Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Sonne brennt Euch auf der Haut, drei alte Männer in einer Bar öffnen eine weitere Flasche feinsten mexikanischen Gebräus und eine rassige Seniorita macht es sich auf Eurem Schoß bequem. Was sagt Euch das? Es ist natürlich Zeit für jede Menge Action, denn soviel Harmonie gibt es nur in Euren kühnsten Träumen.
In Wahrheit ist nur die brennende Sonne real, genauso wie die um unsere Ohren pfeifenden Geschosse gegnerischer Gewehre. So muss Urlaub sein, so ist das schön! In Chili con Carnage gibt es besagte Action am laufenden Band. Was wir vom Spiel halten, erfahrt Ihr im Review!
Lutsch mir am Nippel, Sergio!
In Chili con Carnage schlüpfen wir in die Rolle des temperamentvollen Ramiro Cruz, der eines Tages bei seinem Vater aufkreuzt und froh ist, ihn nach langer Zeit wieder zu sehen. Doch wie es der Zufall so will sagen wir die bösen Buben so wollen platzt just in diesem Moment ein Bagger durch die Scheibe hinter Ramiros Vater in den Raum herein und begräbt den Vater unter sich. Natürlich war das kein Zufall, ergo: Ramiro ist verdammt sauer. Ergo Nummer zwei: Von jetzt an bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.
Denn was uns Chili con Carnage hier als Rachefeldzug präsentiert, erinnert nicht nur frappierend an den PC-Shooter Total Overdose, sondern vermag sowohl Zockerhände als auch das Zwerchfell zu beanspruchen. Zudem gibt es Parallelen zum Quasi-Vorgänger noch und nöcher: Da wäre zum einen das Szenario: Auch Chili con Carnage spielt im heißen Mexiko, da wo die Conchitas auf den Bäumen wachsen und der Sombrero noch Tradition ist.
Total Chili con Overdose...
Auch der Humor ist fast der Selbe, nämlich abgrundtief schwarz. Sind es nicht die teils kuriosen Gegner, die uns zum Lachen bringen, dann sind es vielmehr die witzigen Zwischensequenzen, die sich für keine noch so dumme Situation zu schade sind. Schon das Intro in welchem man sich bereits über den eigentlichen tragischen Tod des Vaters mehr amüsiert als betrübt fühlt sorgt für grinsende Gemüter.
Aber genug zu den Oberflächlichkeiten, stürzen wir uns lieber ins eigentliche Spiel: Wie in Total Overdose ist auch Chili con Carnage ein Third-Person Shooter, ein ziemlich kompromissloser noch dazu. Schon in der ersten Mission wollen gleich Dutzende Bösewichter erledigt werden, deren Intelligenz von strohdoof bis dumm wie Bohnenstroh reicht. Zum Glück tut dies dem Spielspaß aber keinen Abbruch.
Einer nach dem Anderen...
Denn das Spielziel in Total Over... äh Chili con Carnage ist jederzeit klar: Wenn nicht anders vorgegeben, dann einfach alle Bad Boys umnieten und das Ganze dabei möglichst spektakulär aussehen lassen. Und das ist wahrlich kein Problem, denn in diesem Spiel scheinen explosive Fässer unsere bösen Buben ziemlich gern zu haben, stehen diese doch meist in Scharen in den einzelnen Abschnitten herum und warten nur darauf, dass sich einer unserer Projektile in ihre Richtung verirrt.
Dass uns dabei nicht langweilig wird, garantieren uns stylische Moves, die wir an allen Ecken und Kanten ausprobieren dürfen. Eine Zeitlupe setzt das Ganze dann noch entsprechend in Szene und sorgt für gewisse Momente, in denen sich ein Wow! auf den Lippen des Spielers nicht verbergen lässt. Zusätzlich sind überall in den Levels Items verstreut, mit denen man mal richtig die Sau rauslassen kann.
Beim Tornado etwa wirbelt Ramiro, wie ein Wirbelsturm eben, in die Luft und ballert wie ein Wahnsinniger um sich. Wer nach dieser Attacke noch steht, kann sich getrost als Glücksvogel des Jahres betrachten. Im Desperado-Modus schnappt sich Ramirez hingegen in bester El Mariachi-Manier zwei Gitarrenkoffer und hält auf die Gegnermassen, was die Magazine hergeben.
Wild wie ein Stier...
Diese spielerische Abwechslung, von der wir hier wirklich nur einen kleinen Teil preisgeben möchten, hebt Chili con Carnage angenehm vom Action-Einheitsbrei ab, zumal auch die Inszenierung und die kuriosen Bossgegner nicht hätten besser sein können. Und auch wenn Ramirez einmal stirbt, darf der Spieler sofern mittels Item vorhanden die Zeit zurückdrehen und versuchen, die ganze Sache diesmal etwas besser zu machen.
Zwischen den eigentlichen Story-Missionen dürfen Schützen, die sich in den Levels gut geschlagen haben, auch noch in zusätzlichen Bonus-Aufträgen ans Eingemachte gehen. Diese Herausforderungen sind zuweilen recht schwer, da dem Spieler ein ziemlich knappes Zeitlimit im Nacken sitzt und schon kleine Patzer dazu führen, dass das Missionsziel nicht erreicht wird.
Mehrspielerfreunde dürfen sich zusäzlich in zwei besonderen Modi austoben. Während bei 'Henker' nacheinander an einer PSP gespielt wird und hier derjenige mit den meisten Punkten nach einer Survival-Schlacht gegen die KI gewinnt, geht es bei 'Fiesta' maximal zu viert per Wi-Fi ins Deathmatch-Getümmel, wobei hier auch zusätzliche Boni freigespielt werden können.
Ansprechende Technik ohne Kompromisse
Für einen Shooter steuert sich Chili con Carnage auch recht angenehm: Nur ab und zu hätte das Handling der Figur noch einen Tick exakter ausfallen können. Etwas mehr Probleme hatten wir jedoch zuweilen mit der etwas behaglichen Kameraführung. Grafisch sieht das Spiel auf jeden Fall sehr solide aus und darf sich mit coolen Explosionen am laufenden Band rühmen. Einzig die Schärfe der Texturen hätte noch etwas besser sein können, da manche Szenerien etwas verwaschen wirken.
Zumindest läuft Chili con Carnage fast ausnahmslos ohne Ruckler oder störende Grafikfehler. Gut gelungen ist den Entwicklern auch der Sound, wobei vor allem die herrlich komische deutsche Synchronisation zu nennen ist. Die restlichen Effekte und die südamerikanisch anmutende Musikuntermalung passen zum Spiel wie die Faust aufs Auge bzw. die Kugel in den Kopf des Bösewichtes.
Alles wirkt so wunderbar aufeinander abgestimmt: Ständig gibt es was zum Schmunzeln, dauernd wird geschossen und nie wird es langweilig. Weniger angetan bin ich da schon eher von der recht kurzen Spielzeit des Titels, diversen Kameramacken sowie den verwaschenen Texturen. Einem mit Leichen gepflasterterem Trip mit El Gringo Loco sollte für jeden Actionfan, der eine PSP sein Eigen nennen kann, jedoch nichts im Wege stehen. Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß mit Chili con Carnage.