Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Machs mir, Du Sau!
Im Gegensatz zur PC-Version gestaltet sich der Anfang von Die Sims 2 auf der PSP etwas anders: Zuerst wird wie üblich ein eigener Sim zusammengestellt. Dies erfolgt über eine große Anzahl von unterschiedlichen Kriterien. So dürft Ihr neben dem Geschlecht, der Hautfarbe, der Frisur unter anderem auch die Kinn- und Nasenform sowie die Art der Augenbrauen festsetzen. Des Weiteren trefft Ihr auch Entscheidungen über die Wahl des Outfits, soll heißen: Ober- und Unterbekleidung sowie zusätzliche Accessoires wie eine Sonnenbrille.
Nachdem Ihr hiermit fertig seid, nimmt das Spiel auch schon Sims-ungewöhnliche Züge an: In einem einleitenden Intro werdet Ihr darüber informiert, dass Ihr mit Eurer 'Auto' genannten Schrottmühle eine Panne in der Wüste hattet und nun an einer Tankstelle angekommen seid. Ab hier kanns auch schon losgehen. In einer Werkstatt sprechen wir zuerst einen Mechaniker an, der dem Spieler jedoch nur weiterhelfen will, wenn man sich wie ein Freund mit ihm unterhält.
Ab hier kommt - unabhängig vom jeweiligen Gesprächspartner - das so genannte Sozialspiel zum Tragen: Seid Ihr darauf angewiesen, den Freundschafts-, Flirt- oder Hassfaktor bei einer jeweiligen Person zu erhöhen, müsst Ihr eine Reihe von Minispielen absolvieren, damit Euch der Gegenüber ab sofort immer ein wenig anders gegenübertritt. Beim Sozialspiel informieren Euch Denkblasen über den Köpfen der Gesprächspartner, darüber welche Themen sie interessieren. Kurz danach müsst Ihr innerhalb eines sehr knapp bemessenen Zeitlimits gleiche oder ähnliche Themen mithilfe einer Taste drücken, um so einen Erfolgsbalken zu füllen. Ist dieser voll, begegnet Euch dieser Sim von nun an ein wenig anders. Schafft Ihr es nicht, müsst Ihr das Gleiche noch mal von versuchen.
Nachdem wir den Mechaniker dazu überreden konnten, uns zu helfen, sprechen wir ein wenig mit den anderen Personen an der Tankstelle: Dabei bleibt alles beim gleichen Muster. Reden, Sozialspiel, Reden, Sozialspiel und so weiter. Nachdem wir gemerkt haben, dass dieser verdammte Mechaniker auch noch mit unserem Auto verschwunden ist, wir ein Handy gefunden haben und eine Mitfahrgelegenheit mit einem Polizisten über einen verbesserten Flirtfaktor arrangiert haben, kommen wir auch schon in Merkwürdighausen an.
Bis hierhin war die Sims 2 relativ öde, doch dank der gut umgesetzten Ideen wirds fortlaufend unterhaltsamer: Neben einigen Minigames wie dem Schaufelspiel auf einem zombieverseuchten Friedhof, dem Beziehen eines Hauses mitsamt Innenausstattung kommen auch andere Features zum Tragen, die vielmehr an ein Adventure erinnern, als an eine Simulation.
So hat im recht kleinen Merkwürdighausen jeder Sim eine eigene Identität, ein anderes Haus und individuelle Beziehungen zu den anderen Sims. Recht schnell wird klar, dass der eine oder andere Nachbar wenigstens eine sprichwörtliche 'Leiche im Keller' hat. Kleiner Insider am Rande: Bei einem ist sogar eine im Garten. Somit bleiben kleinere Rätsel hinsichtlich Richtung der Konversationen und Handlungen also nicht aus. Das ist neu in der Sims-Reihe und das macht auch eine Menge Spaß, da vor allem eine Identifikation mit dem eigenen und anderen Sims ermöglicht wird.
Ab jetzt wirds hektisch!
Recht stressig wirds hingegen bei der Befriedigung der Sims: Die fallen entweder ganz gezielt oder rein zufällig an und kommen dem Treiben manchmal so ungünstig ins Gehege, dass man doch das ein oder andere Mal ins virtuelle Gras beißen möchte. Denn: Bedürfnisbefriedigung ist zwingend erforderlich, jedoch nie entscheidend für den weiteren Verlauf des Spiels und stört ab und zu erheblich den Spielfluss. Ebenso ärgerlich ist die magere Umsetzung des Skill-Systems: Durch Tätigkeiten wie das Forschen in Büchern, das Sehen von Kochsendungen oder der Ausbau des eigenen Charismas vor dem Spiegel steigt Ihr in den einzelnen Bereichen bei Erfolg ein Level höher. Dass dies jedoch nur durch plumpes Button-Smashing passiert, ist enttäuschend und ungewohnt primitiv.
Nerven wird den Großteil der Sims-Spieler vor allem Eins: Die ständigen und manchmal sehr langen Ladezeiten. Bei fast jeder kleinen Aktion wird nachgeladen was das Zeug hält, bei größeren Tätigkeiten friert das Bild sogar ein und erst nach einigen Sekunden bewegt sich etwas. In diesem Punkt ist EA die Konvertierung nicht gut gelungen.
Obwohl es in grafischer und akustischer Hinsicht eigentlich Nichts zu beanstanden gibt: Die Animationen laufen wie geschmiert, die Figuren sowie das Design der Umgebungen sind für PSP-Verhältnisse recht ordentlich und auch die Musikauswahl hat gut geklappt, auch wenn das Repertoire nicht gerade Chartsniveau bietet. Amüsant ist hier - wie in der PC-Version - das Gebrabbel der Sims in der so genannten simlischen Sprache.