Gesamtwertung72 %/10 |
Grafik7 Sound8 |
LanzeitspaßUngenügend Spieleinstieg8 |
Bedienung7 |
Es ist wieder Vin Diesel-Zeit! Eigentlich war die Vorlage zu Wheelman zunächst als großes Film- und Videospielprojekt geplant, welches gleichzeitig erscheinen sollte, nun ist es aber etwas anders gekommen. Das Multimediaprojekt, das von den Produktionsfirmen Paramount und MTV Films in Zusammenarbeit mit Midway und dem von Vin Diesels gegründeten Tigon Studios entwickelt wurde, erscheint nun doch zunächst erst für die aktuelle Konsolengeneration. Der gleichnamige Kinofilm, in dem der US-amerikanische Schauspieler Vin Diesel, der mit gebürtigem Namen Mark Sinclair Vincent heißt, in die Rolle des Wheelman schlüpft, lässt weiterhin auf sich warten. Wir haben nun dem Actiontitel gehörig auf den Zahn gefühlt und verraten hier, was euch darin erwartet.
Die Handlung von Wheelman spielt in Barcelona, einer recht großen Metropole am Mittelmeer und der zweitgrößten Stadt Spaniens. Ihr seid der CIA-Agent Milo Burik, alias Wheelman, welcher supercool von Vin Diesel gespielt wird und habt die schwierige Aufgabe, die katalanische Mafia zu infiltrieren.
Damit dieses Unterfangen eine realistische Chance auf Erfolg hat, müsst ihr euch aber zunächst einmal in der Verbrecherszene einen Namen machen und euch eure Sporen als Fluchtfahrer verdienen. Und was wäre da passender, als "der" Wheelman zu sein?
Die wichtigste Frage ist, was unterscheidet Wheelman - das einen weiteren GTA-Klon darstellt, vom bisherigen Genrekönig Grand Theft Auto 4? Nun, auf den ersten Blick gleichen sich beide Titel sehr. Ihr lauft durch die Stadt, nehmt Handyanrufe entgegen, zieht hilflose Personen aus ihren fahrbaren Untersätzen, tretet Zweiradfahrer von ihren Maschinen beziehungsweise Motorrollern, cruist durch die City, macht wahnwitzige Stunts, fahrt Rennen gegen heiße Autos und erledigt diverse Aufträge. Auch bei der Steuerung gleichen sich beide Spiele, denn Wheelman orientiert sich sehr stark am Rockstar Games-Pendant. Die Steuerung zu Fuß ist nahezu identisch, bis auf die Ausnahme, dass diese minimal schwammiger ausgefallen ist und Milo Burik nicht in der Lage ist zu springen. Das Zielsystem und das Schießen funktioniert ähnlich wie bei GTA, ohne dabei allerdings dessen Perfektion zu erreichen.
Bei der Fahrzeugsteuerung hat jedoch Kollege Milo die Nase vorn, was jetzt aber nicht heißen soll, das die Navigation beziehungsweise das Handling besser ausgefallen ist. Mit Nase vorn meinten wir eher die Tatsache, dass ihr in Wheelman deutlich mehr auf der Straße und mit eurem Fahrzeug anstellen könnt.
Die Bedienung des Vehikels, ganz egal ob nun Auto oder Motorrad, gleicht der von Grand Theft Auto 4, nur eben versteht es euer CIA-Agent besser, mit dem Fahrzeug umzugehen. Zum einen habt ihr beim Fahren die Möglichkeit, eure Kontrahenten zu rammen. Dies geschieht mittels des rechten Analogsticks, wenn ein feindlicher Wagen vor oder gerade neben euch ist. Drückt ihr den Stick in die entsprechende Richtung, vollführt ihr eine kräftige Stoßattacke, welche der gegnerischen Karosse ordentlich zusetzt.
Wiederholt ihr das zudem einige Male, wird der gegnerische Wagen mitsamt Insassen regelrecht auseinandergenommen, was dann ähnlich präsentiert wird, wie ein Takedown bei der Burnout-Serie. Ebenfalls an die Burout-Reihe angelehnt, ist der Boost.
Diesen füllt ihr durch wahnwitzige Fahrmanöver und schaltet ihn hinzu, indem ihr die X-Taste betätigt. Außerdem könnt ihr mit eurem Wagen noch durch Kurven driften und mit eurer Waffe bei hohen Geschwindigkeiten gezielte, verheerende Schüsse durch die Windschutzscheibe abfeuern. Zusätzlich verfügt Milo noch über ein Spezialmanöver namens Cyclone, welches es im ermöglicht, sein Fahrzeug um 180 Grad zu drehen, mit seiner Waffe zu zielen und anschließend seine Verfolger auszuschalten. Richtig spektakulär wird es aber erst, wenn der CIA-Agent zum Airjack ansetzt.
Befindet ihr euch direkt hinter einem Fahrzeug, müsst ihr die Kreis-Taste drücken und so lange halten, bis sich das rote Symbol über dem anderen Vehikel grün färbt. Ist dies geschehen, schwingt sich Milo auf die Motorhaube seines eigenen Gefährts, springt nach vorne auf das Dach des anderen Wagens und tritt dessen Fahrer aus dem Seitenfenster. Das sieht zwar unglaubwürdig, dafür aber ziemlich cool aus und funktioniert übrigens auch mit Motorrädern. Feine Sache!
