, was mich zu der Vermutung kommen lässt, das mein Looki-Kollege die ungeschnittene Fassung vorliegen hatte, welche im Übrigen ebenfalls vollständig lokalisiert wurde. Ich hatte allerdings nicht so viel Glück und bekam die wirklich stark zensierte Version vorgesetzt. Zum einen fehlen in dieser die Rag-Doll-Effekte, auf fliegende Körperteile muss ebenfalls verzichtet werden und das Blut wurde übrigens komplett entfernt. Außerdem gibt es keinen Kill-Counter in den Rage-Levels mehr und auch die Zwischensequenzen wurden zensiert. Die starken Kürzungen haben bei einem eigentlich derart blutigen, dreckigen und stylishen Titel nur eines zur Folge, nämlich das die Story und auch die Hauptakteurin nicht mehr glaubhaft rüberkommen. Da ich jetzt aber nicht so weit gehen und Wet als schlecht bezeichnen möchte, was nämlich definitiv falsch wäre, möchte ich allen Interessenten einen Tipp geben: Wenn ihr nicht zur zartbesaiteten Spielernatur zählt und kein Problem mit expliziter Gewaltdarstellung habt, legt euch auf alle Fälle die unzensierte Version zu.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
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