Gesamtwertung89%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Mittlerweile zählt Sonys Jak & Daxter Franchise zu den beliebtesten Jump & Run Serien unter PlayStation 2 Spielern. Das ist für Ready at Dawn natürlich Grund genug, in Zusammenarbeit mit Naughty Dog auch auf der PlayStation Portable das Traumduo auf Abenteuerjagd zu schicken. Wie der Name Daxter schon verrät, hat das gleichnamige wieselartige Wesen sein eigenes Spiel spendiert bekommen. Somit stellt sich Daxter zum ersten Mal ohne seinen Gefährten Jak den Gefahren. Ob das klappt, erfahrt ihr in unserem Review.
Keine Offenbarung
Zu Beginn der Story stürzen Jak und Daxter in Heaven City ab, welches natürlich mal wieder den Schauplatz des Geschehens mimt. Als Jak festgenommen wird, gelingt Daxter bekanntlich die Flucht, was außerdem bedeutet, dass die Story zwischen dem ersten und zweiten Teil der Serie angesiedelt ist. Zum gleichen Zeitpunkt wird der Chef des Unternehmens Raus mit der Laus von seinem Gehilfen im Stich gelassen. Ihm ist der Auftritt der beiden Helden und besonders der des kleinen orangen Etwas nicht entgangen. Auf der Suche nach Daxter, trifft er ihn in einer Bar an, in welcher das kleine Wesen mit seinen heldenhaften Geschichten nur Spott erntet. Seine große Klappe hat Daxter also nicht verloren, was er im Spielverlauf noch zu Genüge mit deftigen Sprüchen unter Beweis stellt. Da die Stadt von allerlei Ungeziefer befallen ist, willigt Daxter mehr oder weniger freiwillig ein und schlüpft zusammen mit dem Spieler in die Rolle des Kammerjägers.
Und das ist es quasi auch schon. Während des Spiels erhält man regelmäßig Aufträge, welche darin bestehen, Wanzen den Gar aus zu machen. Demzufolge ist die Story natürlich etwas schwach und auch linear, jedoch geht sie hin und wieder auch auf die Befreiung Jaks ein, die zu Anfang des zweiten Teils stattfindet. Nichtsdestotrotz steht der Spaß an erster Stelle und von dem hat man reichlich. Vor allem die Traumsequenzen Daxters, die Filme wie Die Matrix bis hin zu Indiana Jones auf die Schippe nehmen, gefallen. Anstatt selbst zu kämpfen muss man die richtigen Buttons zum richtigen Moment erwischen. Nach jedem Traum, welchen man mit dem Sammeln von Eiern freischaltet, erhält Daxter beispielsweise eine neue Fähigkeit oder mehr Lebensenergie.
Rundum gelungen
Während es mit jedem neuen Jak & Daxter-Abenteuer immer mehr in Richtung Action ging, legt Daxter viel Wert auf klassisches Jump & Run. Kämpfe kommen natürlich nicht zu kurz, doch Sprünge und ähnliche Aktionen wie kurze Flug- und Raceeinlagen überwiegen einfach und tun dem Spiel wirklich gut. Dass hier eine präzise Steuerung nicht wegzudenken ist, dürfte jedem Jump & Run-Fan klar sein, weshalb die Entwickler diesen Aspekt mit Bravur meistern. Das anfängliche Herumhüpfen, um voranzukommen, dient lediglich dazu, den Spieler einzuführen. Denn mit dem Spielverlauf wird man in dieser Hinsicht immer mehr gefordert. Beispielsweise weicht man an einem Seil rutschend Hindernissen aus und muss anschließend von Zug zu Zug schweben. Es wird also nicht nur komplizierter, sondern auch spaßiger, spannender und einfach besser.