Im Großen und Ganzen war es das auch schon, was Wheelman zu bieten hat. Zwar gestalten sich die Aufträge sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, der Fokus im Spiel liegt aber ganz eindeutig auf den Fahrkünsten von Milo. Dieser kann zwar auch durch die Straßen rennen, sich ducken und feindliche Personen auf Korn nehmen, hauptsächlich seid ihr aber damit beschäftigt, Autos zu stehlen und in einer Garage eures Auftraggebers abzuliefern, rundenbasierte Zeitrennen zu meistern, oder eine der zahlreichen Taxi-Missionen zu erledigen.
Langweilig wird euch in Wheelman mit Sicherheit also nicht, denn es gibt immer etwas zu tun. Ärgerlich ist, dass die künstliche Intelligenz im Spiel nicht viel her macht, sonst wären einige der Missionen sicherlich spaßiger und auch anspruchsvoller gewesen. Leider kommt es aber, das sich die gegnerischen Einheiten nicht gerade intelligent verhalten, keine Deckung suchen und somit größtenteils als Kanonenfutter herhalten. Bei den Verfolgungsmissionen verhält es sich ähnlich.
Zahlreiche Male mussten wir einen Feindwagen verfolgen und außer Gefecht setzen, dabei kam es allerdings nicht gerade selten vor, das wir selbst unserer Vehikel geschrottet hatten und schnell nach einer Alternative Ausschau halten mussten. Das war natürlich auch mit etwas Zeit verbunden - Zeit welche die Gegner eigentlich hätten nutzen können, um sich aus dem Staub zu machen. Dem war aber nicht so, denn entweder sind diese in der Zwischenzeit langsamer gefahren oder haben ein paar Straßenecken weiter auf uns gewartet, wir können es nicht mit Sicherheit sagen.
Intelligent ist aber definitiv etwas anderes. Grafisch gibt sich Wheelman zunächst eigentlich recht imposant. Die Metropole Barcelona ist riesig und auch sehr authentisch nachgestaltet worden. Fußgänger und Verkehr verhalten sich die meiste Zeit über korrekt, man sollte aber keinesfalls ein aktives Straßennetz und Tag- beziehungsweise Nachtleben eines GTA4 erwarten. Die Spielgeschwindigkeit verhält sich über die Spielzeit hinweg ebenfalls konstant gut und lässt nur bei den Videosequenzen ab und zu einige Ruckler auftreten.
Die Charakter- sowie Fahrzeugmodelle gehen auch in Ordnung, nur eben wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Entwickler etwas mehr Wert auf Realismus gelegt hätten. Die Protagonisten sehen nämlich irgendwie zu plastisch aus und es kommt auch des Öfteren vor, das einige Animationen bei den Bewegungsabläufen nicht rund sind.
Hier und da poppen auch einige Hintergrundgrafiken etwas zu spät ins Spielgeschehen und stellenweise gibt es auch etwas Kantenflimmern zu vermelden, was aber nicht weiter tragisch ist. Schade ist allerdings, dass die Sprachausgabe während den Zwischensequenzen mal wieder nicht lippensynchron ist. Dafür wartet der Titel aber mit guten und professionellen Sprechern auf. Sogar die deutsche Original-Stimme von Vin Diesel, welcher hierzulande ja von Martin Kessler gesprochen wird, hat es in das Spiel geschafft. Auch sonst kann sich die Sounduntermalung hören lassen. Seid ihr mit dem Auto unterwegs, könnt ihr einen von insgesamt sieben verschiedenen Radiosendern auswählen und je nach Musikstil durch die City cruisen. Kommt es während eurer Sightseeingtour zu Verfolgungsjagten oder gar Schießereien, offenbart der Sound, dass auch die restlichen Effekte passen. Egal ob Umgebungsgeräusche, Motorensounds, Autocrashs, umher zischende Kugeln oder heftige Explosionen, hier stimmt einfach alles.
Vin Diesel alias Wheelman braucht ganz schön lange, ehe er in Fahrt kommt. Satte 15 Minuten hat die Installation des Spiels gedauert, das übrigens knapp 4,8 GB Speicherplatz auf eurer Festplatte für sich beansprucht. Das Spiel selbst kommt eigentlich gar nicht mal so schlecht daher und bietet sogar eine brauchbare Story, in der sich alles um den coolen CIA-Agenten Milo Burik und dessen verrückte Autostunts dreht. Außerdem sind jede Menge abwechslungsreicher Missionen und die große Metropole Barcelona mit an Bord, in der ihr euch viele actionreiche Verfolgungsjagden liefern müsst. Schuld an der nur durchschnittlichen Wertung ist der Feinschliff, der dem Titel eindeutig fehlt. Bemerkbar macht sich das hauptsächlich an der Stadt, die etwas leblos wirkt. Aber auch aus der grafischen Darstellung und der künstlichen Intelligenz, die leider ihre Macken hat, hätte man mit etwas mehr Entwicklungszeit und Feintuning mehr rausholen können. Dann wäre vielleicht auch ein spaßiger Onlinemodus drin gewesen, der allerdings leider auch fehlt.
Unterm Strich bleibt also nur ein durchschnittlicher Titel mit einer ordentlichen 72er-Wertung, guten Ansätzen und actionreichem Gameplay, das allerdings in keinerlei Konkurrenz zu Grand Theft Auto 4 steht. Wer etwas Abwechslung abseits des Rockstar Games-Pendants sucht und obendrein ein Fan von Vin Diesel ist, sollte aber trotzdem auf alle Fälle einen Blick riskieren.
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Wheelman im Test.
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