Untold Legends: The Warrior's Code
Da hat sich was getan!
Mit Untold Legends: Brotherhood of the Blade bereicherte Sony Online Entertainment im Herbst letzten Jahres das PSP-Lineup mit dem ersten Rollenspiel für den Multimedia-Handheld. Kurz darauf wurden bereits die Arbeiten an einem Nachfolger bekannt. Vorab versprach SOE bereits auf die Wünsche und Anregungen der Fans einzugehen, da Brotherhood of the Blade recht viel Kritik einstecken musste. Wir hatten nun die Ehre, uns mittels eines Preview-Codes einen ersten Eindruck vom Nachfolger Untold Legends: The Warriors Code zu verschaffen. Schon der Prolog gefällt, da dieser diesmal nicht mit Untertiteln, sondern mit Sprechern und schöneren Sequenzen aufwartet. Obwohl mitten im Intro plötzlich ein Under Construction aufpoppt, klingt es doch schon einmal recht vielversprechend, und wenn ihr wissen wollt, was sich sonst noch so getan hat, braucht ihr einfach nur weiterzulesen.Lebt wohl
Während der Spieler im Vorgänger noch die Wahl zwischen den Charakterklassen Ritter, Druide, Berserker sowie Alchimist hatte, so wurden diese nun durch fünf andere ersetzt, welche eindeutig besser gefallen und viel individueller daherkommen. Dabei handelt es sich um folgende: den Wächter, ein muskelbepackter Nahkämpfer; den Söldner, welcher leicht bewaffnet ist und über debuffing- und Heilzauber verfügt; den Magier, der im Nahkampf schwach, im Kampf mit Zaubern jedoch umso stärker ist; den Kundschafter, immer flink, vor allem mit Fernkampfwaffen und zu guter letzt den Streuner, welcher auf Martial Arts Kampfkünste und zwei schnelle Klingen setzt. Apropos individuell, bei der Charaktererstellung hat man nun auch mehr Auswahlmöglichkeiten wie beispielsweise 48 Hautfarbtöne. Darüber hinaus gibt es auch ein schickes Menü, ganz im Gegenteil zum Vorgänger.Werde zum Biest
Betreten wir nun gemeinsam mit unserem Helden die Spielwelt von Untold Legends. Auf den ersten Blick hin scheint sich, was die Spielmechanik angeht, nicht viel verändert zu haben. Doch schon nach wenigen Minuten und dem Erreichen der zweiten Stufe weiß man, was die Entwickler in den letzten Monaten so getrieben haben.Besonders gelungen ist das Interfacemenü, in welchem man dank Übersichtlichkeit und Strukturierung schnell neue Gegenstände anlegen, die Fähigkeiten des Charakters verbessern und Attribute verteilen kann.
Fähigkeiten besitzt jede Klasse übrigens zwölf an der Zahl, wobei viele davon erst mit einer höheren Stufe ausgewählt werden können. Speziell das Kampfsystem fiel im Vorgänger etwas einfach aus, weshalb dieses zusätzlich durch Gelegenheitsangriffe aufgebohrt wurde. Verliert euer Gegenüber etwa die Kontrolle über seinen viel zu großen Kriegshammer, nutzt ihr einfach die Gelegenheit und startet einen Spezialangriff. Doch hirnlos sind die Feinde auch nicht, beziehungsweise nicht mehr, und reagieren somit auf die Angriffe des Spielers. Ebenfalls neu sind die Tierformen, ein ganz besonderes Feature. Will man sich selbst in ein starkes und schnelles Biest verwandeln, benötigt man Essenzenergie, welche Gegner nach ihrem Ableben fallen lassen. Leider ist man in dieser Phase nicht unsterblich und auch nach kurzer Zeit schlüpft man wieder in seinen menschlichen Körper, verfügt dafür aber über fetzige Spezialattacken.
Die Story wurde in fünf Kapitel mit je sechs Hauptquests und einer großen Anzahl an Nebenquests unterteilt, wobei man noch nicht sagen kann, wie abwechslungsreich die Aufträge sein werden. Allerdings soll ein weiterer Schwierigkeitsgrad für hohen Wiederspielwert sorgen.
Von Hand gefertigt
Wie gerne sieht man es doch, wenn mal nicht der Computer, sondern die Entwickler selber die ganze Arbeit erledigen. So ist es nun auch bei den Karten geschehen, die im Vorgänger durch Zufallsgenerierung für viel Groll sorgten, da man manchmal erst nach langem Herumirren auf den richtigen Pfad stieß. Nun ist alles durchdacht wie auch bei der musikalischen Untermalung, die im digitalen Gewand für Stimmung sorgt. Grafisch konnte man ebenfalls Erfolge verzeichnen.Neben allgemeinen Verbesserungen sind nun auch, ähnlich wie auf der PlayStation 2, interaktives Wasser sowie dynamische Lichteffekte vorhanden. Mehr Übersicht garantiert der erweiterte Zoommodus, bei welchem es keine Stufen mehr gibt, sodass man nach eigenem Ermessen bis hin zur Vogelperspektive zoomen kann. Wirklich erstaunlich hierbei ist die stets konstante Bildrate. Auf Kaffeepausen muss man bei diesem PSP-Titel verzichten, da die Ladzeiten nun erträglich kurz bleiben.
Erwünschte Verbesserungen
Schon der im Vorgänger reibungslos funktionierende Koop-Modus konnte viele Spieler locken, weshalb dieser natürlich wieder mit von der Partie ist und sich zum neuen PvP-Modus dazugesellt. Zudem macht Sony Online Entertainment seinem Namen alle Ehre, indem es dem Spiel endlich einen Onlinemodus spendiert hat.Ersteindruck
Ich muss wirklich gestehen, dass mir The Warriors Code sehr zusagt, denn eine aufpolierte Grafik, neue Charakterklassen, ein erweitertes Kampfsystem und ein umfangreicher Mehrspielermodus mit Onlineunterstützung hören sich sehr verheißungsvoll an. Hinzu kommt noch, dass ein Großteil der Mankos des Vorgängers scheinbar ausgemerzt wurde. Dennoch hat der Vorgänger bei mir erhebliche Spuren hinterlassen, weshalb ich lediglich ein gut und kein sehr gut spendiere. Letztendlich heißt es wie so oft Abwarten, nämlich auf den Release und unser entsprechendes Review im März.

![Untold Legends: The Warrior's Code [PSP , Justgamers]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20060209/19/1152887936.jpg)