Während anfangs noch zur Fliegeklatsche gegriffen wird, erhält man später ein Insektenspray, welches mit Aufsätzen nicht nur verstärkt wird, sondern sich beispielsweise auch zum Flammenwerfer ummontieren lässt. Hinzu kommt die Möglichkeit, das Spray als Jet Pack zu benutzen, was durch Daxters Größe bedingt ist. Doch gibt es hier eine Zeitbegrenzung, die man nur durch das Aufsammeln von Power-Ups übergehen kann.
Etwas enttäuscht hat uns der Schwierigkeitsgrad. Hier und da wird man gefordert, doch nach Versagen bringt in den meisten Fällen schon der nächste Anlauf den erwünschten Erfolg mit sich. Noch mehr erleichtert wird einem das Vorankommen durch viele Checkpoints und den damit verbundenen unendlich oft möglichen Anlaufversuchen. Dadurch wird die manuelle Speicherfunktion eigentlich unnötig, doch wenn man auf eigene Faust die Welt erkundet, erweist sie sich als durchaus nützlich und schließlich will man, wenn man gerade auf Achse ist, schnell wieder ins Geschehen einsteigen können.
Wirklich beeindruckend ist die Tatsache, dass Daxter so gut wie ohne Ladezeiten auskommt, sobald man sich im Spiel befindet. Das geübte Spielerauge wird natürlich früher oder später feststellen, dass das so nicht ganz der Wahrheit entspricht. Will man zum Beispiel ein Gebäude betreten, erscheint zwar keine Ladezeit, aber dafür braucht die Tür schon ein paar Sekunden, bis sie sich öffnet. Das haben die Entwickler sehr geschickt umgesetzt.
PlayStation 2 und PSP im Vergleich
Daxter gehört derzeit zweifelsohne zu den schönsten Titeln für PSP. Liebevoll animierte Zwischensequenzen sorgen für mächtig Stimmung und auch sonst stimmt alles. Bei den Animationen hat man sich besonders viel Mühe gegeben. Für jede Situation haben die Entwickler die passenden Bewegungen zur Hand. Wenn man einen Augenblick wartet, fängt Daxter an, Kunststücke vorzuführen, beim Laufen wackeln die Öhrchen und auch sonst hat man auf viele Details geachtet. Das beste Beispiel für Daxters fantastische Präsentation liefern die Einsätze in der freien Natur, die sich sogar mit denen auf der PS2 messen können. Dafür muss der Spieler jedoch gänzlich auf Passanten verzichten und auch Gleiter schwirren nur noch in kleiner Zahl über einem umher. Nichtsdestotrotz ist die Grafik für ein PSP-Spiel einfach fantastisch.
Zum Sound gibt es hingegen nicht viel zu sagen. Wenn man eine Tür öffnet, durch die Stadt läuft oder sonstige Aktionen ausführt, wird einem schnell klar, dass der Klang einfach klasse ist. Alles harmoniert, vor allem die Dialoge. Besonders der Sprecher Daxters, Max Casella, bringt dessen Charakter und Humor perfekt übers Display. Auch die Musik passt sehr gut zum Spiel, ganz zu schweigen vom Soundtrack.
Wanzenschlacht
Was man wohl nicht erwartet hätte, ist der Mehrspielermodus, den Daxter birgt. Dieser nennt sich Wanzenkampf und erinnert nicht nur stark an Pokemon, sondern spielt sich auch ähnlich. Im Laufe des Spiels sammelt man Wanzen, die man in diesem Modus einsetzen kann. Zudem findet man öfters Tränke und weitere Gegenstände, um die Attribute seines Ungeziefers aufzubessern. Ist man am Zuge, hat man die Wahl aus mehreren Attacken, wobei hier alles nach dem Prinzip Stein, Schere, Papier abläuft. Zudem kann man seine Wahl im letzten Moment ändern, um den Gegner zu übertrumpfen. Wanzenkampf stellt nicht nur eine schöne Gelegenheit dar, um andere Spieler herauszufordern, sondern spornt außerdem noch dazu an, im Einzelspieler auch wirklich alle Boni aufzusammeln, um den Sieg auch wirklich in der Tasche zu haben.